Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife

    Diskutiere Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife im Reiseberichte USA Forum im Bereich USA Reisen; So ein Jetlag ist schon eine fiese Sache und obwohl wir einen Extra-Urlaubstag eingeplant hatten, fühlt man sich, als wäre man nach Hause gerudert...
Makewood
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #1
[FONT=Arial, sans-serif]So ein Jetlag ist schon eine fiese Sache und obwohl wir einen Extra-Urlaubstag eingeplant hatten, fühlt man sich, als wäre man nach Hause gerudert. Trotz der körperlichen Defizite muss ich aber zugeben, dass wir drei fantastische Wochen erlebt haben und noch einige Zeit brauchen werden um die erlebten Ereignisse zu verarbeiten. [/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Doch fangen wir lieber vorne an. Im Januar war es wieder einmal an der Zeit den Jahresurlaub zu planen und neben einer Woche Skifahren im Bayerischen Wald war noch nichts angedacht. Irgendwie kam meine Freundin dann auf die Idee in die USA zu reisen und ganz ehrlich? Die erste innerliche Reaktion war ungefähr so: „ Ja, nee ist klar !“ Nachdem ich mich allerdings bemüht hatte kurz darüber nachzudenken, formten sich die Gedanken in ein : „Ja gut, aber…“ und so beschlossen wir uns mal etwas schlau zu machen. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Der weltbeste Ansprechpartner zu diesem Thema war schnell ausfindig gemacht, denn der Nachbar meiner Eltern hatte durch seine 975 USA-Reisen zweifelsohne das nötige „Know how“ um uns zu beraten. Kurzerhand luden wir uns zu einem Besuch ein und nach wenigen Minuten hatte der gute Jens uns quasi überzeugt. Die Frage war nun nicht mehr ob überhaupt, sondern wie und wo! Auch hier fanden wir schnell Antworten, denn nach kurzen Überlegungen kam nur eine Mietwagenrundreise in Frage. Zielort : Der Südwesten, die Einstiegsdroge Nr.1, wie uns Jens bestätigte. Grundsätzlich war nun nur noch zu klären, ob wir alles selbst planen oder einen Reiseveranstalter wählen wollten. Nachdem auch hierfür ein Tipp bereit lag (Canusa-Katalog), entschieden wir uns für eine Anfrage für die 21-tägigen Rundreise durch den Südwesten der Staaten und innerhalb kürzester Zeit lag das Angebot auf dem Tisch. Keine zwei Wochen später wurde die Anzahlung überweisen.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Die nach der Buchung deutlich zu spürende Euphorie verflog nach einigen Wochen wieder etwas, der Alltag hatte uns wieder und die Gedanken waren eher auf andere Dinge fokussiert. Im späten Frühjahr änderte sich das „Gefühl“ dann in den Status Vorfreude und so konnte allmählich mit der Planung begonnen werden. Zunächst wurden nochmals alle gebuchten Hotels via Google-Earth abgeklappert (vor der Buchung wurde natürlich auch schon geguckt). Anschließend begann die Informationssammelphase, wo quasi alle möglichen Quellen angezapft wurden. Als besonders hilfreich empfand ich übrigens die Reiseberichte hier im Forum, die oft tolle Tipps beinhalteten. Via Internet konnte man zudem diverse „Touri-Magazine“ bestellen. Das Informationsmaterial wurde zum Teil direkt aus den Staaten und dies komplett kostenfrei versandt. Zwar beinhaltete das Material viel Werbung, doch viele Dinge wie z.B. das Kartenmaterial waren sehr hilfreich.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Anfang September nahm der Spannungsbogen dann nochmals deutlich zu und nachdem mein Einsatz als Trauzeuge eine Woche vor Reisebeginn vollbracht war und somit nur noch das Ziel Reisebeginn im Kalender stand, gab es fast kein Halten mehr. Leider war dies bei meiner Freundin nicht ganz so, denn sie musste noch zwei Klausuren in ihrem Fernstudium schreiben. Nachdem der letzte Satz geschrieben war, ging es dann auch bei ihr innerlich los und so konnte es nun endlich Samstag werden.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]TAG 1 : Samstag 19.09.09 [/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Um 07:30 Uhr schellte der Wecker und schon ein paar Minuten danach waren die letzten Dinge für die Reise verstaut. Drei von vier Koffern waren bereits am Vorabend im Auto gelandet, der letzte Koffer folgte. Eigentlich wollten meine Eltern mit ihrem Auto den Shuttleservice spielen, doch am Vortag streikte der Vectra meines Vaters und verweigerte jede elektrische Aktivität. Gut, dass dies nicht morgens oder gar auf der Fahrt nach Düsseldorf passiert ist! Kurzerhand beschlossen wir also, dass mein Vater mein Auto zurück fährt und somit war der Shuttleservice auch kein Problem mehr. Überpünktlich checkten wir am Schalter der Lufthansa ein und wie zuvor erwartet erhielten wir die Bordkarten für den Flug nach Frankfurt und für den Flug von Frankfurt nach San Francisco. Das Gepäck würden wir ebenfalls erst in San Francisco wiedersehen. Um sämtliche Koffer erleichtert schlenderten wir noch zu einem Café im Flughafen. Für einen Cappuccino war noch Zeit und so schwatzten wir noch etwas mit meinen Eltern bevor wir den Airbus der Lufthansa bestiegen. Pünktlich hob die Maschine ab und alle Angst den „großen“ Flieger zu verpassen verschwand schlagartig. Kaum oben waren wir auch wieder unten. Das internationale Terminal von Frankfurt ist schon beeindruckend. Massen von Menschen schoben sich an diesem Samstagmittag durch die Gänge des Terminals und schier endlos viele Sprachen wurden gebrabbelt. Nach einem kleinen Snack machten wir es uns irgendwo gemütlich. Nachdem das Einstiegs-Gate endlich von der Anzeigetafel preisgegeben wurde, begaben wir uns zum entsprechenden Ausgang. Bevor wir jedoch den Wartebereich betreten durften, mussten wir zunächst durch die Passkontrolle des deutschen Grenzschutzes. Ein kurzer Blick in den Pass und wir waren durch. Dadurch, dass wir recht lange bei der Kontrolle anstehen mussten, war es nun auch schon Zeit zum Boarding und was hatte der Herr vergessen? Die Meldung der ersten USA-Adresse auszufüllen. Unser Reiseveranstalter hat bei der Zusendung der Reiseunterlagen ein Formular beigelegt, das man vor dem Flug in die Staaten ausfüllen sollte. Es war ein formloses Blatt, wo die erste Hoteladresse in den Staaten angegeben werden sollte. Dieser Zettel sollte dann vor dem Boarding der Fluggesellschaft übergeben werden. Ein großes Problem wurde der fehlende Zettel nicht, denn das Bodenpersonal von United war auf Zack. Man hatte zwei Damen für die die elektronische Erfassung der Daten abgestellt und so war nach einer abermals kurzen Wartezeit alles im PC vermerkt. Ein kurzer Eintrag auf der Bordkarte und schon durften wir den Flieger betreten. So stiefelten wir zwei beide in den ersten Jumbo unseres Lebens und wenn man sonst nur mit dem Airbus Ferienflieger unterwegs ist, ist man ob der Größe des Flugzeuges schon beeindruckt. Die Plätze waren schnell gefunden und nachdem das Handgepäck verstaut war schaute ich mich erstmal etwas um. Auffällig war, dass die 747 der United Airlines schon etwas älter war. So einiges wirkte etwas schrammelig. Ins Bild passten dann irgendwie auch die „Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter“. Von der Lufthansa mit Häubchen und guten Outfit verwöhnt, wunderte man sich schon etwas über das Erscheinungsbild der Damen und Herren. Bis auf wenige ausnahmen hatte man das Gefühl, dass ein Altenheim in den Staaten frei bekommen hat und auch die Kleidung wirkte etwas „überaltert“. Auch während dem Flug merkte man einen deutlichen unterschied, denn obwohl immer höflich und korrekt, wirkte so manches Servieren oder Fragen subjektiv betrachtet etwas unkonventionell. Auch das Bord-Entertainment war aus den Achtzigern. Das erhoffte Inseat-Entertainmentprogramm entpuppte sich als „Wir-zeigen-ihnen-alle-Filme-hintereinander-System“, wobei ich den großen Vorteil hatte, dass ich noch keinen der Filme gesehen hatte. Also den deutschen Tonkanal gesucht und los ging es. Während sich meine Freundin innerhalb der ersten drei Stunden ein komplettes Buch rein gezogen hatte, zog ich mir Film für Film rein und als der letzte der geplanten Filme (Star Trek) zu Ende war und die Durchsage kam, dass man bald landen würde, staunte ich nicht schlecht. Die Zeit war förmlich wie im Flug vergangen und so wagten wir dann einen Blick aus dem Fenster. Geblendet von der Helligkeit konnte man viel Natur erkennen und auch der spektakuläre Rundflug um die San Francisco Bay hatte was für sich. Die Landung nahte! Ach so: Im Flugzeug wurden zwischendurch übrigens noch das berühmte I94-W (grün) Formular und ein Zettel für die Zolldeklaration ausgegeben. Obwohl ich großkotzig behauptete, dass ich das Online-Esta-Verfahren durchgeführt habe, sagte man uns, dass wir das mal getrost vergessen können und man trotzdem den grünen Zettel ausfüllen solle. Murrend habe ich das dann für uns erledigt (wenigstens den Zollzettel brauchte ich nur einmal für beide ausfüllen) und es war gut so.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Nach der Landung leerte sich der Flieger allmählich und der erste persönliche Bodenkontakt folgte in Kürze. Die Horrorszenarien mit stundenlangem Warten vor Augen, stürzten wir zur Passkontrolle und was war? Pustekuchen. Innerhalb von 5 Minuten war alles vorbei. Zwar waren nicht wenige Leute in unserer 747, doch hatten knapp 10 Schalter geöffnet und offensichtlich waren vielen Amerikaner im Flugzeug. Das im Flugzeug ausgefüllte Formular wurde dann in unsere Reisepässe getackert, zuvor musste man jedoch seine Fingerabdrücke hinterlassen. Erst Finger rechts, dann Daumen rechts, dann Finger links, dann Daumen links. Anschließend noch mal in die Diggicam grinsen und dann ab durch die Mitte. Überhaupt muss man sagen, dass der Beamte vor Ort sehr freundlich war. Zwar hab ich ihm nicht alle Fragen beantwortet, da ich nicht Multitasking fähig bin und zeitgleich auf die Reihenfolge des Fingerscans geachtet hatte, aber letztlich war das auch egal. Auf ging es zum Gepäckband und, ich staune immer noch, es waren tatsächlich alle vier Koffer da. Minuten später standen wir dann auf der zweiten Ebene an der Haltestelle des von Germany gebuchten Go-Lorries Wagen, der uns für 15 $ pro Nase ins Hotel fahren sollte und auch hier muss man sagen: Alles super geklappt. Nachdem der Fahrer zwei andere Haltestelle abgefahren hatte, machte sich der Bulli auf den Weg nach Downtown und nach knapp 25 Minuten und den ersten Fahrtipps für Fortgeschrittene, waren wir am Hotel. Unsere erste Station war das Serrano, welches sich an der Ecke Taylor/O`Farrell befindet. Kurz dem Fahrer noch ein Trinkgeld zugesteckt und schon standen wir in der Lobby. Sofort kümmerte sich ein Kofferträger um uns (ich war Kn dieser Situation sehr dankbar) und so war der Rest ein Klacks. Wir checkten ein und ließen uns die Koffer in das Zimmer tragen. Da wir nichts zu trinken hatten, entschlossen wir uns noch kurz um den Block zu gehen und etwas Wasser zu kaufen. Da standen wir nun in San Francisco, konnten es selbst kaum glauben und starrten durch die Straßen. Ferngesteuert liefen wir einmal um den Block und kauften einen kleinen Kanister Wasser und ein paar Cookies. Danach ging es rasch ins Bett, denn wir konnten beide nicht mehr…[/FONT]


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Re: Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #2
Hey, ich schmeiß mich hier weg vor Lachen - bidddääää mehr!!!
Übrigens sind wir glaub im selben Jumbo geflogen (nur drei Wochen früher)- mit dem kleinen Unterschied, dass bei uns das Filmprogamm nicht funktioniert hat (von dem Triebwerkausfall und der nicht schließenden Tür, die uns insgesamt 2 Stunden Verspätung bereitet haben, will ich gar nicht reden...) - mein Mann, der vom Fach ist, hat kurz überlegt, bei der Videogeschichte einzugreifen, dachte aber dann, dass das Flugpersonal vielleicht beleidigt ist, wenn sich so ein Jungspund von 50 Jahren einmischt :biggrin:. Tja, bei Euch war das dann alles frisch repariert - schön für Euch, würd ich mal sagen ;)

So, jetzt schreib mal schnell weiter - bin immer dankbar für sprachlich anspruchs- und dazu noch humorvolle Lektüre!

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Makewood
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #3
Hatte ich erwähnt, dass wir beim Hinflug knapp 40 Minuten später los sind weil irgendwas kaputt war ? Ach ja : Beim Rückflug (auch wenn wir noch nicht so weit sind) waren die lavoratories defekt. Ein tolle Sache bei einem 10 Stunden Flug :biggrin:. Immerhin haben wir nur 30 Minuten bis zum Start warten müssen.Wenn man nicht zuuu viel erwartet ist United aber ok.

Bericht geht bald weiter, keine Angst ! :laugh:
 
kat28051984
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #4
warte auch schon auf die Fortsetzung:biggrin:
 
Maulende Myrthe
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #5
Na, da steig ich doch mit ein, schließlich fliegen wir in Kürze auch mit United Seniors nach L.A.....HURRRRAAAAA!!! :omg:
 
Makewood
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #6
So, Freunde der Sonne, es geht weiter...

TAG 2 : Durch die Stadt Teil I (Sonntag 20.09.09)

04:00 Uhr, ich war hellwach und neben mir wälzte sich meine Freundin hin und her. Kurzerhand beschlossen wir den Fernseher anzumachen und siehe da, dass Programm war so langweilig, dass wir beide noch einmal einschliefen und tatsächlich erst um 08:00 Uhr wieder aufwachten. Der Weg ging zum Fenster, Vorhang zur Seite und ja, wir waren tatsächlich noch in San Francisco. Der Blick aus dem 10 Stock des Hotels war ein Augenaufreißer (oh, ein amerikanischer Müllwagen und da ein amerikanisches Taxi und sogar ein amerikanischer Bus!) und nach der allmorgendlichen Dusche und dem positiven Wetterbericht aus dem Fernsehen ging es zum Frühstück. Es folgte die erste Überraschung des Tages. Irgendwie hatten wir Schlimmes erwartet, doch am Eingang der Bar, die morgens zum Frühstücksraum umfunktioniert wurde, wurden wir höflich empfangen. Während im Hintergrund angenehme Swingmusic dudelte, begleitete man uns zu einem Tisch und fragte uns, was wir zum Frühstück haben wollten. Zur Auswahl stand ein Bagel, Toasts oder ein Croissant. Nachdem unsere Wahl jeweils auf den Bagel gefallen war, gab es zunächst frischgepressten (!!!) Orangensaft, Kaffee und je einen Teller mit Früchten (Melonen, Erdbeeren, Annanas etc). Ausgesprochen köstlich und viel zu gesund für ein Frühstück der Fast-Food-Nation! Es folgte der Bagel, der in Form und Größe in Kombination mit dem Frischkäse völlig ausreichend war. Gut gelaunt ging es nach dem Frühstück noch mal kurz nach oben und anschließend auf die erste Stadtrundreise. Ausgerüstet für den Tag machten wir uns auf den Weg zur Cable-Car-Haltestelle Powell and Market, wo meine Freundin zunächst die Muni-Pässe (erstmal nur für diesen Tag) kaufte und ich kurz in das Informationscenter gelatscht bin. Nachdem ich uns mit weiteren Plänen, Karten und Gutscheinen ausgerüstet hatte, stellten wir uns in die Schlange zum Cable-Car an. Es war Sonntag und bereits relativ voll, trotzdem ging es Zack-Zack und ein Kaffee-to-go von einem dort ansässigen Laden verkürzte die Wartezeit. Untermalt wurde die Szenerie von einem Blues-Straßenmusikanten, der wirklich gut Trompete spielen konnte. Es war einfach mal ein richtig toller Start. Die Schlange vor uns wurde schließlich immer kleiner und als wir dann dran waren, hüpften wir hinten auf das Cable-Car und los ging es. Wir fuhren die Powell hoch, am Union Square vorbei, dann auf die Strecke Richtung Taylor und Bay. Unser Ziel war Columbus and Lombard, wo wir von der Bahn sprangen und genau das wollte ich schon immer mal machen. Dummerweise hatte ich ursprünglich den Weg von oben zur Lombard geplant, dass wir im „falschen“ Cable-Car waren sorgte nun dafür, dass wir hochlaufen mussten. Aufgrund der sommerlichen Sonneneinstrahlung und der dadurch erhöhten Temperatur kam ich dann gleich das erste Mal so richtig ins Schwitzen. Gelohnt hat sich die Kletterei auf jeden Fall, denn vor uns lag die Lombard-Street mit ihrem berühmten „Teilabschnitt“. Die Straße, die Häuser, die Blumen, das Wetter - es passte irgendwie und auch die Sicht von oben war toll. Gegenüber der Coit-Tower, im Hafen ein dickes Ferienschiff. Einfach klasse. Nach einer kurzen Verschnaufpause gingen wir dann zum Ghiradelli-Gebäude herunter. Kurz schlenderten wir durch eines der Schokoladengeschäfte und atmeten den Kakao-süßen Geruch ein. Dabei blieb es dann aber auch schon. Man(n) sollte ja jede Möglichkeit „nutzen“ und so nutzen wir beide die öffentlichen Restrooms des Platzes.

Zeit um ein dickes Lob auszusprechen, denn im Gegensatz zu der gemeinen europäischen, öffentlichen Toilette verdienen die Restrooms in den Staaten eine besondere Erwähnung. Egal ob Flughafen, öffentliche Toilette, Tankstelle, in den Parks oder selbst die Plumpsklos am Grand Canyon. Alle befanden sich in einem nahezu tadellosen Zustand. Keine bepinkelten Klobrillen, keine leeren Toilettenrollen oder sonstigen Ekelhaftigkeiten. Fehlte einmal Flüssigseife, so wurde diese vom oft anwesenden Personal permanent nachgefüllt. Auch erwähnenswert: Die elektronischen Handtrockner. Anstatt die nassen Hände hoch halten zu müssen, bringt man die Hände zwischen zwei parallel angebrachte Düsen auf Hüfthöhe. Durch eine Bewegung nach unten und oben, werden sowohl die Handflächen als auch die Hände außen per Luftdruck getrocknet. Das restliche Wasser tropft nach unten ab und die sind ultratrocken. Der Clou ist, dass das Prozedere nur wenige Augenblicke dauert. Da kann man nur auf europäische Nachmacher hoffen, wobei meine Freundin anmerkte, diese auch schon mal in Deutschland gesehen zu haben. Für mich jedenfalls war es Neuland.

Zurück zum Thema :
Wir gingen die Stufen vom Ghiradelli-Gebäude hinunter und standen dann quasi schon am Hafen. Der erste Weg führte uns zum Pier (ich glaube 41) des „Maritime National Historic Parks“. Zu sehen gab es hier ein paar alte Schiffe, die man auch für die Abgabe von ein paar Dollar begehen durfte. Wir konzentrierten uns jedoch auf die äußeren Eindrücke und schlurften die Holzplanken einmal auf und ab. Entlang der Jefferson Street ging es nun Richtung Pier 39. Unser Weg führte an unzähligen Souvenirgeschäften und Restaurants vorbei. Linksseitig folgte das Cannery- und das Anchorage Shopping Center, welche wir aber beide zunächst auf der selbigen Seite liegen ließen. Am Terminal der „Blue+Gold Fleet“ hielten wir inne und entschieden uns für die dort angebotene Bay Cruise. Zuvor waren wir an günstigeren, kleinen Fischerbarkassen vorbei gelaufen, ließen aber von den Booten ab, da sie etwas klein waren und einen entsprechenden Seegang entwickelt hätten, was nach Windstärke 12 auf der Ostsee vor 2 Jahren, ein No-Go für meine Freundin ist. Also Tickets gekauft und dann ging es auch schon los. Es folgte eine herrliche Rundfahrt durch die Bay. Bei ohrenbetäubender, quiekender Musik aus dem Bordlautsprecher und dem Gesabbel von Captain Nemo (warum heißen die alle Nemo?) verließen wir den Pier, fuhren an den Seelöwen, -hunden oder was weiß ich was vorbei, direkt Richtung Golden Gate Bridge.







Da lag sie nun vor uns und wie bestellt hüllte sich - wie Watte - ein wenig Nebel um die Brücke. Die Durchfahrt war sehr beeindruckend und ein erstes Highlight unserer Reise. Hinter der Brücke drehte das Schiff und steuerte nun auf Alcatraz zu. Captain Nemo erzählte irgendwas gruseliges über die Gefängnisinsel, jedoch musste man Angst haben, dass das Abspielgerät der Kassettenstimme seinen Geist aufgeben würde. Hinter der Insel schwenkte das Boot ächzend ein und fuhr nun gen Bay Bridge und Skyline des Finacial Destricts. Die Reise näherte sich dem Ende und das Getöse der Seelöwen oder -elefanten oder was weiß ich, deutete an, dass wir den Ausgangspunkt wieder erreicht hatten. Wir stolperten von Bord und flanierten einmal über den Pier 39, dem Fishermen`s Wharf. Touri über Touri, aber trotzdem nicht unangenehm. Ein flaues Gefühl in der Magengegend deutet auf das Verlangen nach Essen hin und so entschlossen wir uns eine Kleinigkeit einzuwerfen. Da wir in keines der Restaurants am Wharf gehen wollten, latschten wir einfach Richtung Überseepier den „Embarcadero“ entlang. Leider war unsere Annahme hier etwas Brauchbares zu finden falsch und nach einem kurzen Marsch beschlossen wir via Straßenbahn zurück zur Cannery zu fahren, wo wir Stunden zuvor nette Lokalitäten gesehen hatten. Dort angekommen entschieden wir uns für eine Kneipen-Restaurant Mischung (irgendwas mit Jack, Jake oder John). Die Auswahl erwies sich als ausgezeichnet, denn kaum hatten wir Platz gefunden, begann ein Musiker einige Meter entfernt live zu spielen, darunter auch Stilecht einige Hits über „San Francisco“. Während wir unser Mittagessen verdrückten (Burger Nr. 1) schallten rockige Klassiker von der anderen Seite der Cannery. Untermalt wurde das ganze durch den anhaltenden Sonnenschein. Muss ich mehr schreiben? Kaum!

(Der Text ist für einen Beitrag insgesamt zu lang, deswegen hier ein CUT und im nächsten Beitrag geht es direkt weiter...)
 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #7
UND WEITER GEHT ES MIT TAG 2, TEIL 2

Nachdem wir unsere Plastikbecher mit mehr Eis als Diet Coke (auf jeden Fall eine Unsitte der Amerikaner bzw. amerikanischen Fast-Food-Ketten) geleert hatten, konnte es gestärkt weitergehen. Nächstes Ziel: Der Coit Tower. Aus dem Forum hier hatten wir im Vorfeld über die Filbert Steps gelesen und deswegen beschlossen das Pferd von hinten aufzuzäumen und was soll ich sagen, ächzend und schwitzend erreichten wird nach der gefühlten Everestbesteigung den Coit Tower. Trotz der Mühen, war der Weg echt toll, jedoch Frage ich mich, wie mancher Einwohner seine Einkäufe in die Wohnungen bekommt. Aufgrund der schönen Aussicht beschlossen wir für 5$ auf die Spitze des Towers zu fahren. Der Aufzug muss offensichtlich etwas älter gewesen sein, denn für die knapp dreißig Meter brauchte man schon mal 30 bis 45 Sekunden. Der nette asiatische Aufzugsbediener fragte dann in die Runde wer aus welchem Land kommen würde und nachdem geklärt war, dass eigentlich alle aus Deutschland sind, klärte er uns erstmal über die aktuellen Fussballergebnisse auf. Er war Bayern Fan! Kopfschüttelnd verließen wir den klapprigen Aufzug und genossen den Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Als besonders faszinierend empfand ich dabei den in die Bay herein ziehenden Nebel. Nachdem wir alles bestaunt hatten liftete uns der nette Asiate wieder nach unten. Apropos asiatisch: Unser Weg führte uns nun Richtung China-Town und somit zur touristisch letzten Station des Tages. Je näher wir den wehenden roten Fahnen kamen umso lauter wurde es. Offensichtlich hatten wir ungewollt einen Volltreffer gelandet, denn irgendein Straßenfest war im Gange und nach den ersten Metern auf der chinesischen Meile waren wir beide direkt verzaubert. Entlang der Straße wurde an Ständen allerlei Zeugs angeboten. Es gab Essen, das nach leckeren Gewürzen roch, bunte Fahnen, Lampions, Straßenmusiker, kurzum es war richtig was los. Besonders ins Auge, nein, ins Ohr fielen die Karaoke-Stationen auf der Straße. Irgendwelche Passanten (mit asiatischem Aussehen) brüllten, pfiffen und gröhlten in die Mikrophone der bereitstehenden Anlagen. Ein „ohrenbetäubendes“ Schauspiel. Natürlich besuchten wir auch einen dieser chinesischen Touri-Shops und siehe da, auch hier gab es allerlei Krims und Krams. Neben bunter Kleidung (hier kann man sich mal richtig für Karneval ausrüsten) fanden wir in einem Gang mit Spielzeug diverse Actionfiguren: Spiderman, Batman, Hulk und außerdem Benjamin Franklin und ACHTUNG: Moses und Jesus. Da musste ich ein Foto von machen!







Unglaublich diese amerikanischen Chinesen. Nachdem uns noch ein Straßenumzug mit Plastikdrachen passiert hatte, erreichten wir langsam das eigentliche Tor zu Chinatown und somit aus unserer Perspektive das Ende des Festes. Minuten später bogen wir Richtung Union Square ab, den wir bereits morgens aus dem Cable-Car heraus gesehen hatten. Nach einem kleinen Blick über den Platz merkten wir, dass wir langsam müde wurden. Auch die Mägen machten sich noch mal bemerkbar und so beschlossen wir langsam zum Ende zu kommen. Wir schlenderten die Powell runter und erreichten wieder den Startort der heutigen Rundreise, die Cable-Car Station Powell und Market. Kurzerhand entschlossen wir uns in das dortige Einkaufszentrum zu gehen um nach „Essen“ zu suchen. Erfolgreich fuhren wir mit der Rolltreppe in die Fressmeile, wo wir bombardiert von den Möglichkeiten herumirrten. Nach Minuten der Verzweiflung (die Müdigkeit nahm Sekündlich zu), entschieden wir uns schließlich für einen Caesars Chicken Salat von Soup, den wir uns dann geteilt haben. Mühevoll schaufelten wir uns die Vitamine in den Körper, doch refreshed fühlten wir uns nicht mehr. So bewaffneten wir uns schließlich mit Getränken und Keksen und trollten uns zurück zum Serrano wo wir nach einem kurzen Versuch Fernsehen zu schauen eingeschlafen sind…
 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #8
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 3

[FONT=Arial, sans-serif]TAG 3 : Durch die Stadt Teil II (Montag 21.09.09)[/FONT]

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[FONT=Arial, sans-serif]Guten Morgen San Francisco! Der Blick aus dem Fenster verriet, dass wir auch heute mit einem wunderschönen Tag zu rechnen hatten. Zwar lag noch etwas Nebel über den Hochhäusern der Stadt, jedoch ließ sich bereits erahnen, dass auch am heutigen Tage die Sonne der Gewinner sein würde. Während uns abermals ein ausgezeichnetes Frühstück kredenzt wurde, schmiedeten wir nun die Pläne für den Tag. Beginnen wollten wir mit ausgiebigem Shopping rund um den Union Square und im Westfield San Francisco Center. Wie sich herausstellte öffneten die wenigsten Geschäfte jedoch vor 10 Uhr und so liefen wir zunächst einmal durch die Straßen. Nach einem kurzen Stopp im „Old Navy“ wanderten wir einen Bogen Richtung Macey`s am Union Square, wo wir bis in die oberste Etage gefahren sind. Oben angekommen schauten wir direkt aus der Weihnachtsabteilung (mehr KITSCH geht nicht) auf den vor uns liegenden Union Square, leider durch ein überdimensionales Poster, so dass der Blick doch etwas getrübt war. Richtig spannend war der Laden jedoch nicht und so schlenderten wir weiter. Zwar bin ich dank meiner männlichen Gene eher weniger shoppinginteressiert, jedoch faszinierten mich die kleinen Unterschiede zu Deutschland bzw. Europa.
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[FONT=Arial, sans-serif]

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([FONT=Arial, sans-serif]Westfield San Francisco Center)[/FONT]
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[FONT=Arial, sans-serif]Während in Deutschland (klammern wir C&A mal aus) oftmals in Modehäusern laute Technomusik wummert, spielte man hier Musik, die deutlich entspannender wirkte, sogar richtig fröhlich machte. Die meisten Ladenlokale wirkten perfekt ausgestattet. Weiter fiel auf, dass die Angestellten deutlich lockerer sind als bei uns. Zwar wird man immer und überall mit einem „How are you?“ begrüßt, doch ließ man uns oft nach einem kurzen Hinweis, dass man bei Fragen schreien soll, in Frieden. Toll fand ich, dass dies viel weniger aufgesetzt herüberkam, als eigentlich erwartet. Trotz der tollen Shops wollte der Einkaufswahn irgendwie nicht aufkommen und nach dem gestrigen Gewaltmarsch taten einem bereits nach kürzester Zeit die Füße weh. So beschlossen wir, nach einem abschließenden Besuch bei den „Urban Outfitters“ (sehr coole Kette, wie ich finde) eine kleine Kaffeepause zu machen. Schnell den nächsten Starbucks gesucht und ab zurück zum Union Square, wo man es sich gemütlich machen konnte. Während unsere Akkus dank der Sonne langsam wieder aufgeladen wurden, beschlossen wir unseren Plan zu ändern und noch mal nach Chinatown zu gehen. Meine Freundin hatte hier am Vortag eine schicke Tasche gesehen, die nun nach längerem Überlegen doch erstanden werden sollte. Der Besuch sollte nur kurz sein, denn unsere Nasen führten uns Richtung Financial Destrict, wo ich persönlich mal einen Blick auf die Hochhäuser aus der Mäuseperspektive wagen wollte. So gingen wir an der Trans-Amerika Pyramide vorbei und landeten schließlich am Embarcadero Plaza mit dem gegenüberliegendem Ferry Building.
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[FONT=Arial, sans-serif]
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(Trans-America-Pyramide)




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[FONT=Arial, sans-serif]
(Ferry Building)
[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]
[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Kurz entschlossen besichtigten wir das Gebäude und setzten uns schließlich auf eine Bank auf der Rückseite. Von hier eröffnet sich ein toller Blick auf die Bay Bridge und auf sämtliche dahin schwimmende größere und kleinere Schiffchen. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, beschlossen wir uns auch satt essen zu wollen und fanden bei „Noahs Bagels“ einen Platz. Mahlzeit![/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]

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(Bay Bridge)



[FONT=Arial, sans-serif]Nachdem wir in Ruhe gegessen hatten, wollten wir uns nun zum Golden Gate Park aufmachen um dort ein wenig Luft zu schnuppern. Da wir quasi direkt an einer Bushaltestelle saßen und auch noch ein Bus der Linie 71 vorfuhr, stiegen wir ein. Nach einer kurzen Nachfrage ob er uns zum Golden Gate Park bringen würde, winkte er uns durch. Zahlen? Ticketautomat kaput! So durften wir das Verkehrsmittel nun gratis benutzen. Da wir mehr oder weniger die komplette Market Street hinunter gefahren sind, konnten wir noch so manch sehenswertes erblicken. Auch die kurze Fahrt durch die Haight Street mit vielen, kleinen Läden war interessant. Wir verließen unseren Bus auf Höhe der 9th Ave. und besuchten den angrenzenden Botanischen Garten. Leider zog etwas Nebel auf und so strahlte die Sonne nicht mehr in voller Stärke. Der Park war trotzdem schön angelegt und kleine Schilder wiesen die Herkünfte der ansehnlichen Flora aus. Unser Spaziergang brachte uns dann am de Young Museum vorbei, wo gerade ägyptische Geschichte ein Thema war. Auch die California Academy of Science war in Sichtweite. Zeit zur Besichtigung hatten wir freilich nicht mehr und so folgten wir einem Waldweg bis zum Park Presidio Blvd, welcher gleichzeitig der Hwy No.1 war, welchen wir in Kürze ausgiebig kennenlernen sollten. An der Kreuzung zur Fulton Street erwischten wir einen Elektrobus, der uns dann für 2 Dollar pro Nase zurück zur Market Ecke Powell brachte. Da es mittlerweile wieder Abend war, beschlossen wir nochmals das Westfield Center zu betreten und wie am Vorabend dort etwas zu essen. Im Gegensatz zum Vortag stand die Auswahl bereits fest und so bestellte meine Freundin einen Crêpe und ich gönnte mir mexikanische Borritos von „Andalé“. Nachdem ich mein Essen bestellt und bezahlt hatte drückte mir der Kassierer einen Eishockeypuck-ähnlichen Gegenstand in die Hand. Verdutzt schaute ich den Kerl an. Anhand meiner Reaktion begann er mir nun zu erklären, dass dies quasi ein Melder sei, der dann blinkt, wenn das Essen fertig ist und ich mich entsprechend so lange hinsetzten könne. Gesagt, getan und so traf ich meine Freundin mit einem weiteren Puck in der Hand an einem der Tische. Irgendwie mussten wir beide lachen. Einige Minuten weiter blinkten die Scheiben dann wie verrückt und der Verkäufer präsentierte mir stolz den fertigen Teller. Wir aßen in Ruhe auf und machten uns dann langsam wieder auf die Socken um heimzukehren. Der Versuch etwas Fernsehen zu schauen gelang heute schon besser und doch schliefen wir erneut recht früh ein…[/FONT]
 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #9
TAG 4 : Die Schleife beginnt – „The way to Monterey“ (Dienstag 22.09.09)

Ein bisschen Wehmut kam beim morgendlichen Blick aus dem Hotelfenster auf, denn obwohl man genau wusste, dass man immer noch am Anfang der eigentliche Reise stand, hatte man sich nun innerlich von San Francisco zu verabschieden und so genoss ich die morgendlichen Eindrücke und verfolgte das Gewusel auf der Straße. Nach dem Frühstück ging es dann ans Packen. Sämtliches Zeugs, was sich an den vergangenen beiden Tagen durch das Hotelzimmer verteilt hatte, wurde eingepackt und einige Zeit später standen wir voller Tatendrang in der Hotellobby. Unseren Mietwagen sollten wir laut Plan gegen 11:00 Uhr übernehmen, allerdings hatte ich im Vorfeld gehört, dass man den Wagen auch früher bekommen würde. Da wir außerdem einen Extratag gebucht hatten, um nicht bereits vormittags den Wagen wieder abgeben zu müssen, war die Übernahmezeit völlig Schnuppe. Unser Wagen kam von Alamo, unsere Station war die berühmt-berüchtigte an der Bushstreet. Unser Gepäck verblieb zur Abholung im Zimmer und so liefen wir die drei oder vier Blocks zur Bushstreet hinauf. Dort angekommen reihten wir uns in der Schlange ein. Aufgrund der Tatsache, dass ich bereits wusste was auf mich zukam und aufgrund der weiteren Tatsache, dass ich Urlaub hatte, beschloss ich mich nicht aufzuregen. Völlig entspannt schaute ich mir das Treiben an und obwohl wir knapp 45 Minuten zu warten hatten, machten die beiden Herren an der Theke einen guten und abgeklärten Job. Auch wenn ein Pärchen etwas länger warten musste (wahrscheinlich war das Auto ein Exot), schien alles sehr flüssig zu laufen. Nachdem die Schlange hinter uns immer länger wurde, begann eine zusätzliche Mitarbeiterin mit der Aufnahme der persönlichen Daten der Leute hinter uns, um den Prozess am Schalter zu beschleunigen. Schließlich waren wir an der Reihe und nachdem uns der Zwillingsbruder von Rainer „Calli“ Calmund begrüßt hatte, startete er auch gleich mit seiner Arbeit. Störrisch tippte er auf seiner Tastatur herum und als er alle nötigen Daten eingegeben hatte, folgte die obligatorische Frage, ob wir mit der gewählten Größe des Autos zufrieden sein würden oder ob wir ein größeres haben wollten. Wir sagten, dass die Größe OK wäre und er stellte keine weiteren Fragen mehr. Anschließend nahm Calli sein Funkgerät und quakte hinein. Der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung versuchte dann dreimal das Kennzeichen des ausgewählten Wagens durchzugeben, jedoch war der Gute kaum zu verstehen. Beim vierten Versuch und mit einem heftigen Augenrollen seitens Calli gelang es dann. Freudestrahlend beschrieb uns Herr Calmund noch den Weg in die Garage. Dort angekommen kam sogleich ein Mitarbeiter auf uns zu und Sekunden später stand unser roter Flitzer vor uns. „Ein bisschen klein ist er ja schon!“, dachte ich mir, doch auf den zweiten Blick wirkte der schnuckelige Pontiac recht sportlich und wenn man die Rücksitze umklappen würde, wäre das Verstauen unserer Koffer kein Problem. Also einmal um unseren GT Vibe herumgelaufen und bis auf einige Gebrauchspuren und diverses, totes Getier an der Stoßstange (trotz vorheriger Wäsche), war alles im grünen Bereich. Auch die Meilenzahl von rund 20.000 war recht erträglich und so fuhren wir dann aus der Garage heraus. Schon beim ersten Antippen des Gaspedals wurde mir bewusst, wie sportlich das Fahrzeug war (geschätzte 150-160 PS), denn ehe wir uns versahen waren wir auch schon mitten auf der Straße. Es dauerte zwei, drei Blocks, bis ich das Fahrzeug so einigermaßen unter Kontrolle hatte und meine Freundin ihre etwas verkrampfte Haltung lockerte. Schlauerweise hatten wir unser Navigationsgerät „Uschi 2.0“ im Hotel gelassen und so mussten wir schauen wie wir klar kamen. Eigentlich kein Problem, wenn wir nicht die „eine“ Straße verpasst hätten. Die Strafe folgte auf dem Fuße und so kreisten wir zweimal um einen Block ehe wir in die richtige Abzweigung einbogen und vor dem Hotel landeten. Hoch, auschecken, einpacken und raus aus der Stadt.






(Unser Freund für 3 Wochen - Der rote Flitzer)








(Irgendwo am Streckenrand)




Der heutige Abschnitt unserer Reise war quasi zum warm werden gedacht, denn die rund 200 Tageskilometer waren keine große Aufgabe. Wir fuhren südwestlich aus San Francisco heraus und bahnten uns unseren Weg an der Half Moon Bay vorbei via Hwy No.1 Richtung Monterey. Auch wenn der obere Teil der berühmten Küstenstraße nicht so spektakulär ist, macht es eine Menge Spaß dem Wasser zu folgen und zwischendurch einfach mal anzuhalten um sich umzusehen. Auf dem Weg lag dann auch unser erster, amerikanische Supermarkt. Es war ein Safeway und wir schnupperten etwas durch die Gänge. Nachdem wir uns einige Getränke und Essen für den Abend ausgesucht hatten, kauften wir noch eine Styropor-Kühlbox für sensationelle 3,00 $. Das passende Eis gab es direkt dazu. Da wir mittlerweile ein ordentliches Hungergefühl hatten, entschlossen wir uns bei einem Burger King Restaurant zu speisen. Gegen frühen Nachmittag erreichten wir dann unser Tageszwischenziel Santa Cruz. Der alte Ferienort bietet als seine Hauptattraktion eine Art Kirmesplatz am Strand mit einer uralten Holzachterbahn (Giant Dipper) aus dem Jahr 1926. Wir parkten unser Fahrzeug in einer Nebenstraße und liefen zum Strand. Nur wenige Besucher aalten sich in der Sonne und auch die Fahrgeschäfte waren nicht in Betrieb. Offensichtlich war mehr am Abend los, oder es war keine Saison. Wir nutzen unsere Zeit dennoch und wanderten ein paar Meter den Strand entlang. Brrr, das Wasser war ordentlich kalt, dennoch hätte man hier einen schönen Strandtag einlegen können. Nach unserem Spaziergang schauten wir uns nochmals kurz am „Beach Boardwalk“ um, ehe wir dann weiterfuhren.







(Santa Cruz - Beachwalk)



Der Weg von Santa Cruz nach Monterey war nun nicht mehr weit und so kamen wir nach kurzer Fahrt am Hotel an. Gebucht war das frisch renovierte Abrego Hotel auf der gleichnamigen Straße. Nach dem Check-in betraten wir unser geräumiges Zimmer und neben einem schicken Plasma-Fernseher gab es ein neues Bad, einen ordentlichen Kühlschrank und eine Kaffeemaschine zu bestaunen. In der Ecke war ein Kamin installiert. Eine kostenlose Wifi-Verbindung stand ebenfalls zur Verfügung. Das Hotel (hotelabrego.com) machte einen insgesamt sehr angenehmen Eindruck und wir beiden würden hier definitiv noch einmal übernachten wollen. Nachdem wir unsere Koffer aus dem Auto geholt hatten, fuhren wir nochmals Richtung Cannery, um dort noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Straße wirkte gänzlich unspektakulär. Hier ein Restaurant, dort ein Gift-Shop oder eine Boutique. Offensichtlich war auch hier keine Saison mehr, denn die Straße wirkte wie ausgestorben. Als Nebel aufzog und wir das Monterey Aquarium erreicht hatten, beschlossen wir umzudrehen und zum Hotel zurückzufahren, da es deutlich kälter wurde.







(Monterey - Haus an der Cannery)



Bei der Fernsehshow „The biggest Looser“ (bekannt auch aus dem deutschen TV) ließen wir den Tag schließlich ausklingen und hatten noch keine Ahnung, dass der nächste Morgen mit einem bösen Schock beginnen würde…




 
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california0704
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #10
Habe mich auch noch hinten eingereiht und bin seeeehhr gespannt, wie es weitergeht ;) :laugh:

Mehr davon bitte!!
 
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Gast43193
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #11
Hallo,

schliesse mich an - dein Bericht ist bislang herrlich - so schön geschrieben - so humorvoll - biiiiiiitte mehr davon. :biggrin:

Gruß Justmyself
 
Makewood
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #12
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 5

Und schwuppdiwupp weiter...


[FONT=Arial, sans-serif]TAG 5 : Der Highway No.1 – Monterey – San Luis Obispo[/FONT][FONT=Arial, sans-serif] (23.09.09)[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Gegen acht schellte der Wecker und erstmals wehrte sich der Körper gegen das Aufstehen. Wir ließen keine Ausreden gelten und machten uns trotzdem abreisefertig. Heute stand die rund 200 km lange, zweite Etappe auf dem Plan. Der Weg sollte uns von Monterey via Carmel und Big Sur bis nach Morro Bay führen, ehe wir unser Ziel, San Luis Obispo erreichen sollten. Zunächst wollten wir aber erstmal unser Frühstück erreichen und deshalb gingen wir zum Nebenraum der Lobby. Wie schon in San Francisco hatte man die Möglichkeit für ein paar Dollar zusätzlich auf warmes Essen zurückzugreifen. Wir blieben bei unserem kalten Continental Breakfast und nutzten das bereitstehende Buffet. Es war nicht außergewöhnlich, aber wohl sortiert und angemessen. Auch hier gab es Früchte, sowie Toast, Müsli, Muffins und Cookies, Marmelade, Frischkäse und und und. Nachdem wir uns satt gegessen hatten, machten wir uns noch einmal kurz auf den Weg ins Zimmer.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Schnell die letzten Fetzen eingepackt, elegant die Koffer nach unten gehievt, fröhlich über den Parkplatz geschlendert und dann? Deutlich steigender Blutdruck! Meine Freundin hockte vor unserem roten Flitzer und kratzte sich den Kopf. Auf die mehr rhetorische Frage ob die Delle bereits am Vorabend im Fahrzeug gewesen sei, antwortete ich mit einem Kopfschütteln. Irgendein Vollpfosten hatte es geschafft so ein- oder auszuparken, dass er schön an der hinteren Stoßstange seitlich einen dicken Kratzer hinterlassen hat. Von dem anderen Auto fehlte natürlich jede Spur und so stieg mein Blutdruck lustig weiter. Eine Nachfrage bei der Hotelrezeption ob jemand einen Crash gemeldet hätte blieb ergebnislos. Verzweifelt überlegten wir nun was zu tun ist und fragten deshalb nochmals bei der Rezeption nach. Zunächst einmal wurde der Manager gerufen und dieser erklärte uns dann, dass ein Anruf bei der Leihfirma reichen sollte. Auf die Polizei, könne man schon mal einen Tag lang warten, da derartige Fälle ganz am Ende der To-Do-Liste behandelt werden würden (schön, dass es auch hier Parallelen zu Deutschland gibt). Netterweise bot er uns an von seinem Büro aus bei Alamo anzurufen. Das Angebot nahmen wir dankend an und so wählte ich die Hotline der Autovermietung. Eine freundliche Dame nahm die Daten auf und ließ sich alles erklären. Die Nachfrage ob wir die Polizei einschalten sollten (eine zweite Meinung kann nie Schaden) wurde verneint und so bekamen wir eine Schadensnummer und das war es dann. Mit einem „Take care“ wurde man schließlich verabschiedet. Meine Freundin schaute mich fragend and und ich bestätigte: „Das ist alles!“[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Beim verlassen der Lobby bedankten wir uns nochmals artig beim hilfreichen Personal und schlichen mit gesenkten Köpfen zu unserem angedötschten roten Flitzer. Zweiter Tag Mietauto und direkt sowas. Aber wie heißt es so schön? Shit happens und deswegen beschlossen wir uns nicht mehr weiter zu ärgern.
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(Au weia! Die Schramme im Flitzer)

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[FONT=Arial, sans-serif]Durch die Autoaktion hatten wir nun natürlich einiges an Zeit verloren und so entschlossen wir uns auf die Fahrt durch den 17-Mile-Drive zu verzichten und Uschi beizubringen andere Ziele anzufahren. So führte uns unser erster Weg nach Carmel und dort zu einer kleinen Missionskirche mit dem Namen „[/FONT][FONT=Arial, sans-serif]San Carlos Borromeo del Rio Carmelo“. Da wir nicht sehr viel Zeit eingeplant hatten, schauten wir uns die Kirche lediglich von außen an und ersparten uns so den Eintritt von $ 6,50. Entsprechend schnell fuhren wir weiter, besuchten kurz einen Supermarkt um unsere „Icebox“ wieder zu füllen und tankten schließlich das Auto voll. Tanken! Ein Thema für sich. Obwohl ich eigentlich vorher wusste was auf mich zukam, kam alles irgendwie doch anders. Bei der Premiere an diesem Tag versuchte ich erstmal krampfhaft den Tankdeckel zu öffnen. Woher sollte ich wissen, dass es einen Indoor-Knopf gibt. Herjeh war das peinlich. Nachdem sich jemand vom Personal erbarmt hatte zu helfen, blieb er sicherheitshalber gleich stehen und leitete weiter an. Kreditkarte, rein, Zipcode rein, autorisiert, Nozzle hoch und ab dafür. Als ich fertig war und eigentlich schon gehen wollte, machte mich der Tankwart dann darauf aufmerksam, dass ich noch zahlen sollte. Also bin ich rein und hab, wie in Deutschland nachher gezahlt. Während unserer Rundreise wurden wir mit allen unterschiedlichen Möglichkeiten konfrontiert. Bei großen Tankstellen an der Interstate oder an Einkaufszentren, konnte man in der Regel direkt mit der Kreditkarte an den Säulen bezahlen (Ausnahme Chevron und Shell, da hier der ZIP-Code nicht wollte), ansonsten musste man die Karte hinterlegen (es hat niemand irgendwelchen Unfug mit der Karte getrieben) oder sich vorher den Betrag abbuchen und hinterher gutschreiben lassen (war mir auf Dauer zu nervig). Alles kein Ding. Überall mussten die Quittungen unterschrieben werden, so dass kaum Spielraum für unbefugte Nutzungen gegeben waren. Die Preise waren sehr unterschiedlich. Günstig war es in Arizona und richtig teuer (nur geguckt, nicht getankt) am Yosemite, wo mal eben 50% aufgeschlagen wurden. Unser Autochen hatte einen recht kleinen Tank und so waren wir mit 30 $ (rund 22 €) pro Tankfüllung dabei. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Genug getankt! Unser Weg war nun das Ziel und so fuhren wir den Hwy.1 weiter Richtung Süden und somit langsam auf den interessantesten Abschnitt der Straße.
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(Bixby Bridge mit Nebelbank)








(Entlang der Strecke -Hwy 1)

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[FONT=Arial, sans-serif]Besonders bizarr war der Nebel, der wie eine weiße Decke auf dem Meer lag. Fuhr man unten, sah man das Meer und die Schwaden zogen an einem vorbei, fuhr man am oberen Rand konnte man auf den weißen Teppich herabblicken. Ein herrlicher Anblick. Auch an der Bixby Bridge klebte der Nebel und so war der Blick leider etwas getrübt. Meine Freundin hatte sich zum Beine vertreten den Julia Pfeiffer State Park ausgesucht, wo wir anhielten und einen kleinen Spaziergang machten. Der Weg führte uns zu einem Wasserfall am Strand, der zwar recht „dünn“ trotzdem aber interessant war. Nach rund einer Stunde beendeten wir unseren Rundmarsch und legten eine kurze Müsliriegelpause am Auto ein. Gestärkt ging es dann wieder auf die Strecke. Ein Phänomen war die auffällige Zahl von Mustangs auf der Straße (wahrscheinlich alles deutsche Touristen), die ich irgendwann aufgehört habe zu zählen. Es müssen 50 oder 60 gewesen sein. Definitiv mehr Seeelefanten als Mustangs bekamen wir dann in der nähe vom Hearst-Castle zu sehen. Schon Wahnsinn diese Ungetümer mal in freier Wildbahn erblicken zu dürfen. Sonderlich stören ließen sie sich nicht und so lagen sie rum oder rauften und brüllten.
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[FONT=Arial, sans-serif](Julia Pfeiffer State Park)[/FONT]






(Seeelefanten in freier Wildbahn)



[FONT=Arial, sans-serif]Vorletztes Tagesziel war nun noch Morro Bay, wo ich ursprünglich vorhatte ein Eis mit Ausblick auf den Felsen zu genießen, leider sah man weder Felsen noch Eis, da der Nebel an dieser Stelle sehr dicht war und so entschlossen wir uns zu unserem Tagesziel zu fahren. Kaum hatten wir die Grenzen Morro Bays verlassen strahlte die Sonne wie verrückt. Suspekt! Unser Hotel war das „Best Western Royal Oak Hotel“ in San Luis Obispo. Ein typisches Roadhotel, wo viele Durchreisende halt machten. Das Zimmer war etwas älter, jedoch gepflegt und sauber. Gegenüber dem Hotel lag direkt ein größeres Einkaufszentrum und ringsum diverse Fast-Food-Ketten, so dass wir kaum Probleme mit der Verpflegung hatten. Dennys stand auf dem Plan und so aßen wir dort unser Abendessen. Anschließend machten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang (Diese Nachos mit Hackfleischsauce sind mal der Knaller! Aber mächtig) ehe wir uns auf dem Weg zurück zum Hotel machten.




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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #13
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 6 Teil 1

[FONT=Arial, sans-serif]TAG 6 : „The Big Orange“ zum anfassen – San Luis Obispo –> Hollywood (24.09.09)[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Unausgeschlafen und früh quälten wir uns aus den Federn, doch das zeitige Erwachen hatte seinen Sinn, denn es standen rund 350 km auf dem Programm und falls wir früh dran sein würden, noch Hollywood. Voller Vorfreude „genossen“ wir das Frühstück von Plastiktellern und aus Styroporbechern. Im Vergleich zu den bisherigen morgendlichen Nahrungsaufnahmen, war es das schlechteste, dennoch gab es - wie eigentlich überall alles Angebotene in ausreichender Form und so aßen wir uns satt. Nach der Schlüsselabgabe sattelten wir unser rotes Pferd und ritten los. Zunächst via 101, dann via Hwy. 1. So ließen wir Pismo Beach und Lompoc hinter uns und fuhren Richtung Santa Barbara, wo wir unseren ersten Stopp machen wollten. Die Natur neben der Strecke hatte sich unlängst verändert und manchmal konnte man bereits die Ausmaße des Landes erahnen. Gerade diese scheinbar endlos langen Straßen und teilweise nicht enden wollenden Weiten faszinierten. Beeindruckt von den gebotenen Ansichten genossen wir die Fahrt und fragten uns wie es wohl erst in Arizona oder Utah sein mochte.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Unser Ziel in Santa Barbara war der neu gestaltete Pier 29, der einige Jahre zuvor einem großen Feuer zum Opfer fiel. Auf einer Mischung von Holz und Beton erstreckte sich der Pier in den Pazifik und am Ende der Planken waren diverse Restaurants und Souvenir Shops errichtet worden. Wir sahen uns etwas um, gönnten uns einen Kaffee und schauten ein wenig in die Ferne. Irgendwie ein gemütliches Plätzchen dieser Pier.
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(Santa Monica Pier)


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[FONT=Arial, sans-serif]Bevor wir nun weiterfuhren, bewegten wir uns noch ein wenig und liefen die Strandpromenade entlang. Der Tag wurde nun immer spannender, denn bekannte Orte warfen ihren großen Schatten voraus und so passierten wir zunächst Ventura und Oxnard, wo wir unsere Mittags- und Tankpause einlegten, bevor wir anschließend an der Küste entlang, an Malibu vorbei, bis nach Santa Monica fuhren. Zwar hielten wir nicht an, konnten aber viele der mächtigen Anwesen vom Auto aus sehen. Am Strand sahen wir Surfer und Badegäste, auf der Straße das Verkehrschaos und an den Bergen entlang Villen, halbe Schlösser und Prunkbauten.
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(Streckenimpression)



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[FONT=Arial, sans-serif]Kurz vor Santa Monica führte uns Uschi dann auf die Interstate 10 und später via 405 und 101 nach West Hollywood, wo an der Vineland Ave. unser „Beverly Garland Hotel“ ([/FONT][FONT=Arial, sans-serif]http://www.beverlygarland.com/[/FONT][FONT=Arial, sans-serif]) lag. Mit über 250 Zimmern war der Gebäudekomplex einer der größeren Hotels auf unserer Reise und verfügte sogar über einen eigenen Shuttleservice zu den Universal Studios, die nur einen Steinwurf entfernt lagen. Abgekämpfter als geglaubt schlichen wir zur Rezeption und der freundliche Herr hinter dem Tresen begrüßte uns direkt mit guten Nachrichten. Da die Zimmer unserer Kategorie voll waren, bekamen wir für unsere beiden Übernachtungen ein Upgrade auf eine Suite im siebten Stock. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Bevor wir uns auf den Weg machten, wurden wir noch über die Parkplatzgebühren aufgeklärt (preislich im Rahmen mit 28 $ bei zwei Übernachtungen) und auf meine Frage hin, wie wir am besten nach Hollywood kommen würden, erhielten wir direkt einen Vortrag, eine Wegbeschreibung und einen Parkhaustipp. Perfekt, und so beschlossen wir uns das Zimmer anzuschauen und uns anschließend gen Walk of Fame zu begeben. Der Aufzug brachte uns zu unserm Stockwerk und direkt gegenüber vom Lift lächelte uns unsere Zimmernummer an. Gelächelt haben wir dann auch, als wir das Zimmer betraten, denn der Mann an der Rezeption hatte nicht zuviel versprochen. Vor uns lag ein richtig fettes Zimmer mit zwei getrennten Bädern, einem riesigen Bett und einer separaten Sitzgruppe. Der Fernseher war ein Multimediaentertainer an dem man hätte sogar Konsolenspiele zocken können (wenn man denn Zeit gehabt hätte).
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[FONT=Arial, sans-serif](Unser "kleines" Hotelzimmer)
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[FONT=Arial, sans-serif]
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[FONT=Arial, sans-serif]Leider darf ich mal wieder nicht mehr als 11.000 Zeichen schreiben :frown: Also : CUT !


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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #14
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 6 Teil 2

und schnell weiter...

[FONT=Arial, sans-serif]Sichtlich gut gelaunt machten wir uns hollywoodfertig und düsten sodann auch gleich wieder los. Der Weg war denkbar einfach und so fuhren wir erneut auf die 101 und folgten dem Weg zum Hollywood Blvd. Geparkt wurde in einer Seitenstraße (Orange Drive), direkt neben dem Kodak Theatre und das für ganze 10 $ für den kompletten Abend. Der Parkplatz war übrigens auch noch bewacht. Wir ließen unseren Wagen alleine und gingen die paar Meter zum Boulevard zurück. Dort angekommen drehten wir zunächst eine Runde über den Walk of Fame, bevor wir uns das Kodak Theatre und das Hollywood and Highland Shopping Center anschauen wollten. Hier eine niedergelegte Rose bei Patrick Swayze, dort eine Menschentraube bei Michael Jackson. Schon ein komisches Gefühl über den Gehsteig zu laufen, so erwischte ich mich öfters dabei, wie ich immer wieder versuchte nicht auf die Sterne zu treten (bescheuert!). Als wir dann am „El Capitan Theatre“ vorbeigehen wollten (direkt gegenüber vom Kodak Theatre) hielten uns Security-Bären zurück. Der Grund: Die Weltpremiere von Bruce Willis in „[/FONT][FONT=Arial, sans-serif]Surrogates - Mein zweites Ich“. Also wechselten wir die Straßenseite und nahmen nun erstmal richtig wahr, dass ein riesiger roter Teppich ausgerollt worden war. Hey, vielleicht hatten wir Glück und sahen Hollywood-Stars?
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(Der rote Teppich am El Capitan)

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[FONT=Arial, sans-serif]Da es noch recht hell und früh war und wir aufgrund der entspannten Kameraleute vor Ort nicht mit einer kurzfristigen Ankunft von Stars rechneten, erklommen wir zunächst die dritte Ebene des Hollywood Highland Centers um das obligatorische Hollywood-Sign Foto zu machen. Leider war die oberste Ebene gesperrt und so knubbelte sich eine ganze Menschentraube auf den 10 Metern dieser Ebene. Nachdem das Foto im Kasten war schauten wir uns noch etwas um, aßen gemütlich einen Chickensalat bzw. ein Omelett und bestaunten die Aussicht auf Downtown von der Vorderseite des Gebäudes aus. Da es mittlerweile dämmerte wagten wir einen weiteren Blick auf die Ereignisse am El Capitan und siehe da, es tat sich was. Limousinen fuhren vor und elegant gekleidete Leute stiegen aus. Mag sein das bereits bekannte Schauspieler dabei waren, jedoch nicht so bekannt dass wir sie hätten zuordnen können. Als wir die Straße erreichten folgte dann ein Aufschrei der Menschenmasse, die sich mittlerweile versammelt hatte. Meine Freundin blickte hinüber und machte mich mit einem „Guck mal da!“ auf eine Kameratraube aufmerksam. Und tatsächlich, langsam löste sich Mr. Bruce Willis himself aus der Traube und schritt den roten Teppich ab. Natürlich begleitet von lauten „Bruuuutz“ und „Bruuuuhuuuutz“-Rufen (hier in Lautschrift wiedergegeben) von vornehmlich weiblichen Personen aus der gaffenden Menschenmenge. Kamera raus, Foto geschossen und bitteschön![/FONT]




(Mr. Die Hard - Bruce Willis)
[FONT=Arial, sans-serif]
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[FONT=Arial, sans-serif]Nach einigen Minuten hatten wir genug gesehen und beschlossen deshalb zurück zum Auto zu gehen, da wir noch ein weiteres Tagesziel vor uns hatten. Das hier im Forum oft erwähnte Griffith Observatory stand noch auf dem Programm und da es nun fast dunkel war, konnte die Reise nach oben beginnen. Dumm nur, wenn man sich gänzlich auf Uschi verlässt, Uschi aber im Hotelzimmer liegt und sich die Akkus laden lässt. Zwar war mir die ungefähre Himmelsrichtung bekannt, aber ohne eine Straßenkarte wäre die blinde Anfahrt relativ hoffnungslos gewesen. Glücklicherweise gab es am Kodak Theatre einen Stand mit Prospekten von Hollywood und L.A. und siehe da, auch kleine Straßenkarten. Kurz entschlossen wollten wir das Abenteuer wagen und fragten sicherheitshalber nochmals den schlecht englisch sprechenden Parkplatzwächter nach dem Weg. Wenige Minuten später quälten wir uns durch die vollen Straßen Hollywoods. Die Verkehrssituation schien deutlich angespannt, da der Hollywood Blvd. wegen Bruce gesperrt war. Meine Freundin navigierte uns jedoch sicher Richtung Observatory. Als wir auf die Vermont Ave. einbogen verschärfte sich die Verkehrssituation noch mal zunehmend. Die konnten unmöglich alle zum Observatory wollen, dachte ich mir, doch als plötzlich eine weitere Seitenstraße mit unendlich vielen Autos auf die unsere geführt wurde, begrub ich schon fast alle Hoffnung. Zu Unrecht, wie sich später herausstellte, denn das unterhalb des Observatory liegende Greek Theatre hatte am Abend eine Veranstaltung. Die Schwierigkeit lag nun darin, nicht auf einen Parkplatz für das Theatre geführt zu werden, sondern eine Spur zu finden, die uns zum Observatory brachte. Ein Officer lotste uns dann durch und so fanden wir schließlich den Weg nach oben. Als Liebhaber von nächtlichen Ansichten auf Städte oder sogar auf Industrieanlagen im Ruhrgebiet freute ich mich auf den ersten Blick auf LA von oben. Was soll ich sagen, kein Foto der Welt kann auch nur ansatzweise widerspiegeln wie es sich anfühlt auf L.A. bei Nacht zu schauen. Der Blick ist mit keinem Superlativ zu beschreiben und so kann ich nur ausdrücklich empfehlen selbst dorthin zu fahren um sich das Szenario anzuschauen. Offenstehende Münder sind garantiert! Diese Stadt wirkt durch die Lichter gigantisch und die schnurrgeraden Straßen runden das Gesamtbild zudem noch ab. Bis zum Horizont ist der Lichtschein sichtbar. Nachdem wir ausgiebig geschaut und gestaunt und auch im inneren des Observatories noch das ein oder andere Interessante entdeckt hatten entschieden wir uns zurück ins Hotel zu fahren. Es war für unsere Verhältnisse bereits sehr spät und die Müdigkeit war nicht zu länger zu überspielen. Der Weg zurück war denkbar einfach und so trafen wir gegen rund halb elf am Hotel ein. Ein langer und Ereignisreicher Tag ging zu Ende, doch der nächste sollte folgen. Bestimmt![/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Und hier noch die Aufnahmen vom Griffith Observatory :[/FONT]


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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #15
Jo, wie ich gesagt hatte, oder? Gänsehaut die ganze Zeit bei dem Ausblick. Sollte wirklich niemadn verpassen, wenn er in LA ist.
 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #16
Jo, wie ich gesagt hatte, oder? Gänsehaut die ganze Zeit bei dem Ausblick.
Aber sowas von. Vor allem wirkt die gesamte Atmosphäre dort oben. Ich will nicht zu viel schwärmen, aber wir kamen ja quasi aus dem ganzen Tohuwabohu vom Hollywood Blvd nach oben und waren durch die Stopp-and-Go Fahrerei mal richtig angenervt. Du steigst aus, es ist verhältnismäßig ruhig, es weht ein, bei der Hitze, angenehmes Lüftchen, du blickst das erste mal über die Mauer und bist mal richtig geflasht.
Außerdem steh ich mal richtig auf sowas :twothumbsup:
 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #17
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 7

...auf zur nächsten Runde !

[FONT=Arial, sans-serif]TAG 7 : L.A. Universal (25.09.09)[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Aaaaah, so eine Suite ist schon eine feine Sache. Zwar war das Bett nicht unbedingt schlechter oder besser als in anderen Hotels, aber das Aufwachen in diesem Saal war schon was ganz feines. Erstmal die Glotze auf irgendeinen der 130 Kanäle gestellt, dann die Decke zur Seite, langsam die Füße aus dem Bett, anschließend zum Fenster gewatschelt und vorsichtig die Gardine zur Seite gezogen. Herrlich! Was für eine schöne Autobahn! Und kaum Stau![/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Nachdem auch der letzte Schlaf aus den Augen gepult war und ein wenig Wasser die Lebensgeister geweckt hatte ging es nun weiter zum Tagesordnungspunkt „Frühstück“, wobei gehen der falsche Ansatz war, denn erstmals hatten wir kein Frühstück zugebucht. Schlauerweise hatten wir aber in unserer Icebox noch ein wenig Nahrhaftes verwahrt und so gab es Cookies und Muffins (ich glaube Blaubeere) zur ersten Mahlzeit. Eine tolle Erfindung ist die des „[/FONT][FONT=Arial, sans-serif]complimentary coffees“ (also quasi „Kaffee für Nüsse“) in den Hotelzimmern, der immer wieder meinen Blutdruck auf eine angenehme Höhe zu bringen vermochte. Schnell die kleine Maschine angeschmissen und Minuten später stand das schwarze Gold in Pappbechern auf dem Tisch.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Halbwegs munter, jedoch definitiv gesättigt (man unterschätze niemals die Größe eines Muffins) fuhren wir mit dem Aufzug gen Lobby um rechtzeitig für den Shuttlebus zu den Universal Studios bereit zu stehen.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Kurz vor halb zehn (der Park öffnete um 10 Uhr) fuhr der hoteleigene Fahrer vor und öffnete die Türen seines Busses. Völlig kostenfrei (Trinkgelder zähle ich hier mal nicht zu) kutschierte uns der Fahrer zu den Studios und ein paar Augenblicke später standen wir dann auch schon vor der berühmten Weltkugel und schauten uns das rege Treiben an. Schmunzelnd nahm ich die erste Busgruppe Japaner wahr, die sich im Gänsemarsch Richtung Kasse bewegte. Es sollte nicht die letzte sein.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Auch wir erreichten nach ein paar Schritten die Kasse wo lediglich ein anderes Pärchen vor uns wartete. Drei Minuten später hatten wir unsere Kombi-Flextickets in der Hand, die uns sowohl den Eintritt zu den Universal Studios als auch zu Seaworld San Diego, das wir einige Tage später besuchen wollten, gewährten. Der Preisvorteil lag bei glatten 30$ pro Karte.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Um kurz vor zehn begannen die Pförtner dann mit dem Einlass und da wir ein personalisiertes Ticket hatten (wegen Seaworld), durften wir dann auch gleich mal zum Fingerabdruckscanner. Irgendwie suspekt und doch trotzdem verständlich, denn die 30$ Rabatt pro Ticket können einen schon mal auf falsche Gedanken kommen lassen. Ob der Blick in den Ausweis gereicht hätte? Vielleicht. Aber in den Staaten ist halt alles ein wenig anders und das Persönlichkeitsrecht scheinbar eingeschränkter. Es lebe der gläserne Mensch. Trotzdem gilt: Wer hiermit nicht klar kommt, muss in Bayern wandern gehen. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Zwar waren wir jetzt im Park, durften aber noch nicht zu den Attraktionen durchpreschen. Drei Mitarbeiter versperrten den Durchgang mit Absperrungen und verhinderten so das Durchkommen. Verwirrt schauten sich die Leute um, doch der als Polizist verkleidete Parkmitarbeiter kannte keine Gnade. Dann ging das Schauspiel los. Es knarrte und kratzte in den Boxen und es folgte die inszenierte Durchsage des Parkverwalters. Der Herr schien kein Erbarmen zu kennen und freute sich alle Gäste begrüßen zu dürfen. Kaum hatte der „Boss“ ausgesprochen übernahm eine Parkmitarbeiterin das Kommando. Alle die zunächst die Studio-Tour machen wollten, sollten ihr nun folgen. Hypnotisiert tänzelten die Besucher über die nun freigegebene Straße, der sportlichen Dame hinterher. Von langer Hand geplant machten wir es den anderen nach und folgten der Masse. Kaum zwei Minuten später standen wir am Eingang zur Studiotour und erfreulicherweise hatte sich noch keine Schlange gebildet. Als wir die Eingangstür zu den Wagen passierten stieß mich meine Freundin an und deutete auf zwei freie Plätze im zweiten Wagen der ersten Tour. Natürlich noch außen und so nahmen wir mit einer „Gimme five“-Geste demonstrativ Platz. Die Tour startete und uns erwartete eine perfekte Show mit einem perfekten Moderator im ersten Wagen. In Bester Prime-Time-Nachrichtensprechermanier philosophierte der Guide über alles Wissenswerte im Park und versuchte sein ebenfalls vorhandenes Comedy-Talent raushängen zu lassen. Gut gemachte Shows und einstudierte Dinge, die nicht wirklich einstudiert wirken, beeindrucken immer wieder und so war ich von der Studiotour restlos begeistert. Filmkulissen, einstürzende Brücken, Dinosaurier, Haie, eine Flutwelle, das Bates Hotel aus dem Film Psycho, ein abgestürztes Flugzeug und dazu süffisante Kommentare in Einspielern von Whoopie Goldberg. Toll !
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(Action - The Fast and the Furious)









(Einsteigen ! Das Tour-Mobil)

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[FONT=Arial, sans-serif]Nach ca. 45 Minuten war dann alles vorbei. Unser Fahrzeug erreichte den Bahnhof und wir mussten aussteigen. Der Blick auf den Wartebereich bestätigte: Alles richtig gemacht. Überhaupt schien Ende September eine Gute Besuchszeit zu sein, denn eigentlich hatten wir an keiner Stelle des Parks lange Schlangen. Die maximale Wartezeit betrug meist nur 10 Minuten, es sei denn man wartete auf den Beginn einer bestimmten Show. Ein Frontlineticket jedenfalls, war an diesem Tag völlig überflüssig. Flüssig bzw. Flüssigkeit ist das nächste Stichwort. Aufgrund der ernormen Hitze im Park (wie muss es erst im August sein?), hatte man quasi permanent eine Flasche am Hals. Ein besonderes Highlight waren zudem die überall aufgestellten Ventilatoren, die gekühltes Wasser mit Luft vermischten. War einem richtig warm, so konnte man sich an den Geräten mal richtig abkühlen. Nach der Studiotour machten wir uns zunächst auf eine kleine Entdeckungsreise durch den Park und legten unser Programm fest. Bevor wir zum unteren Teil des Parks gehen wollten, nutzte ich einen kurzen Stopp um „Simpsons the Ride 4D“ auszutesten. Meine Freundin ist leider nicht für diese Simulatoren zu begeistern und deshalb ging ich allein. Nach einem kurzen Vorfilm (Sicherheitsanweisungen) ging es dann auch schon los. Einer der besten Simulationen die ich je gesehen hab. Beeindruckend ist weniger das Geschaukel der Gondeln, als mehr die überraschenden Nebeneffekte, so gibt es zwischendurch Wasser von oben (zumindest ein wenig) und jeden Menge Gerüche. Als man an einer riesigen Maggy vorbeifuhr, roch es sogar nach Babypuder. Verrückt!
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(Welcome and Krustyland)


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[FONT=Arial, sans-serif]Nachdem ich durchgeschüttelt aber fasziniert das Simpsons-Spektakel verlassen hatte, fuhren wir mit den Rolltreppen zum unteren Level des Parks. Wir schauten uns Backdraft an und gingen dann zur Special Effects Show, die wirklich sehenswert war. Auch hier beeindruckten die professionellen Showmaster und obwohl die Herrschaften wahrscheinlich oftmals täglich auftraten, wirkte das ganze wirklich lustig und gar nicht aufgesetzt. Interessant war auch der Beginn der Show, denn bevor es richtig losging, fragte die Showmasterin nach der Herkunft der Gäste. Es meldeten sich mehr Nationen als je bei den olympischen Spielen aufgelaufen wären. Nicht zuletzt meine Freundin zeigte sich begeistert von all den unterschiedlichen Völkern, die hier vertreten waren und das machte den Park auch ein wenig aus. Selbst buddhistisch gekleidete Mönche liefen mit gezückten Digitalkameras durch den Park.
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[FONT=Arial, sans-serif](Welthits made by Universal)
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[FONT=Arial, sans-serif]Nachdem wir den Jurassic Park per Wildwasserbahn durchquert hatten, beschlossen wir im angrenzenden Café zu speisen. Man kann sagen was man will, aber die Preise waren im Vergleich zu deutschen Parks sensationell günstig. Ein Getränk hat keine 2$ gekostet und eine komplette Mahlzeit, egal ob Pommes und Burger, oder Nudelteller mit Beilage waren meiste unter 10$ zu haben. Entsprechend voll war natürlich das Restaurant, trotzdem gab es kein Gedrängel. Gesättigt schauten wir uns dann zunächst Waterworld-Show an, ehe wir uns dann um die restlichen „Sehenswürdigkeiten“ des oberen Parks kümmerten. Zum Abschluss des Tages (gegen 16 Uhr hatten wir alle Shows gesehen) ging es dann noch einmal runter zur unteren Parkhälfte. Dort wollte ich als rasanten Abschluss die Indoorachterbahn „The Mummy“ testen. Mein Urteil: Ganz nett, wenn ich aber hätte warten müssen, wäre das Urteil schlechter ausgefallen, da die Reise recht kurz war. Durchgeschüttelt verließen wir dann den Park und schauten uns auf dem City Walk um. Die künstlich errichtete Shopping Mall mit Gift Shops, Restaurants, einem Hard Rock Café und einem großen Kino lud zum bummeln ein. Nach einer knappen Stunde ging es dann zurück zum Pick-up Punkt unseres Shuttle-Busses, der uns direkt zu unserem Hotel zurück brachte.
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(Universal CityWalk)



[FONT=Arial, sans-serif]Doch recht erschlagen beschlossen wir unser Abendbrot im Supermarkt zu erstehen und so fuhren wir mit unserem Auto zum nächsten Center, das nur ein paar Blocks weiter lag. Belegte Brote oder Toast, dazu noch was süßes zum Nachtisch und natürlich eine wunderbar eiskalte Dr. Pepper Cola. Erschöpft schmiedeten wir noch die Pläne für den Folgetag und ließen den Abend mit „America´s Next Top Model“ ausklingen.



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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #18
[FONT=Arial, sans-serif]Doch recht erschlagen beschlossen wir unser Abendbrot im Supermarkt zu erstehen und so fuhren wir mit unserem Auto zum nächsten Center, das nur ein paar Blocks weiter lag. Belegte Brote oder Toast, dazu noch was süßes zum Nachtisch und natürlich eine wunderbar eiskalte Dr. Pepper Cola. Erschöpft schmiedeten wir noch die Pläne für den Folgetag und ließen den Abend mit „America´s Next Top Model“ ausklingen.[/FONT]
Lustig - "America's Next Top Model" haben wir abends auch recht häufig gesehen auf unserem Trip......
 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #19
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 8

Einsteigen, wir fahren weiter...



[FONT=Arial, sans-serif]TAG 8 : Goodbye LA, Hallo San Diego (26.09.09)[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Leider mussten wir uns heute von unserer Suite verabschieden deshalb frühstückten wir etwas wehmütig in unserer Sitzecke. Als Highlight sollte es ein Müsli sein, das wir Tags zuvor bei Ralph’s erstanden hatten, doch dass man hierfür zumindest einen Löffel brauchen würde, war in unserem Plan nicht einkalkuliert. So sah es dann auch etwas unbeholfen aus, als wir versuchten das fertige Müsli aus der Kaffeetasse zu schlürfen. Merke: Beim Besuch der nächsten Fastfoodkette unbedingt einen zusätzlichen Plastiklöffel stibitzen.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Alle Boxen und Koffer waren gepackt, Uschi war aufgeladen und programmiert und auch wir waren fertig zur Abfahrt. Heute sollte es zunächst nach Santa Monica gehen und dann weiter der Küste entlang Richtung San Diego (Long Beach, Huntigton Beach, Oceanside) mit insgesamt rund 270 Tageskilometern. [/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Die Fahrt von Hollywood nach Santa Monica verlief recht staufrei und so waren wir innerhalb kürzester Zeit am Ziel. Geparkt haben wir in einem Parkhaus an der Rückseite der Third Street, wo sich sämtliche Shops befanden. Das ganze sogar noch kostenlos, da die ersten Stunden grundsätzlich frei waren.[/FONT]


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(Riesenrad am Santa Monica Pier)



[FONT=Arial, sans-serif]Bevor wir uns auf der Geschäftsstraße umschauen wollten, gingen wir zunächst zum berühmten Santa Monica Pier und schauten uns das rege Treiben an. Zwar war es noch recht früh an diesem Sonntag, doch sahen sich erste Menschen auf den Holzplanken um. Auch die Fahrgeschäfte waren in Betrieb und so glotzten einige Leute aus dem Riesenrad, während andere schreiend und quiekend mit der Achterbahn unterwegs waren. Der ein oder andere Kindergeburtstag feierte kreischend beim Entenangeln während Oma und Opa ihren wohlverdienten Kaffee schlürften. Wir beendeten den Schlenker über den Pier und warfen noch einen kurzen Blick auf den legendären Muscle Beach. Der ein oder andere Personaltrainer brachte seinen Schützling auf Hochtouren und allein vom Zugucken stand einem der Schweiß auf der Stirn. Frei nach dem Motto: „Sehen und gesehen werden“ räkelten sich Männer wie Frauen herum. Während unsereins bei sportlichen Betätigungen eher ruhigere Orte vorziehen würde, schien es für manche ein besonderer Kick zu sein, sich entsprechend in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Jedem Tierchen sein Pläsierchen![/FONT]


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(Santa Monica Beach)


[FONT=Arial, sans-serif]Nachdem wir genug gesehen hatten gingen wir zur Third Street hinüber, wo es eine schicke, fast schon europäische Fussgängerzone gab. Die Straße war auf eine Länge von knapp 800m gesperrt und neu gestaltet worden. Rechts und links präsentierten sich die uns mittlerweile bekannten Bekleidungsketten und boten wenig neue Eindrücke. Plötzlich nahmen wir eine Menschentraube wahr: offensichtlich gab es dort etwas umsonst. Wir wagten einen kurzen Blick und wie gerufen verteilte ein Promotion-Team Joghurts. Jetzt war der Joghurt an und für sich wenig spektakulär, aber die zugehörigen Plastiklöffel, die wir noch morgens für unser Müsli hätten gebrauchen können, waren nun in unserem Besitz. Wenn das mal kein Zufall war.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Als stolze Plastiklöffelbesitzer verließen wir dann Santa Monica und wurschtelten uns zunächst via Freeway nach Long Beach durch, wo wir uns wieder auf unsere alte Lieblingsstraße den Hwy. 1 machten. Unser Weg führte uns nun die Küste entlang und so durchquerten wir manchen Urlaubsort. Anfangs wirkten die Häuser an der Straße eher schrammelig und auch die Ölpumpen verzerrten die Strandansichten etwas, doch je südlicher wir kamen, umso schöner und nobler wurden die Anlagen und Dörfer. Irgendwann verließen wir den Hwy. 1 und fuhren etwas ins Landesinnere, da unser Hotel am Hotelcircle lag. Offensichtlich hatte man irgendwann mal beschlossen alle bekannten Hotel- oder Motelketten an einer Straße zu platzieren. Unser neues Heim (für zwei Nächte) sollte das „Best Western Seven Seas“ sein und mit der Suite im Hinterkopf checkten wir in einer der schlechteren Hotels unserer Tour ein. Das Zimmer war zwar ohne Frage sauber, jedoch wirkte die Ausstattung abgenutzt und die Einrichtung sehr alt. Zudem war die Hütte sehr klein, so dass wir Probleme hatten unsere vier Koffer entsprechend unterzubringen. Wenigstens die Glotze war neu. Nachdem wir unsere sieben Sachen einigermaßen platziert hatten, fuhren wir gen Downtown. Kostenloses Parken war uns nun nicht mehr vergönnt und so stellten wir unseren Flitzer auf einem kostenpflichtigen Parkplatz (10$ für drei Stunden) am „Gaslamp Quarter“ ab.
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[FONT=Arial, sans-serif](Horton Plaza - Shopping Center)[/FONT]
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[FONT=Arial, sans-serif]Zunächst gingen wir zum Horton Plaza, wo wir uns das Einkaufszentrum und die Fressmeile genauer ansahen. Nachdem wir feudal Pizza und Pasta gespeist hatten (schon lustig diese mexikanischen Inhaber von italienischen Pizzabuden) verließen wir das Einkaufszentrum, das zwar ganz nett, aber nicht spektakulär war und schauten uns im Gaslamp Quarter um. Speziell die 5th Ave. sollte man gesehen haben, denn an beiden Seiten der Straße findet man Bar an Bar und Restaurant an Restaurant. Auf der Straße selbst bewegten sich sämtliche Prollokarren der näheren Umgebung und in den Bars bejubelten die Chargers-Fans ihr Team. Eine durchaus nette Atmosphäre. Nachdem wir die Straße einmal auf- und abgegangen waren, beschlossen wir uns noch kurz das Hafengebiet anzuschauen und landeten mehr zufällig im Embarcadero Marina Park South. Der kleine Park liegt auf der Rückseite des Hafengebietes und bietet einen herrlichen Blick auf einige der Wolkenkratzer. Wir waren pünktlich zum Sonnenuntergang da und genossen die geröteten Farben am Himmel. Einige Angler versuchten am Steg ihr Glück und köderten Fische. Nach einer kleinen Runde durch den Park gingen wir dann zurück zum Auto und fuhren zum Hotel. Es war dunkel und wir hatten einen langen Tag hinter uns, außerdem wartete Shamu, der Killerwal morgen auf uns. Zeit fürs Bett, drum Gute Nacht![/FONT]


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(Marina Park South)





(Abendliche Skyline San Diego's)




 
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  • Wilder Südwesten für Anfänger - Die 21 Tage Schleife Beitrag #20
Wilder Südwesten für Anfänger - Tag 9

So, einen gibt`s noch vor dem Wochenende...

TAG 9 : Schiebt den Wal zurück ins Meer! Seaworld (27.09.09)

Autsch! Allmählich merkte man den ständigen Bettwechsel, denn der Rücken begann zu schmerzen. Noch leicht ermattet starteten wir langsam in den Tag. Wir frühstückten Müsli (diesmal MIT Plastiklöffeln!) aus Plastikbechern und machten uns langsam startklar. Sonnencreme – CHECK, Sonnenbrille – CHECK, Kappe – CHECK, Kamera – CHECK, los geht’s.
Kaum hatten wir den Parkplatz erreicht, war es dann aber auch schon vorbei mit der guten Laune. Der rote Flitzer war von oben bis unten vollgeschissen und plötzlich wurde mir bewusst, wieso Abends kein Auto unter dem Baum geparkt hatte. Offensichtlich hatte die komplette Vogelpopulation San Diegos auf dem Baum genächtigt und dazu ein extremes Darmentleerungsbedürfnis gehabt. Leicht angeekelt stiegen wir ins Auto ein und machten uns auf den Weg nach Seaworld. Erst als wir den Park erreichten und einen Erstreihenparkplatz ergatterten, sank die Empörung langsam. Während wir, rund 30 Minuten vor der eigentlichen Öffnungszeit, den Park betraten, belegte ich die hiesige Vogelwelt nochmals mit einem grausamen Fluch und konzentrierte mich dann auf das Studium des Parkplans. Ähnlich wie in LA durfte man sich zunächst in einem abgetrennten Parkbereich bewegen und kam nicht direkt zu den eigentlichen Attraktionen. Wir beschlossen auf einer der bereitstehenden Bänke zu warten und schauten uns die vorbeilaufenden Menschen an (kann manchmal spannend sein). Um kurz vor zehn hatten wir dann die erste Begegnung der dritten Art, denn pompös ertönte plötzlich die amerikanische Nationalhymne. Damit nicht genug: Ein Großteil der herumstehenden Leute nahm eine marionettenartige Haltung an und trällerte fröhlich mit. Jetzt mag man als deutscher Staatbürger eine etwas andere Einstellung zu seiner Hymne haben, als beispielsweise Engländer oder Franzosen, aber letztendlich (und das wurde mir mittlerweile von manchem ausländischen Staatsbürger bestätigt) gibt es nur ein Land, wo so etwas in dieser Form üblich ist. Fussballländerspiele klammere ich jetzt einfach mal aus. Nichts gegen gesunden Nationalstolz, aber das Schauspiel wirkte schon sehr extrem. Nachdem der letzte Takt aus der Lautsprecheranlage getönt war, traten die Parkmitarbeiter zur Seite und öffneten somit die Durchgänge zu den Attraktionen. Die Massen stürmten los. Zunächst warfen wir einen kurzen Blick auf „The Journey to Atlantis“, eine Wildwasserbahn, in der man auch wild nass werden konnte. Da wir noch keine Lust auf durchnässte Klamotten hatten, verschoben wir unser Vorhaben und machten uns auf den Weg zu den Pinguinen. Die watschelnden Freunde sind immer wieder ein Highlight und als dann noch die Fütterung begann, gab es einiges zu sehen und zu lachen.



(Guten Morgen ! Fütterungszeit bei den Pinguinen)





(Suspekt ! Morgendlicher Spaziergang der Flamingos durch den Park)



In der Folgezeit schauten wir uns dann erst einmal die Aquarien und Tiergehege an.
Shark Encounter, Süßwasseraquarium, Seehunde und so weiter und sofort. Alles in allem ganz nett gemacht, aber keine totale Rakete dabei. Ändern sollte sich das mit der durchaus beeindruckenden Shamu Show „Believe“ in der mehrere Killerwale „groß“ auftrumpften. Die komplette untere Tribüne war innerhalb kürzester Zeit pitsche, patsche nass. In bester Hollywoodmanier zelebrierten die Trainer unter pompöser Musik die Kunststücke und -stückchen der Wale. Natürlich gab es eine allgegenwärtige Heldenmoral, denn einer der Trainer wurde zunächst als kleines Kind gezeigt, wie er erstmals Kontakt zu einem Wal hatte. Für ihn stand fest, er wollte Waltrainer werden. Nur weil er immer fest daran geglaubt hatte, schaffte er es schließlich und als dann zum großen Finale ein vorher ausgewähltes Kind einen der Wale streicheln durfte und außerdem die Halskette des Trainer bekam, endete das Schauspiel mit noch lauterer Musik und noch mehr Tamm-Tamm. Das wirklich Schlimme und Schöne ist, dass man, obwohl diese Story wirklich mies ist, total mitgerissen wird. Die Amis haben einfach ein faible für derartige Inszenierungen und so verließen wir, über uns selbst kopfschüttelnd, die Arena.



(Shamu, Shamu und Shamu !)


Unser nächstes Ziel war das Delfin-Becken. Es war gerade Fütterungszeit und so konnte jeder, der vorher eine Schale Fisch an einem separaten Stand gekauft hatte, selbst Hand anlegen. Mit einer Schale bewaffnet reihten sich die Parkgäste ein und fütterten was das Zeug hielt. Natürlich war das Anfassen der Delfine gestattet und so tätschelten alle auf den Tieren rum. Wir kauften keinen Fisch. Zum einen mochte meine Freundin keinen rohen Fisch anfassen und zum anderen taten mir die Tiere ein wenig leid. Wir beobachteten das Schauspiel noch ein wenig und setzten dann unseren Weg durch den Park fort.



(Bettelten nach Fisch - Flipper und Co.)


Wir besichtigten zunächst die Rochen, die man ebenfalls anfassen durften (ein No-Go in mir bekannten deutschen Aquarien), wanderten bei den Flamingos vorbei, fuhren mit der Bay-Gondelbahn, schauten uns die Eisbären an und genossen die Shows der Seelöwen und der Schosshündchen. Abschließend wagten wir dann die Reise nach Atlantis und stürzten uns in die Tiefe. Insgesamt war der Park einen Besuch wert. Highlight war ohne Zweifel die Shamu-Show aber auch alles andere war durchaus interessant. Die Aquarien fand ich persönlich nicht so toll, was aber an der grundsätzlichen Ausrichtung des Parks gelegen hat. Mehr Abenteuer weniger Wissenschaft. Uns war es letztlich egal und so verließen wir gut gelaunt den Park. Der Nachmittag war noch recht jung und so entschlossen wir uns einen weiteren Programmpunkt anzusteuern. Wir fuhren zum Cabrillo Monument von wo aus man einen herrlichen Blick auf Coronado und Downtown haben sollte. Auf dem Weg zum äußersten Zipfel der Halbinsel landeten wir vor einer Schranke und ein netter Ranger (Militär) begrüßte uns. Für fünf Dollar wäre es uns erlaubt auf das Gelände zu fahren, doch waren unsere Bargeldreserven gänzlich verbraucht. Auf die Frage, ob er auch Kreditkarten nehmen würde, antwortete er mit einem Kopfschütteln und fragte woher wir kommen würden. Ich antwortete: „from Germany“. Der Ranger nickte und winkte uns ohne Zahlung des Eintrittsgeldes durch. Wir bedankten uns höflich und suchten uns einen Parkplatz. Ich behaupte mal: woanders hätte man uns zurückgeschickt.




(Diesiege Aussicht)






(Leuchtturm Gegenüber dem Monument)


Zunächst schauten wir uns am Leuchtturm um und später dann am eigentlichen Monument. Leider war es ein wenig diesig und so konnte man nicht allzu weit gucken. Trotzdem genossen wir die schöne Aussicht. Einzig das laute Motorengebrummel von Coronado, wo offensichtlich ein Autorennen stattfand, störte ein wenig. Mittlerweile war es halb sieben und so entschlossen wir uns einen Supermarkt aufzusuchen um uns etwas Abendbrot und weitere Vorräte zu beschaffen. Bei dem Film „Independence Day“ und einer großen Tüte Dorritos mit Käsedipp ließen wir unseren Aufenthalt in San Diego dann langsam ausklingen.




 
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