Visa,Auswanderung und Einreise Irrtümer

    Diskutiere Visa,Auswanderung und Einreise Irrtümer im USA: Visa und Einreise Forum im Bereich USA Reisen; Hallo, ich lese hier immer wieder den Tip, bei einer Beziehung zu einem US Bürger einfach normal einzureisen und gaaanz zufällig zu heiraten...
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solu
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  • Visa,Auswanderung und Einreise Irrtümer Beitrag #1
Hallo,

ich lese hier immer wieder den Tip, bei einer Beziehung zu einem US Bürger einfach normal einzureisen und gaaanz zufällig zu heiraten. Sicherlich ist das möglich, aber was nicht erwähnt wird ist:

- eine Arbeitserlaubnis dauert dann immernoch mindestens 3Monate nachdem die Papiere beantragt wurden

- eine SSN dauert dann nochmal 4-6 Wochen(kein Gas,Strom,Wasser,Handyvertrag ohne SSN..)

-die Greencard vor Ort dauert insgesamt mindestens ein Jahr

Hmmm, d.h. man muß genug finanzielles Polster (oder reichen Ehegatten) haben um 4-6 Monate zu überbrücken. Die Lebenshaltungskosten sind meiner Meinung nach höher als in Deutschland. Das mag ortsabhängig sein, ich wohnte in Las Vegas, da war es so.

Wer sich einbildet, das man einfach "schwarz" arbeiten gehen kann, der sei gewarnt. Es haben sich sehr,sehr viele Sachen geändert nach 9/11 und die INS ist sehr dahinter. Das endet dann in Abschiebung und Einreisesperre für 15-25Jahre. Auch McDonalds etc stellen nur mit gültigen Papieren ein, vielleicht hat man in der Beziehung in einer ländlichen Gegend bessere Chancen.

Auch die Möglichkeit mit einer US Steuernummer zu arbeiten ist nicht mehr möglich. Das wurde Mitte Dezember letzten Jahres geändert, weil es einfach zu viele getan haben.

Ich finde man kann die Greencard auch überhaupt nicht mit US Citizenship vergleichen. Ein Fehler, und man fliegt raus. Das haben die Amis uns vorraus. Die fackeln nicht lange und der Patriot Act gibt ihnen freie Hand.

Ich habe z.B eine Mexicanerin kennegelernt, sie lebte seit 14Jahren legal in der US, brachte dort 3 Kinder zur Welt, die Kleinste 1,5Jahre, sie wurde von der INS zum Interview geladen, direkt vor Ort verhaftet, und 2 Tage später ausgewiesen. Was aus den Kindern wird, war denen egal. Es würde ein Dokument fehlen, das sie auf der Botschaft, natürlich in Mexico, erhalten könne. Nur ohne dieses Document wäre ihr Aufenthalt nicht legal, somit erhielt sie eine Einreisesperre von 25 (!) Jahren. No kidding! Die Frau hatte keine Zeit irgendetwas zu organisieren, der Vater, ebenfalls Mexicaner, gleiche Papiere. Nie wurde darauf hingewiesen das etwas fehlen würde etc. 14 Jahre lang war alles in Ordnung. Wie kann man 3 Minderjährigen Kindern, alle US Bürger, einfach die Mutter nehmen?

Ich habe in dem Forum einiges gelesen, was ich so nicht für gut heißen kann, die Zeiten sind einfach vorbei.
Bei einer Beziehung zu einem US Bürger holt euch ein Verlobten-visa, das geht in Deutschland relativ schnell, Ihr könnt viel schneller arbeiten und seit gesetzlich auf der sicheren Seite.
Ausländer sind nicht mehr so beliebt in den USA, and die Medien sind sehr manipulierend und einseitig.
Es ist nicht besser in den USA, es ist anders. Manche haben hier einfach falsche Vorstellungen und sollten dies mal in Ruhe überdenken.
Natürlich, wenn man fleißig ist und hart arbeitet, kann man gewiß in den USA mehr erreichen, als in Deutschland. Man sollte allerdings aufpassen, der Ami ist auch, meiner Meinung nach, wesentlich skrupeloser.
Ich wurde z.B als "Terrorist" von einem Arbeitskollegen denunziert.No kidding. Tja, erfolreiche Frauen und Ausländer, darauf können die Herren dort schon mal gar nicht.
Verhaftet, 16Tage Haft und das Gefängnis ist wirklich krass. Ich kenne die deutschen Gefängnisse nicht, aber wie gesagt, Patriot Act, KEINE Rechte.Ich habe mit Sicherheit schon einiges erlebt, aber bin in meinem Leben noch nie so diskriminiert worden. Ein Anruf frei? Haha, man kann im Knast "collect" anrufen, nur die guten Anwälte nehmen keine collect-calls an und man muß erst einmal die Nummern haben. Auskunft kann man auch nicht collect anrufen. Genauso wie Handynummern. Hat man es geschafft durch Essenstausch(nichts ist umsonst und bloß nicht erwischen lassen) vom Mitgefangenen eine Anwaltnummer zu ergattern muß man erst mal die Möglichkeit haben ans Telefon zu kommen. Wir hatten erstmal 48 Stunden lock-up, weil irgendjemand sich tagsüber prügeln mußte. Zu 6 in einer 2,80m mal 4,30m Zelle. Freistehende Toilette.Null Privatsphäre.

Ich könnte hier ewig weitererzählen, aber der Punkt ist, es reichte ein Anruf eines US Bürgers aus um mich in diese Lage zu bringen. Natürlich war das Humbug, aber das interessiert die erst mal überhaupt nicht. Die deutsche Botschaft hat versucht mich zu kontaktieren, Kontakt wurde verwehrt. Ich weiß das nur, da deren Schreiben in meiner FBI Akte ist,welche ich nach mehrern Monaten einsehen konnte. Natürlich stark zensiert (Man schützt mich vor meinen eigenen Daten ...ohne Worte)

Wie gesagt, nicht zu blauäugig in die USA sehen....

Demokratie herscht da nur theoretisch, aber wir wollen ja nicht politisch werden

Gru0

Sonja
 
J
Junebe
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  • Visa,Auswanderung und Einreise Irrtümer Beitrag #2
Hallo Solu,

ich glaube nicht dass die meinsten einen verklärten Blick haben und nicht wissen wie es in USA abgehen kann. MAnche machen extrem gute Erfahrungen, andere eben nicht.

Trotzdem finde ich es gut, dass Du Deine Sicht und Erfahrungen postest  [smiley=04]

Zu der Heirat will ich noch mal folgendes loswerden: Ich weiß ja nicht, ob Du genau diese Erfahrung gemacht hast, die Du da beschreibst(?)... eine ferne Bekannte von mir hat weit über 1 Jahr auf ihr Verlobtenvisum gewartet! Also scheint es da auch gute und schlechte Erfahrungen zu geben.

Und ich nehme mich mal als Beispiel... wenn ich mich in den USA während meines Studiums verliebe, dann geh ich doch bestimmt nicht erst mal zurück  [smiley=07]. Ich denke, das kann auch ein behördlicher Amerikaner verstehen, ob 9/11 oder nicht.
 
S
Semmel
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  • Visa,Auswanderung und Einreise Irrtümer Beitrag #3
Hallo Junebe,

mal ganz abgesehen von dem Papierkram, den ein "Nicht-Touri Aufenthalt" in den USA mit sich bringt (und mit dem man meint, alle seine Pflichten erledigt zu haben) - man sollte die Behoerden und ihre Regeltreue wirklich nicht unterschaetzen!

"... wenn ich mich in den USA während meines Studiums verliebe, dann geh ich doch bestimmt nicht erst mal zurück. Ich denke, das kann auch ein behördlicher Amerikaner verstehen, ob 9/11 oder nicht."

Der behoerdliche Amerikaner "versteht" nicht, er folgt den Vorgaben seines Chefs/ seiner Arbeitsanweisung und damit hat sich's, sonst fliegt er raus. Glaub mir, da ist in den allermeisten Faellen noch nicht mal Raum fuer Diskussion. Das faengt beim Museumswaechter an und hoert bei Migrationsbeamten noch lange nicht auf.

Sonja hat recht: Man sollte die USA nicht zu blauaeugig sehen, vor allem als Deutsch-Europaeer. Big brother IS watching you (was wir so gar nicht gewoehnt sind) und jede Familie, die hier lebt und arbeitet, egal ob Immigrant oder Native, hat sich irgendwann seit 1492 durch den Einwanderungswust durchGEKAEMPFT. Kampf und Konkurrenz sind in den USA Tagesordnung, und Skrupel, jemandem ins Knie zu schiessen gibts nicht, wenn der Schuetze damit naeher an sein Ziel kommt.

Ich will hier kein negatives Bild malen - die USA tickt halt anders und es ist superspannend, aber nicht zu unterschaetzen!!!!

Viele Gruesse

Simone
 
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