Raubritter in Kanada - alle Jahre wieder Teil 1

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  • Raubritter in Kanada - alle Jahre wieder Teil 1 Beitrag #1
TEIL 1
In diversen Foren lese ich, daß sich manche ein Haus oder eine Wohnung in Kanada kaufen wollen.

Ich will mal versuchen, den „Nichtkanadiern“ (den „Wertfeststellungsbescheid“ zu erläutern, d.h. hier in Kanada: „assessment“ genannt, aus der dann die „Property Tax“, also die Grundsteuer ermittelt wird.

Aus der Werbeschrift von BC Assessment:
„Die Sachverständigen setzen allgemein anerkannte Wertfeststellungsverfahren ein und berücksichtigen bei der Schätzung von Immobilien die Daten von Immobilienverkäufen. Alle Marktbedingungen, die sich auf den Wert des Grundstücks auswirken, fliessen in dieses Verfahren ein...“.
„ ... Die Wertfeststellung von Grundeigentum und die entsprechende Steuerveranschlagung erfolgt in zwei Stufen. Zunächst wird der Marktwert der Immobilie zum 1. Juli jeden Jahres geschätzt. Die entsprechenden Bescheide (Assessment Notice) werden Anfang Januar versandt. Daraufhin setzen die Ämter (der Provinz bzw. Gemeinde) im Mai die Steuersätze fest, die auf die geschätzten Immobilienwerte anzuwenden sind, und Sie erhalten einen „Grundsteuerbescheid ... “.
„ ... In der Regel erhöht oder verringert sich der Marktwert Ihres Grundeigentums aufgrund der allgemeinen Fluktuation von Immobilienwerten in Ihrer Wohngegend. Aber es gibt auch andere Gründe. Wurde Ihr Haus beispielsweise renoviert oder erweitert, dann kann es sein, daß der Wert gestiegen ist ...“.
Der Immobilienmarkt schafft und BC Assessment meldet die Immobilienwerte. Es werden alle Anstrengungen unternommen, den Marktwert Ihres Hauses richtig festzustellen. Wir bitten Sie, uns bei der Feststellung des Wertes Ihres Grundeigentums behilflich zu sein, indem Sie zutreffende Angaben darüber machen ...“.
Soweit die „offizielle“ Version.

In meinem Buch habe ich schon ausführlich über die „Gepflogenheiten“ dieser Regelung geschrieben – z.B.,
daß in der Stadt Kelowna (British Columbia, ca. 103.000 Einwohner) die Inflationsrate in den Jahren 1989 bis 2004 sich um 36%, die durchschnittlichen Einkommen in diesen 15 Jahren sich jedoch nur um 30%, aber die „Property Tax“ in dieser Zeit um astronomische 70% gestiegen ist. Die Assessmentaufstellung von 2004 zeigt, daß alle Häuser der Stadt Kelowa einen Wert von 9.8 Billion CAD (das sind 9,8 Milliarden Canadische Dollar – 9,800,000,000 CAD)
Auszug aus meinem Buch – (damit ich’s nicht erneut tippen muß):  
Elektrizität, Gas und Telefon werden vom jeweiligen Anbieter, "provider" zur Verfügung gestellt und je nach Verbrauch dem Endbenutzer belastet.
Die Gemeinde stellt uns die anderen Dienstleistungen zur Verfügung. So zahlen wir für Wasser eine Pauschalgebühr von CAD 160 im Jahr. Andere Gemeinden haben Wasseruhren.
Die "Property Tax Notice" der Gemeinde beinhaltet zusätzliche Dienstleistungen und Steuern für die Gemeindeverwaltung. So zahlt ein 'durchschnittliches Haus' mit einem "typical home value in 2004" von CAD 242,000 in Kelowna CAD 1349 im Jahr nur an Gemeindesteuern, "municipal property tax". Diese Werte für Häuser und Steuern liegen in Nanaimo bei $185,000 / $1360 in Penticton $166,000 / $1106 und in Vernon bei $142,000 / $1780. Die Steigerungsrate zum Vorjahr lag in Nanaimo bei 2.7%, in Kelowna bei 2.2%, in Penticton bei 4.5% und am höchsten in Vernon bei 7.9%.
Die Stadt Kelowna braucht fürs Jahr 2004 CAD 66 Millionen für ihren Haushalt (Steigerung um 6% zum Vorjahr). Ein Teil wird von den Industrieunternehmen und anderen Steuern übernommen. Der Rest (als Beispiel $40,000,000) wird ganz einfach durch alle Grundstücks- und 'Häuslesbesitzer' geteilt und der "Assessment" Wert wird als Faktor verwendet. Teilt man durch die geschätzten 30.000 'durchschnittlichen' Häuser, dann bedeutet das, daß jeder Grundstücksbesitzer im Schnitt CAD 1349 (1333) zahlt, je nach Schätzung der 'appraiser' der eine mehr, der andere weniger.
Fortsetzung : TEIL 2
 
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