Leben in den USA (im Ruhestand)

    Diskutiere Leben in den USA (im Ruhestand) im Leben, Studieren und Arbeiten in den USA Forum im Bereich USA Auswandern; Ich möchte zunächst gerne einen Beitrag von Monika (aus dem Mitglieder-Forum) vorweg einstellen. Ich hoffe, Monika fühlt sich bzw. ihren Beitrag nicht...
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Gast410
Gast
  • Leben in den USA (im Ruhestand) Beitrag #1
Ich möchte zunächst gerne einen Beitrag von Monika (aus dem Mitglieder-Forum) vorweg einstellen. Ich hoffe, Monika fühlt sich bzw. ihren Beitrag nicht mißbraucht. (So ist es nämlich keineswegs beabsichtigt!)

Oooooh ja!
Hallo Christian, was das angeht, ist das wirklich nicht einfach,vor allem in der Neighborhood. Man sieht die Nachbarn garnicht! Die fahren morgens zur Arbeit,das Auto ist weg, die Garage geht automatisch zu, abends kommen sie wieder, die Garage geht wieder hinter ihnen zu, das wars!
Dann diese 1.80 m hohen Zäune für den hinteren Bereich des Hauses,die schützen angeblich die "privacy", aber auch vor Kontakten jeglicher Art! Freundliches Handheben beim Vorbeifahren,höfliches Händeschütteln und "Nice to meet you", und "Excuse me",jedesmal beim Vorbeigehen, weil man einen Zentimeter zu nah rangekommen ist, da haben wir uns ja schnell dran gewöhnt, ist für unseren Geschmack halt alles so oberflächlich, irgendwie nicht wirklich ernst gemeint! Die Jalousien sind auch immer unten, als würde dort gar keiner wohnen. Sind Fenster "offen", steht meistens ein Dodge Stratus, das Auto, das uns hier zur Verfügung steht, oder eine M-Klasse vor der Tür, sicheres Zeichen für deutsche  Mercedes-Kollegen.
Eine Erklärung dafür ist vielleicht,daß viele Amerikaner immer nur einen gewissen Zeitraum in einem Ort wohnen, dann ziehen sie in einen anderen State, so daß es vielleicht garnicht so erstrebenswert ist, sich mit Nachbarn anzufreunden.(Angst vor Einbrechern haben wohl auch viele hier.) Teilt man ein Hobby mit Amerikanern,(Sport oder in meinem Fall singe ich in einem Chor), ist es schon einfacher, eine gemeinsame Basis zu finden für eventuelle Bekanntschaft. Eine Deutsche Familie wohnt jetzt seit 7 Jahren hier, die hat bestätigt, daß man Jahre braucht, eine wirkliche Freundschaft zu bilden.

Was wir auch nie verstanden haben, ist, was immer wieder passiert, wenn man eine Party gibt: Nach zwei Stunden sind alle Amerikanischen Paare weg! Dann haben wir zuerst immer gedacht, hmm, den hat es wohl nicht gefallen bei uns. Nein! Das gilt als unhöflich, wenn man länger bleibt! Also, bei deutschen Gästen kenne ich eher das Problem, sie wieder loszuwerden...... ;D .
Ich habe auch eine Weile gebraucht, zu begreifen, daß, wenn jemand mir gesagt hat: "Wir müssen uns unbedingt wieder treffen, ich lad Dich mal zum Kaffe ein", das nur so eine Floskel war, die zum Smalltalk gehört!
Also, ich habe mich zuerst immer etwas vera..... gefühlt!

Es geht halt nicht, daß man seine angeborenen oder anerzogenen Benimm-Regeln oder Angewohnheiten strikt beibehält, wenn man in einer anderen Kultur leben will! Einfach ablehnen bringts auch nicht, oder wie Obelix immer zu sagen pflegt: Die spinnen,die....., ist auch keine Lösung! Augen auf machen.---- aha, das machen sie hier so---, oh, das geht ja auch,-----ach, so ist das gemeint,----und bloß nicht vergleichen, versuchen, das zu akzeptieren. Weniger Kritik machts viel leichter. Oft fragen mich Amerikaner(innen), wo es mir denn besser gefällt, in Deutschland oder in den USA, und dann antworte ich gerne, daß viele Dinge mir hier und viele Dinge mir in Deutschland besser gefallen.

Es sollte eine Pflicht für jeden sein, mal eine andere Kultur kennenzulernen, denn man könnte soviel voneinander lernen.

Trotzdem muß ich ja immer wieder an Obelix denken..... :P

With kind regards, your Monika.
(Meine) Fortsetzung folgt . . .
 
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Gast410
Gast
  • Leben in den USA (im Ruhestand) Beitrag #2
Fortsetzung:

Ich (besser: meine Frau und ich) kennen und lieben die USA seit einer ganze Reihe von Jahren. Eigentlich gibt es kein anderes Urlaubsziel mehr für uns. Ich möchte allerdings ausdrücklich hervorheben, dass ich die USA - im Unterschied zu Monika und anderen - nur als Tourist kenne.

Daraus ergibt sich naturgemäß schon ein ganz erheblicher Unterschied. Ich möchte meine Erfahrungen nicht mit denjenigen gleichsetzen, die dort auch leben (und arbeiten).

Es ist uns aufgefallen, dass einem die Amerikaner (im Westen ausgeprägter, wie im Osten) wesentlich offener und freundlicher entgegentreten, als das man das hierzulande (leider) gewohnt ist. Natürlich sollte man sich dabei im Klaren sein, dass nicht jede Freundlichkeit "ernst" oder "tiefgreifend" gemeint ist. Vieles daran ist sicher oberflächlich. Wenn ich mir dessen bewußt bin, kann ich damit dennoch besser umgehen, als mit der "Ruppigkeit", Unfreundlichkeit und Anonymität, die in Deutschland - insbes. in den letzten 5-10 Jahren - immer mehr Raum greift.

Ein amerikanischer Tourist würde in einem deutschen Supermarkt kaum erleben, dass er von einem Deutschen auf sein T-Shirt angesprochen wird oder ob man ihm behilflich sein kann. Derartiges ist uns in den Staaten sehr häufig "passiert". Und das hellt das Klima doch sehr auf, wie ich finde.

Wenn man seine hiesigen Zelte (für Jahre oder für immer) abbricht, um drüben zu leben und zu arbeiten, so gehört dazu eine Menge "Mumm", wie ich meine.

Wieviel "Mumm" dazu gehört, ist von vielen individuellen Faktoren abhängig: z.B. Familie und Freunde, (berufliche) Perspektive, zurückzulassendes Eigentum . . .  etc.

Meine Frau und ich spielen schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, unseren Ruhestand (der in ca. 20 Jahren) eintritt, drüben zu verleben. Ich hatte an anderer Stelle bereits geschrieben, dass uns ein kleines Haus im "Wine Country"/Nordkalifornien vorschwebt. Vielleicht versuchen wir uns etwas im Weinbau für den Eigenbedarf? Keiner weis es. Dazu ist es ja auch noch zu lange hin. Deshalb befinden wir uns zurzeit im Stadium der Träumerei (vielleicht: Spinnerei).

Wir könnten uns schon gut vorstellen, das uns das gesamte dortige "Ambiente" besser tut, als das Hiesige.

Was ich mir persönlich auf gar keinen Fall vorstellen kann, ist, aus beruflichen Gründen rüber zu gehen. Dazu ist mein ganz persönliches Verhältnis zur Arbeit bzw.  zum Arbeitgeber über viele Jahre hinweg zu negativ geprägt worden. Ich möchte mir mein "schönes Amerikabild" nicht durch solche, negative Einwirkungen beschädigen lassen. Auch diese Haltung ist sicherlich sehr individuell.

Anyway.

Gibt´s unter Euch jemanden, der seinen Ruhestand drüben verlebt? Falls ja: Hat er/sie Tipps, wie man es machen sollte (und wie nicht)?

Mercí vorab!
 
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Gast410
Gast
  • Leben in den USA (im Ruhestand) Beitrag #3
Sorry. Dies sollte keine weitere Fortsetzung werden.
 
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kawa
Amerika Tourist
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  • Leben in den USA (im Ruhestand) Beitrag #4
Monikas Beitrag klingt nach "Decke faellt mir auf den Kopf in Tuscaloosa".
Wir standen nach beendetem Militaerdienst meines Mannes vor der Entscheidung - Deutschland oder USA. Wir haben es nie bereut. Ganz im Gegenteil. Deutschland hat sich in den letzten Jahren zumindest in meinen Augen zum Nachteil veraendert. Wir koennen uns ueber einen Mangel an Bekannten und Beschaeftigung nicht beklagen. Ganz im Gegenteil, es kann vorkommen, dass wir ein zweisames Wochenende einlegen. In welcher Gegen wollt Ihr Euch niederlassen?
 
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Gast382
Gast
  • Leben in den USA (im Ruhestand) Beitrag #5
Ich denke ihr habt doch alle recht. Aber ist es nicht auch so in Deutschland. Man hat komische Nachbarn und anderen haben solche netten Nachbarn. Das ist doch ueberall so.

Wir reden auch nicht mit den Nachbarn, aber sie sind auch nicht unfreundlich. In Deutschland hatten wir sehr nette Nachbarn und wir hatten sogar gemeinsam etwas unternommen.

Ich denke man kann das nicht fuer alle sagen.
 
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Gast410
Gast
  • Leben in den USA (im Ruhestand) Beitrag #6
Monikas Beitrag klingt nach "Decke faellt mir auf den Kopf in Tuscaloosa".  
Wir standen nach beendetem Militaerdienst meines Mannes vor der Entscheidung - Deutschland oder USA.  Wir haben es nie bereut.  Ganz im Gegenteil.  Deutschland hat sich in den letzten Jahren zumindest in meinen Augen zum Nachteil veraendert. Wir koennen uns ueber einen Mangel an Bekannten und Beschaeftigung nicht beklagen.  Ganz im Gegenteil, es kann vorkommen, dass wir ein zweisames Wochenende einlegen.  In welcher Gegen wollt Ihr Euch niederlassen?
Wenn, dann wohl in Nordkalifornien ("Wine Country", Region Sonoma).

Das sich Deutschland in den letzten 5-10 Jahren zum Nachteil verändert hat, kann ich nur bestätigen!
 
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