Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten

    Diskutiere Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten im Reiseberichte USA Forum im Bereich USA Reisen; Prolog Am Dienstag (25.05) Abend setzte der Flieger wieder in Hamburg auf und schwupp waren 3,5 Wochen Urlaub in Arizona, New Mexico, Colorado und...
Riconelli
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #1
Prolog

Am Dienstag (25.05) Abend setzte der Flieger wieder in Hamburg auf und schwupp waren 3,5 Wochen Urlaub in Arizona, New Mexico, Colorado und Utah vorbei. Und auch dieses Mal werde ich versuchen, hier einen ausführlichen Bericht über die Reise einzustellen. Es wird sicher wie auch beim letzten Mal etwas dauern, aber so what.

Kurz zusammengefasst der Urlaub: Perfekt!!!

Es war der zweite Urlaub im Südwesten der USA, nachdem es letztes Jahr in erster Linie durch Kalifornien ging mit Abstechern nach Arizona und Nevada (Grand Canyon, Las Vegas). Da hatten Petra und ich dann Blut geleckt, so dass ziemlich schnell der Entschluss reifte, auch im Jahr 2010 wieder die USA unsicher zu machen. Nach Abwägung verschiedener Alternativen entschieden wir uns im vergangenen Winter dann erneut für den Südwesten - allerdings sollte es keine Überschneidung zum Urlaub des Jahres 2009 geben.

Tja, und zügig startete dann auch die Vorbereitung - mein ausgeprägter Planungs-Fetisch half mir dabei, schnell die ungefähre Route und die Eckdaten klar zu bekommen. (Natürlich auch durch reichlich Mithilfe aus dem Forum.) Im Januar konnte dann der Flug nach Phoenix gebucht werden und auch an die Übernachtungsmöglichkeiten ging es in der Folge, so dann im März eigentlich alles stand und es quasi losgehene konnte.....

.....wenn es nicht den Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen auf der bankrotten Insel im Nordatlantik gegeben hätte. Der verhagelte einem unmittelbar vor dem Abflug doch etwas die Laune. Schlaflose Nächste waren das, da bis ein paar Tage vor dem Abflug noch nicht klar war, ob alles wie geplant klappen würde. Letztes Jahr die Schweinegrippe, dieses Jahr die Natur. Im Gegensatz zu vielen anderen hatten wir aber Glück und so konnte es am 30.04 morgens losgehen.

Folgende Route führte uns dann 25 Tage durch die Staaten:

30.04 Ankunft Phoenix
01.05 Über den Apache Trail nach Tucson
02.05 Tucson
03.05 Tucscon über Tombstone nach Bisbee
04.05 Von Bisbee zum Wandern ins Chiricahua NM
05.05 Willcox - Whites Sands NM
06.05 Alamogordo – Carlsbad Caverns
07.05 Carlsbad nach Santa Fe
08.05 Santa Fe
09.05 Santa Fe
10.05 Santa Fe – Durango
11.05 Durango
12.05 Durango - Monument Valley
13.05 Monument Valley – Moab
14.05 Moab
15.05 Moab
16.05 Moab – Torrey
17.05 Torrey zum Bryce Canyon
18.05 Bryce Canyon nach Flagstaff
19.05 Flagstaff
20.05 Flagstaff - Sedona
21.05 Sedona
22.05 Sedona - Scottsdale
23.05 Scottsdale
24.05 Rückflug

Da der Mensch ja ein Gewöhnungstäter ist, war die Vorgehensweise im Vorfelde im Prinzip die Gleiche wie im vorjahr. Tripadvisor für die Hotelrecherche, Flug direkt über die Airline und Mietwagen über billiger-mietwagen.de. Laaangweilig, ich weiß. Aber wenn man einmal gut fährt damit,..... Ganz wagemutig habe ich dieses Mal dann aber sogar ein Hotel über Priceline und ein Hotel über Hotwire gebucht. Und trotz der Vorbucherei litt sogar die Flexibilität nicht, da es dieses Mal kurzfristig im Laufe des Urlaubs eine Planänderung gab - dazu aber dann an gegebener Stelle mehr.

Die Reiseführer im Gepäck haben dieses Mal erneut ungefähr die Hälfte des Gewichtes ausgemacht. Eingepackt wurden der Grundmann (Der ganze Südwesten), ein Lonely Planet (Santa Fe, Taos und Albuquerque) und zwei Moon Reiseführer (Utah, Arizona). Darüber hinaus noch ein Schnellhefter in gefühlter Bibel-Dicke mit allerlei Ausdrucken aus dem Internet für die verschiedenen Ziele / Städte / Attraktionen. So konnten zwangsläufig natürlich nur Klamotten für die halbe Zeit eingepackt werden. Und natürlich auch, da ja rechtzeitig zu Beginn der Planungsphase von den meisten Airlines mal eben die Freigepäckgrenze halbiert wurde, was dazu führte, dass wir jeweils mit knapp 22 Kilogramm im Koffer morgens am 30.04 am Schalter von Britih Airways am Flughafen aufschlugen - viel Raum für Shopping war da nicht......

So, das erstmal für den Anfang, mit dem "eigentlichen Bericht" wird es dann so nach und nach weitergehen.....
 
anamaxi
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #2
Hi Riconelli,

das beginnt ja schon sehr vielversprechend und ich bin gespannt wie's weitergeht! :smile: Can't wait.
Einige Eurer Ziele werden wir hoffentlich im August auch besuchen...

lg,

candice
 
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pascalwildi
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #3
Freu mich auf deinen Bericht... :biggrin:
 
Langer
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #4
Hau rein , freue mich schon auf deinen Bericht !!

Gruß

Langer


PS.: Glückwunsch zur 1. Liga !! :smile:
 
MotiSpecial
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #5
Bin schon neugierig, wir haben fast die gleiche Tour 2008 gemacht,
mal sehen welche Erkenntnisse sich decken werden..

Auch von mir Glückwunsch zur 1. Liga,
wir sehen uns dann im Volkspark;)
 
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AmalieTeander
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #6
Freu' mich auch schon auf Deinen Bericht. :smile:

Das eine oder andere Ziel Deiner Reise wollen wir nächstes Jahr nämlich auch ansteuern und da können Tipps noch sehr hilfreich sein...
 
Schikane
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #7
Riconelli
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #8
30.04.2010 – Eyjafjalla hälts Maul....
Warum verdammt noch mal muss so ein Jahr aus ca. 45 Arbeitswochen und nur ein paar Urlaubswochen bestehen? Und warum ist so ein langer Aufenthalt in den USA nur einmal pro Jahr drin? Das dürften die Fragen sein, die mich seit Ende Mai 2009, als wir aus San Francisco zurückgekehrt sind, mit schöner Regelmäßigkeit beschäftigt haben. Aber – zum Glück – hat ja alles Warten irgendwann ein Ende. Und die „heiße Vorbereitungszeit“ (wie war das noch mal mit „deutscher Gründlichkeit“) hält einen zumindest auch auf Trab (von dem Sprichwort „Vorfreude ist die schönste Freude“ halte ich aber immer noch nix….

Nun gut, die unmittelbare Vorbereitungszeit (also die letzten zwei Wochen vor dem Tripp) hat man sich natürlich eh in erster Linie mit Gletschern auf bankrotten Inseln im Nordatlantik, mit Sichtflügen und mit geschlossenen Flughäfen beschäftigt. Wie auch die Schweinegrippe im Vorjahr, ist es doch fantastisch, dass sich immer irgendwas zuträgt, dass einem die Zeit vor dem Urlaub kurzweilig gestaltet. Aber zum Glück hat Eyjafjalla dann ja kurzzeitig seine Klappe gehalten und der Wind hat sein übriges getan, so dass doch zeitig feststand, dass unser Flieger am 30.04 um 11:15 nach Phoenix (über London) abheben würde.

11:15 – perfekte Zeit, da man so fast schon ausschlafen konnte. Eingecheckt wurde 24 h vorher online und so brauchten wir mal nicht in aller Herrgottsfrühe aus den Federn. An guten und tiefen Schlaf war aber irgendwie doch nicht zu denken – so ist das wohl immer vor einem Urlaub. Vielleicht waren wir aber auch einfach nur zu kaputt davon, unsere Habseligkeiten auf je einen Koffer zu verteilen. Letztes Jahr noch entspannt ob der Freigepäckgrenze von 2x23 kg pro Person, war für dieses Jahr die Hälfte angesagt. Und das für 24 Tage. Prostmahlzeit. Okay, man braucht nicht 4 Jacken (zu jeder Hosen / T-Shirt-Kombi eine) und der Lieblingsamboß konnte auch mal zuhause bleiben, so dass es uns tatsächlich gelang, jeweils mit einem Koffer von 21,5 kg auszukommen. Allzuviel Luft für Besorgungen in den Staaten blieb so natürlich nicht. (Ein Glück, dass wir dieses Mal nicht in SFO oder Las Vegas sein würden....)

Morgens frisch geduscht, kurz beim Edeka gewesen und ab in die S-Bahn zum Flughafen. Geht es eigentlich allen anderen auch so, dass man am Ende doch immer viel zu früh da ist??? Bag Drop dauerte ca. 3 Minuten und Sicherheitscheck kaum länger, so dass natürlich wieder mal über 2 h Warten angesagt war. Und schön auch, dass British Airways was dafür tat, dass man noch länger die bequemen Stühle vor dem Gate nutzen konnte – denn es gab ein kleines technisches Problem am Flieger (wenn das man nicht die besten Bedingungen sind, entspannt in ein Flugzeug zu steigen….). Unschön allerdings, dass wir „nur“ ca 2,5 h Aufenthalt in Heathrow hatten und es mittlerweile bereits 11:30 war und an Borden noch nicht zu denken. Aber irgendwann ging es dann doch in den Flieger. Wobei hier wohl mal wieder die schöne Strategie zum Beruhigen der Passagiere angewandt wurde: man tut so, als würde es endlich losgehen und lässt alle einsteigen, damit keiner weiter unruhig fortwährend zum Servicepersonal läuft und fragt, was denn passiert, wenn man seinen Flug verpasst (ich natürlich auch….), nur um dann im Flieger einfach weiter unmotiviert in der ewig gleichen Position am Gate zu verharren. Die Zeit schritt voran und ich sah uns schon ne Nacht in London zwischen übernachten…..

Glücklicherweise ging es dann doch irgendwann los und mir-nichts-dir-nichts waren wir in Heathrow. Schnell die Ellenbogen auf dem Weg aus dem Flieger und zum Sicherheitscheck eingesetzt (die gute deutsche Mentalität….) und gerade rechtzeitig zum Borden am Gate gewesen. Nur um dann im Flieger wieder etwas länger auf den Start zu warten…..


Der Flug? Erträglich. Hatten zu zweit ne Viererreihe und im TV gab es das ein oder andere:
  • Eine Folge Flight of the Concords: Einfach nur zum Brüllen lustig – sollte jeder der das noch nicht kennt, mal testen……
  • Eine Folge Curb your Enthusiasm – und noch mal zum Brüllen: Larry David ist der lustigste Misanthrop unter der Sonne.
  • Crazy Heart: Oscar für Jeff Bridges verdient, Film an sich eher so „okay“
  • Couples Retreat („deutscher Titel“, glaube ich All inclusive): maximal durchschnittliche Hollywood-Komödien-Stangenware. Für’n Flieger schon okay.
Ansonsten: Fressen und nicht-Schlafen-können. Same procedure as every flight. Kurz noch etwas mit dem kurz vorher gekauften GPS bekannt gemacht und schwupp um 17:00 Ortszeit gelandet.

Gefühlt würde ich sagen, es sind gleichzeitig 7 Jumbo-Jets gelandet, die alle durch die Immigration wollten – was zu ner knappen Stunde geführt hat, die wir dort angestanden haben. Irggendwann dann geschafft und ab zu Alamo. „Nein, keine extra Versicherungen.“, „Ja, ich glaube mit nem Misize-SUV schaffen wir es, die „Berge“ um Sedona zu bezwingen“ – und ab in’s Parkhaus zum Aussuchen der Karre. Verschiedene Kias, ein Ford Escape und ein schwarzer Jeep Patriot. Da wir beide genau keine Ahnung von Autos haben, wir der Wagen gewählt, der optisch am meisten her macht – das war der schwarze Patriot. Knappe 4700 Meilen runter und die Reifen sahen auch gut aus. Nehmen wir, nachdem wir mal kurz skeptisch waren, ob der nicht viiiiel zu groß ist (so sind sie die Großstädter ohne eigenes Auto).

Raus und ab Richtung Hotel. Das erste Hotel war ein Embassy Suites Phoenix Airport at 24th Street, gebucht über Priceline für lumpige 47 $. Mittlerweile war es dunkel und ohne Navi hätten wir wohl den Weg nicht gefunden – so aber ging es. Das Hotel gefällt sofort (nur teilweise positive Reviews bei Tripadvisor hatten anderes befürchten lassen) – freundliches Personal, eine nette Anlage mit Pool und Co. Im Innenhof und vor allem eine sehr große Suite, die auch noch sauber und relativ modern ist (IPod-Dockingstation sag ich nur). Kurz niedergelassen und dann knurrt der Magen. Hotel-Restaurant oder noch kurz raus?? Okay, noch kurz raus…..

….und jetzt kann man die ein oder andere nicht so tolle Bewertung auch verstehen. Die Gegend. Ich sag mal Beverly Hills sähe anders aus….. Wir latschen kurz zum 7-11 um die Ecke und begegnen auf dem Hin- und Rückweg so einigen zwielichtigen Gestalten, die man auch bei Tageslicht eher weitläufig umgehen würde. Kurz für uns festgelegt, dass wir bei nem Messer laufen würden (passionierter Jogger ist man ja nicht umsonst) aber bei ner Knarre bereitwillig das Portemonnaie zücken würden. Doch alles läuft ohne sportliche Aktivitäten ab und wir erreichen wohl behalten das Hotel – „bewaffnet“ mit nem gesunden amerikanischen Abendessen aus Dr. Pepper, Chips, einem Schokoriegel und nem Apfel. Mittlerweile ist es schon gegen 21:30, für uns natürlich schon 6:30 am nächsten morgen – deswegen wird nur noch etwas TV geglotzt, gegessen und dann das Licht ausgemacht. Endlich wieder ne Nacht in den Staaten…..
 
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wishmaster
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #9
Bin dabei u. schon gespannt wie die Reise im Detail aussah...
 
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anna-lena2512
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #10
Super! Endlich geht's los!:thumbsup::ami01:
 
Richie
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #11
Hallo Riconelli,

fängt schon mal spitze an, der Schreibstil ist einfach nur genial und unterhaltsam. Bin schon gespannt wie es weitergeht und auf alle Fälle bin ich weiter dabei.

Viele Grüße
Richie
 
kati215
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #12
ich steige auch mit ein ;)
 
Riconelli
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #13
Schön, dass es schon einige Interessierte gibt - dann werde ich doch glatt mal richtig starten:

01.05.2010 – Good Morning Arizona…
Hat eigentlich irgendwer mal die erste Nacht in den Staaten ausgeschlafen??? Da ist man ungefähr 25 Stunden am Stück wach und auf den Beinen, hat einen anstrengenden und unbequemen Flug in der Holz-Klasse hinter sich, ohne auch nur einmal die Augen geschont zu haben und trotzdem signalisiert einem der Körper: Nun mal keine Müdigkeit vorschützen. Dieses Mal war es aber ein neuer Rekord: 3:30 Uhr!!! 5 Stunden Schlaf, mehr war nicht drin. Ich bin so grundsätzlich eher die Prinzessin auf der Erbse und meine Blase zeigt mir des Nachtens auch meistens, was ich mit Altersinkontinenz noch für ein Spaß haben könnte, aber 3:30 Uhr!?!? Irgendwo hört der Spaß auf. Und Petra ratzt gemütlich weiter. Glücklicherweise durch mehrfache Schlafbrillen in tiefster Dunkelheit – was mir die Chance eröffnet, mich schon mal an die Tagesplanung zu machen. Und dann überrascht mich um kurz vor 5:00 Uhr Petra mit Ihrem Wachsein…. Wunder gibt es immer wieder!

Na ja, so kann man morgens schon mal in Ruhe über den weiteren Tagesablauf sprechen und auch zeitig zur heißen Schlacht am kalten Buffet aufschlagen. Und hier eine weitere positive Überraschung: Top Frühstück!!! Zwei Köche, die einem Omelettes und Co nach Wunsch frisch zubereiten und auch ansonsten eine reichhaltige Auswahl. Frisches Oatmeal (man, wie hab ich das vermisst), Obstsalat und diverse Gebäckstücke. So dass wir also gestärkt mit gepackten Sachen die erste Etappe in Angriff nehmen können. Und so geht es ab zu unserem Auto:



Ne, natürlich nicht – hier ist er:



Kam uns der Wagen noch am Vorabend im Parkhaus von Alamo am Flughafen vor wie ein Monstertruck, würde ich mal sagen, dass das Auto am Morgen auf dem Parkplatz des Embassy Suites Hotel der mit Abstand kleinste Wagen war….. Die Amis…. Egal, GPS angebracht und erstmal die wichtigste und wegweisendste erste Station für so eine Rundreise im Südwesten eingegeben: Wal-Mart. Warum? Kühlbox und so’n Windschutz-Scheiben-Sonnenreflexions-Dingens kaufen. Natürlich direkt drauf geachtet, dass der Wal-Mart sich auch auf dem Weg in Richtung Apache Junction befindet, da wir heute über den Apache Trail gen Tucson fahren wollen. Tja, aber auch die neueste Navigationssoftware schützt nicht vor Ladenschließungen (oder evtl. Fehlern in der Software): Gebäude da, Wal-Mart aber nicht. Hm. Zum Glück gibt es noch einen zweiten auf dem Weg (in Mesa) – und dort sind wir erfolgreich und nun kann es endlich richtig losgehen.

Der Apache Trail wurde einem im Vorwege mehrfach als eine der schönsten Straßen im Staate Arizona angepriesen und war auch mit ein Grund, warum wir uns einen Wagen mit High Clearance (zumindest etwas higherer Clearance) angeschafft haben, da ca. 20 Meilen zwischen Tortilla Flat und dem Roosevelt Staudamm ungeteert sind und es hier teilweise abenteuerlich bei ordentlichen Steigungen auf und ab geht. Wie schon mal erwähnt, wir sind beide eher so die Auto-Legastheniker (bei U- und S-Bahnen kenn ich mich aus….), deswegen sollten es dieses Jahr bei unserem zweiten Urlaub im Südwesten auch keine fahrtechnischen Abenteuer auf ramponierten Fels- und Sandwegen sein – ein bisschen Dirt oder Gravel war aber doch geplant. Und da schon zahlreiche Wohnwagen auf dem Apache Trail gesichtet wurden, hatten wir uns den eben ausgesucht. Der Apache Trail startet in Apache Junction (Ost-Rand des Valley of the Sun) und führt dann über Goldfield, Tortilla Flat und Apache Lake nach Roosevelt und dem gleichnamigen Staudamm.

Die erste Station ist mithin Goldfield eine (sehr touristische) Ghosttown am Wegesrand – das wussten wir vorher, deswegen auch keine großen Erwartungen gehabt. Die auch bestätigt wurden. Einige durchaus nett anzusehende alte Gebäude und Saloons, verkleidete Westernhelden und Angebote für Touristen. Kann. Muss aber nicht. Aber als gute Einstimmung auf einen Urlaub im Südwesten taugt so etwas allemal. So schlenderten wir ein wenig durch die eine Straße des Ortes und knipsten einige Bilder und freuten uns über das gute, aber nicht zu heiße Wetter. Was uns im Wesentlichen auch begleiten sollte: Der Südwesten befand sich noch vorher in einer warmen Phase und hatte sich nun eine Kaltfront eingefangen – was für das südliche Arizona polarhafte 17-22° statt der sonst üblichen kuscheligen 35° bedeutete. Für uns schnell schwitzende Mitteleuropäer nicht die schlechtesten Bedingungen für einen Urlaub, der auch zu einem Großteil aus Wanderungen bestehen sollte. Nur der Wind nervte irgendwann. Denn der war eigentlich konstant da, wo wir auch waren. Selbst Drei-Wetter-Taft hätte da meine Persiflage einer modischen Frisur nicht mehr retten können, so dass das Truckercap (ganz amerikanisch) irgendwann auf meinem Kopf angewachsen ist….. Die später mal negativen Auswirkungen „kalten Wetters“ waren leider vermehrt auftretende wolkige Tage – so dass meine mangelhaften Fotografierfähigkeiten desöfteren nicht durch strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel kaschiert werden konnten. Und Sonnenauf- und –untergänge fielen leider öfter aus als uns lieb war (okay, der Langschläferin Petra war das bezüglich der Sonnenaufgänge nicht so ungelegen….).

Zurück nach Goldfield: wie gesagt, kurz geschlendert, geknipst, und weiter:





Nach Goldfield kommt dann irgendwann der nicht minder touristische Ort Tortilla Flat – im Prinzip fast nur eine Häuserzeile am Apache Trail, der eine gewisse Berühmtheit ob des im örtlichen Eisladens verkauften Prickly Pear (Kaktusart) Eis erlangt hat. Das musste natürlich getestet werden. Und? Na ja, geht so. Nicht so sonderlich geschmackvoll. Direkt hinter Tortilla Flat war die halbe Straße weggespült, so dass man etwas manövrieren musste und etwas später befand man sich auf der Dirtroad:



Diese zuckelt man dann wie gesagt für etwas mehr als 20 Meilen so vor sich hin. Rechts und links gibt es schöne Ausblicke auf Kakteen-bewaldete Hänge (viel Saguaro – ja, man befindet sich nun definitiv im Wilden Westen, wie man es aus der Glotze kennt) und die Halbwüste:




So richtig interessant wurde der Weg am Fish Creek Hill, wo es auf knapp 2 Meilen sehr eng und sehr steil zugeht. Langsam fahren war angesagt – aber zum Glück für Petras Höhenangst fuhren wir eigentlich komplett an der Hangseite, so dass das für Sie erträglich – für mich aber nur halb der Spaß war….. Nichtsdestotrotz: Die Strecke war recht abwechslungsreich und interessant zu fahren. Auf jeden Fall aber komplett unproblematisch bei trockenem Wetter und trotz teilweise aufgrund der Kurven eingeschränkter Sicht nicht sonderlich stressig. Nachdem man dann irgendwann den Apache Lake passiert ist man auch schon beim beeindruckenden Roosevelt-Staudamm (einem, wenn nicht vielleicht sogar dem ältesten im Südwesten):



Kurz hinter dem Staudamm befindet sich das Tonto National Monument – ein Cliff Dwelling eines Native American Stammes (politisch unkorrekter, aber einfach: Indianer – fragt mich nicht welcher, bei den ganzen Stämmen habe ich irgendwann den Überblick verloren). Leider aber war eine Besichtigung des Monuments nicht möglich, da ein gemeingefährlicher Bienenstamm das Dwelling des Indianderstamm übernommen hat und nicht gut auf Touristen zu sprechen war. Im Vorwege hatte ich schon davon gehört, dass dies in manchen Sommern der Fall war und somit hielt sich die Enttäuschung etwas in Grenzen…. Es sollten noch genug geschichtsträchtige Steinhaufen (also geschichtsträchtig aus Sicht der „Neuen Welt“, aber mit Sicherheit kaum aus Sicht des „alten Europas“) kommen…

Nach Globe geht es dann für lockere 100 Meilen schnurgerade aus nach Tucson – und hier ist es dann endgültig, dieses besondere USA-Road-Trip-Gefühl: 100 Meilen gerade aus, schnurgerade, ohne alles – in Europa hätte man auf den gleichen 160 Kilometern zig Großstädte durchquert und wäre mehrere Male von einem gestressten BMW-Fahrer mit Lichthupe, wild-fuchtelnd und mit geröteter Birne und geplatzter Halsschlagader überholt worden. Und hier: Nichts. Niemand. Gerade aus. Gemächlich. Cruise Control, Füße hoch.

Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend erreichen wir dann Tucson und finden das dort gebuchte Holiday Inn Express and Suites Grant auch recht fix – das es (typisch USA) ungefähr neben einer Autobahn-Ausfahrt (I10) liegt. Was ja aber nicht nur schlecht sein muss. Und in der Tat kann man hier nicht meckern. Ein brandneues Motel / Hotel mit gutem Infrastrukturanschluss (so dann die positive Deutung), geräumigen Zimmern und freundlichem Personal, in dem wir sehr gerne zwei Nächte geblieben sind. Kostenpunkt waren 70 € die Nacht. Kann man wirklich nix sagen.
 
Riconelli
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #14
Und da Tucson ja dieses Jahr eine der wenigen wirklichen nennenswerten Städte auf der Strecke ist, geht es zügig Richtung University Boulevard, wo der ein oder andere nette Laden zu finden ist. Und reichlich junges College-Volk, die zu zeitiger Stunde den Samstag-Abend einläuten. Kurz etwas Urban Outfitters beglückt und dann auf den Weg zur Nahrungsaufnahme. Für Tucson hatte ich im Vorwege das „Govinda’s Natural Food Buffet“ ausgesucht. Als Vegetarier plant man gerne vor – und für die USA ist Happycow.com eine recht gute Infoquelle und die hatte das eben ausgespuckt. Das Navi führt uns dabei in eine langsam zwielichtiger werdende Gegend und man fragt sich ernsthaft, ob man hier speisen, geschweige denn unterwegs sein möchte. War aber dann kein Problem. Der Parkplatz (thank god USA) war geräumig und hell erleuchtet, so dass man die paar Meter ins Restaurant auch schafft. Das Govinda’s ist Teil einer Hare-Krishna-Kommune (die auch in Europa – wie z.B. auch in Hamburg oder in Lund in Schweden) gerne für gute und günstige Küche in angeschlossenen Restaurants bürgen. Leider bürgt wiederum eine gewisse Essenskunst nicht für guten Geschmack in der Einrichtung, und so schaut man sich die meiste Zeit in die Augen, um keinen Augenkrebsbefall durch die Geschmacklosigkeiten im Speiseraum zu bekommen… Kann einem netten Abend zu zweit ja aber auch nicht abträglich sein. Das Essen wiederum reichhaltig (Buffet!) und gut. Wenn auch Plastikgeschirr wie jedes Jahr in den USA befremdlich bleibt. Nach dem Bauch-Vollschlagen geht bei uns dann aber nix mehr. Kurz vor 21:00 sind wir im Hotel und so langsam scheinen Körper und Geist auf einer Wellenlänge zu liegen: Schlafen!
 
Richie
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #15
Du solltest echt mal darüber nachdenken als Schriftsteller zu arbeiten ;)
Der Schreibstil ist echt allererste Sahne (und die Bilder sind auch spitze).

Viele Grüße
Richie
 
Schikane
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #16
Du solltest echt mal darüber nachdenken als Schriftsteller zu arbeiten ;)
Der Schreibstil ist echt allererste Sahne (und die Bilder sind auch spitze).
Da will ich mich dem Richie gerne anschließen.
Deine Schreibe ist so richtig erfrischend aber auch locker.

Mein Aufenthalt in South-West liegt jetzt schon 20 Jahre zurück, doch durch deine Erlebnisse und Fotos fühlt man sich wieder dorthin versetzt.
Super!:biggrin:
 
Riconelli
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #17
Besten Dank für die Blumen so far....

02.05.2010 – It never rains in southern Arizona…..
Wer hätte das gedacht – es war tatsächlich Ausschlafen angesagt. Um 6:30 meldete sich erst die Blase (hatte wohl auch noch nen Jet Lag) und so lagen ca. 8 Stunden Schlaf hinter mir – der Tag konnte nur ein ganz großer werden…..

Frühes Aufstehen führt natürlich auch wieder zu einem frühen Frühstück (weißer Schimmel, sag ich nur…) – und HI Express hat das Frühstück in ihren Läden so toll standardisiert, dass man kaum weiß, in welchem Hotel der Kette man sich gerade befindet. Es gibt zwar in jedem das Gleiche, somit aber in jedem durchaus was Anständiges. Spezialität des Hauses sind Cinnabuns – kalorientechnisch dürften die in etwa das Äquivalent einer Besteigung des Kilimandscharo sein. Weshalb wir die gepflegt ignoriert haben. Außerdem ist Hamburg ja die Hauptstadt der Franzbrötchen – deswegen isst man schon aus Prinzip nirgendwo sonst so etwas wir Zimtschnecken – an eine leckeres saftiges Franzbrötchen (bevorzugt noch mit Kürbiskernen oder Streuseln) würde das eh nicht ranreichen. Da kann man es auch gleich sein lassen. Auch ohne Zimtbomben wurde man satt. Es gab den amerikanischen Motel-Standard (Toast, Bagel, Frischkäse, Marmelade, Cereal, Instand-Oatmeal, gepanschte Säfte, durchsichtiger Kaffee usw.) und zusätzlich Würstchen, Rührei und Omelett. Bei letzterem handelt es sich leider um eine fiese Vegetarier-Falle: Von außen angenehm nach purem Eier-Omelett aussehend, greift der Vegetarier herzhaft zu und hat Glück im Unglück, als das Omelett beim Auffüllen zerbricht und die Speck-Schinken-Sonstwas-Füllung rausläuft. Verschämt schaut sich der Vegetarier um und schubst das Omelett zurück auf den Servierteller…… Dann eben nicht. Muss eben Rührhei langen. Und da fragt man sich, aus welchem Automaten das stammt. Genau wie später in manchen Motels das Omelett. Rein vom Aussehen sind diese Sachen immer so schier und gleichfarbig, dass die niemand auch nur ansatzweise von einem menschlichen Lebewesen aus natürlichen Zutaten hergestellt sein können. Astronautennahrung? Plastikrührei? Egal – es stopft und schmeckt nicht sooo künstlich, wie es aussieht.

Nach dem Frühstück steht der Safeway-Besuch an. Ein Glück, dass der geneigte USA-Tourist bereits im Besitz einer entsprechenden Club-Karte ist und insofern mächtig spart. Wobei – hat jemand mal darauf geachtet, dass in einem Safeway so ziemlich an jedem Produkt ein “Club-Price“-Etikett hängt. Ich würde wetten, da bezahlt niemand den normalen Preis, da jeder im Besitz einer solchen Karte ist. Insofern fragt man sich dann schon, ob der Club Price einen etwas sparen lässt oder der „normale“ Preis einfach nur die Möglichkeit ist, etwas Kohle extra zu verdienen. Auf jeden Fall zückt man die Club-Karte nach über einem Jahr unbenutztem Rumliegen in irgendwelchen Schubladen mit einem gewissen Enthusiasmus (und auch Stolz….Trief). Und räumt so Brombeeren für sagenhafte 99ct pro Schale (ohne Karte: 3,99) ab. Außerdem haben wir beide einen unfassbaren Narren an Dr Pepper (Diet) gefressen, pardon, getrunken. So dass tatsächlich zu jedem Einkauf mindestens eine Flasche des synthetischen Gesöffs gehört. Und, letztes Jahr haben wir den perfekten Bagel entdeckt: Jalapeno-Cheddar-Bagel von Safeway. Jalapeno sorgt für die angenehme Schärfe (die dafür sorgt, dass der Dr. Pepper-Vorrat immer zeitig zur Neige geht) und der Käse sorgt für das Hochhalten des Kalorienhaushaltes. Ich sag mal, es gibt kaum ein Nahrungsmittel, dass wir mehr zu uns genommen haben im Urlaub. Der Bagel war entweder Frühstücksersatz, wenn es mal keins gab oder aber Lunch. Gegebenenfalls auch noch Snack oder Abendbrot. Außerdem gehört natürlich ein leckerer Salat in den Einkaufskorb, der sehr häufig den 2. Teil des Lunches darstellte. Und, was wir leider dieses Jahr erst entdeckt haben: Reece’s Peanut Butter Cups oder Reece’s Pieces – in Deutschland höchst verrufen wegen des enthaltenen Gen-Mais, in den USA schert’s niemanden. Und das ist in so einem Urlaub auch gut so. Während vor drei Jahren in NYC die M&Ms Peanut Butter Sucht aufkaum, gab es dieses Jahr mit den Reece’s eine weitere Droge. Während man bei Hershey’s sonst kaum von Schokolade sprechen darf (ist schon mal jemandem aufgefallen, dass die teilweise nach Erbrochenem riecht….), haben die hier mal alles richtig gemacht! Hach, Safeway’s Supermärkte – die beste Erfindung seit dem Plastikgeschirr und der Aluminumdose….

Ziel des heutigen Tages war erst das Sonora Desert Museum im Westen der Stadt und danach der Saguaro National Park (hier, logischerweise, auch der Westteil). Und ziemlich synchron mit dem Eintreffen im Museum, das eigentlich eher so ein Freilfuft-Zoo-Flora-Fauna-Gedöns ist, kam auch die SMS des Urlaubs: der Aufstieg des FC St. Pauli war durch den Sieg in Fürth perfekt. Ich weiß nicht, ob Jevalinas, Eidechsen oder amerikanische Touristen schon mal nen wahnsinnig gewordenen deutschen Fußball-Fan gesehen haben. Einmal ist immer das erste Mal.

Im Museum haben wir uns insgesamt ca. 3,5 Stunden aufgehalten und dabei ist eine fantastische neue Errungenschaft bei uns zum ersten Mal zum Einsatz gekommen. Während wir in der Vergangenheit immer eher komplett Stadtmensch-mäßig auf Wanderungen unterwegs waren, waren wir dieses mal zumindest etwas angepasster: Wir trugen häufig Laufschuhe und hatten uns einen Tages-Wanderungs-Rucksack zugelegt. Und zusammen mit diesem einen Trinkbeutel, der dort untergebracht wird und mit bis zu 3 Litern Flüssigkeit vollgefüllt werden kann und so das Trinken auf Wanderungen deutlich erleichtert. Na ja, und der wurde nun zum ersten Mal benutzt – sah zwar etwas dümmlich aus, aber who cares:



Könnte ich mir auch gut auf Malle als Eimer-Ersatz vorstellen…..

Na jedenfalls schlendern wir den ganzen Vormittag durch das Museum und betrachten die lokale Flora und Fauna – unglücklicherweise hatte offensichtlich die lokale Fauna etwas bei den Öffnungszeiten falsch verstanden und war entsprechend zu einem Großteil noch nicht im Arbeitseinsatz, so dass es deutlich weniger zu betrachtenden Tiere gab, als eigentlich erhofft, und wenn dann lagen die schlapp in der Ecke rum:



Trotzdem kann man einen Besuch des Sonora Desert Museums uneingeschränkt empfehlen – insbesondere am Start einer Reise, die einen durch das südliche Arizona führt. Hier bekommt man komprimiert einen Einblick in die Sonora Wüste und das ganze bei hübsch angelegten Wegen und Landschaften.



Trotz der zurückhaltenden Tiere haben wir uns nicht wirklich gelangweilt – mir war allerdings nach der SMS eh alles egal, und ich hätte wohl auch bei einer unbetäubten Blindarm-Operation durch einen an grauen Star und Parkinson erkrankten Chirurgen meine gute Laune nicht verloren. Die Hochstimmung sieht man noch gut, als wir vor einigen Saguaros im Museum eine Mischung aus einem Ausrduckstanz und ner Scharade aufführen. Rad ab.







Der Westteil des Saguaro Nationalparks liegt gleich um’me Ecke, so dass man nach kurzer Fahrt im Visitor Center ist. Erste Amtshandlung: Nationalparkpass – der dieses Mal im Dauereinsatz sein würde. Dann kurz den Ranger gefragt, was man so machen könne und los. Erster Tipp war das Bewandern des Kings Canyon Trails. Praktischerweise gab es auf dem Trail nach ner guten Meile auch eine Picnickarea, die unsere erste Station werden sollte. Bis dahin sah es schon so aus, wie man es von einem Park, der Saguaro Nationalpark heißt, erwarten würde:



Dummerweise zog es langsam richtig stark zu und die ohnehin nicht ultraheißen Temperaturen wurden aufgrund des mittlerweile stürmenden Windes nicht gerade wärmer. So war an der Picknickarea in erster Linie mal größte Geschicklichkeit verlangt, dass sich das Essen und die Verpackungen nicht in alle Richtungen verstreute. Toll, und ausgerechnet hier gab es keinen Mülleimer. Und dann passierte es: Regentropfen. Hier??? Ich fass es nicht. Glücklicherweise hatten wir gerade unseren Lunch in Windeseile hinuntergeschlungen (wie gesagt: nette Verhältnisse zum gemütlichen Speisen gehen anders), so dass wir uns ziemlich fix auf den Rückweg machen konnten: Kurze Wanderung für heute also. Aber wie das so ist, schon beim Rückweg (kurz vor’m Parkplatz) ebbte der Regen ab und es wurde wieder freundlicher. Hatten trotzdem keine Lust mehr auf Hiken und setzten uns in die Schüssel, um noch den ungeteerten Bajada Loop Drive im Park abzufahren. Der war auch recht nett anzuschauen und bot im Wesentlichen Ausblicke wie folgenden:




 
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #18
Nach dem Loop Drive zog es uns dann so langsam wieder in die Stadt. Ich muss sagen, der Nationalpark würde auf meiner persönlichen Skala eher am unteren Ende rangieren – die Kakteen findet man doch im südlichen Arizona recht häufig, wenn man auch zugeben muss, dass sie hier natürlich in einer sehr großen Dichte stehen. Trotzdem waren wir beide eigentlich nur so semi begeistert, während uns das Desert Museum da schon deutlich besser gefallen hat. Aber vielleicht hat auch die untypische Witterung ihren Teil dazu beigetragen. Oder aber wir haben einfach nicht die richtigen Ecken / Wanderungen / Gegenden gefunden.

Vom Park ging es wieder rein in die Stadt – dieses mal nördlich um die Tucson Mountains rum. Und es zog sich etwas. Ziel war die Tucson Mall – war immerhin inklusive Ankunftstag schon der dritte Tag in den USA, und wir hatten noch keine der größten kulturellen Beiträge der USA zum täglichen Leben genossen: eine überdachte Shopping Mall. Die Tucson Mall ist groß und strahlt so ziemlich den Charme einer Plattenbausiedlung im Hamburg-Osdorf, des Berliner Hauptbahnhofes oder eines Schützenfestes in Niedersachsen aus. Aber, man findet vieles Relevante an einem Platz. Und sieht mit dem Trinkbeutel und dem Endstück des Schlauches im Mund so richtig schön beknackt aus. Und praktischerweise (der große Hunger nahte) gab es davor ein Olive Garden Restaurant. Eine amerikanische Restaurantkette, die versucht, das darzustellen, was sich der Durchschnittsamerikaner unter italienischer Lebensfreude vorstellt. Das ist ungefähr so real wie die Elbphilharmonie notwendig ist. Gar nicht. Aber preislich und geschmackstechnisch sehr okay. Aufmerksame Kellner, fantastische Garlic-Breadsticks als Vorspeise und einen Refill auf den Vorspeisen-Salat (sic!). Dafür in etwa so heimelig wie der Hafengeburtstag oder das Heiligengeistfeld beim Public Viewing. Und in etwa auch so laut.

Wohlgenährt rollt man uns zu unserer Wanne, die uns dann auf dem Weg zum Hotel noch in einem Kino ablädt, das das schlaue Navi herausgesucht hat. KICK ASS steht auf dem Programm. Und ich sage nur: Wenn dieses Frühjahr / diesen Sommer ein Film im Kino geguckt werden sollte, dann dieser. Extrem lustig, äußerst skurril und scheiße-brutal. Wir waren begeistert. Eine Comic-Verfilmung, die aber mehr eine Superhelden-Persiflage ist mit zum größten Teil unbekannteren, jüngeren Schauspielern und einem Nicolas Cage, der somit neben Bad Lieutenant ein weiteres Mal zeigt, dass er doch noch nicht alles verlernt hat, obwohl einen Gurken wie Ghost Rider oder die National Treasure Serie in den vergangenen Jahren anders haben denken lassen. Aber egal. Auf jeden Fall: Großes Entertainment. Not to be missed. „Normale“ Menschen, die sich entscheiden, Superhelden zu sein und gegen das Böse kämpfen. Da bleibt kein Auge trocken und im Film keine Halsschlagader undurchrgetrennt….

Tja, und dann war es auch schon wieder kurz vor 22:00, als der Film zu Ende war. Das bedeutet für uns alte Leute mal wieder: Schleunigst ins Bett.
 
F
Fenixtx
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #19
Hi Riconelli. Wir waren bei unserem Trip nicht im Besitz einer Safewaykarte. Aber haben trotzdem fast jeden Tag Rabatt bekommen. Keine Ahnung ob die Verkäuferin dann noch % bekommt.
Aber super Reisebericht. :)
 
T
Tom18
Newbie
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  • Four Corners Cruise 2010 - 3,5 Wochen durch den Südwesten Beitrag #20
Der erfrischende Schreibstil wurde ja schon mehrfach gelobt. Sorry, ich muss mich da anschließen. Dein Preisbeispiel war schon sehr überzeugend, werde mir nun doch so eine Safeway-Karte zulegen.

Bitte weiter so schreiben!

Tom
 
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