Ergonomie an amerikanischen Autos

    Diskutiere Ergonomie an amerikanischen Autos im Amerikanische Lebensart Forum im Bereich USA Allgemein; hallo allerseits, für ein seminar über ergonomische konzepte am auto bräuchte ich informationen über die unterschiede bei der ausstattung von...
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phish
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  • Ergonomie an amerikanischen Autos Beitrag #1
hallo allerseits,

für ein seminar über ergonomische konzepte am auto bräuchte ich informationen über die unterschiede bei der ausstattung von amerikanischen autos bzw. autos, die für den amerikanischen markt produziert werden.
meine frage lautet, wo liegen genau die unterschiede im vergleich zu für den europäischen markt produzierten autos hinsichtlich der ausstattung und der bedienelemente (z.B. warnsignale, bedienknöpfe und schalter, lenker, pedale, ...) und gibt es abgesehen von der breite und der automatikschaltung noch andere dinge, die einem Europäer direkt auffallen?
kennt jemand vielleicht auch studien zu diesem thema oder darüber, was amerikanern an ihren autos wichtig ist?


über jede info würde ich mich sehr freuen!!!

gruß

phish
 
G
Gast381
Gast
  • Ergonomie an amerikanischen Autos Beitrag #2
Hallo zusammen,
hier schreibt nicht Monika, sondern ihr angetrauter Mann, Walter. Monika hat es ja schon irgendwo einmal beschrieben, ich arbeite hier bei Mercedes-Benz US International, einer 100% Tochter von DaimlerChrysler. Wir Produzieren hier die Mercedes M und R Klasse, hauptsächlich für den amerikanischen Markt und etwas untergeordnet auch für Deutschland, Europa und den Rest der Welt.
Zur Ergonomie kann ich nur soviel sagen, dass bei den Fahrzeuge hier mehr Wert auf Komfort als auf Sicherheitsausstattungen gelegt wird. Klimaanlage ist ein absolutes MUSS, ebenso wie ein gutes Radio und natürlich jede Menge Ablagemöglichkeiten für Getränke und was man sonst noch alles so im Auto bei sich hat. Über das Automatikgetriebe wurde schon gesprochen, Schaltgetriebe ist eher die Ausnahme. Tempomat hat fast jeder Wagen, wird aber nur selten benutzt. Die elektrische Sitzverstellung gehört in der Mittelklasse auch schon zum Standard, in den höheren Klassen dann auch mit Memory Funktion. Die Knöpfe für die Bedienung von Radio, Tempomat wenn vorhanden Navigationssystem usw. wandern verstärkt ins Lenkrad, wobei einige auf dem Lenkrad liegen, andere hinter dem Lenkrad. Die Funktionen sind noch nicht überladen, ich habe bei den Mietwagen ohne großes Studium der Bedienungsanleitungen alle Funktionen recht schnell gefunden. Die Benutzung von Mobiltelefonen beim Fahren ist in vielen Staaten ohne Freisprecheinrichtung erlaubt und es wird sehr viel telefoniert, was man bei den Fahrmanövern dann immer wieder bemerkt. Scheibenwischer sind sehr oft mit einer Verstellmöglichkeit für die Intervallschaltung versehen. Die Leuchtweitenregulierung für das normale Abblendlicht ist nicht vorgeschrieben und somit auch nicht vorhanden. Zu erwähnen ist sicherlich noch die Fahrzeugart; den typischen amerikanischen Straßenkreuzer gibt es nur noch sehr selten. Sehr beliebt sind sogenannte Pickups und SUV (wie etwa der VW Tuarek, BMW X3 und X5 unsere M-Klasse usw.) Hierbei wird wenig Wert auf den Kraftstoffverbrauch gelegt. Somit sind Fahrzeuge mit einem Verbrauch von über 20l/100km keine Seltenheit. Es zählt mehr das große Auto, mit einer hohen Sitzposition und sehr viel Platz. Die Sitze sind im allgemeinen weicher gepolstert, ebenso ist das Fahrwerk weicher abgestimmt. Bei Geschwindigkeiten von 70-80 Meilen auf der Interstate ist das auch vertretbar. DasGeräuschniveau im Fahrzeug ist auch auf diese Geschwindigkeit abgestimmt. Die Anornung der Schalter unterscheidet sich nicht sonderlich von europäischen oder deutschen Autos. ABS, Traktionskontrolle, Airbags und andere Sicherheitsausstattungen sind oft nicht Standard, hier wird zugunsten des Verkaufpreises gespart.
So, ich hoffe das ich damit etwas von der sehr speziellen Frage beantworten konnte. Für alle anderen war es vielleicht auch mal interessant etwas über amerikanische Autos zu erfahren.
 
Karl-Heinz
Karl-Heinz
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  • Ergonomie an amerikanischen Autos Beitrag #3
Sehr interessanter Bericht Walter.
Ich würde auch sagen, dass sich bei der Bedienung der heutigen Autos alles ziemlich angeglichen hat. Ich kann mich heute in einen neuen Wagen setzen und losfahren ohne das ich besondere Anleitungen notwendig habe. Dabei spielt es keine Rolle ob der Wagen in Europa, Amerika, Japan oder Korea hergestellt worden ist.
D.h. ich leihe mir einen Wagen hier oder Europa und weiß sofort damit umzugehen - natürlich habe ich schon vor mehr als 50 Jahren gelernt, wie man Gänge schaltet, sogar wo es damals beim Runterschalten noch notwendig war Zwischengas zu geben.
Wie schon erwähnt, hatten die meisten amerikanischen Wagen seit den 50iger Jahren automatische Getriebe und darauf haben sich auch ausländische Fabrikate eingestellt, falls sie ihre Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt verkaufen wollen.
Da die Entfernungen bei Überlandfahrten in Amerika normalerweise wesentlich länger sind, achtet man hier beim Kauf eines Wagens wieviel Bequemlichkeiten er dafür bietet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man 8 bis 12 Stunden am Tage im Wagen verbringt, wenn man "auf Reisen" geht.
 
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