Eine Empfehlung für USA-Newbies

    Diskutiere Eine Empfehlung für USA-Newbies im Allgemeine USA Reisefragen Forum im Bereich USA Reisen; Was ich - ungefragt! - grundsätzlich für eine erste USA-Reise empfehlen würde: 1. Überlegt Euch, ob Ihr Euch die Reise mit dem Auto zutraut, oder ob...
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Gast410
Gast
  • Eine Empfehlung für USA-Newbies Beitrag #1
Was ich - ungefragt! - grundsätzlich für eine erste USA-Reise empfehlen würde:

1. Überlegt Euch, ob Ihr Euch die Reise mit dem Auto zutraut, oder ob Ihr es lieber zunächst mit dem Bus angehen wollt. Seid Euch grundsätzlich darüber im Klaren, dass derartige Reisen keine Erholung im klassischen Sinn sind (wie z.B. 14 Tage faul am Strand). Dennoch sind sie abwechslungsreich und machen Spaß!

2. Wenn Ihr Euch für den Bus entschieden habt, sind Euch nahezu alle Entscheidungen abgenommen. Nachdem Ihr Euch über Eure "must see"-Orte einig seid, sucht Ihr Euch eine entsprechende Reise beim Veranstalter aus. Da gibt es eine ganze Reihe von Reisen, die diese traditionellen "must see"-Orte beinhalten. Seid Euch darüber im Klaren, dass Ihr nicht Eure eigenen Herren seid. Solche Reisen sind häufig ziemlich straff organisiert. Ich erinnere mich zum Beispiel an das Motto einer Reiseleiterin "6-7-8". Meint:
6 Uhr wird geweckt, um 7 Uhr ist frühstücken angesagt und um 8 geht´s dann auf die Piste. Die Strecken, die im Bus am Tag zurückgelegt werden, sind manchmal recht lang. Länger jedenfalls, als ich sie selbst im Auto fahren wollte. Ihr könnt Glück haben und auf eine nette Truppe im Bus stoßen.

3. Abgesehen vielleicht von großen Ballungsgebieten (z.B. Großraum LA) ist Autofahren wirklich ganz easy. Entspannter als bei uns. Insofern gar kein Problem, selbst das Steuer in die Hand zu nehmen. Ein Beifahrer, der Karten lesen kann, würde ich aber immer dringend empfehlen.
Wieder habt Ihr die Wahl zwischen vororganisierten Autoreisen, wo die Route schon vorgegeben ist (inkl. der zugehörigen Unterkünfte) oder Ihr stellt Euch die Reise nach Eurem eigenem "gusto" zusammen. Ich tendiere eindeutig zur selbstorganisierten Reise, auch deswegen, weil sie meistens günstiger kommt. Wählt im Zweifelsfall das Auto eine Nummer größer. Wir fahren beispielsweise immer zu 2 Personen/Auto und haben einen Fullsize-Wagen. Fullsize deswegen, weil wir den Kofferaum für zwei große Hartschalen-Trolley´s benötigen, die bei kleineren Kategorien oftmals nicht mehr im Kofferraum unterzubringen sind. So bleibt auch noch Platz für die "Mitbringsel" (z.B. Stichwort: Outlets) unterwegs, die im Laufe der Zeit eine (vorher leere) Reisetasche füllen.
Wenn Ihr Euch unsicher seid, welche Tagesetappen "machbar" sind (oder nicht), schaut Euch vielleicht mal ein paar vororganisierte Autoreisen im Katalog an. Das kann Euch ein erster Anhaltspunkt sein. Darüber hinaus könnt Ihr natürlich auch in Foren wie diesen fragen oder nachlesen.

4. Ihr wollt die Autoreise in Eigenregie angehen? Gute Wahl. Macht Euch die aber Größe des Landes klar. Entfernungen von Ort zu Ort sind häufig größer, als sie beim flüchtigen Blick auf die Karte erscheinen. Zumindest bei der ersten Reise (ich mache es aber eigentlich immer so) würde ich die Route (und die Unterkünfte) vorab abstecken (und buchen). Wenn Ihr Euch - mangels Buchungen - vor Ort lieber "treiben" lassen wollt: Seid Euch zumindest darüber im Klaren, dass Ihr Euch dabei bei Zeit und Strecke ziemlich verzetteln könnt. Wählt die Länge Eurer Tagesetappen am besten so, dass ihr morgens gegen 8:30/9 Uhr losfahrt und bis gegen ca. 17:00 an Eurem Zielort eintreffen könnt. Zwischendrin habt Ihr Zeit, dort wo es Euch gefällt anzuhalten, zu relaxen, zu fotografieren und etwas zu essen (etc.). Dann habt Ihr am Etappenziel immer noch Gelegenheit, eine Stunde am Pool zu auszuspannen. Da Ihr die Unterkünfte ja bereits gebucht habt, braucht Ihr vor Ort nicht auch noch danach zu suchen (und vermeidet Mißerfolg bei der Budensuche, was in Städten schon mal passieren kann, wenn da z.B. gerade ein Kongress oder so was stattfindet). Für die Streckenplanung benötigt Ihr einigermaßen vernünftiges Kartenmaterial. Ich habe grundsätzlich immer (neben anderem Material) den Hildebrand´s Road Atlas zur Hand. Ich schlage eine Etappenlänge von max. 300 - 350 Meilen/Tag vor. Das läßt sich relaxt erledigen.

5. Nehmt vielleicht auch in Kauf, dass nicht am Ende einer jeden Etappe (oder auf der Etappe selbst) ein absolutes "Top-Highlight" steht. Manchmal bedarf es auch einer Übernachtung zwischen 2 solcher "Top-Highlights", weil die Entfernung zwischen selbigen ansonsten zu groß wird. Kein Probem, denn auch "on the road" gibt´s einiges zu sehen!

6. Verfallt nicht in den Glauben, auf der einen Reise wirklich "ALLES" sehen zu müssen! Das kann leicht in Streß ausarten. Schaltet lieber etwas zurück. Es wird sehr wahrscheinlich nicht bei der einen Reise bleiben. Bei nächsten mal bleibt dann noch weit mehr als "genug" übrig!

Alles o.g. enstammt meiner bisherigen Erfahrung und ist selbstverständlich absolut subjektiver Natur!

VIEL SPASS! [smiley=04] :)
 
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dairy_queen
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  • Eine Empfehlung für USA-Newbies Beitrag #2
Ich finde Deine Empfehlungen nett gemeint, wie Du aber schon sagst aber sehr subjektiv.
Für mich ist eine USA Autoreise 100% entspannender als eine Woche am Strand.
Ich hab' mir bei unseren Reisen auch vorher nicht so den Kopf gemacht wie das viele Menschen hier im Forum machen. Wir haben unseren Urlaub ganz einfach auf uns zukommen lassen. Ohne vorbuchen, ohne Stress, ohne viel vorher zu überlegen. Das 1. Mal USA waren die schönsten 3 Wochen in unserem Leben. Wir hatten ganz wenig vorgefertigte Erwartungen und konnten in Folge dessen auch nicht enttäuscht werden. Manchmal beschleicht mich der Verdacht einwenig, dass bei soviel Gedanken die Spontanität schon sehr auf der Strecke bleibt. Jeder muss eben viele Sachen für sich entscheiden und es ist doch auch gut seine eigenen Erfahrungen zu machen.

Das ist aber jetzt auch meine - sehr subjektive- Meinung
Schönen Sonntag an alle
Kerstin ;)
 
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Gast410
Gast
  • Eine Empfehlung für USA-Newbies Beitrag #3
Hallo Kerstin!

Wir können uns hier eigentlich immer nur in einem subjektiven Raum bewegen.

Die Geschmäcker und Mentalitäten der einzelnen Leute sind sicherlich teils grundverschieden. Darunter gibt es (z.B.) Planer und Spontane. Ich gehöre - das ist kein Geheimnis - eher zu den Planern.

Ich habe mich insbes. deswegen mit diesem Thread zu Wort gemeldet, weil sich eine Vielzahl von Threads gerade hier im Forum mit Gedanken zur Routenplanung beschäftigt. Insofern gibt es dem Anschein nach eine ganze Menge Leute, die mehr planerisch, als "spontan" an die Sache rangeht. Die Leute, die sich hier im Forum zu Wort melden sind auch zu einem vergleichsweise hohem Prozentsatz Newbies, zumindest Forums-Newbies.

Spontanität, gerade bei einer ersten derartigen USA-Reise, von der ich ja Eingangs spach, kann durchaus (natürlich überspitzt formuliert) in einem "Chaos" enden. Ich an dieser Stelle möchte einen kleinen Beitrag leisten, dies jedoch zu vermeiden. Ansonsten würde man ja den entsprechenden Anfragen hier im Forum, die Routenplanung mal abzuchecken antworten: "Mach Dir doch nicht so viele Gedanken und laß alles mehr oder weniger auf Dich zukommen"

Wie es dann schließlich jeder hält, ist selbstverständlich die Sache eines jeden Einzelnen (auch wg. der Subjektivität!)
 
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flyer
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  • Eine Empfehlung für USA-Newbies Beitrag #4
Hallo,
ich möchte zu diesem Thema kurz meine eigenen Erfahrungen darstellen:

Meine erste USA Reise 1995 bestand zum größten Teil aus einer Busreise New York nach San Francisco in 21 Tagen (Diese Reise wird von fast allen großen Reiseunternehmen immer noch angeboten und der Verlauf der Reise kann dort nachgelesen werden).
Bei dieser Reise habe ich eine ganze Menge gesehen, aber von vielen Punkten zu wenig, z.B. Yellowstone und Bryce Canon NP. Trotzdem ich habe diese Busreise sehr genossen und fand sie zum Kennenlernen der USA als damals Single gerade Richtig.


Die zweite USA Reise habe ich dann mit meiner Freundin (jetzt meine Frau, 1995 im Bus kennengelernt)1996 als Wohnmobilreise durch den Westen der USA unternommen. Für diese Reise habe ich im Vorfeld mich bemüht, möglichst viele Informationen ( damals noch ohne Internet) zu bekommen und habe auch die Reiseroute schon zu Hause in den Eckpunkten vorgeplant, wobei die Erfahrungen der Busreise aus dem Vorjahr mir eine große Hilfe waren.


Beide Reisen waren prima Urlaube, an die ich immer noch gerne zurückdenke.

viele Grüße
flyer

P.S. am 12. 4. startet der Flieger nach USA
 
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Christian
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  • Eine Empfehlung für USA-Newbies Beitrag #5
Hallo, ein sehr interessantes Thema finde ich.

Selber würde ich wahrscheinlich etwas anders unterscheiden. Wenn jemand bereits Erfahrung mit Individualreisen auch in anderen Ländern hat und sich das vom Typ her zutraut, denke ich, daß "Newbies" auch in den USA so reisen können. Die Empfehlung würde ich dann allerdings darauf legen, die Route vorzuplanen und mit erfahreneren mal durchzusprechen. Mit planen meine ich keinesfalls alles vom Frühstück bis zum abendlichen Bad im Pool festzulegen, sondern sich eine Route zugrunde zu legen und zu überprüfen, ob diese von den Zeiten und Entfernungen her einigermaßen machbar ist. Denn schon zu oft haben wir hier Anfragen gehabt, bei deren Umsetzung der Urlaub zu 90% aus autofahren bestehen müßte. Freilich kann das manchen auch gefallen, aber wie schon angesprochen sollte der Urlaub schließlich auch Erholung sein.

Selber habe ich, auch in anderen Ländern die Erfahrung gemacht, daß es für mich sinnvoller ist bei einer ersten Reise etwas intensiver zu planen und erst bei weiteren Reisen in die dann bereits bekannte Region von Tag zu Tag etwas "spontaner" ranzugehen. Gerade in den USA sehe ich für "Newbies" große Spontanität doch auch als Problem an, weil man die Entfernungen einfach unterschätzt. Zudem denke ich, daß man bei guter Vorbereitung auch viele Dinge findet, auf die man sonst nicht gestoßen wäre.

Planung sieht bei mir meist etwas anders aus, als hier im Forum. Ich lese mich im Voraus gerne und viel in Reiseliteratur ein und suche auch viel im Internet. Anschließend mache ich eine Aufstellung, was ich sehen möchte und versuche daraus eine Route zu basteln. Leider kommt bei mir immer wieder dasselbe Problem auf, nämlich, daß ich bereits zu viele tolle große und kleine Sehenswürdigkeiten gefunden habe, die ich gerne besichtigen möchte. Und ich muß zugeben, daß es mir sehr sehr schwer fällt, mich von dem ein oder anderen wieder zu trennen. Leider waren dadurch die letzten Urlaube allesamt stressiger, als gewünscht. Deshalb auch mein Tipp an die Newbies die Zahl der Sehenswürdigkeiten zu reduzieren und nicht alles auf einmal zu machen.

Da wir meist mit dem Zelt unterwegs sind, ist es das dann größtenteils schon an Planung. Bisher haben wir nur noch grob die Sehenswürdigkeiten auf Tage umgelegt, jedoch keine Unterkünfte reserviert. Vor Ort hieß es dann so gut wie jeden Nachtmittag einen Zeltplatz zu finden und dann entweder zu erholen oder von dort aus nochmals etwas zu unternehmen. Letzten Sommer sind wir jedoch darauf gekommen, daß für die tägliche Zeltplatzsuche doch schon viel Zeit und oft auch Nerven drauf gehen und es vielleicht besser wäre, eine Route in Etappen einzuteilen, um länger an einem Ort verweilen zu können und von dort aus die gesamte Umgebung zu erkunden. Wahrscheinlich werden wir das diesen Sommer mal ausprobieren. Leider läßt sich sowas wegen der großen Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten nur bedingt auf Amerika übertragen. Man kann sich auf diese Weise lediglich die Orte selbst näher ansehen, was ich allerdings sehr empfehlen kann. Soviel zu meinen Erfahrungen.

Gruß, Christian
 
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