Irgendwie hatte mich Alaska gepackt und ich beschloß kurz nachdem ich wieder zu Hause war, zu einer weiteren Alaskatour aufzubrechen.Diesemal ging mein Flug mitte Juni mit Condor bis nach Whitehorse. Dort holte ich meinen Truck-Camper ab und machte mich auf den Weg Rtg. Skagway. Unterwegs sah ich dann meinen ersten Bären. Er stand im Straßengraben und schubberte sich den Rücken an einem Baum. So konnte ich aus 3 Meter Entfernung sehen, wie groß der kleine Schwarzbär ist. Fotos habe ich nicht gemacht. In Skagway war ich 2 Tage und dann ging meine Fähre. Vorher bin ich aber noch zum Chilkoot Trail gefahren und habe mich dort im Tal umgesehen. von Weitem sah ich den Pass wo die Leute damals rüber sind. Da kamen mir doch ein paar Gedanken über diese vollbrachte Leistung.
Haines fand ich nicht Sehenswert und so bin ich weiter Rtg. Fairbanks um dort Bekannte zu treffen. Es war ein freudiges wiedersehen. Da mich Cheena Hot Springs mit den warmen Quellen lockte, ein Bad war sowieso fällig, bin ich dorthin gefahren. Die kleinen Bäche dort sind voll von goldig schimmerndem Flitter. Cheena liegt in einem wunderschönen Tal. Im Winter wird dort auch Ski gefahren.
Kurz vor Fairbanks liegt Fox. Dort habe ich an einer Wasserquelle meinen Vorrat ergänzt. Diese Quelle hat das beste Wasser in ganz Fairbanks. Sehr viele Leute holen dort Wasser in Kanistern. Es kostet nichts. Die Quelle befindet sich auf der linken Seite wenn man über die Kreuzung Rtg. Norden fährt. Mit meinen Wasservorräten machte ich mich dann auf den Weg zum Nome Creek wo ich ein Jahr zuvor mit dem Kanu den Einstieg hatte. Da der Steese Hwy gut zu fahren ist, kam ich auch gut voran. Irgendwo gings dann links ab in die Berge zum Nome Creek. Immer wieder habe ich auf den Höhen angehalten und nach Tieren Ausschau gehalten. Aber die Bühne war leer. 3 Tage war ich am Nome Creek, bin viel gewandert oder habe den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.( soll heißen: faulenzen).
Noch einmal reizte mich der Denali Hwy. So machte ich mich auf den Weg. Aber was war passiert? Viele Stellen waren begradigt worden wo früher Parkbuchten waren. Irgendwie hatte der Hwy seinen alten Reiz verloren und nach 2 Tagen war Cantwell erreicht. Unterweg sah ich in großer Entfernung 5 Dallschafe. Ein Widder war nicht dabei.
Über Wassila und Palmer erreichte ich den Moose Pass bei Seward. Dort hatte ich ein Jahr zuvor Bob kennengelernt. Bob hatte gerade einen mittelgroßen Schwarzbären erlegt der sich nachts an seinem Stall mit Tieren zu schaffen gemacht hatte. Der ausgeweidete und enthäutete Bär lag auf dem Küchentisch und Bob schnitt das Fleisch in Stücke.
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Irgendwann nach langen reden über dies und das bin ich dann doch noch nach Seward gekommen. Der Hafen war für mich am Interessantesten. Heilbutfischer löschten gerade ihren Fang und nahmen die ca. 1 m großen
fische aus. Das Fischblut floss in strömen ins Hafenbecken. Dann fand ich eine Fischfabrik, neugierig wie ich bin, wollte ich diese auch besichtigen. Kaum hatte ich das große Hallentor geöffnet schlug mir ein entsetzlicher Gestank entgegen. Es roch irgenwie nach Amoniak oder auch Pferdepisse. Es wird wohl was anderes gewesen sein hoffe ich. Schnell wurde das Tor wieder geschlossen, da wollte ich nichts mehr besichtigen. An einem anderen Anleger sah ich dann einen Mann der Lachs filetierte. Ich schaute ihm eine Weile zu und bat ihn dann um ein Stück für meine abendliche Grillmahlzeit. Er schenkte mir freundlicherweise 2 herrliche Filets. Nachdem ich am nächsten Tag das örtliche Museum besucht hatte, bin ich weitergefahren nach Valdez. Am Ölterminal war ich nicht, mich interessierte die Stadt und so landete ich wieder im Museum. Besonders gut hat mir die Stadt nicht gefallen. Irgenwann war ich dann in Tok, denn ich mußte so langsam wieder Rtg. Whitehorse. Eigentlich wollte ich über Chicken nach Dawson fahren, doch der Taylor Hwy war wegen einer Feuermeldung gesperrt. Diese Nachricht hörte ich dann auch im Autoradio. So ging meine Fahrt weiter über den Alaska Hwy bis nach Haines in Kanada.In Haines bog ich nach links ab und landete Stunden später in Whitehorse. Da ich noch ein paar Tage Zeit hatte bevor mein Flieger ging, beschloss ich an den Atlin See zu fahren. Dort blieb ich 3 Tage. Verbrachte den Tag mit wandern und angeln auf Seeforellen die dann abends gegessen wurden. 3 Stück angelte ich von ca. 60 cm Länge. Sie schmeckten herrlich.
Auf dem Rückweg von Atlin Lake kam wieder eine Feuermeldung durch. Mein Weg nach Whitehorse war gesperrt. Also Karte raus und dann über die Cannel Road nach Ross River.
Natürlich war mir nicht ganz wohl bei der Sache denn die Cannol Road ist von dichten Wald umgeben und so gab ich ordentlich Gas. Doch der Körper verlangte irgenwann nach schlaf und nach einem ausgiebigem Abendessen und ein paar Büchsen GMD (Bier) legte ich mich an einem kleinen See schlafen.
Auf dieser Strecke habe ich 5 Schwarzbären gesehen. Allerdings waren die Kerle vorsichtig und verließen sofort die Straße wenn ein Auto in Sicht kam.
Am nächsten Morgen dann erreichte ich Ross River wo erst mal wieder eingekauft wurde und Sprit hatte ich auch keinen mehr. Gegen Nachmittag erreichte ich Carmacks.
Eine weitere Übernachtung hatte ich am Little Fox Lake wo ich Deutsche traf die schon 6 Monate unterwegs waren. Bis spät in die Nacht wurde erzählt.
Vom Little Fox Lake war es nicht mehr weit bis Whitehorse. Ausgiebig habe ich mir den Ort angesehen und zum Abschluß habe ich mich mal richtig verwöhnt mit einem Steak und reichlich Bier.
Dann kam der Flieger. Der Flug nach Fairbanks verlief ohne Zwischenfälle. Über Fairbanks lagen zu dieser Zeit dichte Rauchwolken vom Buschfeuer. Es sollen über 1000 Feuer in Alaska und Kanada gewesen sein.
Wehmütig schaute ich vom Flugzeug aus auf das Land meiner Träume. Wieder ging eine erlebnisreiche Zeit für mich zu Ende.
Habe ich vergessen: in Kennikott bzw. Mc Carthy war ich auch noch und habe die Brücke und das alte Kupferbergwerk bestaunt. Das Gebäude wird oder ist jetzt wieder instandgesetzt. Eine ausgiebige Wanderung zum Gletscher war auch sehr erlebnisreich. Die Fahrt nach Mc Carthy wird immer als risikoreich wegen platten Reifen beschrieben. Ich kann das nicht bestätigen.
Fortsetzung folgt