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Reiseberichte Hoher Norden

Reiseberichte über Alaska, Yukon, die Northwest Territories und Nunavut.


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Alt 26.11.2007, 11:07   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #1
alaskafireweeds
Newbie
 
Registriert seit: 24.03.2005
Beiträge: 14
Zwischen Elch, Bär und Karibou

Damals, ich war gerade 10- 12 Jahre alt, bekam ich den braunen Dierke Schulatlas. Dieser Atlas wurde meine spannenste Lektüre für viele Jahre.Das liegt jetzt über 45 Jahre zurück. Diese vielen, unbekannten Namen fazinierten mich und irgendwann bin ich mit dem Finger auf der Alaska-Karte gelandet.
Dort wollte ich hin und habe meinen Traum 2003 wahrgemacht.
Übers Internet fand ich eine Adresse in Fairbanks und auch eine Adresse in Sachsen. Mit dem Sachsen wollte ich eine Kanutour machen und der andere sollte uns ausrüsten.
So bin ich dann Ende Mai nach Fairbanks geflogen wo ich schon erwartet wurde. Am nächsten habe ich meinen Truck-Camper bei "GO-NORTH" in der Davis Road abgeholt und bin Rtg. Denali Hwy. gefahren. Am Stadtrand von Fairbanks sah ich dann meinen ersten Elch im Wasser stehen. Fast hinter jeder Kurve habe ich angehalten, so beeindruckt von einer Landschaft war ich noch nie. Eine Woche habe ich auf dem Denali Hwy. verbracht, aber keinen Bären gesehen. Dieses sollte die ganzen 7 Wochen so sein.
Wieder zurück in Fairbanks habe ich bei Fred Meyers eingekauft. Die Kanutour stand an. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, wurde der Sachse und ich zum Nome Creek gefahren. Dort war unser Input. Bei Niedrigwasser haben wir unser Kanu öfter ziehen müssen. Am Anfang eine schöne plakkerei ,denn das Kanu war ja hoch beladen. Bald hatten wir aber den Beavercreek erreicht, der hatte mehr Wasser. Unterwegs sahen wir Bieber, Elche mit und ohne Kalb, Dallschafe und Widder und fast am Ende der Tour sagar einen Wolf aus ca. 30 Meter Entfernung. Für mich als Jäger das Absolute . Nach 14 Tagen erreichten wir Victoria Creek. Dort wollten wir es uns in einer der Hütten gemütlich machen und auch noch einige Tage nach Gold suchen. Doch der Bär hatte eine Hütte aufgebrochen und Lebensmittel gefunden die aus Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit einfach so auf dem Tisch standen. Der Bär hat sich sicherlich gefreut und so sah die Cabin auch hinterher aus als er mal in den vorhandenen Feuerlöscher gebissen hatte. Die Flucht ging dann durchs geschlossenen Fenster. Am nächsten Tag riefen wir per Sat-Telefon einen Piloten von Wright Air an ,der uns am Nachmittag mit seiner Beaver abholte. Der Aufenthalt in der Hütte war uns doch zu gefährlich, der Bär konnte ja jeden Moment zurück kommen.
Zurück in Fairbanks mietete ich einen Truck und dann bin ich in den Norden nach Prudhoe aufgebrochen. Alle Eindrücke hier zu schildern würde den Rahmen sprengen. Auf dem Rückweg fuhr ich einen Reifen platt. Ein Trucker, den ich anhielt, hat mir beim Radwechsel geholfen.
Nach einigen Tagen war ich wieder in Fairbanks. Ich mietete einen PKW und mein Weg führte mich nach TOK, SEWARD; ANCHORAGE, Valdez, Homer. Sicherlich könnte ich jetzt meine Erlebnisse die ich Unterwegs hatte aufschreiben. Doch wie gesagt, es würde hier den Rahmen sprengen.
Die ersten 5 Wochen hatte ich jetzt hinter mich gebracht und so langsam wurde ich des Fahrens müde. Es sind ja auch nur 4000 km gewesen. Ein Bad in Cheena Hot Springs brachte mich wieder auf Schwung und ich beschloss dort, nach Circle am Yukon zu fahren. Mit dem allerletzten Tropfen Sprit kam ich dort spätabends an. Ein älterer Ureinwohner spielte mit seinem Enkel am Flussufer Fussball.Das soll heissen, er versuchte den Ball zu treffen. Aber er war so besoffen, das daraus fast nichts wurde. Seine Frau saß kichernd im Auto. Leider sprachen beide fast nur Dialekt und ich verstand rein nix. Als ich von den vielen Mosquitos genug hatte, bin ich in meinen Truck gestiegen und am Ortsrand habe ich mich zum schlafen gelegt.
Die letzte Woche ist angebrochen. Fast jede Straße bin ich gefahren, in Homer ein paar Stunden über Gletscher geflogen, Museen besucht, usw. usw.. Und was jetzt? Die Frau von Rolf Meier(GO NORTH) brachte mich auf die Idee mit dem Postflieger eine Runde zu drehen. Ich fuhr ins zuständige Büro und am Montag sollte mein Flug über den mittleren/westlichen Teil Alaskas um 8 Uhr beginnen. Was war? Regenwetter! Trotzdem, die Post mußte raus. So kam ich dann mit dem Postflugzeug bis nach Kaltag am Yukon, Nulato, Koyukuk, Galena, Ruby, Tanana. Da zwischendurch immer wieder die Wolkendecke aufriss, wurde der Flug doch noch zu einem Erlebnis.
Nach 7 Wochen und 6000 km mit Sonnenschein und Temperaturen bis fast 25 Grad Celsius ging es dann mit Condor wieder nach Hause.
Fortsetzung folgt

Geändert von alaskafireweeds (26.11.2007 um 11:17 Uhr)
alaskafireweeds ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.11.2007, 19:05   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #2
Kali
eh. AF-Fan
 
Benutzerbild von Kali
 
Registriert seit: 29.10.2005
Beiträge: 3.457
Bilder: 15
Toll, aber habe ich das richtig gelesen, du hast einen Truck( LKW) geliehen? Ich habe ja auch Bilder von Trucks auf deiner Seite gesehen.
Kali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.11.2007, 20:23   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #3
Juni Frau
Dual Citizen
 
Benutzerbild von Juni
 
Registriert seit: 13.05.2006
Ort: Kingdom of Germarica :-)
Beiträge: 153
Bilder: 19
Juni eine Nachricht über ICQ schicken Juni eine Nachricht über Skype™ schicken
Zitat:
Zitat von Kali Beitrag anzeigen
Toll, aber habe ich das richtig gelesen, du hast einen Truck( LKW) geliehen? Ich habe ja auch Bilder von Trucks auf deiner Seite gesehen.
Unter "Truck" versteht man hier einen Pickup (mit Ladeflaeche) und ein "Semi Truck" ist was man in Deutschland unter einem LKW versteht.
Juni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2007, 07:54   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #4
alaskafireweeds
Newbie
 
Registriert seit: 24.03.2005
Beiträge: 14
.. damit wäre die frage ja beantwortet.
alaskafireweeds ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2007, 19:31   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #5
Murphy Frau
Amerika Kenner
 
Benutzerbild von Murphy
 
Registriert seit: 23.02.2006
Ort: Mannheim
Beiträge: 431
Bilder: 16
Murphy eine Nachricht über Skype™ schicken
Habe ich das richtig verstanden, es gibt eine Möglichkeit mit dem Postflugzeug mitzufliegen?

LG Ulli
Murphy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2007, 08:21   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #6
alaskafireweeds
Newbie
 
Registriert seit: 24.03.2005
Beiträge: 14
...ja gibt es. das büro ist in der straße wo die kleinflugzeuge stehen. also auf der anderen, gegenüberliegenden seite vom flughafengebäude. wie das büro heißt habe ich vergessen, aber frage bei "GO NORTH" in der Davis Road nach.
diese straße liegt ganz in der nähe. Rolf Meier wird dir gerne weiterhelfen.
mich hat der spaß $ 180.- gekostet, für 5 stdn. fliegen. weitere flüge gehen in die Brooks Range oder rtg. TOK. leider habe ich den flugplan nicht mehr, so weiß ich nicht die genauen orte. du mußt dich aber am besten 1 woche vorher anmelden, damit für dich neben dem piloten ein platz frei ist.
ich hoffe ich habe dir die frage jetzt ausreichend beantwortet.
alaskafireweeds
alaskafireweeds ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2007, 11:04   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #7
alaskafireweeds
Newbie
 
Registriert seit: 24.03.2005
Beiträge: 14
Alaska / Kanada 2004 Fortsetzung von "Zwischen Bär, Elch und Karibou

Irgendwie hatte mich Alaska gepackt und ich beschloß kurz nachdem ich wieder zu Hause war, zu einer weiteren Alaskatour aufzubrechen.Diesemal ging mein Flug mitte Juni mit Condor bis nach Whitehorse. Dort holte ich meinen Truck-Camper ab und machte mich auf den Weg Rtg. Skagway. Unterwegs sah ich dann meinen ersten Bären. Er stand im Straßengraben und schubberte sich den Rücken an einem Baum. So konnte ich aus 3 Meter Entfernung sehen, wie groß der kleine Schwarzbär ist. Fotos habe ich nicht gemacht. In Skagway war ich 2 Tage und dann ging meine Fähre. Vorher bin ich aber noch zum Chilkoot Trail gefahren und habe mich dort im Tal umgesehen. von Weitem sah ich den Pass wo die Leute damals rüber sind. Da kamen mir doch ein paar Gedanken über diese vollbrachte Leistung.
Haines fand ich nicht Sehenswert und so bin ich weiter Rtg. Fairbanks um dort Bekannte zu treffen. Es war ein freudiges wiedersehen. Da mich Cheena Hot Springs mit den warmen Quellen lockte, ein Bad war sowieso fällig, bin ich dorthin gefahren. Die kleinen Bäche dort sind voll von goldig schimmerndem Flitter. Cheena liegt in einem wunderschönen Tal. Im Winter wird dort auch Ski gefahren.
Kurz vor Fairbanks liegt Fox. Dort habe ich an einer Wasserquelle meinen Vorrat ergänzt. Diese Quelle hat das beste Wasser in ganz Fairbanks. Sehr viele Leute holen dort Wasser in Kanistern. Es kostet nichts. Die Quelle befindet sich auf der linken Seite wenn man über die Kreuzung Rtg. Norden fährt. Mit meinen Wasservorräten machte ich mich dann auf den Weg zum Nome Creek wo ich ein Jahr zuvor mit dem Kanu den Einstieg hatte. Da der Steese Hwy gut zu fahren ist, kam ich auch gut voran. Irgendwo gings dann links ab in die Berge zum Nome Creek. Immer wieder habe ich auf den Höhen angehalten und nach Tieren Ausschau gehalten. Aber die Bühne war leer. 3 Tage war ich am Nome Creek, bin viel gewandert oder habe den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.( soll heißen: faulenzen).
Noch einmal reizte mich der Denali Hwy. So machte ich mich auf den Weg. Aber was war passiert? Viele Stellen waren begradigt worden wo früher Parkbuchten waren. Irgendwie hatte der Hwy seinen alten Reiz verloren und nach 2 Tagen war Cantwell erreicht. Unterweg sah ich in großer Entfernung 5 Dallschafe. Ein Widder war nicht dabei.
Über Wassila und Palmer erreichte ich den Moose Pass bei Seward. Dort hatte ich ein Jahr zuvor Bob kennengelernt. Bob hatte gerade einen mittelgroßen Schwarzbären erlegt der sich nachts an seinem Stall mit Tieren zu schaffen gemacht hatte. Der ausgeweidete und enthäutete Bär lag auf dem Küchentisch und Bob schnitt das Fleisch in Stücke.
Weiter geht´s: Fortsetzung
Irgendwann nach langen reden über dies und das bin ich dann doch noch nach Seward gekommen. Der Hafen war für mich am Interessantesten. Heilbutfischer löschten gerade ihren Fang und nahmen die ca. 1 m großen fische aus. Das Fischblut floss in strömen ins Hafenbecken. Dann fand ich eine Fischfabrik, neugierig wie ich bin, wollte ich diese auch besichtigen. Kaum hatte ich das große Hallentor geöffnet schlug mir ein entsetzlicher Gestank entgegen. Es roch irgenwie nach Amoniak oder auch Pferdepisse. Es wird wohl was anderes gewesen sein hoffe ich. Schnell wurde das Tor wieder geschlossen, da wollte ich nichts mehr besichtigen. An einem anderen Anleger sah ich dann einen Mann der Lachs filetierte. Ich schaute ihm eine Weile zu und bat ihn dann um ein Stück für meine abendliche Grillmahlzeit. Er schenkte mir freundlicherweise 2 herrliche Filets. Nachdem ich am nächsten Tag das örtliche Museum besucht hatte, bin ich weitergefahren nach Valdez. Am Ölterminal war ich nicht, mich interessierte die Stadt und so landete ich wieder im Museum. Besonders gut hat mir die Stadt nicht gefallen. Irgenwann war ich dann in Tok, denn ich mußte so langsam wieder Rtg. Whitehorse. Eigentlich wollte ich über Chicken nach Dawson fahren, doch der Taylor Hwy war wegen einer Feuermeldung gesperrt. Diese Nachricht hörte ich dann auch im Autoradio. So ging meine Fahrt weiter über den Alaska Hwy bis nach Haines in Kanada.In Haines bog ich nach links ab und landete Stunden später in Whitehorse. Da ich noch ein paar Tage Zeit hatte bevor mein Flieger ging, beschloss ich an den Atlin See zu fahren. Dort blieb ich 3 Tage. Verbrachte den Tag mit wandern und angeln auf Seeforellen die dann abends gegessen wurden. 3 Stück angelte ich von ca. 60 cm Länge. Sie schmeckten herrlich.
Auf dem Rückweg von Atlin Lake kam wieder eine Feuermeldung durch. Mein Weg nach Whitehorse war gesperrt. Also Karte raus und dann über die Cannel Road nach Ross River.
Natürlich war mir nicht ganz wohl bei der Sache denn die Cannol Road ist von dichten Wald umgeben und so gab ich ordentlich Gas. Doch der Körper verlangte irgenwann nach schlaf und nach einem ausgiebigem Abendessen und ein paar Büchsen GMD (Bier) legte ich mich an einem kleinen See schlafen.
Auf dieser Strecke habe ich 5 Schwarzbären gesehen. Allerdings waren die Kerle vorsichtig und verließen sofort die Straße wenn ein Auto in Sicht kam.
Am nächsten Morgen dann erreichte ich Ross River wo erst mal wieder eingekauft wurde und Sprit hatte ich auch keinen mehr. Gegen Nachmittag erreichte ich Carmacks.
Eine weitere Übernachtung hatte ich am Little Fox Lake wo ich Deutsche traf die schon 6 Monate unterwegs waren. Bis spät in die Nacht wurde erzählt.
Vom Little Fox Lake war es nicht mehr weit bis Whitehorse. Ausgiebig habe ich mir den Ort angesehen und zum Abschluß habe ich mich mal richtig verwöhnt mit einem Steak und reichlich Bier.
Dann kam der Flieger. Der Flug nach Fairbanks verlief ohne Zwischenfälle. Über Fairbanks lagen zu dieser Zeit dichte Rauchwolken vom Buschfeuer. Es sollen über 1000 Feuer in Alaska und Kanada gewesen sein.
Wehmütig schaute ich vom Flugzeug aus auf das Land meiner Träume. Wieder ging eine erlebnisreiche Zeit für mich zu Ende.

Habe ich vergessen: in Kennikott bzw. Mc Carthy war ich auch noch und habe die Brücke und das alte Kupferbergwerk bestaunt. Das Gebäude wird oder ist jetzt wieder instandgesetzt. Eine ausgiebige Wanderung zum Gletscher war auch sehr erlebnisreich. Die Fahrt nach Mc Carthy wird immer als risikoreich wegen platten Reifen beschrieben. Ich kann das nicht bestätigen.

Fortsetzung folgt

Geändert von alaskafireweeds (29.11.2007 um 14:43 Uhr)
alaskafireweeds ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2007, 19:32   Zwischen Elch, Bär und Karibou Beitrag #8
Kali
eh. AF-Fan
 
Benutzerbild von Kali
 
Registriert seit: 29.10.2005
Beiträge: 3.457
Bilder: 15
Ich dachte ein Pickup ist ein Pickupso wie überall deshalb wunderte mich der Satz mit dem LKW.
Aber so ist alles klar.
Kali ist offline   Mit Zitat antworten
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