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Reiseberichte Hoher Norden

Reiseberichte über Alaska, Yukon, die Northwest Territories und Nunavut.


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Alt 13.06.2011, 14:06   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #1
Thanee Frau
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Yukon for beginners - in 20 Tagen

Hallo miteinander!

In gut zwei Wochen geht es wieder mit dem Truck-Camper durch Canada. Bei unseren Reisevorbereitungen dafür habe ich mein Yukon-Reisetagebuch von 2009 gefunden. Zum Einstimmen habe ich es digitalisiert und mir gedacht, dass es vielleicht auch hier reinpaßt. Ich werde es nur in mehreren Etappen schaffen, also bitte ev. ein bisschen Geduld.

Nur kurz fürs Verständnis: Ich war bei diesem Canada-Urlaub Ersttäterin und aus diesem Blickwinkel habe ich auch geschrieben. Mein Mann Mike hatte mehr Outdoor-Erfahrung, er war 1989 schon mal mit dem Kanu 3 Wochen von Whitehorse nach Dawson unterwegs, kannte die Gegend also schon etwas, wenn auch aus anderer Perspektive. Laßt uns also beginnen:

WHITEHORSE - DAWSON CITY

Montag, 6.Juli 2009 - 1. Tag

WHITEHORSE


Anflug von Österreich via Frankfurt-Vancouver nach Whitehorse ohne besondere Vorkommnisse. Total müde nach dem 24h-Trip checken wir im „Canadas Best Value Inn“ direkt am Yukon ein, erkunden noch ein wenig die Umgebung zu Fuß. Fraserway kontaktiert – morgen um 10:00 werden wir abgeholt. Beruhigende Zeilen an die Lieben daheim via E-Mail vom Hotel-Internet aus, weil Mike`s Quad-Band - Handy hier kein Netz findet (das wird auch die restlichen 3 Wochen so bleiben).


Dienstag, 7.Juli 2009 - 2. Tag


WHITEHORSE – LAKE LABERGE CG (Klondike Hwy)

Am Morgen gibt es ein typisches canadisches Frühstück mit Eierspeis, Bacon, Bratkartoffeln, 2 Pancakes mit Ahornsirup, schon gebuttertem Toast mit Erdbeermarmelade + refill Coffee im Hotel. Jeden Tag so ein Frühstück und wir brauchen zum Heimfliegen jeder 2 Sitze.

Später geht’s zu Fuß zum nahe gelegenen Visitor-Center, dort werden wir mit jeder Menge Broschüren eingedeckt, teilweise sogar in Deutsch verfaßt. Sehr hilfreich die Government Campground Karte für YT, für jede Stadt an der geplanten Route gibt‘s eigene Heftchen mit Stadtplan und “Werbeeinschaltungen“ die ich zuerst überblättere, die sich aber später überraschenderweise z.B. bei der Suche nach Dumping-Möglichkeiten oder Public Laundry’s als sehr hilfreich erweisen werden. Auch die Angebote der privaten Campgrounds sind darin gut zu vergleichen.
Hier unsere Route:



Danach bekommen wir bei Fraserway endlich unseren Truck-Camper. Einen Dodge - fast neu! Und eine sehr freundliche, deutschsprachige und ausführliche Einführung. Neben uns ein Schweizer Pärchen, die ein Slide-out-Modell gewählt haben. Wir bekommen die Unterschiede der beiden Modelle mit und sind heilfroh, daß wir uns für die normale Variante entschieden haben, da so ein kurzes Einsteigen zwischendurch wesentlich schneller und unkomplizierter geht. Innenleben klein, aber fein - sogar mit Freezer. Gerade passend für zwei Leute mit Hang zum Outdoor-Erlebnis.





Eine sinnvolle Idee ist der Gratis-Flohmarkt bei Fraserway: Hier haben Urlauber alle möglichen Utensilien hinterlassen, die ihnen nach ihrem Trip übrig geblieben sind und zu schade zum wegwerfen sind. Wir finden z.B. Kartoffeln, aber auch Papier-Küchentücher, eine große Packung Salz, Spülmittel und vieles mehr. Schont durchaus etwas unser Einkaufsbudget bei der anschließenden Shopping-Tour.

Fast der ganze Nachmittag ist mit Einkaufen ausgefüllt und danach geht‘s los zum Lake Laberge, ca. 30 km nördlich von Whitehorse. Hier waren Mike und sein Freund vor 20 Jahren zu ihrer Kanu-Tour Richtung Dawson aufgebrochen. Wir gehen es diesmal etwas komfortabler an und finden auf dem “Lake Laberge“ Campground (=CG) direkt am Wasser ein schönes Plätzchen, da nur 3 oder 4 andere Campsites belegt sind.


Faszinierend das Bezahl-System hier – man steckt die CDN 12.-/Nacht in ein Papiersäckchen, das man zuvor mit den Grunddaten (zB. Name, Anzahl der Ü-Nächte, Autonummer, Personenanzahl etc.) versehen hat und wirft das dann in eine Art kleinen Postkasten. Den Abriß-Teil des Säckchens klemmt man aber an einen kleinen Pfosten am Eingang zur eigenen Campsite. Die werden irgendwann mal eingesammelt. Finde ich schön, daß hier auf Vertrauensbasis gebaut wird. Und 12 CDN pro Nacht für die angebotene Infrastruktur finde ich sehr moderat. Hier Beispiele was u.a. auf jedem Government CG im YT zu finden ist. Viele haben auch noch Wasserpumpe, eine größere überdachte Koch- und Picknick-Stelle, eine Bootrampe o.ä. Alles im CG-Führer übersichtlich im vorhinein erkennbar.





Unser erstes Lagerfeuer-Abendessen – traumhaft. Wir haben uns einen Hand-Grillrost gekauft, in den man das Fleisch einspannen kann, damit wir das Fleisch nicht direkt auf den Fire Pit Grillrost (da gab‘s schon sichtbar VIELE Griller vor uns) oder eine Alufolie legen müssen. So ist auch die richtige Bräunung problemlos UND man hat den typischen Lagerfeuer- Geschmack (ich weiß –> ungesund! - aber lecker )



Die Nacht ist eher unruhig. Einerseits wandert unüberhörbar etwas hartnäckig auf unserem Dach herum - wir vermuten ein Porcupine, verzichten aber auf eine direkte Nachschau. Andererseits haben wir Kopfweh und Schweißausbrüche. Wir sind nicht sicher, ob es Klima/Jetlag mäßige Ursachen hat oder es die Bettdecken sind, die nach fremden ungewaschenen Füßen riechen. Die Bettwäsche roch anfangs frisch gewaschen, aber jetzt dringen offenbar die Gerüche der Decke darunter durch



Mittwoch, 8. Juli - 3. Tag

LAKE LABERGE CG – MOOSE CREEK CG (North Klondike Hwy)


Morgenkaffee am Lagerfeuer – das ist Urlaub!
Danach Aufbruch am Klondike Hwy Richtung Carmarks, erster Tankstopp und dann weiter zu den Five-Finger-Rapids. Auf dem Weg dorthin unsere erste Wildtier-Sichtung: ein 12-Ender. Den kurzen Trail direkt zu den Felsen schaffen wir mit Leichtigkeit – es geht ja auch 232 Stufen hinunter bevor man unten durch lichten Wald gemütlich wandert.



Die Stromschnellen sind auch noch beim aktuellen niedrigen Wasserstand eindrucksvoll und man kann sich vorstellen, warum hier früher die Dampfschiffe vom Land aus Unterstützung brauchten um stromaufwärts daran vorbei zu kommen. Lieber nicht vorstellen will ich mir die Padellei stromabwärts, die Mike hier vor 20 Jahren bei etwas höherem Wasserstand liefern musste, um heil drüber zu kommen.




Am späteren Nachmittag fahren wir wieder einen Government CG an: “Moose Creek“ Zuerst die Bettdecken zum Auslüften rausgehängt, nochmals so eine Nacht – nein danke. Zum Glück haben wir unsere Schlafsäcke + zwei Wolldecken mit. Der Abend klingt solange am Lagerfeuer aus bis uns die nächste Wildtier-Begegnung in Form von Mosquitos überzeugt, dass es Indoor auch nett sein kann.

Allerdings hält diese Überzeugung nur bis 3 Uhr Früh – die Viecher haben irgendwo ein Schlupfloch gefunden und sind zu 15.(!) im Camper . Zu meinem Glück finden sie Mike viel anziehender als mich und fallen über ihn her. Dafür übernehme ich dann die Vertreibung aus dem Mossie-Paradies und erlege sie ALLE. Als wir gerade wieder einschlafen, beginnt es zu regnen und wir starten die Decken-Rettungsaktion. Das stundenlange Auslüften hat überhaupt nichts gebracht, also opfern wir kostbaren Stauraum und sperren die Decken weg - und haben nie wieder Kopfweh.


Donnerstag, 9. Juli 2009 – 4. Tag


MOOSE CREEK CG - GOLD RUSH CAMPGROUND DAWSON CITY (North Klondike Hwy)


Nach der ereignisreichen Nacht gönnen wir uns ein spätes Frühstück und brechen erst gegen Mittag Richtung Dawson auf. Nach den guten Erfahrungen in Whitehorse steuern wir erst mal das Dawson Visitor Center an und treffen dort sogar auf eine deutschsprachige freundliche Dame mit hilfreichen Info’s und noch mehr wirklich interessanten Broschüren für den Dempster Hwy.


Wir entscheiden uns diesmal für einen privaten RV-Park direkt Downtown, damit wir kurze Wege haben und mal Full-hook-up kennenlernen. Diese Vorteile bringen auch Nachteile mit sich. Von der bisherigen CG Romantik mit Lagerfeuer oder uneinsehbaren Campsites ist hier nichts zu merken. Wagen neben Wagen - fast wie daheim
“zweckdienlich“ trifft es vielleicht am besten. Dafür gibt es eine Möglichkeit zum Wäsche waschen, ausgiebig Duschen und wir können unseren Toaster endlich auch nutzen. Da es immer wieder zumindest kurz regnet, beschließen wir es uns “daheim“ gemütlich zu machen und Dawson erst morgen zu erkunden. Mossis fühlen sich in Dawson offensichtlich nicht sehr wohl - wir sind noch keinem begegnet. Eine sympathische Stadt!

Geändert von Thanee (13.06.2011 um 14:41 Uhr)
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Alt 14.06.2011, 21:06   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #2
Thanee Frau
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Dawson-Dempster-Inuvik-Dawson

Freitag, 10. Juli 2009 – 5. Tag

DAWSON CITY – TOMBSTONE MOUNTAIN CG (Klondike Hwy/ Dempster Hwy)

12 Stunden Schlaf! Wir haben alles nachgeholt, nur kurz um Mitternacht eine Schlafpause eingelegt, um den Sonnenuntergang (!) zu beobachten. Gut ausgeschlafen bringen wir erstmals dafür problemlos das Dumpen hinter uns und füllen Frischwasser auf. Um 9:00 brechen wir bei herrlichem Wetter zum Midnight-Dome oberhalb von Dawson auf. Es hat sich ausgezahlt zuzuwarten – wir haben 24°C und klare Sicht flussaufwärts auf den Zusammenfluss von Klondike (schwarz) und Yukon (grau)



und flussabwärts Richtung Alaska.


Danach wieder runter nach Dawson und im Infocenter den neuesten Wetterbericht und Waldbrandmeldungen für die nächsten Tage am Dempster Hwy einholen. Es fällt uns schwer bei diesem tollen Wetter an die angekündigte Regenfront zu glauben.

Nachdem wir die nächsten Tage am Dempster Hwy unterwegs sein werden, melden wir uns daheim sicherheitshalber mal per Telefon - direkt vor dem Infocenter. Telefonieren mit Kreditkarte! Ungewohnt, aber praktisch. Meine Visa-Card erweist sich als die akzeptiertere als Mike’s Master-Card (das werden wir auch im weiteren Verlauf und nicht nur beim Telefonieren merken).

Danach wird Dawson City erkundet. Hier werden die Straßen nicht mit Kehrmaschinen-Autos gewaschen, sondern mit Planierauto`s incl. Sprenkelanlage bearbeitet. Ungewohnt für eine Mitteleuropäerin, aber ein Vorgeschmack auf die Gravel Roads, die nun auf uns zukommen.

Wir besorgen uns noch eine Türdichtung für unsere Fliegengitter-Eingangstür und die Fenster, denn weitere Moose-Creek-Nächte brauchen wir nicht mehr und brechen dann Richtung Dempster auf. 40 km zurück auf dem Klondike Hwy und an der Kreuzung die letzte Tankstelle für die nächsten 370 km genutzt.

Wir fahren nur bis zum “Tombstone Mountain“ CG 72 km weiter - fast menschenleer und wir haben freie Auswahl bei den Campsites. Wir finden einen idyllischen Platz direkt am Bach, mitten im Wald und mit Heckenrosen geschmückt. Es hat zwar leicht zu regnen begonnen und nur noch 15°C, aber wir machen uns trotzdem sofort daran unser geliebtes Lagerfeuer anzuwerfen. Der Wettergott hat ein Einsehen und lässt die Sonne wieder durchkommen, sodass wir es uns in unseren Campingstühlen gemütlich machen können. Ich nutze die Gelegenheit und wage mich erstmals an eine Axt heran. Allerdings nur zum Kleinholz machen, aber es klappt trotzdem schon ganz gut *stolz sein*
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Alt 14.06.2011, 21:25   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #3
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Dawson-Dempster-Inuvik-Dawson

Samstag, 11.Juli – 6.Tag

TOMBSTONE MOUNTAIN CG – ROCK RIVER CG (Dempster Hwy)

Irgendwie ist es ganz praktisch, dass ich wenigstens mein Reisetagebuch habe, sonst wüsste ich gar nicht mehr, welchen Tag wir haben. Herrlich so ohne Termine und Kalender und keiner will etwas von mir

Wir beginnen den Tag mit Lagerfeuer-Toast und -Kaffee bei Sonnenschein. Schon bald nach der Abfahrt Richtung Eagle Plains begegnen uns Trappen und ein Fuchs, ein wenig später sogar ein “diving moose“ im 2-Moose-Lake. Als wir am See ankommen, ist er spiegelglatt und auf einmal taucht mitten im See dieses Moose auf. Hat in den Grünpflanzen unter Wasser gegrast – man muss also nur wissen, wo die Delikatessen zu finden sind.



Danach wird es, wie vorhergesagt, regnerisch und die Straße ziemlich seifig bzw. verklebt der Gatsch das Reifenprofil, setzt sich überall fest und verwandelt unser rotes Auto in ein graues.




Das Wetter macht einem nicht gerade Lust auf herumwandern und auch die Aussichten aus dem Auto raus sind zwar interessant, aber doch beeinträchtigt und auch nicht phototauglich, sodass wir Eagles Plains direkt ansteuern. Auch deshalb, weil uns unser Auto so ca. 80 km davor per Bordcomputer mitteilt, dass irgendwas nicht funktioniert und wir die nächste Servicestation anlaufen sollen. Das Handbuch zum Dodge gibt uns auch keine Erklärung für diese Meldung. Wir merken eigentlich nichts, kein Geräusch, kein verändertes Fahrverhalten o. ä., machen uns aber auf direktem Weg nach Eagles Plains.


Auch dort hat sich die Regenfront ausgetobt und der riesige Platz vor dem Hotel und der Tankstelle ist eine einzige Schlamm-Grube. Wir sind froh, dass unser Auto ein geländegängiges Modell ist, damit wir im Gatsch nicht stecken bleiben. Zur Not wäre aber auch noch der Vierrad-Antrieb da. Wir tanken wieder und fragen den Tankwart, was er zu unserer Computer-Meldung meint. Er ist ja im Umkreis von 350 km die einzige Servicestation. Er zeigt sich weniger beeindruckt als wir und meint, dass durch den Gatsch vielleicht irgendein Filter verdreckt wäre. Wir könnten dann ja später mal bei Fraserway anrufen und nachfragen was wir tun sollen.

OK. Eine klassische Situation. Es ist Wochenende Abend – kein Mensch wird bis Montag bei Fraserway abheben. Wir bedanken uns und machen uns auf die Suche nach einer trockeneren Umgebung, nachdem sich der Servicemann nicht sehr beunruhigt gezeigt hat und unser Auto bis jetzt außer dieser Meldung keine Beschwerden erkennen lässt.

Und wirklich – bald nach Eagle Plains wird das Wetter etwas besser und es hört auf zu regnen. Einige Motorradfahrer kommen uns im Schritttempo und den Füßen in Bodennähe entgegen und schauen ziemlich fertig aus – sie haben unser Mitgefühl. Denn wir wissen auch, wo wir gerade herkommen und was sie noch erwartet. Sie dürften gerade am Arctic Circle Rast gemacht haben, denn der liegt gleich vor uns. Als wir vom Dempster in den Parkplatz abbiegen wollen, merken wir erst richtig WIE gefährlich es ist, denn das Auto rutscht an der Einfahrt vorbei. Zum Glück sind wir die einzigen auf der Straße und die ist auch breit genug.

Der Arctic Circle lädt nicht wirklich zum Verweilen ein und wir steuern nach kurzem Stop den nächsten CG, der kurz vor der Grenze zu den Northwest Territorries liegt, an. Hier bekommt der Horror für mich einen Namen: Rock River CG. Etwas tiefer als der Dempster in einer Talmulde an einem kleinen Fluss gelegen, wachsen dort sogar höhere Nadelbäume als zuletzt gesehen, es dürfte dort etwas wettergeschützter und wärmer sein. Ein hübscher kleiner CG, richtig idyllisch, kein Mensch dort. Wir freuen uns über die Auswahlmöglichkeiten - aber nur solange bis wir das Auto verlassen. Myriaden von Mosquitos umschwirren uns. Nicht nur den Bäumen gefällt das milde Klima hier.

Nachdem die Fahrt heute kein Zuckerschlecken war und es schon später ist, beschließen wir, dass ein paar Mossies wohl nicht sooo schlimm sind. Mike lehnt allerdings jegliches Feuermachen ab und so einigen wir uns auf ein einmaliges Auschecken einer Person zum Zwecke der ordnungsgemäßen Anmeldung/Bezahlung, denn mit jedem Öffnen der Türe haben wir mindestens 10-20 neue, fliegende Mitbewohner, die wir auch wieder loswerden müssen. Mike nutzt die Möglichkeit seine letzte Zigarette für heute auch als Mossie-Schutz einzusetzen, ich werde bis morgen zur Nichtraucherin.
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Alt 14.06.2011, 21:53   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #4
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Sonntag, 12. Juli 2009 – 7. Tag

ROCK RIVER CG – INUVIK (Dempster Hwy)


Nachdem wir gestern umfeldbedingt schon bald im Bett waren, wachen wir schon sehr früh auf und verlassen diesen ungastlichen Ort so schnell wie möglich. Das Morgenritual wird auf einen kurzen Indoor-Kaffee beschränkt und dann versuchen wir, mit möglichst wenig “Begleitung“ vom Wohntrakt zur Fahrerkabine zu wechseln. Ein frommer Wunsch, aber bis wir wieder auf dem Dempster sind, haben wir alle Schwarzfahrer mehr oder weniger freundlich verabschiedet.


Von gestern noch mindestens 10 kg Schlamm am Auto - mittlerweile hart wie Beton - fahren wir jetzt wesentlich entspannter auf meist trockener Straße über die Northwest Territorries Grenze. Es geht durch die Richardson Berge - eine beeindruckende Landschaft mit viel schwarzem Gestein. So ganz anders als unsere Alpen.



Die Landschaftsformen verändern sich immer wieder, ebenso die Farbe der Straße. Mal ist sie schwarz, mal rot, mal grau – was das Material aus der Gegend gerade hergibt.


Unsere erste Flußüberquerung per Fähre über den Pelly River bringt nur eine geringe Mossie-Verbesserung, aber nach einigem “Applaus“ sind die Toiletten im Infocenter benutzbar. Der freundliche Infocenter-Betreiber lächelt wissend, als er hört, wo wir die letzte Nacht verbracht haben. Er selbst dürfte als First Nation-Mitglied vermutlich auch einiges gewohnt sein, aber auch er hat in seinem Infocenter eine Outdoor-Räucherspirale brennen. Ich finde es gemütlich bei ihm.


Danach gibt es viele gerade Straßenabschnitte, mit vielen Seen links und rechts, einer Fuchs-Mutter mit ihren zwei Kleinen, aber auch abgebrannte Drunken Forrest begegnen uns, generell werden die Bäume Richtung Norden immer kleiner, weil die Wärmeperiode so kurz ist.








Bei der zweiten Fluß- Fähre, diesmal über den MacKenzie River, zeigt sich erstmalig ein positiver Aspekt des Mossie-Themas: Hier haben sich Schwalben ihre Nester unter der Kapitänsbrücke gebaut und fliegen immer mit der Fähre hin und her. Es muss fast ein Schwalben-Paradies sein – keine Feinde und Futter in Hülle und Fülle.





Die Straße danach bis Inuvik ist fast anstrengender zu fahren als gestern im Schlamm, weil eintöniger. Sie ist großteils sehr gerade und der Staub, schummelt sich hinten sogar durch die geschlossenen Türen (mit mossie-sicherer Türdichtung!) rein und lässt sich auf allem nieder. Ich kehre bei jedem Essensstop zuerst die Arbeitsfläche und den Tisch ab, bevor ich wischen kann. Als günstig erweist es sich auch, auf die Windrichtung zu achten, wenn einem ein Truck entgegen kommt, sonst hat man in der dichten Staubwolke hinter ihm kurzfristig ein kleines Orientierungsproblem. Bei Windstille sogar mittelfristig.




Am “Happy Valley CG“ mitten in Inuvik finden wir eine nette, etwas abseits liegende Campsite mit Stromanschluß. Erstmals und auch das einzige Mal zahlen wir für das Feuerholz extra CDN 5.- pro Armvoll. Verständlich, nachdem hier die Bäume eher Mangelware sind.

Mit knapp 20°C ist es hier überraschend warm, aber zunächst bewölkt. Erst gegen Abend klart es auf und wir können doch noch der Mitternachtssonne zuschauen, wie sie um 2:00 nachts am nördlichen Horizont entlangwandert. Unvergesslich .
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Alt 14.06.2011, 22:17   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #5
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Dawson-Dempster-Inuvik-Dawson

Dienstag, 14. Juli 2009 – 8.Tag

INUVIK – KLONDIKE RIVER CG (Dempster Hwy)

Bummel durch Inuvik. Auffallend die Pfahlbauweise der Häuser wegen des Permafrostbodens. An der bekannten Iglu-Kirche kommt man automatisch vorbei – Inuvik ist nicht sehr groß (ca.3600 Einwohner), wobei die Größe der Schule anderes vermuten lässt. KFC, Pharmacy, Supermarkt und Pizzahut teilen sich einen Laden, der Liquor-Store muss - vermutlich aus gesetzlichen Gründen - mit eigener Tür und Verkaufsraum (dafür aber gleich nebenan) vorlieb nehmen – ein Einkaufscenter mal ein bisschen anders - sympathisch.





Einen Schwimmbad-Besuch müssen wir leider streichen – Mo+Di geschlossen Also haben wir uns noch einen Besuch im Visitor Center gegönnt und einiges über die Umgebung und die Geschichte erfahren. Etwas früher als geplant brechen wir wieder gegen Süden auf, auch weil für die nächsten Tage wieder Schlechtwetter angesagt wird.

Das Wetter ist dann auch die ganze Fahrt über optimal, teilweise erreicht das Thermometer 23°C und wir können endlich auch jene Gebiete genießen und photographieren, die es vorgestern verregnet hat. Wir erwischen - je nach Höhenlage - immer wieder Fire weed in voller Blüte.



Am Dempster erlebt man abwechselnd (fast) alle Höhenlagen. Von knapp 0 m (im MacKenzie-Delta) geht’s bis zur Grenze YT/NWT fast 1000 m hinauf, um dann beim Eagle River bis auf 300 m runter zu kommen. Danach geht es bis in die Seven-Mile-Hills wieder auf gut 800 m hinauf, um dann innerhalb kürzester Distanz auf 500 m beim Eagle Plain Plateau abzufallen. Am höchsten ist man mit 1300 m allerdings erst kurz vor dem Tombstone Park, woraus sich auch die nächtlichen Temperaturen nahe der 0° Grenze erklären, die wir auf unserer Fahrt Richtung Norden hatten. Allerdings klettern die Temperaturen dort untertags durchaus auch über die 25° C Grenze, man hat also die ganze Bandbreite.




Zeitpunkt der Aufnahme: Kurz vor Mitternacht! Es ist herrlich, wenn die Tage so lang sind. Sehr hilfreich erweist sich die Dempster-Broschüre, die mit genauen Kilometerangaben auf Sehens- und Wissenswertes nicht nur in Flora und Fauna hinweist. Auch ein Biber auf mitternächtlichem Streifzug schwimmt uns in der Nähe von Sulphur springs vor die Linse.




Eigentlich wollen wir wieder am Tombstone Mountain CG übernachten, aber dort sind fast alle sites belegt, sodass Mike den Entschluss fasst, heute noch bis Dawson zu fahren. Wir landen um 2:00 Früh am "Klondike River CG" und trotz Dunkelheit finden wir eine freie und nette Campsite.
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Alt 14.06.2011, 22:31   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #6
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Dienstag, 14. Juli 2009 - 9.Tag

KLONDIKE RIVER CG – GOLD RUSH CAMPGROUND DAWSON CITY

Gemütlicher Tagesbeginn mit Lagerfeuer und Mittags dann wieder einchecken am selben CG in Downtown wie vor 5 Tagen, wegen der Infrastruktur. Zunächst schaffen wir es mit 40 min Hochdruckreiniger das Auto vom Gröbsten zu befreien. Blitzblank schaut anders aus, aber wir wollen endlich auch eine ausgiebige Dusche und in die Laundry nach all dem Staub – und irgendwo muss man Prioritäten setzen.

Als wir wieder einigermaßen herzeigbar sind, spazieren wir zu Fuß zum Government CG am anderen Ufer des Yukon. Auch hier geht’s nur wieder per Fähre - und was da alles drauf Platz hat, faszinierend.


Wir finden einige schöne Campsites und kaum Camper und beschließen, dass wir morgen einen Rasttag einlegen und hierher übersiedeln.



Mittwoch, 15. Juli 2009 - 9.Tag

GOLD RUSH CAMPGROUND DAWSON CITY - YUKON RIVER CG

In der Nacht hat es mal kräftig geregnet, aber der Morgen verspricht einen schönen Tag. Wir packen unsere Siebensachen, dumpen, füllen Frischwasser nach und nehmen dann wieder einen (kleinen) Abstand von der Zivilisation, indem wir auf den Yukon River CG übersiedeln. Es ist herrlich grün hier, die meisten Campsites sind kaum einsehbar und wir finden sogar eine, die direkt am Yukon liegt und spazieren gleich mal ein Stück weit direkt am Ufer. Strahlend blauer Himmel, angenehme 23°C, der Wind rauscht in den Birken und vertreibt eventuelle Mossies. Am schon obligaten Lagerfeuer werden heute Ripperl gegrillt und sonst tun wir nichts, außer vielleicht das Treiben am Yukon aus erster Reihe fußfrei zu beobachten.




Donnerstag, 16. Juli 2009 - 11.Tag

YUKON RIVER CG

Wieder ein strahlend blauer Tag. Wir brunchen heute - selbstgemachte Lagerfeuer-Bannocks mit Apfel-, Pflaumen- u. Bananenstücken und beschließen spontan noch eine Nacht dranzuhängen – es ist zu schön hier!

Am Nachmittag spazieren wir nach Dawson Downtown, nehmen kurzfristig im Internet-Cafe Kontakt mit der Außenwelt auf und schauen uns die Wettervorhersage für die nächsten Tage an. Wir erfahren auch, dass ab morgen das “Annual Dawson City Music Festival“ beginnt und begegnen schon den ersten Vorboten:

Am CG-Eingang stehen plötzlich zwei Wächter und kontrollieren, ein Schild weist auf ein 72-stündiges Alkoholverbot hin und fast alle Sites in unserem CG sind belegt. Es wird Zeit, das wir weiterziehen.


So, das war's für heute. Musste es leider so unterteilt reinstellen, weil mir nur 11000 Zeichen pro Beitrag erlaubt wurden. Hoffe es passt so auch. Fortsetzung folgt!
(Freue mich auch über Rückmeldungen)

Geändert von Thanee (14.06.2011 um 22:38 Uhr)
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Alt 14.06.2011, 23:24   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #7
DrWatson
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Toller Bericht. Jetzt fällt mir die Entscheidung bzgl. des nächsten Urlaubes (ab,bc od. Yukon/alaska) gleich noch schwerer.........
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Alt 15.06.2011, 09:04   Yukon for beginners - in 20 Tagen Beitrag #8
Thanee Frau
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Urlaubs-Entscheidung

Hi DrWatson,

sorry, das wollte ich eigentlich nicht erreichen . Eher Gusto machen .
Ich kenne ja AB + BC noch(!) nicht, aber ich vermute mal, dass du im Yukon etwas weniger Trubel vorfindest. Hängt natürlich auch von der Reisezeit und den ausgewählten Gebieten ab. Bei uns waren die ersten Tage noch Nebensaison, da war es deutlich ruhiger. Ab Mitte Juli machen auch die Canadier und Amerikaner Urlaub. Aber ich vermute da wird es auch in AB+BC dichter werden. Wann willst du denn starten?

Viele Grüße

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