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Die Nacht auf dem Gold Rush Campground in Dawson City war ordentlich kalt und ein wenig beneide ich Heike um Ihren Schlafsack, den sie unbedingt haben musste und ich sie eigentlich die ganze Zeit damit aufgezogen hatte. Es war nasskalt und so haben wir uns auch den Gang durch Dawson City fast erspart.
Die Wolken hingen so richtig tief, so das ein Gang auf den Midnight Dome sinnlos war. ein wenig liefen wir aber dann doch herum, schliesslich ist Dawson City ja nicht irgend ein Städtchen. Wir haben uns überlegt, wie das bei uns wäre,in welchen Teil der mülltrennung dies hier fallen würde
Aber es lief alles seinen gewohnten Gang, die Läden wurden geöffnet und die Waren ins Angebot gestellt
Glücklicherweise hat sich heir in den letzten Jahren nichts verändert
Nach einer schönen Tasse Kaffee sind wir dann doch noch ins Heritage Center gelaufen und haben einen Film über die Native People angeschaut und uns die Ausstellung angeschaut, bevor wir uns dann an der Fähre eingereiht haben,
Leider ist auch der Top of the World im Nebel und Nieselregen versunken, grosse Teile sind zur Zeit in Arbeit, und so haben wir zum schlechten Wetter auch noch schlechte Strasse, schade.
Ich freue mich am Grenzübergang anzukommen, und irgendwie geht alles ganz easy, die üblichen Fragen nachden 10.000,- Dollar, die wir aber leider auch dieses Jahr nicht dabei haben. Wir fahren weiter zur Boundry Lodge und tanken an der etwas skurilen Tankstelle, während unser Wagen getankt wird laufe ich ein wenig herum, und stelle mit Freuden fest, daß auch hier die Zeit stehen geblieben ist.
Der Sommer war sehr erfolgreich, er hat uns stolz erzählt was er alles geschossen hat, selbst das Nummernschild, das so wunderbar und ganz zufällig mit meinen Initialen und Geburtsdatum übereinstimmt hängt noch an seinem Platz. Wolfgang Rath, Stuttgart, 20. September, passt.
Wir gehen rein um zu bezahlen und ich bestelle einen Cheeseburger, hätt ich aber besser bleiben lassen sollen, Tütenware, in der Mikrowelle aufgebacken, schlechter wars nur im Paxson Roadhouse 2 Jahre zuvor.
Wir freuen uns auf die Strecke die nun kommt und das Wetter wird auch ein wenig besser, aber keine Tiere zu sehen.
Wir rätseln warum wir die Dredge von Jack Wade nicht zu sehen bekommen, die kann man nun wirklich nicht übersehen, und eigentlich hätten wir schon längst daran vorbeigefahren sein sollen. In Chicken erzählt man uns dann beim Tanken, daß diese abgebaut wurde und in Fairbanks steht, nicht mal ein Schild oder Gedenktafel weist darauf hin.
Kurz vom dem West Fork Campground sehen wir dann in sumpfigem Gelände eine Moosekuh mit ihrem Kalb stehen, leider in großer Entfernung.
Wir suchen nach einem Patz auf dem Campground, aber der hintere, schöne Teil ist von Jägern belegt und im vorderen Teil wollen wir nicht stehen, so beschliessen wir nach Tok zu fahren. Da können wir wenigstens bei Fast Eddy zum Essen gehen und brauchen kein Feuer zu machen. Nach einer wunderbaren Clam Chowder habe ich leider das Captains Plate genommen, war leider alles frittiert und nicht besonders lecker.
So sind wir dann zeitig schlafen gegangen, wir wollten ja am nächsten Morgen früh los.
die üblichen Fragen nachden 10.000,- Dollar, die wir aber leider auch dieses Jahr nicht dabei haben.
was hat es damit auf sich Ich dachte man müße nur über ein Rückflugticket verfügen.
Und die Sache mit "deinem" Nummernschild ist ja ein Zufall, oder hast du es selbst dort plaziert?
Es ist Freitag der 12.09., wir wachen schon sehr früh auf und verlassen Tok noch in der Dunkeheit, nachdem es dann an der dritten Tankstelle geklappt hat mit der Kreditkarte zu bezahlen, fahren wir in Richtung Nord-West, einem wunderschönen Sonneaufgang entgegen, der zuerst die Bergspitzen in ein schönes Rot taucht und dann über dem Bodennebel in ein strahlendes Gelb sich wandelt, wir überqueren Flüsse, die sehr breit sind aber kaum Wasser führen.
Ich finde dieser Teil des Alaska Hghwy. gibt nicht allzuviel her, obwohl es sehr schön war mit dem Farbenspiel am Morgen.
Kurz vo Delta Junktion besuchen wir meine Kollegen von der Delta Meat and Sausage, man zeigt uns den Betrieb und macht mir ein Job Angebot, wie es meist üblich ist. sie stellen einiges selbst her aber vieles ist auch Public Cutting, d.h. die Jäger bringen ihr Wild und es wird zerlegt und portioniert. Wir kaufen ein paar Rendeer Susages und 2 Bison Steaks und fahren weiter. Bei Rika Roadhouse halten wir um zu frühstücken. Für mich das übliche Omelett mit Rendeersausage und Heike hatte einen wunderbaren Blueberry Pancake, wir sind die einzigen Gäste. Nachdem wir uns noch ein wenig umgeschaut haben, fahren wir weiter auf dem Richardson Hghwy, überqueren eine Brücke die parallel zur Pipeline liegt, die sehr schön über eine Seilkonstruktion gespannt den Fluss überquert.
Leider wird das Wetter immer schlechter. Wir fahren an North Pole vorbei, und ich habe es leider nicht geschafft daran vorbeizu fahren, denn auf vielfachen Wunsch einer einzelnen musste ich dann den Turn fahren und mir das Spektakel anschauen, Kitsch as Kitch can, aber soviele strahlende Augen, vor allem in der Ü 60 Fraktion, meins ist es nicht.
In Fairbanks komme ich dann endlich an einem Sportsman Shop vorbei, so daß ich mich mit einer neuen Angel ausrüsten kann. Ich glaube so ein Shop hat für uns Männer die gleiche Magie wie ein Prada Shop für die Ladies. Aber auch meiner Frau hat es dort sehr gut gefallen, nicht zuletzt dank der kräftig gebauten Jungs die sich dort für ihr Wochenende mit Equipment eingedeckt haben.
Wir fahren weiter nach Fox um dann in den Steese Hwghy einzubiegen der nach Circle Hot Springs führt. Wir finden eine schönen Platz auf dem Upper Chatanika CG, und ich kann endlich wieder das tun, wofür Männer geboren werden, Feuerholz hacken, Feuer Machen, eine Dose Bier öffnen und meine Angel werfen
Wir grillen noch 2 wunderbare Steaks, essen dazu eine Schüssel Salat und gehen dann ins Bett, noch ein wenig lesen und dann ist auch dieser Tag zu Ende.
Am nächsten Morgen weckt uns der kalte Wind und die Regentropfen, die auf unser Dach prasseln. Unweit unseres Lagers hersscht auch schon emsiges Schaffen, der Vater mit seinem Sohn, die gestern von der Mutter abgesetzt wurden sind schon eifrig am Zusammenpacken. Wir lassen uns Zeit mit dem Frühstück, denn das Wetter motiviert nicht zu großen Taten.
Vater und Sohn haben ihr Kanu bepackt, ich laufe zu ihnen um zu erfahren was sie vorhaben. Er erzählte mir daß er sich von seiner Frau hier heraus hat fahren lassen und nun paddeln die beiden die nächsten 2 Tage flussabwärts, sie haben Angeln dabei, Gewehre und haben die Hoffnung ein Moose zu schiessen. Da ist die Welt doch in Ordnung. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, was man seinem Sohn mit auf den Weg geben kann, der versauert sicher nicht vor einem Game Boy, der Kleine ist ganz aufgeregt und freut sich auf die 2 Tage mit seinem Vater.
Mir kommt wieder meinSpruch in den Sinn, "Hier ist die Welt noch in Ordnung, hier gehen die Männer zum Jagen und nicht zum Golfen"
Auch wir packen zusammen und fahren los, bis Heike dann plötzlich feststellt, das wir eigentlich im falschen Tal sin, wir wollten eigentlich nach Cheena Hot Springs um den Granite Tors Trail zu gehen. Da aber das Wetter so schlecht ist beschliessen wir zurück nach Fox zu fahren um zu Tanken und Gas aufzufüllen und dann direkt auf den Dalton Highway zu fahren. Komische Gestalten an der Tankstelle, die Frau die uns das Gas auffüllt ist entweder nicht mehr nüchtern oder in einem Drogenprogramm , zumindest schaut sie so aus, und wie die hier ins Haus kommen wollen ist mir bis heute ein Rätsel.
Auf dem Weg nach Fox, (wir buchstabieren es immer wie in dem Film mit Meg Ryan und Tom Hanks ) laufen wir noch den Short Hike zu dieser riesigen Dregde, und wenn man sieht was da an Schotter bewegt wurde, es ist unglaublich.
Dann fahren wir über den Elliot Highway zum Dalton. Auf dem Elliot sehe ich noch aus dem Augenwinkel ein totes Moose im Wald liegen, wir halten an um es zu begutachten, das ist noch keine 5 Stunden geschossen worden, Kopf, Fell, Eibngewide und die Läufe liegen noch da, der Rest hängt vermutlich schon in einem Kühlhaus.
Ein Foto vorher muss schon sein, man weiss ja nie was auf einen zukommt.
Es geht auch gleich richtig los, Schotter und jede Menge Löcher, das kann ja lustig werden. Was uns auffällt ist das es jede Menge Kreuze an der Seite gibt, wie kann es soviele tödliche Unfälle geben bei so wenig Verkehr? Wir schaffen es bis zum Hess Creek Camp, ein ganz einfaches Camp an einem kleinen See wo wir auf 6 Jäger treffen, die um ein Campfire herumstehen und ein großes Faß Budweiser aufgemacht hatten. Wir sind sofort mittendrin, und beantworten die üblichen Fragen, doch es ist so kalt, daß wir in den Camper gehen und nach dem Essen gehen wir dann auch zügig ins Bett, unter der Decke liest es sich doch komfortabler.
Am nächsten Morgen musste ich noch unbedingt "Die Chemie des Todes" zu Ende lesen, und um unsere Heizung zu schonen hab ich dies im Bett getan, so sind wir erst um 8.30 Uhr aufgestanden, ich denke Heike war mir dankbar dafür. Wir frühstücken im Yukon River Camp, ganz klassisch mit Omlett Reindeer Sausage und Hush Browns, lesen uns die Geschichte mit dem Bären durch die überall auf den Tischen liegt, aber hier auch schon bei Stern TV zu sehen war, und amüsieren uns köstlich über die 2 Jungs die dort am werkeln sind, der eine hats ganz wichtig mit seinen Merchandising Klamotten und der andere hats generell wichtig, die beiden sind sicher ein Paar, und das im Macho-Land, bei den ganzen Truckern die hier zum Essen kommen, wie das funktioniert?
Je nördlicher wir fahren desto schöner wird das Wetter, in Coldfoot ist nur noch strahlend blauer Himmel zu sehen, dort hätten wir die Chance uaf Strom, aber der Platz ist nicht schön, so fahren wir zum Marion Creek Campground und haben die freie Auswahl, kein Mensch ausser uns auf dem Platz. Da es noch recht früh ist, wollen wir den Hike zu den Falss machen, er ist mit 2 Meilen angegeben und vermutlich wie so viele Short Hikes ziemlich einfach, weit gefehlt. zuerst laufen wir an der Kante vom Flussbett und müssen dann in einen Hang, und dort wurde es dann ganz schön happig, denn der Boden war gefroren, es gab tiefe Löcher und vor allem die ganzen Wasserlöcher waren total vereist, überlaa kam Wasser aus dem Berg und bildete große Eisflächen, hätten wir doch bloß unsere Wanderstiefel angezogen. Aber es war trotzdem sehr schön, wir haben dann noch 2 Männer getroffen die ein Gatter installiert haben, sind dann rinter zu den Falls und wollten eigentlich dann auf dem breiten Weg zurücklaufen, bis wir dann vor einer Furt standen die durch den Fluss ging, es gab nun 2 Möglichkeiten, entweder nasse und kalte Füße oder der Weg durch den Busch, wir haben uns für letzteres entschieden was aber auch nicht einfach war. Als wir dann an unserem Camper angekommen sind, habe ich ein Feuer gemacht und wir haben die letzten Sonnenstrahlen genutzt und ein wenig gelesen.
Es wurde dann aber recht schnell eiskalt und wir haben uns nach drinnen verzogen, aber dort war eben das Problem, daß wir keine Batterie mehr hatten, so blieb uns nichts anderes übrig als früh ins Bett zu gehen, wobei ich immer wieder ein Auge aus dem Fenster geworfen habe, es war eikalt und sternenklar, das war die Chance auf "Aurora Borealis"
Die Nacht war eisig kalt, wir stehen um 5.30 Uhr auf, wir waren ohne Batterie, also auch ohne Heizung. Wir hatten nichteinmal soviel Strom um den Slide einfahren zukönnen, nicht einmal bei laufendem Motor. Unsere Waschlappen vom abend waren steinhart gefroren und in den Töpfen war das blanke Eis. Wir fahren sehr früh los mit Sitzheizung auf der Höchststufe, und wir sehen einen Mond hinter den Bergen, der uns den Atem raubt, aber leider sind meine Finger zu klamm um die Kamera richtig zu bedienen.
Der Tag wird wunderschön, je weiter wir in den Norden fahren desto schöner wird das Wetter.
Die Strass steigt nun stetig an, bis wir zum Atigun Pass kommen, ein sehr steiler Anstieg, und auf der anderen Seite verschlägt es uns die Sprache. Alles wiss, Pulverschnee und eine Mischung aus Wolken und stahlblauem Himmel. wir fahren über den Pass und kommen in das anschliessende Hochtal, das unglaublich schön in die Landschaft eingebettet ist.
Wir sehen eine Forschungsstation und fahren auf deren Gelände und finden auch recht schnell einen Stromanschluss, so können wir wenigstens unseren Slide einfahren. Man hatte uns nämlich schon auf dem Highway angehalten, und darauf aufmerksam gemacht, eine Patouille fuhr vorbei und hat es der nächsten mitgeteilt, plötzlich ging das Blaulicht an und wir wurden angehalten. aber gut zu wissen, daß nach einem geschaut wird. Als wir aus der Station wieder auf den Highway fahren sehen wir am Hang eine Herde Mountain Goats, doch leider zu weit weg für die Kamera.
Das Blau der Seen und das Weiss der Berge ist ein so wunderschöner Anblick. Der Dalton Highway ist wirklich eine der Traumstrassen dieser Welt.
Wir treffen nun immer mehr auf Caribou Herden, es ist nicht die ganz große Herde, die zieht hier im August durch, aber es sind schon ganz ordentliche Herden mit bis zu 100 Tieren. Beim Fotografieren hält ein Mann und erzählt uns was uns noch alles erwartet, und wir wurden nicht enttäuscht. Eine große Herde wilder Moschusochsen, in Reichweite. Wir laufen bis auf wenige Meter zur Herde hin, stehen aber unter ständiger Beobachtung duch den Chef der Herde. Ganz lustig war dann die zusammenkunft zweier Herden, die Kälber wurden zusammengetrieben, dann gabs einen Stups und sie sind losgrannt, aber der Bulle hieltt immer ein Auge auf uns. Wir haben Polarfüchse gesehen, die immer auf der Jagd nach Murmeltieren waren, und jede Menge Gänse. Am frühen abend sind wir dann in Deadhorse angekommen, haben unseren Camper an das Stromnetz angeschlossen und sin ersteinmal heiss duschen gegangen. Das Hotel in dem die Duschen waren, bestand aus vielen zusammengestellten Containern, und die Arbeiter auf den Ölfeldern haben dort gelebt. Wir haben dann auch dort zu Abend gegessen, inmitten dieser schon besonderen Spezies von Menschen. Unser Übernachtungsplatz war zwar nicht schön, aber dafür hatten wir in dieser Nacht wenigstens wieder eine Heizung und ich konnte wieder schlafen ohne frierend aufzuwachen.