Als wir im Dezember 2010 begannen, uns näher mit unserer geplanten Reise zu beschäftigen und dann kurz nach Weihnachten die Flüge verbindlich gebucht hatten, dachten wir noch, die Wartezeit bis zum lang ersehnten Abflugtag wird wohl nie vorbei gehen. Und nun war es dann doch endlich so weit.
Am Vormittag ließen wir uns nach Düsseldorf zum Flughafen bringen, von wo um 12 Uhr mittags unser Non-Stop-Flug der Lufthansa nach Newark, New Jersey, starten sollte. Alle Flüge (Düsseldorf – New York, New York – Chicago, Chicago – Las Vegas, San Francisco – Düsseldorf) haben wir im Paket über ein großes, auf Fernreisen spezialisiertes Reisebüro gebucht. Erstaunlicherweise konnte ich trotz langer Recherche nirgendwo im Internet ein günstigeres Angebot finden.
Wir waren natürlich viel zu früh am Flughafen und hatten somit genug Zeit, uns mit den Check-In-Automaten der Lufthansa zu beschäftigen, die für uns beide Neuland waren. Klappte aber natürlich alles ohne Probleme und so saßen wir auf unseren schon im Vorfeld reservierten Plätzen, als der Flieger mit ein klein bisschen Verspätung in Richtung USA abhob. Der Flug war sehr ruhig und Dank des In-Seat-Entertainment-Systems auch recht kurzweilig. Wir landeten nach ca. 7 Stunden voller Vorfreude auf dem Flughafen Newark.
In einigen Berichten hier im Forum und auch auf anderen Seiten habe ich von den strengen Einreisekontrollen gelesen, und demensprechend hatten wir beide schon ein bisschen Respekt vor diesen. Sowohl in der Schlange vor den Schaltern als auch bei dem Officer selbst war jedoch alles gar kein Problem. Die Mitarbeiter waren sehr nett und freundlich und es wurden sogar Scherze gemacht und gelacht. Nach zwei kurzen Fragen (Wie lange bleiben Sie? Was machen Sie beruflich?) waren wir dann auch schon drin!
Nun holten wir unser Gepäck und erlebten eine nicht so schöne Überraschung: Der eine Koffer war in Ordnung, bei dem anderen war aber leider einer der beiden Reisverschlüsse inklusive dem TSA-Schloss abgerissen. Na toll, das soll ja was werden, schließlich haben wir noch ein paar Flüge vor uns. Aber war jetzt nicht zu ändern und wir beschlossen, uns die Laune nicht verderben zu lassen und den Schaden später im Hotel genauer zu begutachten. Nachdem wir unser Gepäck also hatten galt es nun zu unserem Hotel zu kommen. Über Priceline hatten wir schon vor einigen Monaten das Hyatt Regency Jersey City on the Hudson gebucht, weswegen auch die Landung in Newark perfekt für uns war. Am Flughafen also kurz in die Reiseunterlagen geschaut, in denen sich auch ein Plan für die Fahrt zum Hotel mit öffentlichen Verkehrsmitteln befand, und es konnte losgehen. Die Fahrt dorthin klappte problemlos mit Airtrain, Zug und Path-Train. Lediglich die Wartezeit auf den Zug fiel mit einer knappen Stunde leider sehr lang aus, aber ein Taxi wollten wir nicht nehmen. Wir sind ja schließlich schon groß und schaffen das auch alleine mit dem ÖPNV

So gegen 16 Uhr erreichten wir dann unser Hotel, welches direkt an der Station des Path-Train liegt, mit dem man auch in kürzester Zeit zum World Trade Center oder bis zur 33rd Street kommt.
Der Empfang war sehr freundlich und nach nur ein paar Minuten waren wir auf unserem Zimmer. Alles war sehr groß, modern eingerichtet und sauber. Zwar hatten wir vom Zimmer keinen Blick auf die Skyline von Lower-Manhatten, aber da wir uns dort eh nur zum Schlafen aufhalten wollten, war das nicht weiter schlimm. Als Entschädigung konnten wir immerhin der Freiheitsstatue direkt zuwinken

Wir können dieses Hotel uneingeschränkt weiterempfehlen und haben dank Priceline ein Luxushotel zu einem Preis erhalten, zu dem man in Deutschland maximal eine kleine Pension bekommt!
Kurz die Sachen etwas ausgepackt und uns frisch gemacht, und dann wollten wir natürlich sofort nach Manhatten rüber! Wir waren zwar schon ziemlich KO, aber erstens hielt uns die Neugier nicht im Zimmer und zweitens wollten wir natürlich noch etwas durchhalten, um uns möglichst schnell an die „neue Zeit“ zu gewöhnen.
Wir haben uns eine Metro-Card gekauft und mit 30 Dollar aufgeladen, das sollte für die Zeit in New York reichen (eine Fahrt mit dem Path-Train 1,25 $ pro Nase). Mit Blick auf die Uhr und die Müdigkeit, beschlossen wir, heute nur bis zur Haltestelle WTC zu fahren und einfach ohne bestimmtes Ziel ein bisschen New York Luft zu schnuppern.
Als wir aus der U-Bahn Station kamen fing es genau in dem Moment an zu regnen.

Moment mal!! Schnell noch mal in unsere Reiseunterlagen geguckt, aber da stand nichts von Regen. Wir hatten das definitiv NICHT gebucht!!! Naja, da niemand da war, bei dem wir uns hätten beschweren können ging es also im Regen los (natürlich ohne Jacke, Schirm, etc.).
Unser erster Blick fiel auf die Stelle, wo bis vor zehn Jahren noch die Twin-Towers standen. Ich hatte mir vorgestellt, dass man dort ein beklemmendes Gefühl bekommt, bei all dem, was passiert ist. Aber irgendwie wollte dies nicht so recht einsetzen, es ist einfach nur eine riesen Baustelle und es ist wirklich schwer, sich die Ereignisse von vor 10 Jahren bei diesem Anblick vorzustellen…
Wir sind einfach ziellos losgelaufen und waren zufrieden damit, endlich hier zu sein. Die einzigen Punkte, die für heute noch zu erledigen waren, waren Nahrungsaufnahme und ein Lebenszeichen nach Deutschland zu schicken. Im ersten Starbucks, den wir sahen (zu dem Zeitpunt wussten wir natürlich noch nicht, dass es in NY gefühlt mehr Starbucks gibt als gelbe Taxen) haben wir uns kurz mit dem Handy ins WLAN eingewählt und eine E-Mail nach Hause geschickt. Dann ging es einfach weiter durch die Straßen. Der Regen wurde aber leider immer stärker und wir sind dann wieder Richtung Path-Train Station. Ein kurzes Abendessen bei Burger King musste für heute reichen, da wir beschlossen hatten, unsere klitschnasse Kleidung in Verbindung mit den Klimaanlagen, die auf gefühlte 5°C eingestellt waren, ist eher kontraproduktiv für unseren Gesundheitszustand.
Irgendwann waren wir dann auch in unserem Hotelzimmer und nachdem wir uns gut eingerichtet hatten, fielen wir dann auch totmüde ins Bett, voller Vorfreude auf den morgigen Tag - unseren ersten "richtigen" New York Tag!