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Reiseberichte USA

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Alt 10.01.2006, 18:01   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #17
Willy Mann
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Hallo zusammen!

Na, dann will ich euch alle nicht weiter auf die Folter spannen und fange mal mit dem ersten Teil an.

Und so sieht der Zeitliche Ablauf unserer Reise aus:

17.12. Barcelona – Madrid - New York
18.12. New York
19.12. New York
20.12. New York
21.12. New York - Newark - Las Vegas
22.12. Las Vegas
23.12. Las Vegas + Red Rock Canyon
24.12. Las Vegas + „O“ Vom Cirque Du Soleil
25.12. Las Vegas + Valley Of Fire + Hooverdamm
26.12. Las Vegas - Palm Springs
27.12. Palm Springs, Cathedral City, Rancho Mirage + Palm Desert
28.12. Palm Springs - Los Angeles
29.12. Los Angeles - Beverley Hills - Hollywood - Venice Beach
30.12. Los Angeles - Simi Valley - Sta. Barbara - Pismo Beach
31.12. Pismo Beach - Carmel - Monterey
01.01. Monterrey - Golden Gate Bridge San Francisco
02.01. San Francisco
03.01. San Francisco + Alcatraz
04.01. San Francisco
05.01. San Francisco
06.01. San Francisco - New York - Barcelona 07.01.2006


Erwartet bitte nicht zu viel!

[smiley=09] Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen. [smiley=09]
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Alt 10.01.2006, 18:09   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #18
Willy Mann
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Samstag 17.12.2005 * Teil 1 * New York City

Ich habe vor lauter Nervosität in den letzten beiden Nächten fast kein Auge zugemacht und das, obwohl alles so gut wie nie vorbereitet ist. Die Koffer sind bis auf einige Kleinigkeiten gepackt, die Akkus für die Kameras sind aufgeladen, die Pässe und die Voucher liegen bereit. Auf den i Pod für meine Tochter habe ich Bilder und Musik von knapp 4 MB gespeichert, ich habe, da wir Heiligabend in Las Vegas sein werden, noch extra ihren Namen und "Las Vegas 24.12.2005" eingravieren lassen damit sie eine Erinnerung an diese Reise hat. 30 CD's haben wir auch dabei, denn Musik ist für uns sehr wichtig und gerade während der langen Autofahrten wollen wir auf unsere Lieblingsmusik nicht verzichten. (Unser Leihwagen hat einen CD Player, so hat mans mir versprochen, wehe wenn nicht!)

Hoffentlich geht alles gut, hoffentlich habe ich nichts vergessen..............

Für 6:15 Uhr ist die Abfahrt nach Barcelona zum Flughafen geplant. Mein Freund Frank bringt uns hin und so haben wir schon einmal eine Sorge weniger. Es ist jetzt 2:00Uhr morgens und ich bin immer noch wach, was habe ich bloß vergessen?
Irgendwann dann ein furchtbares Geräusch, dabei ist es nur der Wecker, es ist 5:00Uhr, irgendwann bin ich doch eingeschlafen. Schnell unter die Dusche, ein kleines Frühstück und dreimal ums Haus laufen, alle Türen abschließen, Gas und Wasser abstellen, man weis ja nie was passieren kann. Hoffentlich regnet es ab und zu damit auch die Pflanzen im Garten nicht vertrocknen, aber es ist ja auch hier in Spanien Winter und auch hier schlafen die meisten Pflanzen bis zum Frühjahr.
Um 6:00Uhr steht Frank vor der Türe, wir laden die Koffer ein und ab geht's nach Barcelona. Ich habe 1,5 Stunden für die Fahrt eingeplant aber da so früh noch nicht viel Verkehr ist, sind wir schon nach 1 Stunde am Flughafen. Jetzt haben wir noch über 3 Stunden Zeit bis zum Abflug.

Am Delta Airlines Abflugschalter werden wir freundlich begrüßt und darauf hingewiesen, dass nun erst einmal, vor dem Einschecken, unsere Koffer durchleuchtet werden müssen. Ich habe alle Kofferschlösser offen gelassen aber die Verschlüsse mit Kabelbinder aus Plastik verzurrt. Nach dem Durchleuchten werden wir dann von den "amerikanischen Sicherheitsbeamten" (nicht gerade die Freundlichsten) aufgefordert unsere 3 Koffer und das Handgepäck zu öffnen. Ich wusste gar nicht wie stabil und reisfest diese Kabelbinder sind, aua, jetzt weis ich's!
Alles wird durchwühlt (nicht durchsucht) und dann dürfen wir die Koffer wieder neu packen und verschließen.

Ich bin für Sicherheit und dazu gehören Kontrollen, auch gegen das durchsuchen unseres Gepäcks habe ich nichts einzuwenden vor allem wenn es der Sicherheit dient, aber das hier war reine Schikane und wenn es nicht unser lang ersehnter USA Urlaub gewesen wäre, dann, ja, da bin ich ganz sicher hätte es richtigen Ärger gegeben, denn verarsc... las ich mich wirklich nur ungern.

Aber so schlucke ich meine Wut herunter und mache gute Miene zum bösen Spiel. Am Abflugschalter ging es dann wieder sehr freundlich zu, denn die Mitarbeiter dort haben die angebliche „Durchsuchung“ gesehen und es war ihnen sichtbar peinlich. Ich dachte schon mit Schrecken an den „Immigrationsschalterbeamten“ in New York und ahnte fürchterliches.

Pünktlich flogen wir los und nach einer Zwischenlandung in Madrid ging es dann nach einer Einstündigen Wartezeit an der Startbahn weiter.
Endlich, der Vogel ist in der Luft und auf dem Weg über den großen Teich.

Amerikaaaaaaa, wir kommen, wir haben uns schon sooooooooo lange darauf gefreut.

.................................................. ....................[smiley=09]

Fortsetzung folgt......
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Alt 10.01.2006, 18:18   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #19
Willy Mann
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Samstag 17.12.2005 * Teil 2 * New York City

Trotz der verlorenen Stunde beim Start, kommen wir pünktlich auf dem J.F. Kennedy *Flughafen in New York an und es geht zur Immigration. Ach du lieber Himmel, hunderte von Menschen in langen Schlangen und das, so weit das Auge reicht……...........

Plötzlich kommt eine junge Frau in Uniform und weist uns an ihr zu folgen. Nanu, dachte ich noch, was ist denn jetzt schon wieder los, da standen wir schon vor unserer dunkelhäutigen Immigrationsschalterbeamtin und die war wirklich „gut drauf“, hat uns ein paar ganz normale Fragen gestellt und bei den Fotos und den Fingerabdrücken haben wir sogar noch gemeinsam mit ihr gelacht und zum Schluss hat sie uns ganz freundlich einen schönen Aufenthalt in den USA gewünscht. Wir haben uns bei ihr bedankt und uns mit „We wish you a merry Christmas and a happy new Year“ von ihr verabschiedet. Ihr freundliches Lächeln hat mich für das Benehmen der Idioten bei der Abreise mehr als entschädigt.

Wir waren übrigens eher am Laufband als unsere Koffer und als das Band zu laufen begann, kamen unsere Koffer alle 3 zusammen mit als erste zum Vorschein.

(sollten da irgendjemand was dran gedreht haben oder machen meine Schutzengel wieder Überstunden?)

Am Shuttledesk holte uns dann der Fahrer von „Supershuttle“ ab und fuhr uns zusammen mit weiteren 5 Urlaubern zu den einzelnen Hotels.
Wenn Michael Schumacher eines Tages aufhört Rennen zu fahren sollte man ein Auge auf unseren Shuttlebusfahrer werfen, vor der Geschwindigkeit hatte der jedenfalls keine Angst. Nun bin ich ja schon mit einigen Kamikaze Fahrern unterwegs gewesen (hier möchte ich besonders einige New Yorker Taxifahrer erwähnen, die mir ihr gestörtes Fahrverhalten bei früheren New York Aufenthalten schon bewiesen haben) aber unser Shuttlebus-Jimmy war die absolute Krönung. Gott sei Dank hatte der Bus sehrgute Bremsen und Jimmy kannte seinen Bus und dessen Verhalten in gewissen Situationen genau und die Fußgänger auf den Zebrastreifen hatten einfach nur großes Glück.
Mir ist das Herz jedenfalls mehr als einmal in die Hose gerutscht und bei einigen, vor allem Zebrastreifen Situationen hatte ich schon Angst, dass etwas mehr mit hineinrutschen würde.
Einmal standen wir im Stau und nichts ging mehr und so konnten wir einen herrlichen Blick auf das vor uns, im Lichterglanz liegende Manhattan werfen und das war schon überwältigend. Unsere Tochter hat sich auf der Stelle in diese Stadt verliebt.

Gegen 18:30Uhr waren wir dann im Hotel Beacon, Broadway at 75th Street. Angenehm überrascht über ein, für New Yorker Verhältnisse, großes und sehr sauberes Zimmer mit einer Kochnische incl. Mikrowelle, haben wir dann noch beim Griechen schräg gegenüber gegessen und so gegen 10:00Uhr, für uns war’s ja schließlich 4:00Uhr morgens, fielen wir todmüde aber glücklich in unsere Betten.

Trotz der großen Müdigkeit kann ich nicht einschlafen, tausende Gedanken gehen mir durch den Kopf und ich sehe mich immer wieder am Anfang dieses Jahres auf dem Bett im Krankenhaus liegen und mit der Sauerstoffmaske auf der Nase und den Infusionsschläuchen im Arm auf den oberen Türrahmen starren und meine erster Gedanken war damals: „sollte ich denn wirklich nicht noch einmal nach San Francisco kommen?“ und nun bin ich hier in New York, das erste große Stück meiner Reise (ich weis, wir reisen zu dritt und ich will nicht egoistisch sein aber das ist meine Reise und ich hoffe, das es jeder versteht) ist nun geschafft.

Bis zu meinem Ziel, der Golden Gate Bridge fehlen nur noch *15 Tage. Ich danke Gott dafür, dass es bis hierher gut geklappt hat und schlafe dann irgendwann ein.

.................................................. ....................[smiley=09]

Fortsetzung folgt………
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Alt 10.01.2006, 18:22   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #20
uschiTh
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Hallo Billy,
schön, dass Du schon losgelegt hast. Noch ein kleiner Hinweis aus eigener leidvoller Erfahrung: wenn Du noch Bilder einfügen möchtest, mache das am besten gleich. Die passen nämlich hinterher unter Umständen nicht mehr rein und dann musst Du den ganzen Bericht wieder nach hinten schieben und das ist ganz schön aufwändig. Wir helfen dir gern dabei wenn nötig.

Grüße Uschi
uschiTh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2006, 18:27   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #21
Willy Mann
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Sonntag 18.12.2005 *Teil 1 * New York City

So gegen 4:00Uhr werde ich wach, es ist ruhig, auch von der Strasse her hört man fast nichts und wir sind immerhin direkt am Broadway. Ich stehe auf und gehe ans Fenster, gegenüber, auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Supermarkt, ich sehe wie sich dort drinnen Menschen bewegen, sollten die denn so früh schon mit der Arbeit beginnen? Es ist doch heute Sonntag. Ich schaue auf meine Uhr, es ist *4:35 Uhr. Mein Blick geht zum Himmel und sehe einige Sterne, es sind also keine Wolken da. Gott sei Dank es regnet nicht und ich lege mich noch einmal hin.
Um 8:00Uhr sitzen wir gleich neben unserem Hotel in einem kleinen Cafe und frühstücken ausgiebig alles okay mit einer Ausnahme, der Kaffe schmeckt grausam. Wir wollen in die Abyssinian Baptist Church nach Harlem in die 138th Street zur Gospelmesse.

Vor dem Cafe steht ein Taxi, der Fahrer, ich glaube ein Inder, lehnt die Fahrt nach Harlem ab, nur bis zur 130th Street will er fahren, zu gefährlich sagt er, ich bin baff, wir wollen doch nicht in die Bronx und ich sage dem Fahrer „okay, wir finden einen anderen Weg“. Er fährt fort und da hält schon der Nächste, direkt vor unserem Hotel, der Fahrer mit schwarzer Hautfarbe schlürft genüsslich an seinem riesigen Kaffebecher. Ich frage nach der 138sten und er sagt, ah, Abyssinian Baptist Church, no Problem. Ich frage nach dem Preis, er überlegt kurz und sagt, ca. 15 $ und wir steigen ein. Ich erzähle ihm von seinem Kollegen und dessen Absage. Er sagt uns, dass einige keine Black Men fahren wollen weil sie vielleicht mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Er ist ganz nett und sein Taxameter bleibt bei 12,40$ stehen. Ich gebe ihm 15$ und sage it’s okay und er bedankt sich und wünscht uns noch einen schönen Tag.

Den haben wir dann auch, aber zuerst einmal heißt es Schlange stehen, denn vor der Kirche warten ca. 50 Menschen. Es ist kurz vor 9 und vor einer Kirche habe ich noch nie in einer Schlange gestanden. Die Schwarzen, die sich der Kirche nähern brauchen nicht in die Schlange, sie sind Mitglieder, wie wir später erfahren und dürfen sofort in die Kirche. Mir fällt auf, das diese Leute sehr, nein verdammt gut angezogen sind, wie aus dem Ei gepellt, aber so was von schick da bin ich platt, ich dachte die gehen in die Oper, nur Pelzmäntel und allerfeinster Zwirn, Mensch, was haben die sich fein gemacht, *ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Dann endlich dürfen auch wir in die Kirche. Höflich aber bestimmt werden wir darauf hingewiesen, dass Fotografieren und Filmen drinnen verboten ist und wenn wir die Menschen auf der Strasse ablichten wollten, dann sollen wir sie doch vorher um Erlaubnis bitten. Das finde ich in Ordnung.



Die Kirche sieht von außen ganz normal aus aber drinnen, halli hallo, mein lieber Kokoschinski, aber alles nur vom Feinsten. Der Altar befindet sich in einem Meer aus Weihnachtssternen und mittendrin steht der Pastor Butt und spricht zu den Mitgliedern. Er spricht über Gott und die Welt, gratuliert den anwesenden Geburtstagskindern, macht Witze und bringt die Leute in der Kirche immer wieder zum lachen. Er reist die Menschen in der Kirche von den Bänken, sie lachen, sie klatschen, sie sind hin und her gerissen, es ist einfach sagenhaft und so etwas habe ich noch nie vorher gesehen. Ich bin katholisch getauft und von meiner Oma und meiner Mutter, katholisch erzogen worden, glaube an Gott und habe so meine Probleme mit „der katholischen Kirche“ und hier wäre ich am liebsten Baptist geworden.
So muss man eine Messe feiern, ja, die Menschen haben dort gefeiert, es war ein Erlebnis für sie und ich durfte dabei sein.
So sollte das auch bei uns „Katholiken“ sein, dann würden hier auch die Menschen in Warteschlangen vor den Kirchen stehen und ich würde auch jeden Sonntag meinen allerbesten Anzug anziehen und mich auf die Messe freuen.
Der Organisation in dieser Kirche und dem Ablauf der Messe erteile ich die Note 1, aber eine 1 mit 3 Sternen.
Der Chor hinter und über dem Altar war ebenfalls sagenhaft und so manche „Sänger“ würden wohl gerne eine solch schöne Stimme haben wollen.
Nach der Wandlung nahmen sich alle bei der Hand und so wurde eine lange Kette gebildet, neben mir saß ein schwarzer (ca. 25-30 J.) und der hat sich nicht getraut meine Hand zu nehmen, da habe ich eben die seine genommen und er hat sich darüber gefreut.
Die Kommunion habe ich meiner Mutter und meiner Oma gewidmet. Das war ganz anders als bei uns denn die Hostien wurden auf einem silbernen Tablett durch die Reihen gereicht und man konnte sie sich selbst nehmen, kurze Zeit später gab es dann noch auch wieder, auf silbernem Tablett, für jeden noch ein Gläschen, ich glaube es war Traubensaft und sollte wohl den Wein simulieren.
Ich habe noch nie in einer Kirche so gelacht wie an diesem 4. Adventssonntag und als eine der Gospelsängerinnen bei einem Solo das Weihnachtslied „O Holy Night“ gesungen hat, da sind mir ganz dicke Tränen über mein Gesicht gelaufen………. und ich war bei weitem nicht der Einzige der da geweint hat, die meisten haben anschließend ihr Taschentuch gesucht………………..

Fortsetzung folgt………

Geändert von Willy (07.01.2008 um 17:32 Uhr)
Willy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2006, 18:34   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #22
Willy Mann
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Sonntag 18.12.2005 Teil 2 New York City

Als wir die Kirche verlassen, warten draußen schon wieder hunderte von Menschen meist schwarzer Hautfarbe auf Einlass und ich kann sie nur zu gut verstehen. Das war für mich wirklich ein Auftakt unserer Reise wie ich ihn so nicht erwartet hatte denn heute ist ja eigentlich unser erster Tag hier in New York. Wir spazieren, bei strahlend blauem Himmel, noch etwas durch Harlem, vor diesen Menschen braucht man wirklich keine Angst zu haben, der erste Taxifahrer sollte sich schämen.
Wir wollen zur Metrostation und fragen zweimal nach dem Weg, die Menschen die wir fragen sind schwarz, sie sind freundlich und hilfsbereit und wir fühlen uns wohl hier.
Dann geht es mit der Metro zum New York City’s Official Visitor Information Center, 810 Seventh Avenue, 52nd & 53rd Street. Dort gibt es jede Menge Informationsbroschüren. Die Mitarbeiter dort waren sehr nett aber die allermeisten Infos hatte ich schon über unser Amerika Forum erhalten. Dort erhalten wir auch unseren Hop on, hop off Bus Pass. Auch hier haben wir wieder Glück, denn der Pass ist eigentlich nur für zwei Tage gültig. Wir unterhalten uns eine kurze Zeit ganz nett mit dem Mitarbeiter von Gray Line und der schreibt uns einen zusätzlichen Tag auf unsere Tickets und so können wir bis Mittwochmittag die Busse benutzen und auch schon gleich damit anfangen, na Super und Dankeschön.
Wir sind dann erst einmal zum Essen in ein Deli gegangen. Das Essen war gut und auch nicht zu teuer. Anschließend ging’s dann zum Emphire State Building doch als wir die Warteschlange mit hunderten von Menschen sehen (3,5 Stunden Wartezeit so sagte man uns) nein Danke, morgen ist auch noch ein Tag und weiter geht es zum Times Square, unsere Tochter kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
Wir schauen uns alles an und ich höre wie meine kleine Tochter (sie ist zwar schon bald 16 und schon jetzt größer als meine Frau, aber für mich ist sie meine kleine Tochter) sagt: „Papa, jetzt kann ich auch deine Gefühle verstehen die du hattest als du zum ersten Mal hier gestanden hast“. Ich habe ihr so oft davon erzählt aber das kann man nicht beschreiben, das muss man erleben und jetzt hat sie’s erlebt und ist genau so begeistert wie ich es am 23.03.1997 war.
Weiter geht’s und nach vielen anderen Sehenswürdigkeiten kommen wir zum Ground Zero, es ist schon dunkel und das macht mir mein Herz vielleicht noch schwerer.
Hier war meiner Frau und mir bei unserem Besuch 1997 die Zeit ausgegangen und wir waren „nur“ auf dem Emphire State Building und fürs WTC hat’s zeitlich nicht mehr gereicht.
Im Juli 2000 war ich dann noch einmal beruflich, zusammen mit einem Kollegen, hier *und als der mich fragte, ob ich denn nicht mal mit ihm da rauf wolle, habe ich ihm geantwortet, dass ich das bei meiner Reise zu meinem 50sten im März 2002 zusammen mit meiner Frau und meinen Kindern machen möchte………… und jetzt stehe ich hier vor einem riesengroßen Loch………..



hier fehlen die beiden Tower ..........

Wie ein Film läuft es vor meinem geistigen Auge ab, was am 11. September 2001 geschah und ich sehe es als würde es jetzt hier passieren, ich höre den Kameramann, der einen einfachen Feuerwehreinsatz filmt und nur rein zufällig den Einschlag des ersten Flugzeuges in den *nördlichen Tower *filmt. Oh, Shitt ruft er, ich dachte es sei eines dieser Touristenflugzeuge gewesen und das der Pilot vielleicht einen Herzinfarkt erlitten habe. Da bei uns Feiertag ist, sitze ich vor dem Fernseher und warte auf Neuigkeiten, die Nachrichten haben gerade erst begonnen es ist kurz nach 3 und ich sehe in einer Direktschaltung wie ein großes Flugzeug mitten durch die Stadt fliegt und wundere mich noch, das so etwas überhaupt erlaubt ist und in diesem Moment fliegt es in den südlichen Turm und ich dachte mein Herz bleibt stehen, das gibt es doch nicht, das kann doch gar nicht sein, ich erlebe das heute alles noch einmal und es berührt mich heute noch genauso wie an diesem furchtbaren 11.September. Diese Bilder werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen können. Ich sehe wie Menschen aus den Fenstern in den sicheren Tod springen. Was muss in diesen Menschen vorgegangen sein………………… Ich sehe den Südturm, wie er einstürzt und kurze Zeit später den nördlichen Turm zusammenbrechen. Eigentlich will ich es ja auch heute noch nicht wahrhaben aber vor mir liegt ein großes Loch und das World Trade Center ist nicht mehr da. Wie können Menschen nur so etwas tun? Ich habe am 11.9.2001 gezittert und genauso zittert heute alles in mir, und jetzt wo ich diesen Bericht schreibe geht es mir nicht anders. Geht das denn nie vorbei? Gegenüber der Feuerwehrwache hat man für die verunglückten Feuerwehrleute auf Ground Zero einen Weihnachtsbaum aufgestellt und ihn mit deren Fotos und persönlichen Gegenständen geschmückt es zerreist mir fast das Herz…………………...



durch ein Loch im Zaun fotografiert

(Es hat mich doch einiges an Nerven gekostet diese letzten Zeilen zu schreiben und fast hätte ich sie wieder gelöscht, aber ich will in meinem Reisebericht auch meine Gefühle beschreiben, Gefühle die mir an einigen Orten unserer Reise ganz schön zu schaffen machten. Und in meinen Bericht gehört das einfach nun mal rein und deshalb bleibt es drin!)

Wir gehen bis ans Ufer des Hudson River und sehen hinüber nach New Jersey und ganz weit hinten auf Ellis Island, da sehen wir die Freiheitsstatue und irgendwie kommt wieder Hoffnung auf, Hoffnung nach einer Welt von der John Lennon in seinem Lied „Imagine“ träumte und es stimmt, er is not the only one.

Wir fahren zurück ins Hotel, für heute war’s wirklich genug.


Fortsetzung folgt………

Geändert von Willy (07.01.2008 um 17:33 Uhr)
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Alt 10.01.2006, 18:49   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #23
Willy Mann
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Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Hallo Uschi!

Danke Uschi, ich weiss, das ist ganz lieb von dir gemeint. Ich weiss auch, dass es dir selbst so ergangen ist und habe deshalb auch schon überlegt wie ich es am Besten machen soll.

Ich habe mich aber entschlossen zunächst den Reisebericht fertig zu stellen und mich dann um die Bilder zu kümmern sonst werde ich noch verrückt. Ich hatte eine Memory Card „verlegt“ und jetzt sind es nicht mehr über 1255 sondern genau 1314 Bilder die wir während der Reise gemacht haben und da muss ich mich dann mal separat darum kümmern.

Ich danke dir aber noch einmal für deinen gut gemeinten Rat.

P.S. Wie hast du denn das kleine Bild unter deinen Namen gebracht? ???

Geändert von Willy (07.01.2008 um 17:34 Uhr)
Willy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2006, 19:14   Von New York bis San Francisco, unser Reisebericht Beitrag #24
uschiTh
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Beiträge: 161
Re: Von New York bis San Francisco, unser Reiseber

Hallo Billy,
das macht man in seinem Profil, ist ganz einfach. Aber dazu braucht man entweder Christian oder, da man ja keine eigene Homepage hat, legt man sich im Internet ein privates Fotoalbum an. Von dort importiert man dann die Bilder in sein Profil oder eben in seinen Reisebericht. Ich denke, Du hast Deinen Reisebericht zuerst separat gespeichert und kopierst ihn dann nur noch ins Forum. Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn Du ihn später wieder ändern musst wegen der nachträglich eingefügten Fotos (auf die freuen wir uns doch auch schon sehr!). Wenn Du die Seiten jetzt nicht zu voll schreibst, ist hinterher ja auch noch Platz für die Fotos.
Dein Bericht ist bis jetzt schon sehr spannend und ich freue mich auf jede Fortsetzung.
Viele Grüße
Uschi ;D
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