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05.02.2002, 20:06
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #1
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Benutzer
Registriert seit: 03.07.2001
Beiträge: 7.868
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Indirekt hier eine Anregung fuer Auswanderer. Das ganze stammt aus dem Spiegel - es war ein Artikel zur Riester Rente. Kann aber meiner Meinung nach die moeglichen Auswanderer ein wenig darauf einstellen, dass man auch ein wenig was riskieren muss, um zum Erfolg zu kommen. Mein Hinweis seit langem ist eh schon, dass man sich von der deutschen Vollkasko Mentalitaet loesen muss, um beim Auswandern Erfolg zu haben.
Zitat:
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...Sie sollten sich auf das berufen, was seit Jahren als beste Altersvorsorge überhaupt gilt: Aktienfonds, am besten weltweit ausgerichtet. Die bringen über 10 oder 20 Jahre sowieso viel mehr als jeder Riester-Rohrkrepierer, dessen Rendite von vorne herein gebremst wird, weil ja die Vollkasko-Deutschen auch noch gegen mögliche Verluste an der Börse abgesichert werden müssen. Habt Mut, Fonds-Anbieter, und setzt auf das Motto "Back to the Roots", holt die Sparplan-Klassiker hervor - statt politisch korrekt die Staats-Privat-Rente zu bewerben.
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Zu weit hergeholt?
Was ist Eure Meinung zum Thema Auswanderung und Vollkasko Mentalitaet?
Gruss aus Colorado!
Christoph
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05.02.2002, 20:22
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #2
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Amerika Fan
Registriert seit: 27.01.2002
Beiträge: 91
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Es trifft vielleicht nicht auf Alle zu, aber grundsaetzlich hast Du wohl Recht.
Mein Mann und ich sind auch sehr zoegerlich, wenn es um Anschaffungen, neue Ideen usw. geht. Jedes kleine Problemchen wird so lange gewaelzt, bis es eine Staatsaffaire wird.
Wir sind ja schon viel besser geworden und haben vor ein paar Tagen auch gerade wieder einen aufmunternden " Junge, nun mach" Tritt in den Hintern bekommen.
Als wir hierher kamen, sagte ein Freund irgendwann zu unserer Kleinkraemerei " You guys are scared of life. You better stay inside and not come out, because something dangerous might happen while you're out here"!
Das war der erste Wake Up Call, weitere folgten und langsam haben wir auch "das Fieber zurueck"
Wir haben als Grund fuer unsere Auswanderung aus Deutschland genau diese Vollkasko Mentalitaet der Deutschen angegeben. Nach dem Motto: In Amerika macht man einfach etwas, und wenn man auf die Fresse faellt, faengt man wieder von vorne an.
Man sollte halt manchmal seine eigenen schlauen Ratschlaege beherzigen. Wir arbeiten dran 
Sonja
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05.02.2002, 21:10
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #3
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Wahl-Amerikaner
Registriert seit: 17.07.2001
Beiträge: 651
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In Amerika ist man in erster Linie seines Glückes eigener Schmied. Das ist aber auch nicht immer so brutal, wie das die deutschen Medien manchmal darstellen. Man muss vor allem wesentlich eigenverantwortlicher handeln. Das bedeutet aber auch mehr Freiheit und vor allem deutlich weniger Steuern.
Gruss,
Kai www.usabuch.com
Bücher und Infos über Amerika
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06.02.2002, 05:08
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #4
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Amerika Kenner
Registriert seit: 21.01.2002
Beiträge: 431
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Ich glaube, ich bin so ein Vollkasko-Deutscher. Als ich meinen Entsende-Vertrag in der Hand hatte, hab ich überall nach irgendwelchen Haken gesucht, so als ob meine Firma mich hintergehen wollte. Bin ich im Krankheitsfall voll versichert? Was ist mit meiner Familie? Was passiert, wenn uns der Vermieter aus dem Haus schmeisst? Was ist, wenn wir früher wieder zurück wollen? Was ist mit meinem Job in Deutschland? Und und und.
Und dabei wurde ich auch noch von fast allen Kollegen bestärkt.
Ich glaube, ich war einfach zu lange in D und hab schreckliche Angst neu anfangen zu müssen. Dabei hab ich bisher auch alles durch Arbeit erreicht und würde es sicher nochmal schaffen. Aber allein schon die Angst in D womöglich mal arbeitslos zu sein.
Ich muss mich wirklich erstmal daran gewöhnen, es etwas lockerer zu sehen. Und das ist manchmal schwerer als ich gedacht habe.
Schöne Grüße aus dem Garden-State,
Jens
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06.02.2002, 11:01
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #5
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Ehrenmitglied
Registriert seit: 07.01.2002
Ort: Stuttgart, Germany
Beiträge: 2.109
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Stimmt, die Deutschen wollen immer gegen alles 100%ig versichert sein, und geben dafür das auf, was das Leben lebenswert macht: freedom, risk and fun! In Deutschland wird einem von staatlicher Seite das Recht genommen, selbständig für sich verantwortlich zu sein, und von dieser staatlichen Bevormundung (Sozialstaat genannt) wird man abhängig, wenn man immer nur hier ist.
Als Erwachsener sollte man für sich selbst sorgen, und nicht auf den Staat hoffen, den man dafür mit horrenden Abgabensummen füttert. In USA hat man diese Eigenverantwortung, und dafür aber auch seine Ruhe vor dem Fiskus. Man arbeitet für sich selbst, und versorgt sich dafür auch selbst. So muss das sein!
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06.02.2002, 14:28
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #6
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Wahl-Amerikaner
Registriert seit: 27.09.2001
Ort: Fayette County, GA
Beiträge: 517
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Na ja, ein paar Steuern und Abgaben sind es in den USA ja auch...
Aber was ich dabei an den USA so sympatisch finde, ist, dass sie alles möglichst einfach und verständlich halten - was man ja hier in Deutschland wirklich nicht sagen kann (siehe neues Riester-Gesetz).
In Deutschland gibt es für jedes Gesetz 2000 Ausnahmen und Sonderregelungen. Und einen riesigen Behördenapparat, der das alles überwacht und kontrolliert. In den USA gibt es ein einfaches Gesetz. Das wird vielleicht nicht JEDEM Sonderfall gerecht, aber durch die Einsparungen in der Verwaltung haben alle was davon.
Einfaches Beispiel: Die Förderung von Wohneigentum. Da gibt es in Deutschland die steuerliche Förderung (§ 10 E EStG ?? oder so ähnlich), dann gibt es günstiges staatliches Baugeld für junge Familien, Baukindergeld, staatliche Zuschüsse für Energiesparhäuser usw. usw. Man muss das studieren, um das für sich passende Angebot rauszufinden. Und in den USA ? Da kannst Du die Zinsen, die Du im vergangenen Jahr bezahlt hast, voll von der Einkommensteuer absetzen. Ergebnis ? Es kommt für alle mehr dabei raus, weil man einfach weniger Verwaltung dafür braucht. Natürlich macht man dann keine Unterschiede mehr zwischen Familien und Singles, zwischen armen Schluckern und Millionären. Aber wenn selbst für den armen Schlucker und die kinderreichen Familien mehr dabei raus kommt, ist das doch nicht ganz verkehrt, oder ?
Zweites Beispiel: Was regt man sich in Deutschland immer auf, wenn die Politiker wieder mal ihre Diäten erhöhen ! In den USA gelten solche Erhöhungen immer erst ab der nächsten Legislaturperiode. Das kann also die Politiker betreffen, die jetzt gerade im Amt sind, oder den politischen Gegener. Damit wird automatisch etwas vorsichtiger damit umgegangen. Ich finde das einfach und genial ! Davon könnten sich deutsche Politiker eine ganze Menge abschneiden !
Ein weiteres Beispiel ist die Frage des Herkunftslandes bei der Greencard-Lotterie. Natürlich ist es für einen einzelnen Engländer, der seit seiner Kindheit in Deutschland wohnt, sehr ungerecht, dass er nicht teilnehmen darf. Aber es hält die Verwaltung der Greencard-Lotterie schlank und kostengünstig.
Deutsche Politiker wollen immer allen alles recht machen und verzetteln sich dabei total. Und dann wird alles noch schlimmer. Wenn ein ungebildeter Arbeitnehmer seinen Lohnsteuerausgleich nicht mehr machen kann, weil er das alles nicht versteht und kein Geld für einen Steuerberater hat, ist das eben auch nicht besonders gerecht.
Hach, jetzt hab´ ich mir mal alles von der Seele geschrieben, ´tschuldigung, dass es so lang geworden ist !
Jasmin
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06.02.2002, 14:37
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #7
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Ehrenmitglied
Registriert seit: 07.01.2002
Ort: Stuttgart, Germany
Beiträge: 2.109
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Macht doch nichts dass es so lang ist, ich finde diese Beispiele sehr interessant und bestätigen wieder einmal meine Ansichten!
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07.02.2002, 00:34
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Vollkasko Mentalitaet der Deutschen Beitrag #8
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Gesperrt
Registriert seit: 21.07.2001
Beiträge: 1.491
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Hallo,
eigentlich ist die Steuererklaerung in Deutschland auch ganz einfach - falls man Angestellter ist und nichts abzusetzen hat. Wenn man viel verdient und viel absetzen kann, dann kann man sich auch einen Steuerberater leisten.
Auch hier in den USA leisten sich viele einen Steruberater - bestimmt nicht ohne Grund.
Und zum Thema einfach und verstaendlich... Ihr habt Euch wohl noch nicht mit dem amerikanischen Gesundheitswesen herumschlagen muessen...
Wir sind seit 6 Monaten hier und es ist immer noch sooo umstaendlich! Mich graust es davor, mal zum Zahnarzt zu muessen, wahrscheinlich muss ich mir jede Fuellung einzeln genehmigen lassen...
So halten sie wohl ihre Ausgaben gering: das ganze ist so umstaendlich, dass keiner zum Arzt gehen mag...
Im uebrigen ist es hier NICHT so, dass die kinderreichen familien weniger Steuern zahlen als in Deutschland. Nicht umsonst ist es so, dass hier viele Frauen arbeiten MUESSEN - auch wenn sie gar nicht wollen. Die schauen uebrigens neidisch nach Deutschland...
Es scheint einem halt immer das erstrebenswert, was man nicht hat... Aber man sollte immer bedenken, dass jedes Ding zwei Seiten hat.
Gruss
DUSA
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