Yukon for beginners - in 20 Tagen

  1. Yukon for beginners - in 20 Tagen #9
    Thanee

    Dawson-Kluane NP-Skagway-Watson Lake

    Freitag, 17. Juli 2009 - 12. Tag

    YUKON RIVER CG – SNAG JUNCTION CG (Top-of-the-world Hwy / Alaska Hwy)

    Über den Top-of-the-world-Hwy geht es Richtung Alaska mit Traum-Weitblick. Hier sehen wir das einzige Mal einen aktiven Waldbrand, allerdings nur Rauchwolken und die in einiger Entfernung. Der canadischen Teil des Hwy ist nur teilweise asphaltiert, aber mit der Dempster-Erfahrung für uns kein Thema. Die Einreise in die USA mit Fingerabdruck, Photo und Formular ist wie erwartet bürokratisch, aber mit 15 min. erfreulich schnell vorbei. Kleine Grenzstellen irgendwo im Nirgendwo haben schon ihre Vorzüge.



    Ab der Grenze ist der Hwy unasphaltiert und ab Chicken großteils nur noch mit 30 km/h befahrbar. Wir fragen uns, wie es die niedrigeren WoMo‘s hier ohne Schäden schaffen. OK - manchmal laufen wir auf eines auf (zum Glück sind die meisten in die Gegenrichtung unterwegs) und die sind deutlich langsamer als 30 km/h. Wir freuen uns wieder mal über unsere Entscheidung für den Truck-Camper.

    Wir haben kein konkretes Endziel heute, wollen spontan sein. Wir wissen nur, dass wir die Touri-Hochburgen meiden wollen, aber irgendwie kommt uns kein Plätzchen unter, das uns überzeugt. Als wir dann auch noch beim Tanken sowohl vom Tankautomat (USD 90.-) als auch von der Kassiererin (USD 73.-) jeweils eine Rechnung für ein und dieselbe Tankfüllung erhalten und unsere Reklamationen nur wiederholtes gleichgültiges „Don‘t know“ zur Folge haben, beschließen wir, noch heute wieder zur canadischen Gastfreundschaft zurück zu kehren.

    Gleich der erste CG nach der Grenze ist Snag Junction. Die guten Plätze vorne am Wasser sind schon belegt. Nachdem Mike aber mit Zahnschmerzen kämpft, beschließen wir nicht weiter zu suchen und nehmen mit einem der hinteren Plätze vorlieb. Die liegen zwar relativ nahe am Alaska Hwy, aber es geht. Bei bewölktem, aber trockenem Wetter mit 19°C klingt der Tag am Lagerfeuer doch noch versöhnlich aus.



    Samstag, 18.Juli 2009 - 13. Tag

    SNAG JUNCTION CG – CONGDON CREEK CG (Alaska Hwy)

    Es sind nur 180 km bis zu unserem nächsten Ziel, dem Kluane Lake, dem größten See im YT. Das Wetter ist perfekt und wir finden kurz nach Mittag auch noch eine nette Campsite mit Zugang zum See.



    Einen Trail zu einem Bären-Futterplatz gibt es auch, aber auch dort noch immer keinen Bären für uns. Die einzige Wildtier-Begegnung hat Mike mit einer Manikür-Hummel, die sich einige Minuten ausführlich seinem Daumen widmet.



    Gegen Abend nimmt der Wind immer mehr zu, die Wellen entwickeln eine beachtliche Größe und wir schlafen mit Meeresrauschen im Hintergrund ein.

  2. Yukon for beginners - in 20 Tagen #10
    Thanee

    Dawson-Kluane NP-Skagway-Watson Lake

    Sonntag, 19. Juli 2009 - 14. Tag

    CONGDON CREEK CG – SKAGWAY (Alaska Hwy/Haines Hwy)

    Auch bei der Fahrt durch den NP auf dem Weg Richtung Haines Junction wissen wir gar nicht, wo wir zuerst hinschauen und photographieren sollen - die Landschaft ist einfach nur toll. Es läuft uns auch ein räudiger Kojote (oder verliert er nur gerade den Winterpelz?) über den Weg - er zeigt sich deutlich weniger beeindruckt als wir.



    In Hains Junction Besuch des Visitor Centers um Fähren-Info’s einzuholen. Wir könnten schon buchen, wollen uns aber nicht festlegen, nehmen uns nur den Fahrplan mit. Auch hier wieder unerwartet deutschsprachige Betreuung. Auch eine Bakery mit köstlichen Apfel-Zimt-Brötchen finden wir und an der Tankstelle können wir sogar kostenlos dumpen nachdem wir getankt haben. Dann geht es weiter Richtung Million Dollar Falls, dort gibt es auch einen Government CG. Das Wetter ist deutlich schlechter als noch heute Morgen und auch der CG spricht uns nicht so wirklich an, sodass wir nur die Wasserfälle besichtigen und weiter fahren Richtung Alaska.

    Der Grenzübertritt ist diesmal kurz und schmerzlos. Die Landschaft zwischen Haines Junction und Haines ist abwechlungsreich und beeindruckend. Auch mehrere Weißkopfseeadler begegnen uns – aber keine Bären.





    In Haines erwischen wir noch die letzte Fähre um 20:30 und die Überfahrt zwischen den Bergen in den Fjord von Skagway ist trotz einsetzendem Regen beeindruckend. Wir bleiben die ganze einstündige Überfahrt an Deck, denn es ist nur nass, nicht kalt.

    Die Fähre schreckt einen großen Schwarm kleiner Seevögel auf, die dann alle verzweifelt (aber erfolgreich!) versuchen, noch vor dem Schiff auf die andere Seite zu kommen. Wir fragen uns, warum sie’s nicht hinter der Fähre versuchen, das wäre mit viel geringerem Kräfteaufwand verbunden. Aber wir haben ja auch eine andere Position hier oben am Schiff. Man sieht, es hängt sehr oft nur von der Perspektive ab ;-)


    Um 21:30 kommen wir in Skagway an – es regnet immer noch und es ist mittlerweile Nacht. (Ist es wirklich erst fünf Tage her, dass wir der Mitternachtssonne beim Nichtuntergehen zugeschaut haben?) Wir steuern direkt zu einem der in der Info-Broschüre angegeben privaten CG. Um diese Zeit ist keiner mehr an der Reception, es liegen nur vorbereitete Anmeldeformulare mit der Platznummer zur freien Entnahme auf. Wir entscheiden uns für eine der günstigen Sites um USD 26.- +Tax, ohne irgendeinen Anschluss. Einfach nur einen Stellplatz, wir haben ohnehin selber alles was wir brauchen und wollen nur noch schlafen.
    Geändert von Thanee (16.06.2011 um 08:53 Uhr)

  3. Yukon for beginners - in 20 Tagen #11
    Thanee

    Dawson-Kluane NP-Skagway-Watson Lake

    Montag, 20. Juli 2009 - 15. Tag

    SKAGKWAY – SQUANGA LAKE CG (Klondike Hwy/Tagish Road/Alaska Hwy)

    Eigentlich wollten wir nur einen ganz normalen Stellpaltz, ohne irgendwelche Zusatzleistungen. Dass unsere Campsite einen integrierten Wecker hat, war nirgends erkennbar. Um 7:00 Uhr morgens fahren zwei Meter vor unserer Tür am Nachbargrundstück Bagger + Betonmischer auf! Es gibt keinen Morgenkaffee zum Munterwerden, sondern eine Flucht auf der Suche nach einem Lokal in etwas ruhigerer Lage und gutem (=starkem) Kaffee. Wir fragen in einem Coffee-Shop danach und werden zur Konkurrenz ein Eck weiter geschickt Als wir dann wirklich mit unserem Kaffeebecher (eigenartig, was Amerikaner so unter starkem Kaffee verstehen) vor dem Lokal auf der Bank sitzen, werden wir von einer Einheimischen in eine politische Diskussion verwickelt. Austria -> Schwarzenegger -> Einwanderer -> Arbeitslose etc. Was für ein Morgen! Nachdem ich eigentlich immer erst nach(!) meinem ersten Kaffee ansprechbar bin, überlasse ich Mike den Großteil der Diskussion – er findet es sogar amüsant, mir gelingt diese Sichtweise erst bei meinem zweiten Kaffee.

    Es erwartet uns aber danach noch ein unvergessliches Erlebnis. Wir finden, als wir an unser Auto in einer Seitenstraße zurückkommen, einen Strafzettel am Auto und der freundliche Verkehrspolizist erklärt uns, dass wir auf der falschen Straßenseite geparkt haben. Kaum in den Staaten und schon straffällig . Wir finden die Polizeistation gleich unten am Hafen (wozu so ein Stadtplan doch gut sein kann), bezahlen brav unsere USD 25.- Strafe und besichtigen dann gleich Kreuzfahrtschiffe und Eisenbahn - wenn wir schon mal da sind

    Nachdem uns bei diesen Tarifen hier allmählich das amerikanische Geld knapp wird, beschränken wir uns auf das Betrachten der Schaufenster in der Hauptstraße. Danach sind wir etwas beruhigter, denn ca. jeder zweite Laden ist eine Jewellery oder ein Pelzgeschäft, also nicht unsere Größenordnung. Skagway ist Touristen-geprägt und die Preise sind entsprechend, wir beschließen unsere Reise-Mitbringsel anderweitig zu besorgen.




    Also zurück nach Canada! Der Weg bis zur canadischen Grenze dürfte vermutlich landschaftlich auch Reizvolles bieten, aber durch die tiefhängenden Wolken bleibt uns großteils der Blick darauf verwehrt. Und wie an-Bergen-hängengebliebene Wolken aussehen kennen wir von daheim zur Genüge. Die Zugstrecke gegenüber mitten am Berg dürfte bei schönerem Wetter interessante Ausblicke bieten, aber nachdem wir den Camper und schlechtes Wetter haben, kommt diese Alternative für uns ohnehin nicht in Frage. Als wir bei Fraser über die canadische Grenze fahren, ist es fast ein Gefühl des Heimkommens und auch die Sonne beginnt sich wieder durch die Wolken zu kämpfen. Je weiter wir uns von der Küste entfernen, desto schöner und wärmer wird es.

    In Carcross wird wieder das Visitor Center angefahren zwecks Info’s und Tip’s und dann über die Tagish-Road und den Alaska Hwy bis zum Squanga Lake CG. Es ist ruhig und gemütlich hier und man kommt in Kontakt mit den hiesigen Bewohnern:








    Dienstag, 21. Juli 2009 - 16. Tag

    SQUANGA LAKE CG – WATSON LAKE CG (Alaska Hwy)

    Zurück auf dem Alaska Hwy ist es nach den vielen kleineren Straßen, die wir jetzt schon erlebt haben, fast ein wenig eintönig und wir bringen die 350 km bis Watson Lake an einem Stück hinter uns.


    Der Watson Lake CG liegt kurz vor der Stadt direkt am See und ist, als wir um 14:30 einlaufen, noch schwach belegt. Er ist allerdings ziemlich groß und weitläufig, mit vielen Bäumen zwischen den Campsites. Die Mossies sind hier ganz gut vertreten, aber noch viel mehr warten im Wasser des Sees auf ihre Geburt. Wir haben einen Kübel Wasser aus dem See geschöpft (Feuerlöscher) und da wimmelt es nur so von Larven darin *schüttel* Bin ich froh, dass wir nicht mehr da sein werden, wenn die Geburtstag haben



    Das Wetter ist wolkig durchwachsen mit ca. 20°C und gegen Abend füllt sich der CG dann doch noch merklich. Trotz großzügigem “OFF“-Gebrauch und Lagerfeuer bleiben die Mossies gegen 20:00 siegreich und wir verziehen uns zum Lesen in den Camper.

  4. Yukon for beginners - in 20 Tagen #12
    DrWatson
    Das kommt darauf an, wofür wir uns entscheiden. Sollte es wieder AB/BC werden, dann von mitte August bis mitte September. Wenn es Alaska/Kanada ( also die berühmte 8), dann werden wir im anfang Juli verreisen. Dies natürlich erst nächstes Jahr.

  5. Yukon for beginners - in 20 Tagen #13
    Thanee

    Watson Lake-Campell Hwy-South Canol Road-Whitehorse

    Mittwoch, 22. Juli 2009 - 17. Tag

    WATSON LAKE CG - SIMPSON LAKE CG (Robert Campell Hwy)

    Wieder das Visitor Center angelaufen, die Geschichte des Alaska Hwy’s erfahren *Hochachtung für die Bauarbeiter* aber auch gute Tips (z.B. gratis dumpen im Stadtpark, gratis Internet in der Library) bekommen und dann durch den Schilderpark (65.000 Schilder aus aller Welt) gleich vor dem Visitor Center gewandert und sogar ein kleines Österreich-Eck gefunden - leider nichts zum dalassen dabei gehabt.



    Danach eine öffentliche Laundry ausfindig gemacht, zu wenig Loonies (=1 CDN) und Quarters (=25 ct) dabei gehabt, versucht Bargeld zu bekommen -> Code für die Visa-Card vergessen aber *Überraschung* die EC-Karte bringt mich zum Ziel. Einkaufen im Supermarkt für die kommenden Tage abseits der Zivilisation (Robert Campell Hwy + South Canol Road). Die Kassiererin vom Supermarkt empfiehlt uns den Simpson Lake CG - sie wohnt dort in der Nähe, nachdem sie vor 12 Jahren aus Kassel ausgewandert ist.

    Wir kommen ins Gespräch und sie schenkt mir eine ihrer Zigaretten, damit ich erst mal rausfinden kann, ob ich sie vertrage. Ich bin nämlich auf der Suche nach rauchbaren Glimmstängeln. Die Canadier haben einen anderen Begriff von “leichten“ Zigaretten als wir Europäer. Ist in der EU alles über 10mg Teer verboten, so beginnen viele Sorten hier erst bei diesem Wert. Das leichteste was man hier bekommt ist 0,4 mg Nikotingehalt/5 mg Teer. Für mich, die noch nie mehr als 0,1/1mg vertragen hat, eine etwas verzwickte Situation, denn schön langsam werden die selbst mitgebrachten Zigaretten knapp und es gehört für mich z.B. zum Kaffee auch ein Zigaretterl dazu, nur zwecks der Gemütlichkeit. Aber die Kostprobe hilft etwas weiter und ich kaufe mir um knapp CDN 16.- ein Notfall-Päckchen. Als kleines Danke schön lassen wir unseren ausgelesenen deutschsprachigen Romane bei ihr zurück, denn die sind hier äußerst rar und sind heiß begehrt unter den deutschsprachigen Auswanderer.

    Danach geht’s los zum Simpson Lake CG über den Robert Campell Hwy, wieder eine Gravel Road . Es sind nur 85 km und wir erreichen relativ früh diesen kleinen CG mit nur 10 Campsites direkt am See. Eine einzige Site ist belegt und wir lassen uns direkt am See nieder. Die Sonne scheint uns ins Gesicht, mit Unterstützung von Lagerfeuer und OFF halten auch die Mossies Respektabstand und wir schauen einer Loon-Familie zu. Nur das Summen der Bienen, die ringsum im Klee suchen, ist zu hören. Die Tage fliegen jetzt nur so dahin. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wieder zu meinen Terminen in die Zivilisation zurückzukehren.









    Donnerstag, 23. Juli 2009 - 18. Tag

    SIMPSON LAKE CG - FRANCES LAKE CG (Robert Campell Hwy)

    Wir fahren heute nur bis zum nächsten CG am Francis Lake, aber von den 90 km dorthin sind ca. 70 km verbrannter Wald, und der Brand ist noch nicht so lange her. Auch wenn wir über die positiven Aspekte solcher Brände wissen, bedrückend ist es auch.

    Aber wir begegnen endlich unserem ersten Schwarzbären! Der nimmt gerade ein Sitzbad in einem Tümpel. Offensichtlich mag er dabei aber keine Zuschauer, denn er trollt sich so schnell, dass wir nicht mal die Kamera zum Einsatz bringen können. Offenbar kommen hier nur wenige Touristen vorbei, es begegnen uns nur einige wenige Baufahrzeuge.

    Wenig später fast ein Zusammenstoß mit einer Elchkuh und ihrem Jungen. Offensichtlich von uns erschreckt, bricht sie knapp vor unserem Auto aus dem Gebüsch am Straßenrand hervor, ihr Kalb hinterher. Beide galoppieren einige Meter vor uns her, bevor sie wieder nach rechts ins Gebüsch abbiegen. Einerseits tut es uns leid, die beiden gestört zu haben, andererseits sind wir froh, dass keinem etwas passiert ist. Das hätte auch anders ausgehen können.

    Am Francis Lake CG finden wir wieder eine nette Campsite direkt am See und auch mitten im Wald. Hier sind schon etwas mehr Camper, der CG ist aber auch größer, offensichtlich ein beliebtes Feriendomizil der Canadier. Einige sind zum Fischen mit dem eigenen Motorboot hier und haben sich häuslich eingerichtet. Camper- Bus mit großem Vordach und 3x4 m Teppich unterm Vordach. Ich würde aber nicht tauschen wollen.



    Nachdem wir schon mittags angekommen sind, kochen wir gemeinsam Geschnetzeltes am Lagerfeuer. Es hat sich ausgezahlt, dass wir uns noch eine Extra-Pfanne gekauft haben, die wir bedenkenlos am Lagerfeuer einsetzen können. Den Ruß würden wir von der Fraserway-Pfanne nie wieder runter bekommen.


    Mein Kleinholz-machen habe ich mittlerweile perfektioniert, also bekomme ich nun meine erste Lektion im “richtigen“ Holzhacken. Also so richtige, ganze, runde Stücke. OK – wir beginnen zuerst mal mit den kleineren Kalibern, denn ich muss erst meine Scheu vor dem volle Kraft und Gewicht einsetzen verlieren. Aber…….…es wird schön langsam. Ein paar Tage habe ich ja noch zum üben




    Freitag, 24. Juli 2009 - 19. Tag


    FRANCES LAKE CG - LAPIE CANYON CG (Robert Campell Hwy)

    Wir machen uns auf nach Ross River. Heute kommen uns schon mehr Auto’s entgegen - 7 (!) und ein einziger Camper auf einer Strecke von 190 km. Ross River liegt etwa 10 km abseits des Campell Hwy’s und wirkt ziemlich ausgestorben, vielleicht auch weil Ferien sind? Man sieht, dass hier das Geld nicht auf den Bäumen wächst, aber wir finden einen kleinen Supermarkt mit angeschlossener Tankstelle. Von außen sieht das ganze eher wie eine baufällige Scheune aus mit einer einsamen uralten Zapfsäule unter freiem Himmel. Aber innen gibt es ein überraschend vielfältiges Sortiment, besonders wenn man die Abgeschiedenheit bedenkt, und einen freundlichen Betreiber. Und auch aus der Zapfsäule sprudelt es problemlos.

    Danach wieder 10 km zurück auf den Campell Hwy und nur ein paar Meter weiter schon biegt man zum Lapie Canyon CG ab.




    Wenig verwunderlich, dass er bei dieser Auto-Frequenz menschenleer ist. Es ist vielleicht der schönste Government CG unter denen, die wir kennengelernt haben. 18 Campsites auf zwei Ebenen, die meisten oben im Märchenwald, aber auch einige direkt am Fluss unten und zwei davon sogar nur vom Flussufer bzw. einem Wander-Trail aus erreichbar (vermutlich für Kanuten). Wir erkunden die Umgebung ein wenig zu Fuß und genießen die traumhafte Umgebung. Danach darf ich wieder an meinen Holzhacker-Qualitäten arbeiten – es wird schön langsam besser. Der Tag endet wie er begonnen hat – mit ganz wenig Wolken, viel Sonne und natürlich einem Lagerfeuer.
    Geändert von Thanee (16.06.2011 um 21:48 Uhr)

  6. Yukon for beginners - in 20 Tagen #14
    Thanee
    Samstag, 25. Juli 2009 - 20. Tag

    LAPIE CANYON CG - ROSE RIVER (South Canol Road)

    Eigentlich ist es schade, dass wir hier weg müssen, aber die Tage sind gezählt und wir haben noch 350 km vor uns, davon 220 km absolute Gravel Road und die wollen wir noch genießen. Eine Straße nach Mike’s Geschmack: unasphaltiert, eher schmal, kurvig, teilweise steil und auch Schlaglöcher. Dagegen ist der Dempster eine Autobahn.

    Die ersten 60 km entlang am Lapie River bis zu den Lapie Lakes geht’s mit max. 40 km/h, meistens weniger. Die Gegend rund um die Lapie Lakes ist idyllisch, erinnert sehr an unsere Almen in den Alpen. Der Hinterteil eines flüchtenden Grizzly’s blitzt zwischen den Büschen am Straßenrand auf. Wieder kein Photo



    Ein kurzer Zwischenstopp am See bringt uns mit einem fischenden Schweizer, der ebenfalls mit einem Truck-Camper unterwegs ist, zusammen. Er erzählt uns, dass er schon am nächsten CG am Quiet Lake North war, dann aber die 60 km wieder zu den Lapie Lakes zurückgefahren ist, weil er den CG nicht besonders ansprechend fand.

    Diese Aussage noch in den Ohren suchen wir auf dem weiteren Weg nach Möglichkeiten zum wild campen. Die Strecke geht ähnlich weiter wie bisher und die ganze Zeit am Rose River entlang. 15 km vor dem angeblich uncharmanten CG finden wir ein ideales Plätzchen direkt am Rose River. Eine sonnige Sandbank, rundherum Wald, wir finden Spuren von anderen Campern, die auch unserer Meinung waren.

    Der einzige “Nachteil“ am wild campen ist, dass man nicht die vorgeschnittenen Holzblöcke serviert bekommt wie in den CG. Den nehmen wir aber mit Freude in Kauf. Also geht’s zunächst einmal ans Holz sammeln, bevor ein Lagerfeuer möglich wird. Da wird einem richtig warm dabei, denn die Sonne gibt ihr Bestes und auch ein kleines Lüftchen vom Fluss her bringt kaum Abkühlung. Auf einigen Ästen finden wir “Wollreste“ von einem Schwarzbären und die Mossies sind schon obligat. Zum Glück ist der Mensch ein Gewohnheitstier - vielleicht werden wir bis zum Urlaubsende ja noch Freunde, die Mossies und ich?





    Als wir gemütlich am Lagerfeuer sitzen, wandert vor unserer Nase ein Porcupine am anderen Ufer vorbei. Ich sehe so einen Baumstachler das erste Mal live und habe Mühe mir vorzustellen, dass so ein Kaliber auf unserem Dach am Lake Laberge rumkrabbelte. Das muss eher ein Teenager-Porcupine gewesen sein, sonst wäre der vermutlich durchgebrochen. Dieser hier ist offenbar einer der ausgewachsenen Vertreter seiner Art. Er nimmt uns auch gar nicht zur Kenntnis und sucht in Ruhe unter den Steinen nach Essbarem. Wem kann da noch der Fernseher abgehen bei so einer Live-Show?



    Die Sonne glitzert im Wasser, das beständige Wasserrauschen wird hin und wieder von einem leisen Rumpeln begleitet (der Fluss schubst immer wieder mal größere Steine vor sich her), das Lagerfeuer knistert und knackt und der Wind umspielt uns leise - das ist einfach Urlaub wie er sein soll! PERFEKT.

    Geändert von Thanee (17.06.2011 um 13:50 Uhr)

  7. Yukon for beginners - in 20 Tagen #15
    Thanee

    Watson Lake-Campell Hwy-South Canol Road-Whitehorse

    Sonntag, 26. Juli 2009 - 21. Tag

    ROSE RIVER – LAKE LABERGE CG (South Canol Road/Alaska Hwy/Klondike Hwy)

    Leider müssen wir dieses Paradies wieder verlassen, es liegen noch knapp 230 Kilometer vor uns und den Tag morgen müssen wir für packen und Camper-Reinigung einkalkulieren . Schweren Herzen lassen wir den Rose River hinter uns, schauen uns ein paar Kilometer weiter aber aus Neugierde doch noch den Quiet Lake North CG an. Wir stellen fest, dass unsere gestrige Entscheidung absolut richtig war und so fällt uns der Abschied ein ganz kleines bisschen leichter.

    Wir genießen auch die restlichen 100 km auf der South Canol Road und machen an ihrer Einmündung in den Alaska Hwy in Johnson‘s Crossing eine Mittagspause. Hier gibt’s sogar nochmals frische Cinnamon rolls - schon allein für diese Köstlichkeit könnte ich Canadierin werden .

    Wir wollen heute noch bis zum Marsh Lake CG nach kurz vor Whitehorse, haben aber völlig vergessen, dass Wochenende UND mittlerweile Hoch-Ferienzeit ist. Der Campground ist zwar weitläufig, aber doch stadtnahe gelegen und so nutzen viele dieses Naherholungsgebiet auch z.B. für einen Kindergeburtstag. Die wenigen Campsites, die noch frei sind, sind für uns “Verwöhnte“ nicht wirklich verlockend, sodass wir als nächstes den Wolf Creek CG anlaufen, aber auch der erweist sich als wenig einladend. Wir beschließen für heute Nacht, doch noch ein Stück Fahrt auf uns zu nehmen und nochmals den Lake Laberge CG anzusteuern, der letztens so ruhig und idyllisch war.

    Da wir auf dem Weg dorthin ohnehin an Whitehorse vorbeifahren, besuchen wir noch den Miles Canyon. Hier ist der Yukon noch smaragdgrün – welch ein Unterschied zu Dawson! So aufgestaut und ruhig kann man sich kaum vorstellen, wie schwierig früher die Passage war und wieviel Kummer hier damals seinen Ursprung fand.




    Danach geht es weiter zu unserem allerersten Campground in diesem Urlaub – wir finden es passend, dass er hier auch enden soll. Es ist inzwischen früher Abend und wir gehen davon aus, dass die Wochenend-Camper mittlerweile wieder Richtung Wohnung unterwegs sind, um sich auf den Wochenbeginn vorzubereiten. Weit gefehlt! Wo ist unser ruhiger Campground mit nur 4 anderen Campern geblieben!? Fast alle Sites sind belegt, nur ganz hinten im Wald finden wir ein Plätzchen. Nun, irren ist menschlich - wir machen das Beste daraus. Wenigstens können wir nochmals ein Lagerfeuer machen und ein Restlessen veranstalten.




    Montag, 27. Juli 2009 - 22. Tag


    LAKE LABERGE CG - PIONIER RV PARK (Whitehorse) (Klondike Hwy)

    Heute kommt der unangenehmste Tag des Urlaubs auf uns zu – Putzen & Koffer packen – beides absolute “Lieblingsbeschäftigungen“ . Wir genießen den Tagesbeginn ein letztes Mal mit Kaffee am Lagerfeuer, bevor wir mit unserem Camper zum großen Carwash gegenüber dem Flughafen fahren. Der erweist sich aber eher als Loonie-Schlucker, denn als Hochdruckstrahler, sodass wir nach CDN 10.- erst mal aufgeben und 2 km weiter zum Pionieer RV Park fahren. Er verspricht Car& RV Wash genauso wie eine Laundry und wir überwinden unsere Vorbehalte gegenüber RV Parks mit 150 Sites. “Wooded Campsites“ macht uns neugierig und tatsächlich bekommen wir - da wir kein Full Hook up brauchen - eine Campsite oben im Wald mit einer Fire pit und auch noch Strom- und Wasseranschluss. Wir hätten uns auch mit weniger begnügt und können es gar nicht glauben. Obwohl direkt am Alaska Hwy gelegen, ist es relativ ruhig. Die CDN 26,50 dafür finden wir moderat. Für den Preis gab’s in Skagway nur einen Stellplatz mit Bagger als Wecker!

    Etwas versöhnt bestücken wir zuerst die Waschmaschine in der Laundry und widmen uns dann dem Camper – praktisch, der Waschplatz liegt direkt vor der Laundry. Hier zeigt sich der Hochdruckstrahler erfolgreicher und nicht ganz so Loonie-hungrig. Mit der sauberen Wäsche und dem äußerlich sauberen Camper geht’s hinauf zur Campsite und wir fügen uns ins Unvermeidliche. Der Wasseranschluss ist natürlich bei der Putzerei nicht unbedingt ein Nachteil und irgendwann geht auch das zu Ende. Auch das Kofferpacken ist irgendwann geschafft. Danach gönnen wir uns selbst eine Grundreinigung in einer der zahlreichen Duschen unten und DANN…… dann können wir uns endlich ein letztes Mal ans Lagerfeuer setzen. Dass dies für ALLE im GANZEN Yukon auch gilt, wissen wir da noch nicht. Ab morgen wird ein fire ban für den ganzen Yukon gelten, denn es hat zu wenig geregnet in den letzten Wochen und die Waldbrandgefahr ist zu groß. Das macht für uns diese Wochen im nachhinein noch wertvoller, denn das Lagerfeuer war für uns ein wichtiger und zentraler Bestandteil des Urlaubsfeelings.








    So, dass war’s Leute! Da die Camper-Rückgabe am Dienstag bei Fraserway schnell und schmerzlos war, erspare ich euch das. Und die Warterei auf unseren Abflug nach Vancouver finde ich nun auch nicht so spannend, dass ich euch damit langweilen will.
    Mike meinte jetzt gerade noch, dass mein Bericht schon teilweise sehr negativ klingt – ich hoffe, das kommt bei euch nicht auch so an. Es war der schönste Urlaub, den ich je hatte! Und gerade die Höhen und “Tiefen“ machten es spannend und abwechslungsreich .
    Vielleicht noch ein Detail am Rande: bei der Rückgabe erfuhren wir, dass Fraserway die South Canol Road während unseres Trips auf die Tabu-Liste setzte, allerdings nur für jene, die ihr Auto erst nach uns übernahmen. Wir hatten also in jeder Hinsicht viel Glück und es war einfach nur DER Traum-Urlaub. – Und einen solchen wünschen wir euch auch!!! Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen Gusto machen.

  8. Yukon for beginners - in 20 Tagen #16
    Bajan
    Vielen Dank für diesen tollen Reisebericht!
    Schöne Fotos und toll beschrieben, negativ kam er bei mir nicht an, im Gegenteil

+ Antworten
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