Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
Diskutiere Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010 im Reiseberichte USA Forum im Bereich USA Reisen; Am 18. Januar in meinem ersten Post versprochen, hier nun endlich gehalten: Mein Reisebericht zur Tour durch den amerikanischen Westen im Mai/Juni 2010.
Am 16.
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29.06.2010, 13:17
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#1
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
Am 18. Januar in meinem ersten Post versprochen, hier nun endlich gehalten: Mein Reisebericht zur Tour durch den amerikanischen Westen im Mai/Juni 2010.
Am 16. Mai flogen wir von Frankfurt über Philadelphia nach Denver, holten bei Alamo unser Auto ab und kamen recht spät am Abend bei meinem herzallerliebsten 81jährigen Tantchen an. Am 17. akklimatisierten wir uns ein wenig und bummelten durch die recht nette Innenstadt von Denver, wo ein Besuch des Kapitols (auch innen!) sehr empfehlenswert ist.
Sehr beeindruckend auch der Anbau des Museums für Moderne Kunst von Daniel Libeskind, vom dem auch das Jüdische Museum in Berlin ist.
Am 18. Mai begann nun unser 17-tägiger Road Trip, der am Ende in der Gesamtübersicht so aussah:
Aber first things first, der 18.Mai: GREAT SAND DUNES (219 miles)
Um 6.50 gab es Frühstück und um 7.00 brachen wir auf, von Tantchen noch versorgt mit Brot, Wurst, Käse, Kühlbox, Cookies, Muffins, Pullis, Schlafsack, Obst und langen Unterhosen. Sehr fürsorglich und für uns sehr bequem, da die Verpflegung für diesen ersten Tag ja praktisch schon geklärt war. Nur ca. 15 Minuten nach Aufbruch waren wir schon auf einer sanft ansteigenden (natürlich 3-4spurigen) Bergstraße durch den Pike National Forest. Kurz hinter der Kenosha-Passhöhe auf 10001 Fuß Seehöhe bot sich ein grandioser Ausblik in die Weite einer Hochebene, die seitlich und im Hintergrund von schneebedeckten Gipfeln gesäumt wurde. Durch diese Ebene ging es nun einige Meilen, bevor in der Nähe des passend benannten Ortes Buena Vista ein weiterer Aussichtspunkt über das Tal des Arkansas River auf einer ganze Reihe von 14000-Gipfeln einen weiteren Halt verlangte.
Wir fuhren in diesem Tal dahin, überwanden ein kleines Hügelchen und waren dann in weiter, flacher, öder Ebene, durch die es fast 50 Meilen einfach nur gradeaus ging. Die Dünen waren als heller Fleck am Fuße der Berge vorne links (oder eher: im Südosten) bereits erkennbar. Wir Wetterexperten erkannten frühzeitig, dass wir in Richtung schlechtes Wetter fuhren (am schwarzen Himmel und an den Blitzen und so) und tatsächlich kamen wir im Regen im Park an, schon beim Aufbau des Zeltes auf dem mit Blick auf die Dünen gelegenen Campingplatz hatte es jedoch aufgehört.
Wir speisten mit Aussicht und machten uns dann auf in die Dünen – unser ehrgeiziges Ziel war der höchste Punkt des Dünenfelds, etwa 4 km Luftlinie entfernt. Obwohl es ja geregnet hatte, war bergauf im Sand noch sehr anstrengend und auch der sehr starke Wind trug neben dem peelenden Effekt noch zur Anstrengung bei. Nach knapp 2 Std. teilweise sehr harter Wanderung waren wir oben und genossen den Ausblick auf das riesige weiße Dünenfeld und die dahinter liegenden Berge. Runter ging's schnell und mit Riesenschritten.
Wir kochten Asia-Nudeln und da es nach Sonnenuntergang bei starkem Wind auf 2600 m Seehöhe schon etwas ungemütlich ist, lagen wir um 20.30 Uhr schon brav im Bett.
Geändert von MichiA (29.06.2010 um 13:21 Uhr)
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29.06.2010, 13:48
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#2
19.5. MONUMENT VALLEY (394 miles)
Kalt war's! Um 4.45 Uhr ging ich etwas spazieren, bis Nina um 5.20 auch aufstand. Wir packten zusammen und waren schon bald on the road again.
Nach knapp 30 Meilen erreichten wir Alamosa, wo wir stolzer Besitzer einer Safeway-Supermarkt-Rabattkarte wurden, mit selbiger einkauften und tankten. Einige öde schnurgerade Meilen später kamen wir in waldreiches, bergiges Gelände. Kurz nach der Passhöhe des Wolf Creek Passes (stolze 10850 Fuß) eröffnete sich ein weiter Blick in ein grünes Tal, das den Vergleich mit dem Auenland nicht hätte zu scheuen brauchen. An diesem Aussichtspunkt begegneten wir unseren ersten Streifenhörnchen und machten außerdem Frühstücks/Brunch-Pause.
Die nächsten 100 km zogen sich trotz netter Umgebung auf verkehrsreicher Straße etwas. Nach dem touristisch anmutenden Durango ging es ähnlich plätschernd weiter. Hinter dem Mesa Verde NP, den wir links liegen ließen veränderte sich die Landschaft allmählich und wurde kahler, felsiger, wüstiger, roter. Nach Cortez, wo wir Richtung Süden abbogen war dieser Übergang vollzogen und wir waren in typischer Wildwest-Steppe mit roten Felsen angekommen.
Das 4-States-Corner-Memorial war doch glatt wegen Renovierung geschlossen (was gibt's an einem Punkt wo sich 4 Bundesstaaten treffen groß zu renovieren?), deswegen ging es gleich weiter (jetzt in Utah) in Richtung Monument Valley. Kurz hinter Bluff, wo wir nochmal Getränke und etwas Eis gekauft hatten, gab es hinter einer Kuppe einen Kinnlade-nach-unten-klappen-lassend grandiosen Ausblick auf das statt rötlichbraun nun wirklich tiefrot unter uns liegende Land und diverse Felsformationen. Auf den nächsten 30-40 km mussten wir immer wieder für Fotostopps anhalten und kamen aus dem Staunen kaum heraus.
Gegen 17.00 kamen wir dann am Monument Valley an. Die dirt road ins Tal war nicht ganz leicht zu fahren, aber machbar.
Der Ausblick auf die majestätischen, riesigen Monumente war einfach großartig, besonders der aus Western bekannte Blick vom so genannten John-Ford-Aussichtspunkt.
Da der "primitive Campingplatz" (= Parkplatz mit 2 Dixis) uns nicht ansprach, fuhren wir nach Befahren der Parkstraße 6 Meilen rüber nach Gouldings, wo wir einen schönen Platz mit Aussicht aus der ersten Reihe ergatterten.
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29.06.2010, 14:10
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#3
Oh toll, endlich mal ein Reisebericht der in Denver anfängt und endet
Und dann auch noch mit vielen Zielen, die wir im September auch ansteuern werden!
Da freue ich mich aber auf eine Fortsetzung!
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29.06.2010, 14:13
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#4
20.5. GRAND CANYON (234 miles)
Nach diesmal sehr angenehm milder Nacht ging es gewohnt früh weiter. Über Kayenta erreichten wir schon gegen 7.30 das Navajo National Monument, zu dem eine 8 Meilen lange Stichstraße führte. Neben dem (so früh noch geschlossenen) Visitor Centre begann ein Pfad, der ca. 1 km lang sanft abfallend an den Rand eines Canyons führte. Auf der gegenüber liegenden Seite waren in einer halbrunden halbhöhlenartigen Vertiefung unter einem riesigen Überhang die Ruinen einer Pueblo-Siedlung der Hopi aus dem 13. Jh. zu erkennen. Hoch interessant und durch die Stille an diesem noch menschenleeren Aussichtspunkt auf die gut erhaltenen Überreste der Behausungen einer uns so fremden Kultur vor so vielen hundert Jahren war das ein richtig erhabener Moment.
Dann gab's im Auto erstmal lecker Frühstück. Wobei: Die Äpfel werden wohl kaum reif werden bis zu unserer Abreise. Bei strahlendem Sonnenschein plätscherte die weitere Fahrt so vor sich hin, bevor wir gegen 11 Uhr den Grand Canyon NP erreichten. Unseren ersten Stop legten wir gleich am Desert View ein und obwohl man ja von unzähligen Fotos und Dokus weiß, was einen erwartet, kann man beim ersten Blick in die Schlucht nur ergriffen vor sich hin staunen. Die ungeheuren Dimensionen in alle Richtungen, die vielfältigen Formationen und die je nach Lage zur Sonne und Sonnenstand ganz unterschiedlichen Farben und Schattierungen sind ungeheuer faszinierend.
Bis zum Campingplatz waren es noch ganze 25 Meilen, dieser war riesig und schön schattig gelegen. Mit einem Shuttlebus fuhren wir zum Ausgangspunkt des South Kaibab Trails, der ganz zum Colorado hinabführt. Immerhin ca. ein Sechstel der Höhenmeter (ca. 270 m) haben auch wir uns hinuntergewagt, zum passend getauften Oooh!-Aaah!-Point.
Wieder oben (tsss, einfach! Wir hätten auch LEICHT den ganzen Weg gehen können...) schauten wir noch kurz im Visitor Centre vorbei, kauften ein und fuhren dann zum Moran Point, wo wir mit Eis und Isomatte und Abendessen gerüstet von einem herrlichen Platz in der ersten Reihe aus die immer tiefer sinkende Sonne und schließlich deren Untergang mitsamt leuchtender Felsen gegenüber genossen.

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29.06.2010, 14:16
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#5
Und es geht sogar schon weiter...super
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29.06.2010, 14:26
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#6
Intermezzo
Hey Anna-Lena!
Juhu, eine Leserin!
Fragen, Nachfragen, Zwischenfragen, Kommentare, Anmerkungen, Bemerkungen etc. sind natürlich sehr willkommen und ich geh in so kleinen Einwürfen wie diesem hier gerne drauf ein.
So, 1-2 Tage sollten noch drin sein, bevor Fußball losgeht...
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29.06.2010, 14:39
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#7
Ja du hast deine erste Leserin angeworben, die deinen Reisebericht bis zum Ende auch sicherlich treu lesen und kommentieren wird
War schon öfters in Denver und habe letztes Jahr auch eine zeitlang dort gelebt und so starten und beenden wir unsere Rundreise im September auch in Denver. Schön, dass es bei euch ähnlich war
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29.06.2010, 14:53
Wunderschöne Tage: Denver - Colorado Plateau – Yellowstone 2010
#8
21.5. PAGE und Umgebung (227 miles)
Wir machten uns einen faulen Lenz und brachen erst um 7.30 auf. Auf dem Weg zum Ostausgang hielten wir noch am Grandview Point (man hat dort eben dies) und am Lipan Point, wo es Frühstück mit Aussicht gab. Von etwas Aufregung an der Tankstelle (der Automat war mit meiner Nürnberger PLZ nicht zufrieden nachdem er Key Zip verlangt hatte (woanders hat das wohlgemerkt schon geklappt!)) war die Fahrt eher unspektakulär.
Unser erstes Ziel in der Gegend um Page war der Lower Antelope Canyon, den wir genau wie empfohlen am späten Vormittag (kurz vor elf) erreichten. 26 Dollar pro Person später sagte der Tour Guide "Yo, I'm the man!" und führte uns zu einem schmalen Spalt im Boden, nur ein paar hundert Meter vom Parkplatz entfernt. Dieser anfangs nur ca. einen halben Meter breite Schlitz war tatsächlich der Einstieg in den Canyon.
Die Auswaschungen formten die Schluchtwände in teils bizarren, aber immer sanften runden Formen. Das Spektakuläre an diesem Canyon ist das Farbenspiel der Felswände, da je nach Winkel zur Sonne und Tiefe der Fläche in der Schlucht zwischem warmem rot, hellem braun und tiefem grau inkl. aller Zwischentöne alles möglich ist. Die zahllos gemachten Fotos wirken so teilweise wie Farbkompositionen eines abstrakten Kunstwerks. Ein tolles Erlebnis.
Als nächstes wollten wir das Zelt errichten. Der Platz in Wahweap war mir Meckerer jedoch zu weit vom See weg und zu kommerziell, daher wollten wir in der Lone-Rock-Gegend direkt am Strand zelten. Dort riet jedoch die Rangerin wegen eines zu erwartenden Sturms ab. Ich warf mich erstmal ins Badeoutfit und stürzte mich (langsam) in die doch recht kühlen Fluten des Lake Powell.
Wir fuhren zurück in den Ort, speisten bei Taco Bell und fuhren dann zum Parkplatz des Horseshoe Bend. Bei dieser Hufeisenkurve handelt es sich um eine Schlinge des Colorado, die nach nur ca. 800 m Fußweg am Grunde eines steilen Abhangs tief unter dem faszinierten Besucher liegt. Sehr schön war am Nachmittag auch das leuchtende Grün des Flusses im Kontrast zu den rötlichen Felsen.
Das letzte Tagesziel schließlich lag gute 20 Meilen hinter Page, nämlich die Kurzwanderung zu einer Gruppe von Toadstool Hoodoos. Sehr faszinierend und ein schöner, kurzer, fast menschenleerer Wanderweg.
Die Übernachtungsfrage löste sich dann sehr schön indem wir einfach weiter fuhren und nur 2 Meilen weiter einen Campingplatz zu unserer linken entdeckten. Dieser war dann megasympathisch, super gepflegt und günstig. Die Nacht war allerdings äußerst stürmisch, sodass wir fast um unser Zelt fürchteten.
Geändert von MichiA (29.06.2010 um 14:56 Uhr)
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