So, wir hatten ja gesagt wir sollten mal ein Sticky dazu machen, also schreib ich jetzt einfach mal und hoffe Charlie macht es dann zum sticky!

Wenn man außerhalb des SOFA-Agreement nach D kommen möchte, gibt es Grundsätzlich 3 Möglichkeiten:

1. Familiennachzug zu Deutschen

Die einfachste Variante, wenn man verheiratet ist.
Man braucht:

- Reisepass & Ausweis/Pass des deutschen Ehepartners
- Heiratsurkunde
- Meldebescheinigung
- Nachweis über Krankenversicherung
- Nachweis über Deutschkenntnisse Level A1
(es gibt Ausländerbehörden die da ein Auge zudrücken, das Gesetz schreibt diese Deutschkenntnisse aber vor also verlasst euch nicht darauf dass ihr so durchkommt!!)
- Einige Ausländerbehörden verlangen Einkommensnachweise, dies ist normalerweise nicht rechtens! Gem. § 28 I AufenthG muss die Aufenthaltserlaubnis in der Regel auch ohne ausreichendes Einkommen erteilt werden, Ausnahmen davon sind nur in besonderen Fällen zulässig, etwa wenn der deutsche Ehepartner längere Zeit im Herkunftsland gelebt hat und ihm daher die Herstellung der Lebensgemeinschaft im Ausland zumutbar wäre. Wenn man Einkommen hat und man sich den Streit ersparen will kann man natürlich Nachweise vorlegen, wenn das Einkommen fehlt lasst euch da nicht abwimmeln. Das ist hier ganz schön erklärt:
http://www.info4alien.de/mick/faq.htm#13

- liegen all diese Voraussetzungen vor, dann bekommt der Ehepartner einen Aufenthaltstitel zunächst für 1,5 Jahre inkl. einer Arbeitserlaubnis
- Es ist durchaus möglich, dass der Ehepartner dann zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet wird (wenn die Deutschkenntnisse nicht deutlich besser als A1 sind), dies ist auch grundsätzlich im Gesetz verlangt.

Sollten die Deutschkenntnisse NICHT vorliegen und nicht mehr genug Zeit als Tourist übrig sein um diese zu erlangen, dann bekommt man in der Regel eine Fiktionsbescheinigung, die den Aufenthalt verlängert (mit der man aber nicht arbeiten kann!!) so dass man die Möglichkeit hat, einen Crashkurs zu machen und den Test nachzuholen.
Diese ist jedoch an andere Voraussetzungen gebunden und für den deutschen Ehepartner eventuell etwas unbequem: man muss für die Zeit, für die diese Fiktionsbescheinigung gilt (in der Regel recht begrenzt, unsere Ausländerbehörde sagte 3 Monate würden sie in solchen Fällen geben) bürgen, man übernimmt also die vollständige finanzielle Verantwortung für alles, was der ausländische Ehepartner in der Zeit hier anstellen könnte. Wenn man selbst nicht genügend Einkommen hat, um zu bürgen, dann muss man einen anderen Bürgen finden.
Ansonsten gelten ähnliche Voraussetzungen bzgl. der Krankenversicherung usw.


2. Arbeitsvisum

Man kann auch ein Arbeitsvisum bekommen. Dies geht jedoch nur, wenn man bereits ein Arbeitsverhältnis hier hat und die Arbeitsagentur diesen Arbeitsvertrag genehmigt. Hierfür muss für gewöhnlich ausführlich begründet werden, warum der Ausländer diesen Job machen muss und kein Deutscher diesen Job machen kann, ggf. wird die Stelle auch nochmals bei der Arbeitsagentur ausgeschrieben.
Grundsätzlich ausgeschlossen sind Tätigkeiten bei Zeitarbeitsfirmen. Auch sonst ist es relativ schwierig, dieses Visum zu bekommen.

3. Visum für Hochqualifizierte

Hat der Ausländer einen Universitätsabschluss, mit dem er hier als "hochqualifiziert" gilt, kann er hier für bis zu 6 Monaten einwandern, um einen Arbeitsplatz zu finden.
Findet man eine Arbeit, kann man sofort eine unbefristete Niederlassungserlaubnis beantragen. Hierfür muss man aber ein bestimmtes Gehalt nachweisen. Hier ist es am besten, direkt bei der Ausländerbehörde zu fragen, ob der Abschluss hier als hochqualifiziert anerkannt wird und was in dem Fall zu tun ist.

4. Studentenvisum

Man kann auch mit einem Studentenvisum hierbleiben, entweder wenn man an einer Universität studieren will (die meisten Unis haben jedoch Deutschkenntnisse Niveau C1 als Voraussetzung für ausländische Studenten) oder auch wenn man für längere Zeit einen Deutschkurs belegt.
Voraussetzung ist hier unter anderem jedoch, dass man gesicherten Lebensunterhalt nachweist (und dies muss der Student selbst tun, die Möglichkeit einer Bürgschaft gibt es meines Wissens nach nicht):
Es muss im VORAUS für jeden Monat den der Ausländer hier zur Schule gehen will ein Betrag in Höhe des einfachen Bafög-Satzes (irgendwas um die 500 Euro) auf einem deutschen Konto nachzuweisen.

Grundsätzlich ist es immer hilfreich, rechtzeitig bei der zuständigen Ausländerbehörde nachzufragen, dann merkt man auch gleich ein bisschen wie die ticken und wie streng sie bestimmte Anforderungen nehmen und erlebt keine bösen Überraschungen wenn man dann den Aufenthaltstitel beantragt.

So, ich hoffe ich habe nichts vergessen.