Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter
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09.05.2012, 22:03Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #1
miwie
Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter
Nachdem unsere Floridareise beendet ist, möchte ich hier in diesem Forum einen Reisebericht „Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter“ etablieren. Mein Reisebericht richtet sich im Allgemeinen Teil vor Allem an USA Erstreisende und im Abschnitt „Florida Intensiv“ an diejenigen, die – so wie wir – zum ersten Mal in diesen Bundesstaat reisen. Wir hatten – Gott sei Dank – „Starthilfe“, da wir in der ersten Woche Verwandschaft in Florida besuchten, die in den USA bereits seit 60 Jahren leben und uns wertvolle Tipps gaben!
Der Bericht schildert sehr detailliert meine Eindrücke und Erfahrungen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Wenngleich viele Schilderungen subjektiv erfolgten, ist mein erklärtes Ziel – Sie als „Amerikaersttäter“ und Floridareisender, wie wir es auch waren, auf eine Urlaubsreise einzustimmen, die für Sie möglichst reibungslos und unvergesslich positiv abläuft.
Tja, wo fängt man an, wenn man zum ersten Mal überhaupt in die USA reist. Natürlich mit den Reisedokumenten.
Für die Einreise in die USA benötigen zwingend, d. h. ausschließlich, einen Reisepass mit biometrischem Foto. Ältere Reisepässe, selbst wenn deren Gültigkeit noch lange nicht erloschen ist, werden nicht akzeptiert.
Da die Beantragung einige Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie also rechtzeitig die für Sie zuständige Behörde / Einwohnermeldeamt aufsuchen. Ein neuer Personalausweis mit biometrischem Foto ist keine zwingende Voraussetzung, da Sie einen entsprechenden Reisepass vorweisen müssen. Ob es für Sie sinnvoll ist, beim Einwohnermeldeamt bei der Umstellung des Reisepasses auf ein biometrisches Dokument auf den Ausweis zu verzichten, oder diesen gleich mit umstellen zu lassen, müssen Sie selbst entscheiden. Für die Einreise in die USA ist ein Personalausweis mit Biometrischem Foto jedenfalls nicht zwingend notwendig.
Wichtiger Hinweis: Sie müssen vor Flugticketkauf einen entsprechend gültigen Reisepass besitzen, da die Reisepassnummer mit den Tickets kombiniert wird und später nicht mehr abweichen darf.
Fazit: Reisepass mit biometrischem Foto (ja)
Personalausweis mit biometrischem Foto (nein)
Bei der Fahrerlaubnis teilen sich indes die Meinungen. Bevor ich die Reise angetreten hatte, habe ich bezüglich der Akzeptanz von Führerscheinen in mehreren Foren recherchiert und – wie nicht anders zu erwarten - unterschiedliche Auffassungen hierzu gefunden. Konsens bestand in den Aussagen darüber, dass der ganz alte Führerschein (grau) und der DDR-Führerschein nicht akzeptiert werden. Ob der DDR-Führerschein überhaupt noch in Deutschland gilt, weiß ich selbst gar nicht so genau, aber der Vollständigkeit halber führe ich das trotzdem hier mit auf.
Unterschiedliche Auffassungen gab es bei dem noch weit verbreiteten Führerschein (rosa). Viele schrieben dazu, dass er gemeinhin akzeptiert wird, andere sagten das dazu Gegenteil. Offensichtlich ist es – wie ich erlesen hatte – von Bundesstaat zu Bundesstaat innerhalb der USA unterschiedlich.
Daher hatte ich mich sicherheitshalber auf meiner Führerscheinstelle erkundigt. Hier wurde mir mitgeteilt, dass man sicherheitshalber auf den neuen Europäischen Führerschein umstellen sollte.
Naja quasi war man sich auch nicht sicher! OK, ich wollte nun auch nichts riskieren und bin daher dieser Umstellempfehlung gefolgt und habe mir den neuen Europäischen Führerschein besorgt. Meine Frau indes behielt Ihren alten Führerschein (rosa), damit wir die Reaktion sozusagen „life“ in Florida testen können.
Als wir in Florida bei der Autovermietung (Alamo) das Auto in Empfang nahmen, wurde dort sowohl mein neuer Europäischer Führerschein als auch der alte Führerschein (rosa) meiner Frau, die ich bei der Autovermietung als Zweitfahrerin angegeben hatte, akzeptiert!
Ein zusätzlicher Internationaler Führerschein – wie oft behauptet wird – wird nicht benötigt. Ich habe dort diesbezüglich nachgefragt; hatte das aber vorher auch schon in Foren gelesen.
Seit dem 1. August 2008 ist ESTA online für Staatsbürger und teilnahmeberechtigte Staatsangehörige der am VWP teilnehmenden Länder über das Internet zugänglich. Seit dem 12. Januar 2009 sind alle Reisenden, einschließlich Kinder, im Rahmen des VWP dazu verpflichtet, eine elektronische Reisegenehmigung zu beantragen, bevor sie an Bord eines Transportmittels mit Reiseziel USA gehen. Das ESTA Verfahren kann nur und ausschließlich über das Internet durchgeführt werden. Eine andere Form der Registrierung ist nicht möglich.
Eine Reisegenehmigung ist bis zu zwei Jahren gültig, sofern sie nicht widerrufen wird, oder bis zum Ablauf der Gültigkeit des Reisepasses des Reisenden, je nachdem, welches Ereignis zuerst eintritt. Die Genehmigung gilt für mehrere Einreisen in die Vereinigten Staaten. Bei zukünftigen Reiseplänen oder falls sich die Zieladresse oder Reiseroute des Antragsstellers ändert, können diese Informationen über die ESTA-Website aktualisiert werden. Seit dem 8. September 2010 kostet der Antrag 14 Dollar kostet pro Person. Die Bezahlung erfolgt ausschließlich per Kreditkarte. Die Registrierung muss mindestens 72 Stunden vor Antritt der Reise erfolgt sein. Ich habe es gleich nach Kauf der Tickets gemacht. Der Vorgang hat für 3 Personen insgesamt weniger als 30 Minuten gedauert.
Ohne positiv bestätigtes ESTA-Formular können Sie nicht in die USA einreisen und scheitern am Immigration Officer (dazu später mehr) !
Also unterlassen Sie – in Ihrem eigenen Interesse – dieses nicht durchzuführen. Ansonsten wird das ein kurzer Ausflug in die USA und ist auf 2 x 10 Flugstunden begrenzt; 1 x Hinflug und 1 x postwendend Rückflug!
Die ESTA-Anmeldung ist aber wirklich kein Problem und steht natürlich vollständig in deutscher Sprache zur Verfügung. Sie müssen jedoch zwingend eine Kreditkarte besitzen, da erst nach Zahlung der Registriervorgang abgeschlossen ist. Aber eine Kreditkarte benötigen Sie für die USA Reise sowieso, doch dazu später mehr.
Nach online Registrierung und online Bezahlung erhalten Sie sofort eine ESTA-Bestätigung, ob Sie in die USA einreisen dürfen oder nicht. Drucken Sie die Bestätigung aus und nehmen Sie diese in Ihre persönlichen Reisedokumente mit auf.
Fazit: positive ESTA-Bestätigung (ja)
Wenn Sie nach Florida reisen, ist es in Sachen Gesundheit von Bedeutung in welchen Monaten Sie das tun. Im Grunde nach ist von Mai bis mindestens September und je nach Wetterlage mit erhöhten Mengen an Ungeziefer (meist fliegend, stechend, beißend) zu rechnen. Impfungen gegen Malaria sind nicht notwendig, allerdings sollten Sie ggf. Ihre Tetanusimpfung auffrischen und – für besonders Vorsichtige – sich gegen Hepatitis impfen lassen. Weitere (Pflicht)Impfungen sind nicht erforderlich.
Ungeachtet dessen, sollten Sie es nicht versäumen, sich einen persönlichen Vorrat an entzündungshemmenden und juckreizstillenden Mitteln (z. B. Soventol) zu besorgen und ein wirksames Mückenmittel.
Im Grunde nach können Sie jedes in Deutschland erhältliche Mückenmittel getrost zu Hause lassen, da sie alle nicht richtig wirken. Die in Deutschland erhältlichen Insektenmittel - wie beispielsweise Autan - sind auf andere – meist europäische – Spezies etabliert. Die Wirkstoffe zur Abwehr tropischer Insekten sind zu gering dosiert.
Mittel, die wirklich helfen sollen, müssen eine höhere Konzentration des Wirkstoffs Diethyltoluamid (DEET) enthalten. Die in Deutschland erhältlichen Mittel enthalten zwar den Wirkstoff, dieser ist allerdings einfach zu gering konzentriert. Kaufen Sie sich in einem amerikanischen Supermarkt das Mittel „Off!“ oder „Buzz’Em“ und eine Geruchskerze gegen diese Quälgeister. Schauen Sie unbedingt auf die Gebrauchsanweisung und übertreiben Sie bitte die Anwendung nicht, da die Mittel in Deutschland nicht umsonst so nicht freigegeben sind.
Wenn Sie dennoch auf ein in Deutschland erhältliches Mittel zurückgreifen wollen, kann ich bei geringem bis mäßigem Insektenaufkommen „Anti Brumm Forte“ (rote Flasche) empfehlen, was mich in dieser Zeit gut durch die Everglades gebracht hat.
Das Mittel kann in jeder Apotheke erworben werden. Über eine Onlineapotheke bestellt, ist definitiv günstiger.
Wenn Sie in der Mückenhochsaison fahren, werden Sie um ein wirksameres amerikanisches Produkt wohl nicht drumkommen.
Viele Medikamente können in Amerika in normalen Supermärkten (z. B. in den weit verbreiteten Ketten Publix, Walmart, Walgreen) gekauft werden. Sie werden erstaunt sein, wie viele Mittel es dort frei erhältlich gibt, die in Deutschland nur mit Rezept erhältlich sind.
Da natürlich andere Markennamen existieren, sollten Sie in Deutschland ggf. den Wirkstoff aufschreiben, der lateinisch ist, und bei den amerikanischen Medikamenten – wie bei den Deutschen auch – meist vorne direkt auf der Verpackung steht. Das hilft wirklich weiter. Ansonsten gehen Sie in eine Apotheke und legen die deutsche Medikamentpackung möglichst mit Beipackzettel vor. Sie werden erstaunt sein, wie behilflich man Ihnen dort ist.
Fall Sie also z. B. Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin vergessen haben; keine Panik – so was gibt es dort in 500er Packungen, wie Lutschbonbons…^^
Die Preise für Medikamente sind auch in Amerika nicht billig und orientieren sich an Deutschen Preisen. In der Regel sind die Verpackungen jedoch größer, was einige Medikamente dann in Summe etwas preiswerter als in Deutschland macht.
Fazit: frische Tetanusimpfung (empfohlen)
Malariaimpfung (nein)
Hepatitis (nein, optional für Vorsichtige)
persönliche Reiseapotheke (empfohlen) Mückenschutzmittel (vor Ort kaufen, da wirkungsvoller)
09.05.2012, 22:05Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #2
miwie
Geld, Geld, das liebe Geld. Auch in Amerika gibt’s fast Nichts für umsonst. Bevorzugt wird ganz klar „Plastikgeld“. Im Grunde nach, ist man in Amerika ohne Kreditkarte gar nicht existent oder ein eigenbrödelnder Nerd. Ich fasse mich kurz, Sie brauchen eine Kreditkarte ansonsten lassen Sie es einfach mit Amerika. Der Aufwand ohne, ist wirklich unverhältnismäßig.
Bevor Sie die Reise antreten denken Sie bitte daran, Ihren Verfügungsrahmen der Karte zu checken. Da Sie quasi fast alles, mindestens aber Übernachtungen, Auto, Essen, Kleidung und Eintrittsbesuche mit Kreditkarte bezahlen müssen und werden, sollte der Verfügungsrahmen ausreichend hoch sein. Was Sie in Ihrem Urlaub finanziell anlegen wollen, sollten Sie natürlich für sich entscheiden, aber dennoch, lieber einen höheren Verfügungsrahmen auf der Kreditkarte, als dann blöde da stehen. Im Übrigen kann der Verfügungsrahmen der Kreditkarte nach dem Urlaub unproblematisch wieder verringert werden.
Frage: PIN Nummer für die Kreditkarte, ja oder nein ?
Antwort: Ehrlich gesagt habe ich Sie im ganzen 3-wöchigen Urlaub niemals gebraucht.
Frage: Welche ? (VISA, Amex, Eurocard, Diners..)
Antwort: egal ! Die Amis nehmen alles!
Frage: EC-Karte, ja oder nein ?
Antwort: unbedingt ja ! (Näheres dazu später mehr à siehe Abschnitt: Tanken ohne Schranken)
Frage: Soll ich Bargeld einpacken und ggf. wie viel
Antwort: ja. Für 14-Tage sollten Sie pro erwachsene Person in etwa 300-400 Dollar Bargeld einplanen. Tauschen Sie in Deutschland! Lassen Sie sich bei der Bank ausschließlich kleine Scheine bis max. 20 Dollarnoten wechseln. Amerikaner reagieren bei zu viel Bargeld und größeren Banknoten misstrauisch und leicht irritiert.
Frage: Warum Bargeld, ich kann doch theoretisch alles mit Kreditkarte bezahlen
Antwort: Für jede Transaktion über die Kreditkarte fallen zusätzliche Auslandsgebühren an. Wenn Sie beispielsweise im Supermarkt 2-3 Getränke kaufen lohnt sich das einfach nicht mit der Karte zu bezahlen. Sie brauchen das Bargeld vorrangig für kleine Summen und als Trinkgeld z. B. für die Hotelreinigungskräfte (später dazu mehr). Empfehlung: Zahlen Sie Beträge bis 15 Dollar bar. Beträge zw. 15 und 20 Dollar entscheiden Sie nach Gusto. Bei Beträgen ab 20 Dollar lohnt die Kreditkarte
Münzen: Sie werden zwangsläufig Kontakt mit amerikanischen Münzen bekommen. Es gibt nur eine Münze, die man wirklich gebrauchen kann. Dies ist die 25-Pens Münze; der sog. Quarter.
Es ist zugleich die größte Münze im Sortiment. Sehr gern eingesetzt wird diese an Parkautomaten oder an Mautstellen.
Was ist mit de Rest? Es gibt neben der 25er sonst noch 1er, 5er und 10er (genannt „Dime“). Versenken Sie die am Besten in den zahlreichen Gläsern auf den Tresen wo „Tip“ (Trinkgeld) draufsteht.
Fazit: Kreditkarte (ja)
PIN für Kreditkarte (nein)
erhöhter Verfügungsrahmen für Kreditkarte (ja)
EC Karte (ja)
Bargeld (ja)
Auf die besondere Thematik: ausgewiesene Preise + Taxes, Trinkgeld und Bezahlungsmethoden gehe ich im späteren Verlauf noch sehr ausführlich ein, da dieses meines Erachtens gerade für USA-Neulinge besonders wichtig ist.
1. Was ich als Neuling über die USA und Florida wissen sollte!
Nunja, in jedem Land gibt es Dinge, deren vorherige Kenntnis einem das Leben wirklich leichter und einfacher machen. Hier möchte ich einige, aus meiner Sicht wichtige Dinge, für Sie zusammenfassen, damit Sie problemlos in den Floridaurlaub einsteigen können.
Dieser Abschnitt umfasst die Themen
- Ankunft USA – Vorstellung beim Immigration Officer
- Automiete (allgemein) / Autotypenauswahl für Florida
- Tanken ohne Schranken
- Straßenverkehr
- Geschwindigkeitsregeln, besondere Verkehrssituationen, Verhalten bei Polizeikontrollen
- Umgangsformen / Englische Sprache
- Preissystem / Bezahlung / Trinkgelder / Gastronomie
- Klima, Kleidung und frostige Klimaanlagen
- Hotels und Unterkünfte
Es liegen jetzt mindestens 10 Stunden Flugszeit von Deutschland nach Florida hinter Ihnen, Sie sind vermutlich mit Zeitverschiebung seit mindestens 24 Stunden auf den Beinen. Sie sind also müde und riechen auch schon ein bisschen komisch nach großem zotteligem Tier. Natürlich freut man sich nach so einem Ritt im Flieger und in diesem Zustand regelrecht darauf, dass man jetzt noch eine schöne Stange Zeit warten darf, bis man offiziell durch die „Eintrittspforten“ nach Draußen ins warme Freie und schöne USA / Florida treten darf. Naja immerhin haben Sie an diesem Punkt schon Ihre Koffer erhalten und warten jetzt sicherlich gespannt, ob der „Immigration-Officer“ auch das 14 Dollar teure ESTA Formular sehen will. Die Zeit vergeht in einer Schlange stehend natürlich wie im Fluge ^^ und je nach Gusto, Lust, Laune und Anzahl der „Immigration-Officer“ stehen Sie nach X Minuten / Y Stunden ganz aufgeregt vor dem Schalter. Natürlich hatten Sie die letzten X Minuten / Y Stunden Zeit Ihren Reisepass nebst dem ESTA-Formular sowie dem im Flugzeug erhaltenen und dort bereits ausgefüllten Einreisebogen bereit zu halten.
Reisen Sie als verheiratetes Paar mit oder ohne Kinder dürfen Sie zusammen und als Gruppe / Familie vor den Officer treten. Sind Sie nicht verheiratet dann jeder einzeln. Andere Familienangehörige ebenfalls einzeln. Beispiel: Es fliegen Ehemann und Ehefrau nebst Kind zusammen mit dem Vater des Ehemanns in den Urlaub. Es dürfen zusammen vortreten und werden zusammen befragt Ehemann und Ehefrau nebst Kind. Es tritt danach einzeln heran der Vater des Ehemanns. Weiteres Beispiel. Es fliegt ein Ehepaar mit einem befreundeten Pärchen, die liiert aber nicht verheiratet sind. Es dürfen zusammen vortreten und werden zusammen befragt Ehemann und Ehefrau. Es tritt danach einzeln heran der Freund. Es tritt danach einzeln heran die liierte Freundin. Es reicht an Beispielen. Im Grunde nach simpel zu verstehen.
Sie übergeben dem grimmig aussehenden (Anmerkung: das ist der dienstliche Gesichtsausdruck) Immigration Officer Ihren Reisepass nebst ESTA-Bescheinigung und Einreisebogen aus dem Flugzeug um dann freudig festzustellen, dass er dieser Bescheinigung und dem Einreisebogen bzw. den Inhalten darin keine Bedeutung beimisst. Ich habe das beim Vorgängerpärchen und meinem Vater hinter mir beobachtet, dasselbe Spiel. Für den ESTA-Vordruck interessiert sich wer auch immer in den USA nur nicht der „Immigration Officer“. Aber wehe Sie haben das nicht…dann….
Naja jedenfalls werden Ihnen dann Fragen gestellt z. B. warum kommen Sie, wie lange bleiben Sie etc. Dann werden Sie aufgefordert auf ein Gerät nach bestimmter Reihenfolge Daumen links / rechts / Zeigefinger und Mittelfinder links / rechts zu legen, damit ganz Amerika Ihre hübschen Fingerabdrücke hat. Ja aber zur Sicherheit folgt danach noch der Irisscan. Sollten Sie also in Deutschland aus Schutz vor Ihrer Privatsphäre dem Abnehmen und Abbilden von Fingerabdrücken auf Ihrem Personalausweis widersprochen haben, tja dann hat diese dann sicherheitshalber Amerika. Aber auch diejenigen, die bereits Fingerabdrücke auf den Dokumenten haben, kommen nicht ohne nochmalige Abnahme nebst Irisscan durch.
In Amerika steht eben jeder Reisende erstmal unter Generalverdacht.
Nach Abschluss der Prozedere haben wir jedenfalls den Stempel in den Reisepass bekommen.
Jawohl, nach nur 1,5 Stunden geschafft dachte ich, jetzt aber raus in die Freiheit…Die drei Punkte verraten, dass es leider noch eine weitere Hürde - die Einfuhrbehörde - zu überwinden gilt. Für eine Familie hinter uns, war dieses in der Tat eine Hürde, denn Sie hatten das Schlimmste getan, was ein Amerikatourist machen darf…ein Wurstbrot und 1 Tafel Schokolade ohne Angabe auf dem Einreisebogen mit in die USA „zu schmuggeln“. Klar, dass man für diese Untat vermutlich mindestens eine weitere Stunde mit weinenden Kindern in „Einzelhaft“ genommen wird.
Ich verstehe es durchaus, wenn für Sie als Leser mein nachfolgender Ratschlag lächerlich klingt, aber ich empfehle Ihnen diesen dennoch zu beherzigen. Führen Sie keine Lebensmittel in die USA ein. Auch keine in Koffern, auch kein Gastgeschenk wie Wein, Schnaps, Pralinen oder sonst was. Sie werden Ihre Freude haben, wenn die Stichprobenkontrolle der Einfuhrbehörde gerade Sie erwischt. Wenn Sie im Flugzeug – wie bei uns Lufthansa – ein Willkommensgeschenk in Form einer kleinen Milka Schokoladentafel ausgehändigt wird, essen Sie diese oder lassen Sie diese im Flugzeug zurück. Im letztmöglichen Falle entsorgen Sie die im Mülleimer auf dem Klo im „Immigration Office“ – Zeit genug haben Sie dafür ja ^^ - und riskieren Sie durch Blödheit keine weiteren Stunde und dumme Fragen auf dem Flughafen.
Wenn Sie da durch sind…dann heißt es….Willkommen in Amerika, Willkommen in Florida…
09.05.2012, 22:08Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #3
miwie
OK, weiter geht’s mit der Thematik Automiete (allgemein) / Autotypenauswahl für Florida
Wahrscheinlich lesen diesen Abschnitt nach der Überschrift mehr Männer als Frauen, aber das sollten Sie nicht. Bleiben Sie dran liebe Damen, es gibt – das sei versprochen - eine für Sie positive Wendung in der Automobilfrage.
Falls Sie sich bislang die Frage gestellt haben, wo Sie Ihr Auto mieten sollen, also hier in Deutschland oder lieber in Amerika / Florida selbst, und Sie sich diese bislang noch nicht beantwortet haben, möchte ich das für Sie tun.
Mieten Sie in Deutschland und mieten Sie in einem Reisebüro. Warum ? Ganz einfach ! Die Konditionen sowie Preise und nicht zu vergessen die Versicherungsleistungen, die Sie beim Abschluss eines Mietvertrages in Deutschland erhalten, sind gegenüber einem amerikanischen Vertragsverhältnis deutlich besser. Sie sollten mir das einfach glauben und nicht den teuren Selbsttest vor Ort antreten.
Vergleichen Sie die Preise der Anbieter oder besser lassen Sie das Reisebüro für Sie vergleichen und entscheiden dann. Welchen Anbieter Sie für sich aussuchen ist im Grunde nach egal, entscheidend sollte sein, dass die Pick-Up-Stationen günstig für Sie liegen. Viele der in Deutschland bekannten Vermieter treffen Sie auch in Amerika an. Wir hatten uns für Alamo entschieden. Die hatten aus meiner Sicht seinerzeit das Beste Angebot und sind mit großem Fahrzeugangebot und an jedem Flughafen vertreten.
Im Reisebüro bzw. beim Angebot der Autovermieter treffen Sie eine Vorauswahl für eine bestimmte Fahrzeugkategorie. Das ist sehr wichtig zu wissen, da die Wahl einer Kategorie mehrere Fahrzeugtypen unterschiedlicher Fahrzeugmarken beinhaltet. Praktisch können Sie auch genau ein bestimmtes Fahrzeug bestellen, aber ratsam ist das nicht, dazu weiter im Text.
Tja und jetzt geht’s los, viele Männer alleinreisender Pärchen sagen jetzt sicherlich.
Hey Florida…..Sonne…..Cabriolet !!!
Wenn Sie diese Auswahl konsequent bis zum Ende treffen, werden Sie Ihre Urlaubsreise nach bereits einigen Tagen im Krankenhaus fortführen.
Das Cabriolet ist auf Floridas Straßen nur selten zu sehen. Dann meinst in größeren Städten und vor allem nach 20:00 Uhr. Warum fragen Sie evntl. ? Weil da die Sonne untergegangen ist. !
Hä ?
Von 365 Tagen im Jahr die Gott in Florida werden lässt scheint in etwa an 350 Tagen die Sonne; sehr gern auch den ganzen Tag, in jedem Fall aber den größeren Teil des Tages. Sofern nicht die Sonne scheint, gibt es kurze, teils sehr heftige Platzregen oder Stürme bis hin zu Hurrikans.
Kein vernünftiger und halbwegs gesunder Mensch fährt bei den Sonnenverhältnissen mit offenem Verdeck rum. Selbst wenn Sie eine Mütze tragen - die sowieso zur Pflichtausrüstung in Florida gehört – sind Sie aufgrund Ihrer kurzen Kleidung schnell das Opfer von extremsten Hautverbrennungen. Mit offenem Verdeck fahren Sie nur abends und daher ist es absurd sich für ein derartiges Fahrzeug zu entscheiden.
OK, kein Cabriolet, dann aber bei den lächerlichen Spritpreisen einen PS-Boliden ! Schön den Amis auf den Interstates mal zeigen, was deutsche Fahrkunst ist!
Hierzu sollte man wissen: Die Amerikaner fahren aufgrund der empfindlichen Verkehrsstrafen und harten Verfolgung von Rasern sehr gezähmt. Die höchste Geschwindigkeit die man überhaupt fahren darf ist 70 MPH. auf Interstates. In der Regel ist die Geschwindigkeit auf 45 bis 55 MPH begrenzt. Darüber hinaus finden Sie in Amerika kein Fahrzeug was untermotorisiert ist. V8 Motoren sind gefühlt in jedem dritten Wagen verbaut.
Also was nützt aber schon ein starker Motor mit vielen PS wenn man sowieso nur 55 MPH im Schnitt fahren darf.
Was also wirklich mieten? Die Sache ist ziemlich einfach. Auch wenn Sie nur zu Zweit durch die Gegend fahren sollten, suchen Sie sich die Fahrzeugkategorie „Van“ aus. Sie werden in der Regel einen Dodge Caravan, Chrysler Caravan oder ein ähnliches Fahrzeug bekommen. Dieses Fahrzeug hat ausreichend Platz für mindestens 4 Personen mit ordentlich Gepäck und sonstigen beweglichen Mitbringsels und bietet zudem viel Beinfreiheit und Fahrkomfort.
Ein Dodge oder Chrysler Caravan hat in etwa die Größe eines Ford Galaxy. Hierbei handelt es sich um ein in Florida sehr weit verbreitetes und häufig eingesetztes Fahrzeug mittlerer Größe.
Scheuen Sie sich nicht, auch wenn Sie „nur“ zu Zweit sind und es finanziell verkraften, einen Kleinbus zu wählen. Coole Sache, werden Sie vor Ort dann schon sehen.
Haben Sie keine Angst vor der Größe des Fahrzeuges oder denken gar an Parkplatzprobleme. Vergessen Sie das einfach. Ich werde Sie später im Reisebericht diesbezüglich noch „aufklären“, beruhigen und auch auf extreme Problemorte wie in Miami Beach und Key West eingehen.
Da die Modelle amerikanischer Automarken im Vergleich zu Deutschen und Europäischen Modellen deutlich größer und geräumiger sind, macht es aus meiner Sicht bei der Fahrzeugauswahl gar keinen Sinn sich auf ein Fahrzeugmodel wie z. B. Ford Mondeo o. ä. vorher festzulegen. Sie bestellen ein Auto nach Kategorie und suchen sich das im Zweifelsfall vor Ort in der „choise line“ aus, basta !
Die Frage nach der Farbe ist im Übrigen auch nicht unwichtig. Ich sag’s mal so, je heller desto besser. Das Auto wird schon warm genug sein, wenn es immer in der Sonne steht. Mit einer dunklen Farbe wird es zum Backofen.
Als Betankung sollten Sie – sofern das überhaupt zu Auswahl steht – Benzin wählen. Benzin ist mit Abstand am weitesten verbreitet; Diesel eher eine Ausnahme.
Schaltung – tja, die Antwort kennen Sie wahrscheinlich schon. Der Ami schaltet am Auto nicht, der legt ein Automatik-Hebel ein. Sie werden vermutlich kein Auto mit Gangschaltung bekommen. Sie brauchen keine „Angst“ vor dem Fahren eines Autos mit Automatik zu haben. Sie treten nur noch Bremse und Gas; wie auf dem Rummel beim Autoscooter. Ich muss wirklich sagen, dass mich Automatik begeistert hat. Wenn ich recht drüber nachdenke, will ich das hier auch haben ;-) ….Ich muss dringend mit meinem Mercedesdealer reden….. ;-)
Fazit: Automiete in Deutschland (ja)
Fahrzeugkategorie geräumig wählen (ja) [je größer desto besser und komfortabler]
Farbe (möglichst hell)
Betankung (Benzin)
Tanken ohne Schranken
Man o man, was habe ich da vorher so alles in Foren gelesen. Nach dem Lesen hatte ich teilweise das Gefühl, dass Sprittanken in Amerika quasi Zufall und höllisch kompliziert und und….
Alle meine Bedenken waren unbegründet. Dennoch gibt es einige Sachen die man wissen und beachten muss und gegenüber Deutschland unterschiedlich sind.
In Amerika tankt man in der Regel an einem Tankautomaten. Zwar sind auch hier die Tankstellen mit Shops versehen und meist 24-Stunden besetzt, dennoch bekommt man anders Sprit als hierzulande und bedient sich in 99% der Fälle dem an der Säule befindlichen Tankautomaten.
Zuerst das Wichtige !
Finger Weg vom Zapfhahn ! Nix wie in Deutschland - Deckel auf, Zapfpistole rein und Feuer frei und dann langsam zur Kasse schlendern und bezahlen!
So läuft das nicht in Amiland!
OK dann mal der richtigen Reihenfolge nach:
1. EC Karte rausholen
Ne, Ne ich habe mich nicht verschrieben. Ich meine tatsächlich die gute alte EC-Karte und eben nicht die Kreditkarte.
Ich habe es in der ganzen Zeit nicht geschafft mit drei getesteten deutschen Kreditkarten die hiesigen Tankautomaten zu überwinden. Das liegt an nachstehend beschriebener Tatsache: Nachdem Sie die Kreditkarte in den Tankautomaten werden Sie gebeten eine Auswahl zu treffen:
A) Credit Card oder manchmal nur CC abgekürzt
B) Debit Card oder manchmal nur DC abgekürzt
Sie drücken dann natürlich den Auswahlknopf für die Kreditkarte. Hiernach verlangt der Automat die Eingabe eines ZIP-Codes (ZIP-Code ist bei uns so was wie Postleitzahl). Was auch immer Sie eingeben, es wird nicht funktionieren. Sie können den hiesigen ZIP Code eingeben, Ihre PLZ aus Deutschland, 12345, in einigen Foren wird 90210 (wie die gleichnamige Adresse in Beverly Hills) empfohlen, vergessen Sie es, es klappt in 99,99% der Fälle nicht.
Finden Sie sich damit ab, sie benötigen zum Tanken eine amerikanische Kreditkarte. Ihre Deutsche geht am Tankautomaten, zumindest in Florida, jedenfalls nicht.
Jetzt folgt also Variante 2. Sie holen die gute alte EC-Karte aus dem Portemonnaie oder woher auch immer und stecken diese in den Tankautomaten. Eine EC-Karte wird als Debit-Card bezeichnet und angesehen. Bei der Auswahl
A) Credit Card oder manchmal nur CC abgekürzt
B) Debit Card oder manchmal nur DC abgekürzt
drücken Sie dann natürlich den Auswahlknopf für die Debit-Card. Hiernach geben Sie den PIN ein. Den gleichen PIN wie in Deutschland am Geldautomaten und in 90% der Fälle ist auf einmal der Tankautomat bereit freudig die Gallonen in Ihr Auto zu pumpen.
Das erkennen Sie daran, dass am Tankautomaten oder an der Zapfsäule oder daneben, da drunter, davor…. Knöpfe blinken wo die Oktanzahl des Benzin oder aufgedruckt ist.
BEVOR Sie den Knopf drücken, machen Sie die Tankklappe am Auto auf, ziehen dann die Zapfpistole raus und drücken dann den Spritknopf. Nehmen Sie die niedrigste Oktanzahl, der Mietwagen – der sowieso nur 55 MPH fahren darf – braucht kein High End Benzin.
Manchmal – und meist nur an älteren Tankstellen – gibt es keinen Auswahlknopf für Benzin. Da muss man nach Abnahme der Zapfpistole noch einen Hebel ziehen oder drücken oder umlegen oder oder oder. Das steht dann aber bebildert meist auf der Zapfsäule drauf. In 3 Wochen, ist mir das ein einziges Mal passiert, und das war an einer Privattanke.
Auf dem Tankautomaten steht im Übrigen bebildert dargestellt welche Debit-Karten er akzeptiert. In der Regel ist Maestro - oder wie auch immer die bei uns in Deutschland heißt - dabei.
09.05.2012, 22:08Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #4
miwie
Jetzt noch Variante 3.
In 10% der Fälle versagt auch der der Tankautomat die EC-Karte. Entweder fahren Sie an eine andere Tanke. In größeren Städten kein Problem, da gibt’s alle 500 Meter eine oder Sie stellen sich – so wie ich auch – der Herausforderung (…die aber gar keine ist).
Also wenn der Tankautomat nicht will – bzw. Ihre Karten nicht haben will – marschieren Sie in den Tankshop zum Kassierer. Mit vorgehaltener Kreditkarte sagen Sie Ihm kurz (was er schon 1000 Mal gehört hat), dass der ZIP Code nicht akzeptiert wird und bitten Ihn, dass er (mal zackig) für Sie die Zapfsäule (…dann die Nummer angeben)…“availablen“ soll. Er legt Ihre Kreditkarte dann an seine Kasse und schaltet die Säule für Sie frei. Manchmal fragt er auch noch wie viel Sie ca. tanken wollen und schaltet dann nur den Betrag an der Säule frei. Faustregel : halber Tank ca. 30 Dollar, voller Tank ca. 50 Dollar.
Sie gehen also zur Tanksäule, machen den Deckel am Tank auf und gehen dann genauso vor wie oben beschrieben. Zapfpistole rein, blinkendes Benzinknöpfchen drücken, tanken….
Danach gehen Sie wieder in den Shop. Der Tankassi wird dann ganz normal Ihre vorher am Tankautomaten nicht akzeptiert Kreditkarte nehmen und Sie werden sehen, dass Sie beim Kassierer damit regulär und ohne Mätzchen wie ZIP-Code bezahlen können. Wenn Sie etwas Angst um Ihre Kreditkarte haben (…was eigentlich nicht nötig ist….) schicken Sie einfach einen Begleiter in den Shop der dann so tut, als würde er sich für die Zeitschriften interessieren, aber in Wirklichkeit mit Argusaugen die Kreditkarte beaufsichtigt *fg*
Bei den meisten amerikanischen Tankstellen wird die deutsche EC-Karte akzeptiert. Mobil, Exxon, Star Track sind weit verbreitet und nehmen definitiv deutsche EC-Karten (Variante 2) in jedem Fall an.
Bei Shell habe ich es zweimal nicht geschafft, dass der Tankautomat meine EC-Karte akzeptiert, dort musste ich also Variante 3 einsetzen. Ich habe Shell später dann gar nicht mehr angefahren.
Ergänzung 1: Sie können sich nach dem Tanken am Automaten immer einen Tankbeleg (genannt Receipt) ausdrucken lassen. Nach dem Tankvorgang dann den Knopf im Display drücken.
Ergänzung 2: Manchmal, das ist selten, muss man sich am Tankautomaten auch wieder ausloggen. Schauen Sie also nach dem Tanken genau hin. Vergessen Sie das, dann kann praktisch der Nachfolger (bis z einer gewissen Zeit) noch auf Ihre Rechnung tanken.
Die Tankeinheit ist übrigens Gallone. Eine Gallone hat 3,8 Liter (also rund 4 Liter, da einfacher zu rechnen). Der Spritpreis lag im April 2012 – je nach Ort – zw. 3,95 Dollar bis 4,15 Dollar pro Gallone. Auf Key West war er bei 4,25 Dollar pro Gallone. Tun Sie sich einen Gefallen und machen sich nicht lächerlich und haschen - so wie in Deutschland - den Tankstellen mit niedrigen Spritpreisen hinterher. Die Differenz ist gerechnet auf Liter und Umrechnungskurs Euro so gering, dass es Wurstegal ist, ob Sie für 3,95 oder 4,15 Dollar pro Gallone tanken. Nebenbei sind die Preise deutlich stabiler als in Deutschland und schwanken so gut wie gar nicht. Wenn’s Ihnen dennoch Spaß macht die billigste Tanke zu suchen, dann viel Glück.
Fazit. Probieren Sie vorrangig mit EC-Karte zu tanken
So, damit schließe ich Tanken ohne Schranken mal ab und komme zum Thema Straßenverkehr / Geschwindigkeitsregeln / besondere Verkehrsregeln / Verhalten bei Polizeikontrollen.
Vielleicht fange ich mal damit an zu beschreiben, was positiv ist:
Es gibt – bis auf wenige Ausnahmen (z. B. vor Feiertagen) und am Freitag Richtung Key West – in Südflorida eigentlich keine Staus. Klingt geil, isses auch. Wenn Sie Ihre Touren planen, denken Sie nicht an Staus. Selbst „kleinere Straßen“ - sofern man das in Florida / Amerika überhaupt sagen kann - haben mindestens zwei Fahrspuren. OK es gibt auch Ausnahmen, aber so was wie eine deutsche Autobahn mit 2 oder 3 Fahrspuren ist in Florida eine stinknormale Straße; eben nichts Besonderes.
Sie fahren – und hier nehme ich zunächst mal die Städte Miami, Fort Lauderdale, Orlando und Tampa raus - langsam aber dafür extrem entspannt. Quasi alles easy.
….So leider war’s das schon!
Woran man sich Erstes und das bitte sofort gewöhnen muss ist die Tatsache, dass in Amerika auf allen Fahrspuren grundsätzlich links und rechts überholt wird und auch ohne zu blinken. Und das machen die Amis auch, und wenn Sie auch nur den kleinsten Hauch einer Chance haben wollen, machen Sie das auch! Sie müssen also bei Spurwechsel wirklich immer aufpassen ob nicht nur links, sondern auch rechts (gern auch im toten Winkeln) neben Ihnen ein Fahrzeug ist.
Weiterhin muss man sich daran gewöhnen, dass das amerikanische Straßensystem und auch die Beschilderungen / Ausschilderungen insbesondere von Straßen, Richtungen, Sehenswürdigkeiten komplett anders sind als in Deutschland. Sie werden schnell bemerken, dass Werbeschilder an der Straße größer, heller und besser zu sehen sind als die eigentlichen Straßenbeschilderungen.
Sehenswürdigkeiten werden (mit rühmlicher Ausnahme in Orlando – Disney World, Sea World, Animal Kingdom, Universal Studios und Epcot Center) entweder so gut wie gar nicht oder nur zufällig ausgeschildert.
Sie müssen sich daran gewöhnen nach Himmelsrichtungen zu fahren, da auch die Straßenbezeichnungen so anfangen. Als Faustregel gilt je kleiner die Straßenzahl, desto näher befinden Sie sich dem Zentrum der Stadt. Die 1st Ave ist daher immer eine gute Wahl fürs Navi, wenn Sie ins Stadtzentrum wollen. Achten Sie auch auf Ausfahrten mit der Aufschrift „Downtown“. Je nachdem ob man am Atlantik oder Golf unterwegs ist, dann noch East 1st Ave oder West 1st Ave auswählen und man ist irgendwo am Wasser, einem Hafen oder in der Nähe eines solchen. Da sind wir dann schon beim zweiten Problem. Kartenmaterial, was ist das? Kennt der Amerikaner zumindest in Florida überhaupt nicht. Streng nach dem Motto „korrekte Straßenkarten sind für Schwächlinge“ können Sie eigentlich alles was Sie in die Hände bekommen oder kaufen, getrost als maximal „ungefähr“ ansehen. Sie können mir glauben, dass ist wirklich lästig!
Ich habe in einigen Foren vorher gelesen, irgendwo glaube ich sogar in diesem, dass alles ganz Easy und leicht zu finden ist und man so was wie ein Navi überhaupt nicht benötigt.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich darüber noch schmunzeln soll. Wenn ich mal wieder so einen Beitrag finde, frage ich denjenigen oder diejenigen, ob Sie außer auf den Interstate auch was von Florida und den Städten gesehen haben.
Ein wirklich gut gemeinter Ratschlag, wenn Sie stressfrei im Urlaub was sehen und nicht ständig im Auto einen Affenzirkus haben wollen, kaufen, mieten, stehlen…Sie ein Navi oder ganz einfach nehmen Sie Ihr mobiles Navi aus Deutschland doch einfach mit in die USA.
Kaufen Sie vorher online die USA Karte, laden Sie diese auf Ihr Navigationsgerät und fertig ist der Lack. Ich habe für so ein ganz einfaches, preiswertes TomTom vorher online die Amerikakarte gekauft (ca. 40 Euro), die auf dem TomTom befindliche Europakarte zu Hause auf die Festplatte gezogen (Anmerkung: das Gerät hat nur internen Speicher und der war nicht groß genug für Amerika und Europa) und die Amerikakarte stattdessen draufgespielt. Noch einfacher ist, bei der Mietwagenmiete in Deutschland anzugeben, dass Sie ein Navi haben wollen.
Bei der Autovermietung in Orlando, hat der Assi bei Alamo einem älteren Herren vor uns, das Navi sogar noch in deutscher Sprache eingestellt.
Lassen Sie sich nichts anderes einreden; Sie brauchen ein Navi allein schon um die Hotels aus den Couponheften (mehr dazu später) zu finden.
Bei der Eingabe von Straßen im Navi ist zu beachten, dass Bezeichnungen von Himmelsrichtigen vor den Straßennahmen korrekt mit eingegeben werden.
Wenn Sie beispielweise in Orlando in die SW 25th Street Nummer 10080 fahren wollen, wird die Eingabe im Navi bei 25th Str oder S 25th Str Sie letztlich an eine völlig andere, falsche Adresse bringen. So etwas passiert einem in Deutschland eher seltener. Da kann es zwar mal passieren, dass in einer größeren Stadt mehrmals der gleiche Straßennahme vergeben wurde und man den Stadtteil dann wissen muss, aber so extrem wie in Amerika ist es nicht.
Da amerikanische und natürlich die floridischen Städte in der Regel nicht so wie in Europa historisch gewachsen sind und daher nicht mit einer von Sehenswürdigkeiten gespickten Altstadt bestehen, empfehle ich - allein schon aus zeitlichen Gründen - im Planungsstadium von Deutschland aus, sich die genauen Anschriften (Straße / Hausnummern) für Ihr Navi rauszusuchen, da Sie somit für sich einen ganz großen zeitlichen Vorsprung rausarbeiten.
Wie bereits zuvor erwähnt, wird in Amerika deutlich langsamer gefahren als in Deutschland. Da die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen empfindlich sind, sollten Sie in eigenem Interesse und um Ihre Urlaubskasse zu schonen, hier immer ein wachsames Auge auf die Schilder mit Geschwindigkeitsbeschränkungen haben.
Sollten Sie dennoch das Pech haben, dass die Polizei Sie ins Visier genommen hat, dann befolgen Sie bitte die nachstehenden Schritte.
Anders als bei der deutschen Polizei wird Sie bei Verfehlungen im Straßenverkehr ein amerikanischer Polizeiwagen niemals überholen, neben Sie oder vor sie fahren oder durch eine herausgehaltene Kelle zum Fahrstopp anhalten.
Der Polizeiwagen fährt immer mit Blaulicht und ggf. mit Sirene (nicht zwingend die Sirene) hinter Ihnen. Sie können sicher sein, dass er Sie meint, denn er heftet sicht direkt hinter Sie dran und es wird auch kein Autofahrer so blöd sein (…und das sollten Sie im Übrigen auch nicht ^^) sich vor einen Polizeiwagen mit Blaulicht und oder Sirene zu setzen. Der Polizeiwagen fährt mit der gleichen Geschwindigkeit wie Sie, er wird Sie definitiv nicht überholen, höchstens rammen ^^.
Wenn Sie im Rückspiegel sehen, dass ein Polizeiauto mit Blaulicht und / oder Sirene direkt hinter Ihnen fährt, fahren Sie sofort auf die rechte Spur, setzen dabei den Blinker rechts und halten auf der rechten Spur an.
Sie fahren nicht in eine Einfahrt, Sie fahren nicht auf eine Tankstellenauffahrt, Sie biegen nicht in eine Nebenstraße, Sie bleiben also egal was kommt auf der rechten Spur und halten dort an!!!
Fährt der Polizeiwagen an Ihnen vorbei, setzen Sie die Fahrt fort!
Andernfalls wird der Polizeiwagen – da er Sie wirklich ins Visier genommen hat – ebenfalls in einem Abstand zw. 20 und 50 Metern hinter Ihnen anhalten. Sie schalten den Motor aus und jeder der in diesem Auto sitzt bleibt sitzen, dreht sich nicht um, macht keine Türen auf macht keine Fenster auf und steigt auch nicht aus dem Auto aus! Die Polizeiwagen haben meist einen Computer an Bord. Der Polizeibeamte checkt mit dem Computer zunächst die Autodaten ab.
09.05.2012, 22:10Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #5
miwie
Egal wie lange das dauert, SIE BLEIBEN IN DEM FAHRZEUG SITZEN. Steigt der Polizeibeamte aus dem Auto fahren Sie die Autofenster auf der Fahrerseite (nur die Fahrerseite) ganz herunter und umschließen mit beiden Händen am oberen Rand das Lenkrad. Sie nehmen, nicht unaufgefordert die Hände vom Lenkrad. Der Beifahrer legt die Hände gut sichtbar in den Schoß, das Gleiche gilt für die hinten Sitzenden. Sie befolgen die Anweisungen des Beamten. Wenn der Beamte sagt, dass der Beifahrer aussteigen soll, oder irgendwas aufmachen, zeigen soll, dann meint er den Beifahrer und nicht Sie selbst oder andere in dem Fahrzeug. Wenn der Beamte hingegen Sie anspricht, oder von Ihnen etwas verlangt meint er auch Sie und eben nicht den Beifahrer. Wenn der Beamte also Sie auffordert das Handschuhfach zu öffnen, dann öffnen Sie dieses und nicht Ihr Beifahrer…Wenn Sie aufgefordert werden Ihre Papiere wie Ausweis (ID-Card) / Führerschein (Driving Licence) zu zeigen und beispielsweise hat der Beifahrer diese in seiner Handtasche, dass weisen Sie den Officer darauf hin. Der Officer wird somit seinen Blick mit auf den Beifahrer und seine Handtasche werfen. Der Beifahrer wird bitte nicht ohne Aufforderung des Beamten tätig und greift und Vorankündigung in seine Tasche. Werden Sie oder der Beifahrer aufgefordert die Papiere aus einer Tasche zu holen, machen Sie die Tasche auf Ihren Knien und vor den Augen des Beamten auf. Kramen Sie niemals hinter dem Rücksitz oder wo auch immer rum, dass könnte der Officer falsch verstehen und Sie sehen in den Lauf einer Pistole.
Verstricken Sie sich nicht in Diskussionen, werden Sie nicht laut, energisch oder gar ausfallend.
Machen Sie keinesfalls hektische Bewegungen oder gestikulieren wild. Das mögen die Sheriffs gar nicht. Auch sollten Sie sich mit scheinbar witzigen Bemerkungen eher zurückhalten. Bleiben Sie ruhig, stellen Sie ggf. den Sachverhalt richtig oder machen Ihre Angaben zum Geschehen.
In der Regel wird er Sie belehren oder auf irgendwas hinweisen. Möglicherweise müssen Sie auch ein Bußgeld bezahlen, wie in Deutschland eben auch, nur mit dem Unterschied, dass ein Deutscher Verkehrspolizist nicht täglich um sein Leben fürchten muss und daher die Hand schnell am Colt hat ^^. Wenn alles erledigt ist, setzen Sie Ihre Fahrt fort.
Zuletzt möchte ich Sie in diesem Abschnitt auf besondere Verkehrssituationen hinweisen.
Es gibt zahlreiche Kreuzungen, durchaus auch recht belebte, an denen vier gleichrangige Straßen
aufeinandertreffen. Sie werden feststellen, dass an jeder Straße – natürlich auch an Ihrer – ein Stoppschild aufgestellt ist. Jetzt kommen aber zig Auto auf allen Straßen daher und so mancher – wie ich auch – wird dann leicht hektisch. Meiner USA Verwandschaft sei Dank, wurde die Situation schnell erklärt und dann stressfrei gelöst.
Erklärung: Wenn sich unter den Stoppschildern noch ein kleines rotes Schild befindet auf dem „4-Way“ fährt immer derjenige, der als Erstes an die Straßenkreuzung angekommen ist. Das ganze wird reihum stoßweise abgefertigt.
In Deutschland würde eine solche Verkehrssituation wegen mangelnder Disziplin mit Sicherheit sofort zu schweren Unfällen führen, doch so unglaublich das klingen mag, es funktioniert in den USA super. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur werden nacheinander alle Autos wie von selbst abgefertigt. Sind Sie sich nicht sicher, wer jetzt mit fahren dran ist, warten Sie auf eine lässige Bewegung Ihres Nachbarn oder machen selbst eine und schon geht eine neue Reihenfolge los. Ein derart diszipliniertes Fahrverhalten hat mich wirklich beeindruckt.
Des Weiteren dürfen im Staat Florida (Anmerkung: das gilt laut Aussage meiner Verwandschaft nicht für alle Bundesstaaten, daher aufpassen) alle Autos an roten Ampeln – sofern der Straßenverkehr es erlaubt – rechts abbiegen. Einen grünen Pfeil, wie in Deutschland, gibt es explizit nicht. Daher beachten, sofern keine eigene Ampel für Rechtsabbieger da ist, es darf immer bei roten Ampeln und freiem Verkehrsfluss rechts abgebogen werden.
Schulbusse dürfen – wenn Kinder an Haltestellen aussteigen - nicht überholt werden. Viele wissen das bereits. Davon mal davon abgesehen. Sie werden es auch nicht schaffen den Schulbus zu überholden, da in der Regel der Schulbus in einer eigenen „Schulbus Zone“ mit Ampel anhält, oft eine aufbaubare oder runterklappbare Schranke am Auto mitführt und sich auf der Straße so breit macht, dass er einem Panzer oder einer uneinnehmbaren Festung gleicht.
Wenn der Schulbus normal auf einer Fahrspur fährt, darf er natürlich – wie jedes andere Auto auch – überholt werden.
Wenn die Ampelphase von Rot auf Grün wechselt gibt es zumindest in Florida keine Gelbphase. Die Ampel springt sofort von Rot auf Grün. Eine Gelbphase – wie in Deutschland – gibt es nur bei der Ampelphase Grün auf Rot. Auch hier darf bei Gelb noch gefahren werden.
Eine Ampel die Rot blinkt ist aus. Es gelten dann die allgem. Verkehrsregeln (rechts vor links etc.). In Deutschland blinken nachtgeschaltete oder abgeschaltete Ampeln nicht rot sondern gelb.
Ausfahrten auf Highway, Interstate etc. können auch links sein. In Deutschland ist eine Autobahnausfahrt eigentlich immer rechts.
Parken rechts oder links an der Straße ist bis auf entsprechend gekennzeichnete Bereiche verboten. Die Amerikaner haben große Parkplätze. Parkbuchten entlang den Straßen gehören in Florida der Seltenheit an.
Im floridischen Straßenverkehr hat der schwächste Verkehrsteilnehmen die meisten Rechte.
Sie werden in keinem europäischen Land erleben, wie sehr auf Fußgänger, Radfahrer etc. Rücksicht genommen wird; ok vielleicht in Holland Zu schnelles Fahren auf einem Parkplatz gilt quasi als kapitaler Fehler. Wenn ein Fußgänger, Radfahrer und ganz wichtig Kinder und ältere Leute Ihre Straßenbahn kreuzen – egal ob berechtigt oder nicht – halten Sie bitte an und lassen Sie diese passieren.
Umgangsformen / Englische Sprache
Sie werden es sehr schnell merken, der Amerikaner hält gern Smalltalk. Es ist nicht so, dass er Ihre Freundschaft oder persönliche Nähe sucht; es ist vielmehr einfach eine Form der Höflichkeit sich mit Ihnen über alles mögliche teils belanglose Zeug zu unterhalten. Auch ist er sehr hilfsbereit und erklärt Ihnen auch ohne direkte Frage dahingehend, wo es was Nettes zu sehen gibt oder wie sie von A nach B kommen. Nicht selten fragt man Sie woher Sie kommen, oder konfrontiert Sie direkt mit Ihrer Herkunft. Anders als in Europäischen Länder vielleicht, wo der Deutsche Tourist oft wegen seiner überheblichen Art ungern gesehen wird, ist dieses in meinen gemachten Erfahrungen mit den Amerikanern ganz anders. Der Amerikaner erzählt gern und voller Stolz und ohne Hintergedanken, dass er mal irgendwo in Deutschland war (ggf. gekoppelt mit Kriegsgeschichten), man einen Sohn, Tochter oder Bekannten hat, der irgendwann mal in Deutschland war, dort studiert hat etc. Sehr gern werden auch Urlaubserlebnisse über einschlägige Touristenziele in Deutschland erzählt, wobei es vorkommen kann, dass bisweilen einige Attraktionen nicht mehr so ganz in Deutschland, sondern eher Schweiz, Italien, Niederlande oder Österreich liegen. Man darf das dem Amerikaner nicht übel nehmen, wenn man bedenkt wie groß dieses Land ist und wie wenig außenpolitische Bildung der normale Amerikaner hat.
Alles in allem sucht der Amerikaner quasi den Kontakt mit Ihnen. Versuchen Sie ihm nicht zu entkommen! Sie brauchen keine Angst oder Scheu davor zu haben, dass der Amerikaner Sie wegen schlechter Englischkenntnisse verspottet. Das ist keinesfalls so! Im Gegenteil, mit Händen und Füßen geht’s dann munter weiter. Lassen Sie es geschehen und machen Sie die Zeichensprache ggf. munter mit, Sie werden erstaunt sein wie viel Sie trotz geringer Englischkenntnisse oder verstümmeltem Wortschatz verstehen oder Sie verstanden werden. Ihr Bemühen englisch zu sprechen wird nach den mir gemachten Erfahrungen wirklich honoriert.
Geändert von miwie (09.05.2012 um 23:11 Uhr)
09.05.2012, 22:11Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #6
Dieser Bereich knüpft quasi an den vorherigen Bereich Umgangsformen an, da er teilweise mit diesem zusammenhängt.
Es mag sein, dass Sie vielleicht im täglichen Bereich dem Smalltalk der Amerikaner entgehen, aber dennoch Sie sind chancenlos sich diesem vollends zu entziehen, denn auch Sie werden früher oder später ein Restaurant oder ein Hotel betreten. Sie werden schnell merken, dass gerade in der Gastronomie und in dessen Service Deutschland gegenüber Florida ein Entwicklungsland ist.
Eines der vielen Klischees, die auch ich vor meiner Reise nach Florida gegenüber den Amerikanern hatte, war, dass dort alle nur tagein und tagaus Fastfood in Form von Burgern und Pommes in sich reinschaufeln. Das stimmt definitiv nicht. So gut wie in Florida habe ich teilweise in Deutschland schon lange nicht mehr gegessen. Von dem angenehmen und zuvorkommenden Service mal ganz zu schweigen. Sicher, wer nur Burger mampfen will, der kann dass auch jeden Tag haben. Gelegenheiten hierzu gibt es beinahe an jeder Straßenecke, aber das ist ja mittlerweile in Deutschland auch so. Wenn Sie jedoch – so wie ich – vernünftiges Essen bevorzugen und dabei noch vernünftig bedient werden wollen, dann sage ich Willkommen im Paradies oder zumindest auf einem neuen Planeten. Es gibt ein breites Spektrum an Franchising Restaurantketten - und hier meine ich nicht McDonald, Burger King, Wendys etc. – die handwerklich gutes und sehr schmackhaftes Essen produzieren und dabei ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Ansonsten finden Sie – genauso wie in Deutschland - eine Fülle an Restaurant mit ausländischem Essen (Italienisch, Spanisch, Indisch, Chinesisch, Französisch etc.). Manche sind hochpreisiger als in Deutschland, bieten dafür aber oft eine andere Essenauswahl als wir es in Deutschland gewohnt sind. Durch die Vielzahl und Dichte an Restaurants herrscht ein lebhaftes Konkurrenzgerangel, was Ihnen als Kunden / Gast natürlich zu Gute kommt.
Anders als in Deutschland, werden Sie in jedem Restaurant platziert. Immer ? Ja, immer !
Bereits an der Eingangstür werden Sie durch Restaurantpersonal in „Empfang“ genommen. Nach Angabe Ihrer Personenzahl werden Sie zu einem Tisch begleitet. Selbstredend können Sie auch einen Tischwunsch äußern oder den Ihnen zunächst zugewiesenen Tisch ablehnen und auf den Ihrer Wahl zeigen. Sie werden merken, dass Sie nach so einer Aktion eigentlich keine und auch keine unterschwelligen negativen Rückmeldungen vom „Tischeinweiser“ erhalten.
Da für Floridian die besten Plätze immer in unmittelbarer Nähe einer Klimaanlage mit Ventilator ist, wird jeder Tischeinweiser Sie als guten Gast, der sich in der Hülle und Fülle für DIESES Restaurant entschieden hat, vorrangig und sofern möglich auf solch einen Tisch eingewiesen. In Deutschland würden Sie eine Platzzuweisung auf einen solchen zugigen kalten Platz sicherlich eher als Beleidigung Ihnen gegenüber auffassen, das sollten Sie in Florida jedoch vergessen. Hier sind die kühlen zugigen Plätze die TOP-Restaurantplätze, die der Tischeinweiser also extra für Sie ausgesucht hat. Berücksichtige Sie diesen Sachverhalt.
Da ich nicht gern in zugigen Bereichen sitze – habe ich mich eher für andere Plätze interessiert – was natürlich dann kein Problem ist.
Natürlich stellt man sich Anfangs schon die Frage, warum man auf einen Tisch eingewiesen wird, selbst dann wenn das Restaurant nur halbvoll ist und Sie ggf. der einzige Gast sind.
Das hat etwas mit Gerechtigkeit zu tun. Nicht mit der Gerechtigkeit Ihnen gegenüber, sondern den Kellnern und Restaurantangestellten. Die amerikanische Gastronomie ist quasi noch stärker als in Deutschland ein System, was auf Trinkgeldern beruht. Jeder Mitarbeiter in den Restaurants bezieht nur ein sehr schmales Gehalt und ist somit auf die Trinkgelder angewiesen.
Letztlich sorgen die Tischeinweiser somit dafür, dass jeder Kellner möglichst gleich ausgelastet an Tischen / Personen ist und somit kein Trinkgeldgerangel untereinander entsteht.
Es ist üblich in Amerika zw. 15 % und 20 % Trinkgeld zu geben. Wobei man das „üblich“ gegen „wird erwartet“ austauschen sollte. Mehr geben können Sie natürlich auch ;-) wer’s hat, der kann und sollte *fg*.
In der Regel wird das Trinkgeld nicht automatisch der Tischrechnung zugeschlagen sondern wird von Ihnen selbst per Hand auf der Rechnung eingetragen (Näheres hierzu später). In wenigen Fällen (z. B. Prägnant in Miami Beach, Fort Lauderdale Beach) wird bereits das Trinkgeld (meist 18%) sofort auf den Rechnungsbetrag addiert. Hier bitte aufpassen, damit Sie nicht doppelt Trinkgeld vergeben. Es ist an sich nicht schlimm, dass das Trinkgeld gleich mit aufaddiert wird, wobei einem schon die Wahlmöglichkeit genommen wird, allerdings empfinde ich es als Unverschämtheit, dass die Bedienungen speziell in den beiden genannten Bereichen Miami Beach und Fort Lauderdale Beach nicht auf diesen Sachverhalt hinweisen. In anderen Städten, in denen das Trinkgeld bereit verrechnet wurde z. B. Clearwater Beach, hat mich die Bedienung hierauf extra hingewiesen, so wie sich das meiner Meinung nach auch gehört.
Wichtig ist auch: Prüfen Sie bitte Ihre Tischrechnung; insbesondere bei den Positionen für Getränke (speziell in Miami Beach und Fort Lauderdale Beach). Es ist in unserem Fall vorgekommen, dass die Tischrechnung nicht stimmt, d. h. Positionen addiert waren, die wir nicht konsumiert hatten. Das gilt im Übrigen auch für Hotelrechungen, doch dazu später noch weiter.
Wenn Sie ein Defizit bei der Tischrechnung feststellen, locker bleiben, und diese mit der Bedienung klären. Da in Florida der Kunde König ist, werden Sie nach meiner Erfahrung diesbezüglich keine nennenswerten Regelungsprobleme haben.
In Amerika und natürlich Florida auch, wird jeder Preis ohne Tax – vergleichbar mit Umsatzsteuer – ausgewiesen.
Ausnahme hiervon sind nur die Tankstellen. Die dortigen Preise sind tatsächlich incl. Tax.
Ansonsten ist – egal wohin Sie kommen – Supermärkte, Restaurants, Kleidungsgeschäfte, Hotelunterkünfte etc. etc. jeder Preis ohne Tax (Umsatzsteuer) ausgewiesen. Bei Hotelunterkünften kommt oftmals noch eine „Local Tax“ hinzu, die in etwa mit einer „Kurtaxe“ verglichen werden kann. Die Taxes in Amerika sind nicht Bundesstaateinheitlich. In Florida beträgt die Umsatzsteuer 7%. Selbiges gilt für die Local Tax. Hotelpreise sollten Sie also immer incl. aller Taxes anfragen. Sofern Sie Hotelcoupons verwenden – hierzu später noch Details – verstehen sich die Preise in den Hotelcoupons immer ohne Taxes.
Nach einiger Zeit gewöhnen Sie sich hieran und rechnen automatisch 7% dazu bzw. bei Hotelunterkünften 14%.
Der letzte Punkt dieses Abschnitts geht auf die Bezahlung ein.
Warum weise ich hierauf überhaupt hin, werden Sie sich vielleicht fragen, aber ich möchte Sie auf das Wissenswerte zur Bezahlung vorrangig von Restaurantrechnungen hinweisen.
Die Bezahlung in Supermärkten, Hotels und Kleidungsläden erfolgt natürlich vorrangig mit Kreditkarte. Ab einem Betrag von 100 Dollar (manchmal auch weniger) werden Sie gebeten Ihre ID-Card vorzuzeigen. Werden Sie nach der ID-Card gefragt, legen Sie entweder den Personalausweis oder Führerschein oder Reisepass vor. Hotels fragen vor der Zimmerreservierung immer nach Ihrer ID-Card. Bei der Zimmerreservierung wird nur eine ID-Card benötigt; nämlich die des Kreditkarteninhabers.
In Restaurants erhalten Sie die Tischrechnung in einem kleinen Mäppchen. Wenn Sie Ihre Tischrechnung geprüft haben und sie ok ist, stecken Sie ihre Kreditkarte in den dafür vorgesehenen Slot in die Mappe. Sie tragen auf der Rechnung noch nichts ein!
Die Kreditkarte ragt dann ein Stück aus der Mappe heraus. Ihre Tischbedienung weiß nun, dass Sie die Rechnung gecheckt haben und nimmt die Mappe mit Ihrer Kreditkarte mit. Keine Panik, Ihre Karte wird nicht kopiert! In manchen Restaurants kann man auch an einem Schalter am Eingang bezahlen. Ausgewiesen wird das meist durch ein Schild z. B. „pay at desk“.
Wenn die Bedienung wiederkommt, erhalten Sie eine 2-fach ausgefertigte Tischrechnung nebst Ihrer Kreditkarte zurück. Auf dem Original der Rechnung müssen Sie jetzt in der Zeile „Tip“ selbst Ihr Trinkgeld eintragen. In der letzten Zeile addieren Sie nun handschriftlich Rechnungsbetrag + Trinkgeld zu einer Gesamtsumme und unterschreiben für den finalen Betrag. Die Kreditkarte können Sie einstecken, da Ihre Daten durch die Tischbedienung gespeichert sind, selbiges gilt für die Kopie der Tischrechnung. Tragen Sie auch auf der Kopie der Tischrechnung Ihr Trinkgeld etc ein, dann können Sie es später zu Hause ggf. mit Ihrer Kreditkartenabrechnung abgleichen. Da die Rechnung beglichen ist, können Sie jetzt das Restaurant verlassen.
Ich betone, dass Sie das Restaurant verlassen sollen, da die Tischbedienung in 9 von 10 Fällen niemals das Mäppchen mitnimmt, solange Sie noch am Tisch sitzen. Da können Sie warten, bis Sie Moos ansetzen!
Der durch Sie final festgelegten Rechnungsbetrag, bestehend aus Tischrechnung + Trinkgeld, wird dann durch die Tischbedienung im Computer eingetippt.
Am Anfang ist das etwas seltsam und irgendwie habe ich mir auch so vorgestellt was wohl passiert, wenn die Tischbedienung später mal einen Betrag eingibt, den SIE meint eingeben zu müssen. Aber meine Sorge war wirklich unbegründet. In einem Land, in dem quasi nur mit Plastikgeld gezahlt wird, ist das so. Gewöhnen Sie sich dran und machen Sie sich keine unnötigen Sorgen darüber, ob etwas abgebucht wird, dass Sie so nicht ausgezeichnet haben.
09.05.2012, 22:13Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #7
miwie
Klima, Kleidung und frostige Klimaanlagen
Florida ist in zwei Klimazonen eingeteilt: die nordwestliche Region ist subtropisch feucht und der Rest ist tropisch feucht. In der Zeit von Juni bis November wird Florida häufig von teils heftigen tropischen Stürmen (Hurrikans) heimgesucht. Die Winter sind mit Temperaturen um 25 °C warm. Schnee ist in Florida sehr selten.
Sie sollten Ihre Kleidung also entsprechend anpassen und mehr kurz als lang mitnehmen. Wenn Sie den Biscayne -, und Everglades Nationalpark als Reiseziel mit eingeplant haben, sollten Sie – sofern Sie keine Buschtouren machen - luftige lange und vor allem helle Kleidung einplanen. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung gehört eine Mütze im gesamten Urlaub zur Pflichtausstattung. Sonnenbrille ist natürlich ebenfalls von Vorteil. Wenn nicht dort, wo sonst kann man die schon tragen ;-).
Nahezu alle Einrichtungen wie Supermärkte, Restaurants, Hotels, Hotelzimmer, öffentliche Einrichtungen usw. sind klimatisiert. Allerdings werden Sie - vor allem am Beginn Ihrer Urlaubsreise – die Klimatisierung der vorher genannten Bereiche als extrem kalt empfinden. Die Temperaturen liegen weit unter den deutschen Wohlfühltemperaturen von 21-22 Grad Celsius sondern gefühlt eher bei 17-18 Grad Celsius. Hinzu kommt, dass durch zusätzliche Deckenventilatoren die kühle Luft noch verwirbelt wird und es dann auch noch zieht. Der einheimische Floridian empfindet diese Raumklimatisierung als angenehm, der Deutsche eher nicht. Um dem Krankheits- und Schnupfenrisiko vorzubeugen, nehmen Sie sich einen leichten Pullover oder eine Fleecejacke mit und ziehen diese bei Bedarf an. Sie werden sich im Laufe des Urlaubs an diese Klimatisierung gewöhnen, aber gerade am Anfang besteht erhöhtes Schnupfenrisiko. Beugen Sie also entsprechend vor.
Hotels und Unterkünfte
Da Sie Ihren USA Urlaub sicherlich mehr individuell und als Rundreise ausrichten werden Sie im Laufe Ihrer Urlaubsreise jede Menge Unterkünfte benötigen. Da die Wahl der Unterkünfte eine essentielle Angelegenheit ist und Ihre Urlaubskasse sehr stark beansprucht, möchte ich hier von meinen sehr intensiven Ersterfahrungen berichten und Tipps geben, was man beachten oder vermeiden sollte.
Vielleicht sollte ich erstmal mit einem positiven Aspekt beginnen und erwähnen, dass es quasi keine Unterkunftsprobleme gibt. Sie werden immer eine Unterkunft finden – glauben Sie mir! Es gibt ein sehr umfangreiches und vielfältiges Angebot, dass einen schier überfordern kann.
Dummerweise ist die Quantität an Unterkünften nicht direkt proportional zur Qualität, sondern hier gibt es solche extremen Unterschiede, dass es schwer fällt, dies mit wenigen Worten zu beschreiben.
Die Hotel- und Zimmerstandards unterscheiden sich erheblich von gewohnten deutschen Qualitätsstandards und kann insbesondere bei Motels nur schwer klassifiziert werden. In drei Wochen sieht man so Einiges und im Rückblick auf einige besichtigte Unterkünfte – oder eher „Bruchbuden“ – bleibt mir noch jetzt die Spucke weg.
Das wichtigste Utensil für den USA und natürlich auch Florida Urlauber ist ein Couponheft ! Eine geniale Angelegenheit, die einen wirklichen Batzen Geld spart und meines Erachtens unverzichtbar für den USA und Floridaurlauber ist. Ein sehr weit verbreitetes Couponheft wird von „Roomsaver“ (http://www.roomsaver.com) (Direktlink: http://issuu.com/tmg-composing/docs/...ode=doublePage) angeboten. Ferner gibt es für Florida auch noch eine verkürze Version, den „Florida Travel Saver“. Der Roomsaver enthält Coupons von Hotels, dessen Vorlage und sofern im gültigen Zeitfenster und vom Hotel akzeptiert, Ihnen einen rabattierten Zimmerpreis garantiert. Die im Roomsaver abgebildeten Preise sind oft so erheblich geringer, dass Ersparnisse zw. 30% und 50% pro Zimmer keine Seltenheit sind. Ich habe bei jedem Hotelzimmer vorher den Preise ohne Roomsaver angefragt und kein einziges Mal hat das Hotel mir reguläre Zimmerpreise unterhalb des Roomsavers anbieten können. Mit dem Roomsaver sparen Sie auf einfachste Weise jede Menge Geld.
In vielen Foren wurde mitgeteilt, dass Couponhefte wie der Roomsaver „..nahezu überall und vorrangig an Tankstellen und Fastfood-Restaurants…“ zu bekommen sind. Nach meiner Erfahrung stimmt das leider eben nicht. Da wir die erste Woche bei unserer Verwandschaft untergebracht waren, hatte ich ca. eine Woche Zeit, mir ein Couponheft zu besorgen, was sich leider Vor-Ort als echtes Problem herausstellte. Ob ich diesen Umstand im Nachhinein darauf zurückführen kann, dass wir während Spring Break und Ostern (März/April - zwei extrem starke Reisezeiten) gereist sind und die Couponhefte daher vergriffen waren, weiß ich nicht. Aber auch die Nachfrage Vor-Ort bei eben diesen Fastfoodrestaurants und Tankstellen brachte die Erkenntnis, dass diese Couponhefte scheinbar doch nicht an jeder Ecke zu finden waren / sind. Ich hatte mir zwar sicherheitshalber in Deutschland Teile der Roomsaver-Version ausgedruckt, aber eben nur Teile… Als wir nach fast einer Woche noch kein Couponheft gefunden hatten und sich schon eine gewisse Hoffnungslosigkeit bei mir breitmachte, habe ich dann doch noch ein Heft ergattert, welches ich gut versteckt am Ausgang eines Vergnügungsparks ausmachen konnte.
Die Hefte liegen übrigens normalerweise kostenlos in Boxen aus, welche meist die Straßenränder verunstalten. Später – im Süden – haben wir dann jede Menge gefunden, aber im Umkreis von Orlando, Clearwater und Tampa – wo unsere Rundreise begann – Fehlanzeige.
Mein Tipp also, drucken Sie sich sicherheitshalber in Deutschland die Seiten des Roomsaver aus, deren Städte Sie bereisen bzw. wo sie nächtigen wollen und packen Sie diese mit zu Ihren Reiseunterlagen.
Der Einsatz des Roomsaver ist einfach. Ihre Übernachtungen konzentrieren sich natürlich vorrangig auf die Hotels / Motels, für die Sie Coupons im Roomsaver finden und fahren natürlich dann auch diese Hotels an. An der Rezeption legen Sie sofort den Coupon vor. Ob er dann akzeptiert wird liegt weniger daran, dass der Coupon nicht gültig ist, sondern vielmehr daran, ob das Hotel es sich zurzeit anhand der Belegung leisten kann, den Couponpreis zu gewähren. An Wochenenden kann das in größeren Städten und vor allem in Key West und Orlando ggf. nicht klappen. Dann sind die Hotels stark frequentiert und werden auch für den regulären Preis voll. Orlando ist wegen der Freizeitparks ein begehrtes Reiseziel, genauso wie die Florida Keys, die am Wochenende zahlreiche Floridian aus Miami und Umgebung anlocken. Selbst wenn das Hotel den Roomsaver akzeptiert, müssen Sie am Wochenende i. d. R. einen Aufschlag bezahlen. Das steht aber auch auf dem Coupon. Fakt ist jedenfalls, das Hotel ist nicht verpflichtet, den Coupon zu akzeptieren und Ihnen genau diesen Preis zu geben. Je nach Vacancies kann es vorkommen, dass er abgelehnt wird. Wir sind - wie gesagt - zu einer Hochsaison geflogen (Spring Break und Ostern) und hatten in 2 ½ Wochen lediglich einmal den Fall, dass ein Coupon nicht genommen worden ist. Naja , dann sind wir halt in ein anderes Hotel gefahren. Es gibt ja genug.
Wie bereits in der Rubrik Preissystem / Bezahlung / Trinkgelder / Gastronomie erwähnt, sollten Sie daran denken, dass zu den Preisen im Coupon noch eben noch die Steuern hinzugerechnet werden müssen.
Zur Unterkunftsauswahl selbst kann ich persönlich nur sagen, dass sich in normalen Gebieten eine Unterkunft unter 90 Dollar einfach nicht lohnt anzufahren, weil die Wahrscheinlichkeit eine „Bruchbude“ vorzufinden sehr groß ist. Wenn Ihnen Qualität und Sauberkeit der Unterkunft egal sind, dann probieren Sie Ihr Glück. Alle anderen sollten meinen Ratschlag in Erwägung ziehen und bei der Hotelzimmerauswahl etwas mehr Geld einplanen.
Anders als in Deutschland, ist ein klassisches amerikanisches Zimmer mit 4 Personen belegbar.
Es beinhaltet in der Regel entweder 2 Queensize oder 2 noch größere Kingsize Doppelbetten. Die Preise im Roomsaver verstehen sich immer pro Zimmer und Nacht. Angesichts einer Belegung mit 4 Personen ist daher ein Preis zw. 100 und 150 Dollar pro Nacht meiner Meinung nach ok.
Selbstredend gibt es auch Zimmer mit nur einem Queen-, oder Kingsize Doppelbett, aber der Preis ist meist der gleiche, wie für ein 4-Bettzimmer.
An exponierten Orten wie Orlando, Miami und Miami Beach, Fort Lauderdale Beach, Clearwater Beach + Sand Key, Sanibel + Captiva Island, Anna Maria Island und die Florida Keys muss teilweise erheblich mehr Geld für ein Hotelzimmer angelegt werden, wenn man Strandnah liegen und / oder fußläufig die wesentlichen Sehenswürdigkeiten erreichen möchten. Insbesondere bei Miami Beach ist die Auswahl des Hotels essentiell, da Sie sonst noch zusätzliche sehr hohe Parkgebühren mit einrechnen müssen (näheres dazu später im Reisebericht selbst).
Obgleich Sie i.d.R. spontan reisen, sollten Sie in Erwägung ziehen, bereits von Deutschland aus Hotels für Miami Beach und Key West auszusuchen und vorzubuchen (z. B. über Booking.com, Tripavisor.com oder ähnliche Portale). Das erspart Zeit und Ärger.
Ich habe etwas überlegt, ob ich hier evntl. Hotelketten empfehlen kann. Blöderweise ist es so, dass Sie sich leider nicht darauf verlassen können, dass z. B. die Zimmer im Holliday Inn immer die gleichen Standards und Qualitäten aufweisen.
Genächtigt haben wir in Zimmern der Hotelketten: Marriott, Holliday Inn, Holliday Inn & Suites, Hampton Inn, Hampton Inn & Suites der gehobenen Kategorie von 100 - 300 Dollar und Days Inn, Clarion, Best Western, Lemontree Inn und Candlewood der mittleren Preislage bis 100 Dollar. In Key West haben wir übernachtet im Silver Palms Inn und in Miami Beach im Dorcester. Beides – aufgrund der exponierten Lage - hochpreisige Hotels.
Die Zimmer in o. g. Hotels waren immer sauber, ordentlich und ansprechend.
Eine gleichbleibend gute Qualität habe ich lediglich beim Hampton Inn und Hampton Inn + Suites festgestellt, so dass ich diese Hotelkette als Einzige wirklich guten Gewissens empfehlen kann. Leider sind die Zimmer nicht ganz preiswert; mit Roomsaver aber erschwinglich.
Ansonsten ist es wirklich ein Würfelspiel, Sie wissen vorher nie was Sie erwartet.
Geändert von miwie (09.05.2012 um 22:38 Uhr)
09.05.2012, 22:14Reisebericht : Florida Intensiv – Crashkurs für Amerika Einsteiger und Ersttäter #8
miwie
Auch wenn Ihnen das angefahrene Hotel an sich von außen oder innen gefällt fragen Sie vorher immer nach, ob Sie das Zimmer erst einmal sehen können. Bezüglich einer solchen Bitte gab es unserer Erfahrung nach überhaupt keine Probleme. Ich habe mir jedes Zimmer vorher anschauen können, bevor ich eingecheckt habe. Sie dürfen mir glauben, dass ich auch Hotels verlassen habe, die an sich von außen einen guten Eindruck machten, aber nachdem ich die Zimmer gesehen habe, dort lieber nicht einziehen wollte oder das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht stimmte.
Wenn Ihnen doch verwehrt wird das Zimmer vorher zu besichtigen, dann ist das aus meiner Sicht ein klares Indiz dafür, dass Sie hier lieber weiterreisen sollten.
Anders als in Deutschland sind in Florida die Zimmer Check-In Zeiten meist auf 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr festgelegt; d. h. vorher können Sie das Zimmer nicht beziehen. Reservieren ja, aber einchecken und belegen nicht vor dieser Zeit. Check-Out ist meist bis 11:00 Uhr. Die meisten Rezeptionen sind bis spät in die Nacht belegt, so dass Sie auch ggf. auch noch 22:00 Uhr eine Unterkunft beziehen können.
In Deutschland ist man natürlich gewohnt, dass eine Hotelübernachtung gekoppelt ist mir einem Frühstück. Bei Ihrer Hotelauswahl in Florida können Sie diesen Aspekt vernachlässigen. Nicht, dass es kein Frühstück gibt sondern eher den Fakt, dass es quasi ungenießbar ist. Oft ist in der Übernachtung ein Continental Breakfast inklusive, welches jedoch meistens an der untersten Qualitätsgrenze angesiedelt und eher für „Hartgesottene“ ist. Es gibt Cornflakes (Cerialien) in zig Variationen, Butter und ein paar Sorten abgepackte Marmelade, ab und an etwas Kuchen (Muffins) und Waffeln. Mehr sollten Sie in der Regel nicht erwarten. Den Kaffee, sofern man das Gebräu als solches bezeichnen darf, gibt es als Flatrate aus Thermoskannen. Zusammenfassen kann die Qualität des Frühstücks auf einen Punkt: Man hat was im Magen, damit er arbeiten kann ^^.
Sicherlich kann man sich an vieles gewöhnen ich jedoch nicht daran, dass nur Plastikgeschirr eingesetzt wird. Selbst in den etwas besseren und höher preisigen Hotels müssen Sie mit dieser Unart rechnen.
Mein Tipp: Sparen Sie nicht am falschen Ende. Starten Sie mit einem vernünftigen Frühstück. Gehen Sie in eines der zahlreichen und wirklich guten Restaurantketten, die Frühstück anbieten. Sie erhalten für rd. 10 Dollar pro Person eine super Frühstücksauswahl mit allem was Sie sich wünschen und in einer solchen Menge, dass Sie eigentlich bis abends nichts mehr essen müssen. Weiterhin gibt es immer „Kaffee satt“.
Nachstehende Restaurantketten haben in Florida eine ausgedehntes Restaurantnetz – sind also in der Fläche stark präsent - und bieten ausgezeichnetes und preiswertes Frühstücks an: Perkins, Inernational House Of Pancakes (IHOP), Applebees, Cracker Barrel, Ruby Tuesday und Blueberries. Sehr oft befinden sich Frühstückslokale in der Nähe von Motels und Hotels.
Und ... wenn Du in die USA gehst als nicht citizen, dann hat der Vater die besseren rechtlichen Möglichkeiten. Ich würde unbedingt versuchen mit gütlich zu einigen (natürlich wenn der Vater nicht...
Das würde ich auch sagen. Beantrage die Einbürgerung auf deinen Mädchennamen und mache dann erst nach Erhalt der dt. Stabü die Namensänderung. Deinen Namen im deutschen Pass kannst du dann ändern...
Ich hab die Combi Lufthansa und United. Hin flieg ich mit lh mit Zwischenstopp nach Las Vegas. Nach 3 Wochen dann mit United nach New York. Ich hab damit gerechnet hier Gepäck zahlen zu müssen......
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Automatisch gemeinsames Sorgerecht?
Und ... wenn Du in die USA gehst als nicht citizen, dann hat der Vater die besseren rechtlichen Möglichkeiten. Ich würde unbedingt versuchen mit gütlich zu einigen (natürlich wenn der Vater nicht...