Sind die Kommunalverwaltungen der aufgefuehrten Laender so schlecht, dass sie sich ein Beispiel an der deutschen Buerokratie nehmen muessen? :-)
Wenn "unsere" Verwaltungsangestellten aber vom genannten Beispiel Estland etwas lernen koennen, dann ja prima...
„What's Burgerservice?“
08.03.2005 21:08 Uhr
GUMMERSBACH. Vom Fach und aus aller Herren Länder kommen 25 Bürgermeister, Rechtsanwälte und Verwaltungsangestellte, die momentan als Gäste der Theodor-Heuss-Akademie in Niederseßmar die deutsche Kommunalverwaltung kennen lernen.
„Es geht um den Erfahrungsaustausch im ,Public-Management'“, erklärt Jörg Dehnert, Leiter des internationalen Politikdialogs der Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Besucher aus Südafrika, Tansania, Ägypten, Jordanien, Palästina, Brasilien, Mexiko und einer Reihe weiterer Länder erhalten eine Woche lang durch Referate und Workshops einen Einblick in die Arbeitsweise der deutschen Bürokratie. Gestern lernten sie den Bürgerservice der Stadt Gummersbach kennen. Bürgermeister Frank Helmenstein stand im Ratssaal Rede und Antwort. Die Gäste interessierten sich nicht nur für Aufbau und Gliederung der Stadtverwaltung, sondern auch für den alltäglichen Umgang mit den Belangen der Bürger.
Fünf Dolmetscher sorgten für Durchblick in dem babylonischen Sprachgewirr. Da kam es bisweilen zu Missverständnissen. „Whats Burgerservice?“, fragte ein Gast, als Helmenstein die Gäste in die Räume des Bürgerservice bat. Es musste erst einmal klar gestellt werden, dass es sich um einen „Service for citizens" und nicht etwa um einen Hamburger-Bringdienst handelt. Ob die Bürger denn auch bei den Ratssitzungen dabei sein dürfen, wollte ein Besucher wissen. Dass es einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Sitzungsteil gibt, erklärte Helmenstein. Und: „Wenn etwas am nächsten Tag in der Zeitung stehen soll, behandeln wir es nicht-öffentlich.“
Am Freitag geht es für die Besucher zurück in ihre Heimatländer. Dort werden sie die hier gesammelten Erfahrungen in die örtlichen Verwaltungen einbringen. Doch die internationalen Gäste lernen nicht nur von den Deutschen. Andersrum lernen auch Deutsche auf Vermittlung der Naumann-Stiftung von anderen Ländern. „Estland hat zum Beispiel eine viel schlankere Verwaltung“, sagt Dehnert.
Dass es während des Deutschlandbesuchs keine Problemen zwischen den verschiedenen Nationalitäten gibt, hob Dehnert besonders hervor. „Die internationalen Konflikte haben hier keine Bedeutung. Nach dem Seminar gehen sogar Palästinenser und Israelis als Freunde auseinander.“ (aga)
(KR)
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