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ich bin neu hier im Forum, wollte Euch aber meinen Reisebericht nicht vorenthalten. Es ist zwar schon eine Weile her (leider), aber da die Mitte und der Osten nicht ganz so häufig besucht werden, ist es für Euch vielleicht ganz interessant.
Es war meine allererste USA-Reise und die Erfüllung eines langgehegten Traumes. Leider war es etwas schwierig einen Mitreisenden zu finden, entweder war das Geld nicht da oder das Interesse. Letztendlich hatte ich aber meine jüngere Schwester endlich überredet. Als wir Heiligabend 2009 unsere Flüge buchten (das schönste selbstgemachte Weihnachtsgeschenk ;-)), haben wir mit unserem Reisefieber dann auch noch die Freundin unseres Vaters angesteckt. Also stand fest: drei Mädels allein mim Mitwagen 3.000 Meilen durch die USA!! Und ich hatte einen Riesen-Schiss kann ich Euch sagen! Die beiden verliessen sich in Planung und Vorbereitung 100% auf mich. Und ich war doch selber ein Newbie!! Damit nicht genug: ich wusste schon, dass ich vor Ort auch das meiste arrangieren musste, da die Freundin meines Vaters so gut wie gar kein Englisch spricht und meine Schwester ihren Mund nicht so gut aufbekommt. Mir schlotterten echt die Knie! Ich war selber noch nie geflogen, noch nie allein (ohne Eltern) in einem fremdsprachigen Land und dann sollte ich auch noch mit einem fremden Auto auf fremden Strassen durch ein fremdes Land fahren! Aber dennoch konnte mich nicht davon abhalten. Ich durchforstete das ganze Internet nach allen Infos, die ich brauchte. Schlussendlich stand die Reiseroute dann wie folgt fest:
Chicago, IL - St. Louis, MI - Memphis, TN - Nashville, TN - Chattanooga, TN - Knoxville, TN - Cherokee, NC - Asheville, NC - Charleston, SC - Myrtle Beach, SC - Jacksonville, NC - Nags Head, NC - Skyline Drive, VA - Washington, DC - Annapolis, MD - Philadelphia, PA - Atlantic City, NJ - NYC
Soweit die Planung...
Die Vorbereitungszeit war wirklich aufregend, aber irgendwann war der Tag der Tage dann da. Am 07. Juni um 11:35 Uhrging unser Flug mit der Lufthansa von Düsseldorf nach Chicago. Meine Schwester und ich hatten einige Monate zuvor extra einen Ausflug zum Flughafen gemacht, damit wir dann auch gleich wissen wo wir hin müssen (als meine Schwester allerdings die Flugzeuge starten und landen sah, machte sie fast einen Rückzieher vor lauter Panik). Naja, am besagten Montag war sie jedenfalls trotzdem mit mir dort, und wir waren alle super aufgeregt!! Eingecheckt hatten wir schon am Vortag online (hatte mich ja informiert wie's geht ;-)) und die Gepäckabgabe meisterten wir dann auch wie die Profis ) Danach noch etwas Zeit vertrödeln und ab gings durch den Sicherheitscheck. Ich war hochkonzentriert alles richtig zu machen und als ich durch war, stand doch tatsächlich da ein Beamter, der mit todernstem Blick meine Handtasche festhielt. Ich schluckte einmal und gab mich betont cool, als er fragte, ob das meine wäre und ob er mal einen Blick hineinwerfen könne. Ich erlaubte es ;-) und bekam die Tasche nach einem flüchtigen Blick zurück. Als ich mich umdrehte, um nach meiner Schwester zu sehen (die bestimmt irgendwo schadenfroh kichernd in der Ecke stand), war da niemand!?! Verwirrt guckte ich mich um, und sah dann meinen Vater (der uns zum Flughafen gebracht hatte), hinter der Glasscheibe hektisch in eine Richtung gestikulieren. Als ich in diese Richtung guckte, öffnete sich gerade eine Tür und meine Schwester kam mit einem Beamten heraus. Was war geschehen? Ihr Laptop wurde nach evtl. Sprengstoffen abgepinselt. Und sie war mit den Nerven schon am Ende. An dieser Stelle sollte ich erklären: meiner Schwester ist unheimlich schnell alles furchtbar peinlich, und trotzdem (oder gerade deswegen) gerät sie immer in die unmöglichsten Situationen. Und die Sache mit dem Laptop war mal wieder typisch und erzeugte genau die Aufmerksamkeit, die sie hasst. Naja, alles andere ging dann wie am Schnürchen. Das Flugzeug startete mit etwas Verspätung, da ein Fluggast zwar Gepäck aufgegeben hatte, aber zunächst nicht erschien. Er kam dann aber doch noch, und meine Schwester hatte noch keinen panischen Schreianfall bekommen und war wieder ausgestiegen. So starteten wir ins Ungewisse ;-) )
Der Flug verlief ruhig, das Essen war so lala. Ich hatte vegetarisch gewählt:
Ich durfte zwar nicht am Fenster sitzen, aber zum fotografieren durfte ich mich mal rüberbeugen:
Ankunft in Chicago, erster Toilettengang (mit viel Wasser, viel Chlor & viel Durchblick) und auch die Einwanderungssache meisterten wir ohne Probleme. Leider hatte aber mein Koffer den Flug nicht überstanden, will heißen: eine der Rollen war abgebrochen. Ich war natürlich begeistert und sah mich schon meinen Koffer drei Wochen durch die Gegend schleppen.
Zu unserem schon im Vorfeld reservierten Hotel in Downtown Chicago (La Quinta Inn & Suites) fuhren wir wie empfohlen mit dem Taxi. Dann einchecken ganz easy, Zimmer gefiel uns gut (obwohl's nur ne Aussicht in nen kleinen Innenhof hatte). Dann wollten wir unbedingt raus, und Chicago riss uns mit sich. Es war so hektisch und voller unbekannter Geräusche, wir rannten irgendwie nur mit und wussten gar nicht wohin.
Als wir den Millenium-Park endlich gefunden hatten, waren wir völlig ko und irgendwie not amused von unserer ersten Erfahrung. Unterwegs holten wir uns in unserem ersten Seven-Eleven übrigens unser ersten amerikanisches Essen, und ich zahlte das erste Mal mit meiner Kreditkarte! ;-)
Hier verzehren wir unsere sandwiches im Millenium Park:
Hallo,
da steig ich gleich zu und bin gern dabei. Eure Route liest sich sehr interessant und beinhaltet einige Orte in den Südstaaten, die ich sehr gerne mal besuchen möchte - ENDLICH auch mal darüber ein Reisebericht .
Die Reise beginnt bei euch ja schon mit mehr Aufregung als man braucht ... bin gespannt, wie es weitergeht.
Schön zu lesen, dass sich einige auch für diesen Teil der USA interessieren.
Vielleicht sollte ich noch ein paar Worte zur Planung sagen: Ich bin mehr an Natur, Landschaft und Wald interessiert, meine Schwester hingegen mehr an Großstädten und Strand. So habe ich dann versucht in meiner Route allen Anforderungen gerecht zu werden. Der Hauptgrund oder Stein des Anstosses, warum ich überhaupt in die USA wollte, sind die Great Smokey Mountains, und ganz besonders Cades Cove. Als ich zum ersten Mal Bilder von dort sah, wollte ich unbedingt dahin. Es war ein Gefühl, dass mehr ein Heimweh war als ein Fernweh. Klingt verrückt, war aber so.
Ebenfalls bei der Routenplanung berücksichtigt war der Besuch eines Freundes in St. Charles (bei St. Louis) und einer Freundin in Knoxville. Und da meine Firma in Chicago eine Niederlassung hat, und ich dann meine amerikanische Kollegin mal besuchen konnte und sie uns dann evtl. etwas rumführen und bei den ersten Schritten helfen konnte, war der Startpunkt eben Chicago. Aus dem Besuch bei der Kollegin ist aber leider nichts geworden, sie war gerade zu dem Zeitpunkt ne Woche verreist. Also mussten wir uns allein durchschlagen ;-)
Im Vorfeld gebucht hatte ich die ersten zwei Nächte in Chicago, die letzten drei Nächte in New York und den Mietwagen bei Hertz ab dem letzten Tag in Chicago bis zum ersten Tag in New York. Außerdem kaufte ich Tickets für Rock City und für jeden von uns einen NY-Pass für 5 Attraktionen. Und ich reservierte Karten für das Washington Monument (die ja bekanntlich nichts kosten).
Ich bin auch schon gespannt auf die Fortsetzung und vor allem auf die Bilder. Ich habe noch nicht so viel über die Gegenden, die ihr besucht habt, gelesen. Vielleicht ergibt sich ja so die ein oder andere Idee für eine spätere Reise.
Übrigens kenne ich das Problem mit der Reisebegleitung. Letztes Jahr habe ich vor lauter Frust eine Busrundreise gemacht. Dieses Jahr kommt aber zum Glück wieder eine Bekannte mit und wir fahren wieder mit dem Mietwagen.