Nach unserem stimmungsvollen Picknick fahren wir zunächst die Seawall Road auf dem Highway 102 entlang weiter. Als wir gerade dabei waren, uns zu orientieren, weist uns bereits ein super süßer Wegweiser in Form einer Boje den Weg Richtung Leuchtturm. Eines meiner absoluten Lieblingsmotive dieser Reise. Stimmiger kann man den "neuenglischen Gesamtzustand" nicht dokumentieren. Dieser Wegweiser ist für mich DAS Sinnbild für die Fähigkeit der Menschen in diesem Landstrich, ihr Territorium auf eine extrem warme und herzliche Art den Besuchern an´s Herz zu legen. Man hat permanent das Gefühl einer tiefen und ehrlich empfundenen Gastfreundschaft. Hier muss man sich einfach wohl und willkommen fühlen - unbedingt ein Grund noch einmal hierher zu reisen...
Unser allerletztes Lighthouse an dieser Küste müssen wir uns erst ein wenig erwandern. Wer weiß, dass es da ist, kann die gläserne Kuppel durchaus bereits vom Parkplatz aus durch die Bäume schimmern sehen.
Aber man ist mal wieder so im Jäger- und Sammlerfieber, dass man sich nur auf das Gebäude im Ganzen konzentriert. Also gilt es erstmal einige Stufen hinab zu klettern, ehe man an der Küste erstmal nur DAS sieht:

Ein wenig muss man dann noch weiter die Steinfelsen klettern, ehe man das hübsche und ein wenig versteckte Bass Harbor Head Light House aus dem Jahre 1858 dann sieht. Es liegt wirklich wunderschön, besonders wenn der Sonnenuntergang das ganze Areal in rotes Licht taucht. Das allerdings habe ich erst später zu Hause auf der Homepage des Arcadia NP entdeckt:
http://www.acadiamagic.com/welcome.html
Für Fotografen eine wahre Goldgrube...die Schönheit der Natur dieser Gegend, wird auf dieser Seite wirklich spektakulär in Szene gesetzt. Mit deutlich mehr Zeit im Gepäck möchte ich sehr gerne einmal auf den Spuren dieser Fotomotive entlangwandern.
Wir verabschieden uns ein wenig wehmütig von diesem besonders schön gelegenen Leuchtturm - waren sie doch in bestimmter Hinsicht eine Art Reiserouten-Führer für uns gewesen.
Immer entlang der Leuchttürme haben wir uns gen Norden bewegt, und sind so hier im Acadia Nationalpark gelandet. Im Landesinneren jedoch finden wir schnell eine neue Beschäftigung ähnlicher Art - ich werde beizeiten darauf zurück kommen...

Anschließend sind wir wieder zurück auf der Sealwall Rd Richtung Campground zurückgefahren, haben dort an der Strasse unseren Wagen abgestellt, um uns noch ein wenig entlang der Küste die Beine zu vertreten.
Das Wetter war so herrlich, dass wir wenigstens eine kleine Miniwanderung entlang des glitzernden Wassers machen wollten. Balsam für die Seele...
Ein Fußweg führt uns durch dicht bewaldete Gegend immer Zielrichtung Bennet Cove. Einige der Wege sind mit Holzplanken belegt - Verlaufen ist somit schlicht und ergreifend unmöglich.
Einige wenige Leute tun es uns gleich, setzen sich auf die Felsen und lassen sich die Sonne in´s Gesicht scheinen. Einfach die Natur genießen - ansonsten ist es momentan eher einsam hier.
Keiner nervt, keine Asiaten die diesen Teil der Insel überfallen

, lediglich ein paar Naturliebhaben, die durchaus die Ruhe zu schätzen wissen. Wie schön...

Dieser Küstenabschnitt ist über und über mit Blaubeersträuchern überzogen und jetzt weiß ich auch, wo diese Produktvielfalt der kleinen blauen Früchtchen in den Geschäften in Bar Harbor herrührt. Diese, bis zu 60 cm hohe Sorte, zählt zu den Naturheidelbeeren und sind hier auch ursprünglich beheimatet. Unsere Kulturheidelbeeren stammen tatsächlich von den nordamerikanischen Blueberrys ab. Wieder etwas, was mich sehr an Norwegen erinnert: Wilde Blaubeerfelder soweit das Auge reicht...
Der Tag ist doch schon ziemlich fortgeschritten und wir waren tatsächlich noch nicht auf der höchsten Erhebung der nordamerikanischen Atlantikküste - dem Cadillac Mountain. Diese Lücke wollen wir nun endlich schließen und fahren auf dem schnellsten Wege dorthin...