Tag 2: Death Valley-Bishop
Dem Jetlag sei Dank sind wir um 4:45 Uhr hellwach und genehmigen uns ein reichhaltiges „Frühaufsteher-Frühstück“ im Hooters-Restaurant „Onions“ für schlappe drei Dollar pro Person. Anschließend freut sich unser 14-jähriger Sohn noch über ein Foto, zusammen mit den Hooters-Girls, er kauft sich noch ein T-shirt im Shop und wir schnappen uns unsere Koffer und checken aus.
Schmeckt viel besser, als es aussieht! Frühstück für drei Dollar!
Los geht es, in Richtung Death Valley. Darauf freuen wir uns schon sehr lange und wir sind gespannt, was uns erwartet. Man kommt nicht oft an einen der „heißesten Punkte unseres Planeten“ und die Kinder sind gespannt, ob wir es überleben, oder ob wir irgendwo im Wüstensand verdorren werden. In Pahrump tanken wir vorsichtshalber nochmal, damit wir ohne Probleme durchs Valley kommen. Für 5 Gallonen nur 15 Dollar, diese Preise hätten wir zu Hause auch gerne. Die Straße nimmt uns direkt gefangen und wir entspannen uns und freuen uns auf die weite Reise, die vor uns liegt. Nach einigen Kilometern machen wir einen kurzen Stop in Shoshone, wo hübsch dekoriert das Gefühl des Westens vermittelt wird.
Deko in Shoshone
Unterwegs sehen wir irgendwo im Nirgendwo, viele Kilometer von Irgendwas einen Jogger, der ein Wägelchen vor sich herschiebt, vermutlich mit Wasserflaschen gefüllt. Ganz schön bekloppt, der Gute, aber auch sehr tapfer.
Wohin auch immer er will- wir hoffen er ist angekommen!
In der Nähe von Ashford Mill Ruins, die nicht besonders spektakulär sind, muss ich unbedingt mal aussteigen und gucken, was das weiße Zeugs ist, was dort auf dem Boden zu sehen ist. Ich lecke mal kurzerhand dran und ja- es ist Salz. Sogar sehr leckeres Salz, damit könnte man bestimmt ein gutes Geschäft aufziehen, mit „Echtem Salz vom Death Valley“. Kurz darauf kommen wir an eine kleine Schlucht, die wir ein wenig erkunden, aber das Wüstenklima treibt uns schnell wieder ins Auto.
Schmeckt gar nicht so übel! Hätte mir was zum kochen mitnehmen sollen...
Kurzer Abstecher in eine kleine Schlucht.
Unser nächster Stop führt uns zum Badwater Basin wo uns die Hitze regelrecht erschlägt. Es ist 50°C heiß und wir gehen ein klitzekleines Stückchen raus, aber da wir noch gar nicht akklimatisiert sind, beschließen wir dann doch, nicht den ganzen Weg zu gehen. Und weiter geht’s.
Am tiefsten Punkt Nordamerikas. 85,95m unter NN
Es ist so heiß, wir verkneifen uns einen längeren Spaziergang
Am Zabriskie Point angekommen, parken wir, schnappen uns jeder eine Flasche Wasser und sausen im Schneckentempo den kleinen Anstieg hoch, bis zum Aussichtspunkt. Ich weiß es, heute wird einer dieser Tage, wo man fünf Liter Wasser trinkt und nie auf´s Klo muss......Die Aussicht am Zabriskie Point ist überwältigend, wir staunen, knipsen, schwitzen und staunen und schwitzen und knipsen........
Zabriskie Point. Zauberhafte Aussicht!
.........und fahren dann weiter, bis zu Dantes View. Auch hier: Eine unglaubliche Aussicht auf das Badwater Basin! Nicht die letzte auf unserer Reise, aber eine der schönsten. Eine Dame, die mit ihrer Familie unterwegs ist, wird von einer bösen Wüstenwespe gestochen und ich krame in meiner für hundert Jahre und alle Krankheiten dieser Erde ausgestatteten Medikamententasche, um sie mit Fenistil blitzschnell auf Shamanenart zu heilen. Funktioniert, wir merken, dass wir aus der selben Gegend kommen, finden das lustig und fahren weiter.
Dantes View, auch nicht schlecht!
Und weiter geht´s......
Das Thermometer zeigt 121°F an und beim Blick darauf, schwitze ich sofort. Es lebe die Klimaanlage! Und nein- wir schalten sie nicht ab im Death Valley. Wir sind ja nicht bescheuert. Wir sind aber so schlau, die Motortemperatur im Auge zu behalten - sicher ist sicher! Und natürlich haben wir genug Kühlwasser dabei. Eine wunderbare Fahrt durch die endlos scheinende Weite, die Dünen von Stovepipe Wells angeschaut, über den Towne Pass bis Bishop gefahren und dort erst mal in unserem Motel „Ramada limited“ eingecheckt.
Die Dünen bei Stovepipe Wells.
Richtung Bishop
Anschließend finden wir ein richtig gutes chinesisches Restaurant, wo wir uns den Bauch voll schlagen und einstimmig feststellen, dass es doch einfach ist, das Death Valley zu überleben. Schade, dass man nirgendwo einen Anstecker mit „I survived Death Valley“ dafür bekommt. Das Motel ist völlig in Ordnung und wir finden, der erste richtige Urlaubstag war gaaaaaaaaanz toll. Und heiß, schrieb ich schon, dass es heiß war?
Gefahrene Meilen. : Ca. 300
Erkenntnis des Tages: Man schwitz ganz doll bei 50°C und findet das lustig. (Sofern man in ein Auto mit Klimaanlage flüchten kann)