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Austausch, Studium und andere Auslandsaufenthalte in den USA

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Alt 20.09.2003, 16:56   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #1
Karl-Heinz Mann
Ehrenmitglied
 
Benutzerbild von Karl-Heinz
 
Registriert seit: 25.10.2001
Ort: Nordwest Arkansas, USA
Beiträge: 5.585
Bilder: 39
Karl-Heinz eine Nachricht über Skype™ schicken
Für einige scheinbar schwer verständlich

Gerade als Steuerzahler meines Staates bin ich daran interessiert, dass es meinen Kindern ermöglicht wird, zumal sie dazu bestens qualifiziert sind, einen Studienplatz an der State-University (finanziert von den Steuergelder der Einwohner des Staates) zu finden - was für mich noch erschwinglich ist, wo z.T. sogenannte Minorities oft bevorzug einen Studienplatz finden.
Warum sollte ich mir jetzt noch Sorgen machen, dass Studenten von Übersee hier studieren wollen. Falls natürlich genügend Studienplätze vorhanden - oft bei einer privaten Uni - sollte man natürlich es auch ausländischen Studenten ermöglichen, schon allein wegen der Völkerverständigung.
Aber scheinbar hat man die verkehrte Vorstellung, dass wir unbedingt auf ausländische Wissenschaftler angewiesen sind, die in den meisten Fällen erst hier in den USA ihr Wissen vervollständigt haben. Auf der anderen Seite haben wir zumindest gegenwärtig tausende dieser Akademiker arbeitslos rumlaufen und viele ausländische Akademiker sind aus diesem Grund schon wieder in ihre Heimatländer zurück gekehrt, besonders davon ist die IT-Branche betroffen. Ich frage mich oft, wieviele Firmen hier sich überhaupt so teure "Spezialisten" erlauben können.
Dann quatschen derartige Artikel vollkommen an dem Sinn des Problems vorbei, was ich nur damit erklären kann, dass sie keinerlei Ahnung von der hiesigen Zuständen haben.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...255687,00.html
Karl-Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2003, 18:54   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #2
WizardsHat
Newbie
 
Registriert seit: 14.08.2003
Beiträge: 42
In dem Artikel ging es meiner Meinung nach nicht um ein generelles Problem, dass die USA zu viele auslaendische Studenten/Forscher hat, sondern dass es den von den jeweiligen Institutionen durchaus erwuenschten Personen zu schwer bzw. unmoeglich gemacht wird, in die USA einzureisen. Das sind doch zwei voellig verschiedene Themen. State universities wurden gar nicht erwaehnt, oder?

Soweit ich die Diskussionen verfolgt habe, moechte jedes Land so viele auslaendische Wissenschaftler wie moeglich haben, weil das bedeutet, dass die Forschungsbedingungen gut sind und sie ja letztendlich fuer das Land forschen, in dem sie sich befinden. Und dort sind die USA die Nummer 1, was doch ein positives Zeichen ist!
WizardsHat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2003, 19:00   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #3
lurker99
Amerika Kenner
 
Registriert seit: 01.07.2003
Beiträge: 292
@Karl Heinz

Ich kann mich deinen Argumenten, zumindest zum Teil, nicht anschliessen. Hochqualifizierte Menschen ins eigene Land zu bekommen war und ist einer der Grundpfeiler und Stärken der amerikanischen Wirtschaft. Deswegen gibt es ja Investoren- und die Hxxx Visas. Ohne diese Menschen wären viele Erfindungen niemals gemacht worden, oder aber die Wertschöpfung hätte nicht in Amerika stattgefunden. Denke allein an die ganzen Nobelpreisträger, die Immigranten sind. Viele Unternehmen wurde von Immigranten gegründet (Beispiel: Sun - Andreas von Berchtoldsheim).

Zum IT Sektor:
In den Jahren 1998 - 2000 wurde alles, was schreiben und lesen konnte, als IT Spezialist zu horrenden Gehältern eingestellt. Viele dieser Spezialisten, auch Akademiker, sind eigentlich nur besser ausgebildete normale Angestellte, die ihren 8 - 15 Uhr Job erledigen. Dazu kommt, dass Amerika gerade im IT Sektor unglaublich wenig Leistung pro Mitarbeiter bringt. Deshalb mussten auch so viele Leute eingestellt werden, und diese wurden eben wieder abgebaut. Im IT Sektor hast du langfristig betrachtet, Leistungsunterschiede im Faktor 1 zu 10 zwischen den schlechteren und den besseren Mitarbeitern. Deswegen gibt es immer noch (bzw wieder) einen Bedarf an Topleuten, auch aus dem Ausland.

Völlig einer Meinung bin ich mit Dir, dass die State Universities zuerst der eigenen Bevölkerung zugänglich sein sollen und man als Ausländer einen Studienplatz dort als Privileg wahrnehmen sollte, nicht als einen gottgegebenen Anspruch.



LG

Martin
lurker99 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2003, 19:03   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #4
imported_Sissi
Amerika Tourist
 
Registriert seit: 06.04.2003
Beiträge: 148
Ich kenn auch die umgekehrte Problematik, dass eine amerikanische Uni einen (in diesem konkreten Fall israelischen) Professor ueber ein O-1 Visum (fuer besonders wissenschaftlich qualifizierte) holen wollte. Leider waren das Gesamtdeputat an O-1 Visa fuer Wissenschaftler das Semster ausgeschoepft. Sie haben ihn dann kurzerhand ueber ein Sportvisum (auch O-1) als Center fuer die Unibaskettballmannschaft geholt Das ist doch mal eine pragmatische Loesung 8) Gut, der man ist 60, aber dafuer auch ueber 1.90 m Fand die Geschichte so nett und dachte sie passt ja auch irgendwie zum Thema
imported_Sissi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2003, 01:37   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #5
Karl-Heinz Mann
Ehrenmitglied
 
Benutzerbild von Karl-Heinz
 
Registriert seit: 25.10.2001
Ort: Nordwest Arkansas, USA
Beiträge: 5.585
Bilder: 39
Karl-Heinz eine Nachricht über Skype™ schicken
Ich bin ja nicht so doof, dass ich nicht verstehe, dass Top Wissenschaftler gefragt sein können - aber warum will man sie nicht in Deutschlan halten - "als Grundpfeiler und Stärke der deutschen Wirtschaft"? Kein Job in Deutschland? Warum glaubt man einen Job in den USA zu finden, wo sie möglicherweise die Arbeit von einem amerikanischen Top Wissenschafler weg nehmen. Kommt leider zu oft vor - selber erlebt - vor allem aus dem asiatischen Raum, obwohl das gegen die Vorschriften ist, zumal wenn sie für weniger Geld arbeiten. Aber wer will immer gleich vor Gericht ziehen. Jahr für Jahr kommen tausenden von jungen Amerikanern mit einer sehr guten Ausbildung aus den Unis und können gerade gegenwärtig keinen Job finden, weil die Wirtschaft relativ flach liegt. Ganz davon abgesehen, dass ausländische Studenten, wenn sie fertig mit der hiesigen Ausbildung sind, oft nicht in ihr Heimatland zurück wollen.
Was ich damit sagen will, wir haben hochqualifizierte Leute hier die täglich um ihren Job bangen, falls sie nicht schon arbeitslos sind und brauchen - zumindest in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation keine weiteren.
Karl-Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2003, 05:06   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #6
Bavarianwife
Amerikaner
 
Registriert seit: 24.02.2003
Beiträge: 1.311
Hallo Karl-Heinz,

ich verstehe deinenStandpunkt vollkommen!
Zur Thematik in Deutschland ist folgendes zu sagen, am Beispiel eines Promovierten Chemikers. Der hat in Deutschland ein 8 jähriges Studium hinter sich gebracht drei Jahre als Assistent an der Uni gearbeitet - sich auf einem Gebiet sehr spzialisiert - versucht in der Industrie eine Anstellung zu bekommen! Fehlanzeige! Nun ist in D die Chemische Industrie, sowie die Pharmazie der Regierung ein Dorn im Auge- wegen der Umwelt, daher versucht man diese Industrie möglichst aus D herauszubekommen indem man u.a Forschungsgelder streicht und für Betriebe die Auflagen und Richtlinien zum betreiben eines solchen Betriebes erhöht! Gleichzeitig wird in der Bevölkerung eine Antihaltung gegen Chmiefabriken als Umweltsünder erzeugt. ( Was diese ja oft selber zu verantworten haben )
So nun geht also unser joblose Dr. der Chemie aufs Arbeitsamt und bleibt 1 Jahr arbeitslos- dann ergibt sich eine Anstellung bei einer anderen UNI befristet als Assistent-für ein Jahr - das ganze wiederholt sich 2 bis dreimal dann erfährt er über Kollegen, dass in den USA eine Chemiekonzern genau so jemanden wie ihn sucht- hochspezialisiert - gewohnt auf hohem Niveau zu forschen- der wäre do ein Idiot - wenn er diese Chance nicht wahrnehmen würde oder?
Es bleiben in Deutschland keine Spitzenforscher mehr - da sie wirklich die besseren Angebote aus dem Ausland bekommen! Und in solchen Gebieten, wie eben der Chemie, in Deutschland eher Forschungsplätze abnehmen als das sie geschaffen werden - eben aus politischen Gründen!
Übrigens ist das schon seit fast 25 Jahren der Trend!

In der IT-Branche trennt sich der Spreu vom Weizen- gute Fachleute können auch in Deutschland das gleiche Geld wie inden USA verdienen! Aber wie gesagt die müssen schon was drauf haben!!
Wenn ich dran denke wie lange die Firma meines Mannes in D nach einem Nachfolger für ihn suchen musste- über 1 Jahr!
Es ist nicht so dass in Deutschland die Fachleute einfach so frei rumlaufen.
Aber es ist auch nicht so, dass es in den USA die Fachleute zu Hauf gibt!

Vielmehr sind die Ansprüche der Firmen auch oft so hoch gesteckt, dass ein UNI-Absolvent die Qualifikation und Erfahrung noch gar nicht haben kann die gesucht wird und das gilt für beide Länder gleich!

Allerdings sind auch die Ansprüche der UNI-Absolventen oft nicht gerade moderat!

Im Moment sehe ich das genau wie du- ein vernünftiges Land sollte seinen Spitzenkräften auf alle Fälle Arbeitsplätze oder Froschungsgebiete, die sie ausfüllen können, anbieten und versuchen diese Leute im eigenen Land zu halten- dies gilt für die USA wie auch für Deutschland!
Wobei es sich für Deutschland um eine wichtige Resource handelt- denn Deutschland hat ausser seinem Know how keine anderen Rohstoffe anzubieten
Bavarianwife ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2003, 12:15   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #7
lurker99
Amerika Kenner
 
Registriert seit: 01.07.2003
Beiträge: 292
@Bavarienwife

Ich stimme dir weitestgehend zu, nur in dem Punkt
Zitat:
In der IT-Branche trennt sich der Spreu vom Weizen- gute Fachleute können auch in Deutschland das gleiche Geld wie inden USA verdienen!
habe ich ganz andere Fakten vorliegen. Selbst wenn man die unterschiedlichen Lebenserhaltungskosten berücksichtigt verdient man mit der gleichen Leistung in Amerika doppelt so gut (vielleicht die letzten beiden Jahre ausgenommen) wie in Deutschland. Stockoptions waren bis vor 3 Jahren hier gänzlich unbekannt, haben aber unzählige Mitarbeiter in der IT Branche in Amerkia vermögend gemacht. Gehälter im Management sind bei uns ebenfalls wesentlich niedriger, genauso Firmenbewertungen. Jeder in der IT Branche, der wirklich Geld verdienen möchte, muss in die Staaten gehen. Abgesehen davon hinkt Europa, was die Nutzung von EDV betrifft, den USA mindestens 10 Jahre hinterher.

Just my 2 cents.

Martin
lurker99 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2003, 15:59   Für einige scheinbar schwer verständlich Beitrag #8
Bavarianwife
Amerikaner
 
Registriert seit: 24.02.2003
Beiträge: 1.311
@ Lurker

Übrigens vor 2 Jahren....- das ist vorbei! Wir leben im Jetzt! Und nur die jetzige Situation ist relevant!
Schau dir mal genau die Gehaltsvergleiche an und die Anforderungen die in beiden Ländern an die jeweiligen Bewerber gestellt werden! Da ergibt sich dann ein etwas anderes Bild.
Wenn du von Einkommensmillionären wie SAP-oder Microsoft-Mitarbeitern etc. sprichst hast du sicher recht !

Und nicht jeder der IT-Ler ist,arbeitet in einer Firma die sich ausschlieslich mit IT befasst!!! Da hängt die Sache wieder an vielen anderen Faktoren!!

Der nächste Punkt ist wieviel Geld du in den USA verdienen musst um deinen Lebensstandard im Vergleich zu deinem jetztigen in Österrreich oder in Deutschland zu halten!! Da kann es leicht sein, dass du die 30% mehr praktisch gleich wieder ausgeben musst 8) Gerade wenn man sich in High price Gegenden niederlassen will geht oft die Rechnung nicht auf!

Dazu kommt, dass es z.Z. in den USA zwar genügend freigesetzte It-ler gibt aber trotzdem bestimmte Speziallisten wie Netzwerker aller Art fehlen- die fehlen aber auch in Deutschland- und da sind wir bei dem Ausgangspunkt solche Leute können hüben wie drüben ihr gut ihr Geld verdienen!
Bavarianwife ist offline   Mit Zitat antworten
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