Jetzt mal ehrlich...
Wir waren nicht selbst dabei und wenn Verdachtsmomente bestehen, oder für den Arzt Zweifel bestanden, dann ist ein schneller Blick neben Blutabnahme ne gute erste Einschätzungsmöglichkeit. Ansonsten war es einfach ein Grundbestandteil der Untersuchung in dieser Praxis.
(Mal ganz davon abgesehen, dass ein Titer für jede mögliche zu testende STD dann auch finanziell wieder der pure Wahnsinn wäre.)
Diese Einschätzung darf auch der Doktor der allgemeinen Medizin vornehmen. Wie soll er denn sonst den Patienten auch an den Fachmann weiterleiten unter Verdachtsdiagnose?

Ich könnt mich als Mann auch stundenlang künstlich drüber aufregen, dass ich beim Arzt die Hosen runter lassen mußte trotz des verpflichtenden Syphilis-Bluttests, aber so sind dann einfach wieder die Bestimmungen, dass man den zukünftigen Immigranten auf STDs zu untersuchen hat.
Der eine Doc machts eben gründlicher, inklusive des peinlichen unten-ohne-Moments, der andere fährt eher die legere Schiene, die dann eigentlich wieder vollkommen für den Hugo ist.

Man kann ihm als einziges Manko vorwerfen, dass er nicht ausreichend erklärt hat, was er in dem Moment gerade untersucht, wofür es notwendig ist und ob gegebenenfalls Einwände bestehen.

Streitet auch keiner ab, dass dies ein Eingriff in die Intimsphäre ist.
Wäre das jetzt eine Frau gewesen, dann gingen die Aussagen in Richtung "Boah, ey, die Frau war aber gründlich!". Klar, jetzt bei nem Mann schreit wieder jeder auf in Richtung: "Das Schwein wollte sich ja nur an der Patientin aufgeilen!"

Und eines sei gesagt: jeder, der als Untersuchender im Gesundheitssystem arbeitet weiß um die ganzen Probleme mit dahingehend überempfindlichen Patienten. Wer dann ohne weibliche Assistenz als Zeugin im Raum arbeitet geht eben ein enormes Risiko für sich ein - es sind genügend Fälle bekannt, bei denen es auch "falscher Alarm" war. Dann ist es für den Ruf des Arztes und u.U. seine Lizenz auch schon zu spät.
Was haben die Folge-Generation der Mediziner daraus gelernt? Mit der Untersuchung wird eben solange gewartet, bis Personal zur Bezeugung da ist, auch wenn der Patient dann eben länger sitzt.
Und wenn man nur genügend Beschwerden abfeuert kommt vielleicht noch einer auf die Idee, das man speziell für die STDs zum Gynäkologen referred wird. Wär doch auch ganz nett und bequem...