Hallo Leute,
wir sind ziemlich verzweifelt. Unsere Auswanderung, die so toll begonnen hatte, scheint jetzt ein schnelles Ende zu nehmen.
Ich muss etwas ausholen, um unsere story zu erklaeren. Also, unsere aelteste Tochter ist US-Staatsbuerger und hat fuer uns (fuer meine Frau, fuer mich und unsere juengste Tochter) family-based Immigration beantragt. Wir haben eine dritte Tochter, die auch US Staatsbuerger ist.
Meine Frau und ich haben eine greencard bekommen, unsere Kleine allerdings nicht, weil Geschwister in eine andere Kategorie fallen (kann bis zu 10 Jahre dauern).
Wir sind also im Oktober letzten Jahres eingewandert und unsere Kleine ist mit einem Touristenvisum eingereist, Zuvor hat man uns beim Immigration
Informations-Service gesagt, wenn sie im Land ist und ihr Fall "pending" ist, kann sie nicht ausgewiesen werden. Stimmt auch! Sie ist zur Schule gegangen und alles war soweit kein Problem.
Jetzt haben uns allerdings diverse Leute total verrueckt gemacht, wir muessten einen Anwalt nehmen und die ganze Sache in geregelte Bahnen lenken usw.. Und damit hat die ganze Sch... angefangen. Wir haben einen Immigration-Anwalt genommen, der uns fast 5.000 $ gekostet hat. Der hat uns dann die reinsten Horrorstorys erzaehlt, von wegen 10 Jahre nicht mehr ins Land kommen, wenn sie erwischt wird. Ausserdem hat er von bis zu 10 Jahren Gefaengnis und 250,000$ Strafe gesprochen fuer illegales Hereinschmuggeln von Personen in die
USA. Wir waren total schockiert und haben nach Loesungen gesucht. Wir wollten ja alles legal machen.
Nun ist unser toller Anwalt (uebrigens ein auf immigration spezialisierter Anwalt und Mitglied der AILA= american immigration lawyers association, oder so aehnlich) auf die Idee gekommen sie als F1 student ins Land zu holen. D.h. wir haben eine SEVIS approved Schule gesucht und gefunden, haben alle Formulare ausgefuellt und einen Termin in Frankfurt beim Konsulat gemacht. Das war unser grosser Fehler. Um diesen Visumsantrag stellen zu koennen darf man sich naemlich nicht im Land aufhalten, d.h. er muss von Deutschland aus gestellt werden. Also musste meine Frau und die Kleine (7 Jahre alt) Ende des Jahres nach Deutschland zurueckgefliegen. Uebrigens noch vor Ablauf des Touristenvisums.
Beim Konsulat wurde der Antrag kurzerhand abgeschmettert. Die Sachbearbeiterin war nicht einmal bereit, das 7-seitige Erklaerungsschreiben unseres Anwaltes durchzulesen, geschweige denn es ueberhaupt anzunehmen.
Die Erklaerung war kurz und buendig. Da unsere Kleine keine ausreichenden Bindungen nach Deutschland nachweisen kann, sei es unwahrscheinlich, dass sie nach dem Schulaufenthalt zurueckkehren wuerde und ist damit "ineligible" for a non-immigrant-visa. Wie soll sie denn auch Bindungen nach Deutschland nachweisen, wenn die ganze Familie in den USA ist?
Eigentlich haette der Anwalt das wissen muessen - soviel zu Immigration-Anwaelten!
Das heisst, jetzt kommt sie nicht mal mehr als Tourist ins Land.
Meine Frau sitzt jetzt mit der Kleinen in Deutschland und ich bin nach wie vor im Land. Unser Umzugscontainer ist seit November eingelagert und wie es aussieht koennen wir ihn gerade wieder nach Deutschland zurueckschicken, wenn nicht irgendetwas passiert.
Wir haben schon alles moegliche versucht bis hin, dass wir den Senator kontaktiert bzw. angeschrieben haben. Da kam auch nichts bei raus ausser dass die Mitarbeiter sagen "so ist das Gesetz".
Ich kann nur sagen, der amerikanische Staat ist gnadenlos gegenueber Familien. Es ist nur wichtig dass das sogenannte "law" eingehalten wird.
"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" scheint es hier nicht zu geben.
Hier herrscht eine unglaubliche Scheuklappen-Buerokratie: noch viel schlimmer als in Deutschland. Haette ich nicht gedacht...
Ich kann nur jeden in einer aehnlichen Situation warnen. Niemals aus dem Land gehen, sonst hat man verloren. Inzwischen habe ich mir sagen lassen, dass die Behoerden ein kleines Kind wohl nie ausgewiesen haetten.
Ich war hier vor Ort auch im office fuer homeland security. Die Leute dort sind ganz speziell. Ausser, dass die ihr Gesetzbuch auswendig gelernt haben, gibt es fuer die kein rechts und links. Der Beamte sagte mir eiskalt, ich solle bloss nicht denken, dass unser Fall einzigartig sei. Wir wuerden im gleichen Boot mit 100tausenden anderen Familien sitzen . Wir sollten halt die Zeit abwarten bis ihr Antrag durch sei. 10 Jahre warten? Der spinnt wohl.
Man ist einfach machtlos der Willkuer der Beamten ausgesetzt.
Ihr seht, es ist halt auch nicht immer alles die TV-gesponsorte Conny Reimann-heile-Welt (ich gebe zu, hab ich auch immer mit Begeisterung gesehen).
So, und jetzt zu Euch, liebe Gemeinde: Bevor wir hier, notgedrungen, alle Zelte wieder abbrechen, hat irgendjemand noch irgendeine Idee, wie wir doch noch unsere kleine Tochter ins Land bringen koennen???
Bin fuer jede Antwort dankbar. Und bitte keine Aufzaehlungen, was wir alles falsch gemacht haben.

Das wissen wir jetzt (hinterher) auch. Unsere Nerven liegen eh schon blank....