26.8.2010 (Tag 2)
Wir haben bei unserem Wohnmobilvermieter das „Early-Bird“-Paket gebucht und bei unserer Ankunft im Hotel unseren Abholtermin für 9:30 vereinbart.
Trotz der Zeitverschiebung haben wir halbwegs gut geschlafen, sind aber trotzdem schon früh wach.
Nachdem wir uns aus den Betten geschält und etwas frisch gemacht haben entscheiden wir uns zu frühstücken. Das (im Zimmerpreis inkludierte) dürfen wir im angeschlossenen Pub einnehmen. Das einzige Problem – der Eingang ist versperrt. Durch das Fenster sehen wir jedoch Licht aus dem Inneren. So gehen wir zurück in die Lobby und erfahren dort, das es eine interne Verbindungstür gibt.
Nachdem wir diese Hürde geschafft haben sind wir positiv überrascht. Es gibt ein richtiges kanadisches Frühstück mit allem was das Herz begehrt. Nachdem es ja nun ab in die „Wildnis“ geht, stärken wir uns noch mal richtig mit Speck & Eiern, Müsli, frischen Waffeln mit Ahornsirup und einem guten Toast mit Erdnussbutter.
Nachdem wir erfolgreich alles verdrückt haben, ist noch etwas Zeit bis wir abgeholt werden. Erfreulicherweise ist der Taxifahrer bereits 20 Min. früher da, so dass wir uns auf den Weg zu Cruise Canada im Süden von Vancouver machen können. Hier bekommen wir bereits den ersten Eindruck über die Entfernungen. Ab Stadtplan sieht das alles ja recht nah aus, trotzdem fahren wir beinahe 1 Stunde bis an unser Ziel.
Hier muss ich eines grundsätzlich sagen:
Wir haben Cruise Canada gewählt, da CC zum Buchungszeitpunkt der mit Abstand günstige Anbieter war. Wir hatten zum Glück keinerlei Probleme, weder in der Abwicklung – noch mit dem Fahrzeug. Auch das Early-Bird hat sich für uns gelohnt. Wir wollten ein Stadthotel um noch ein bisschen Sightseeing machen zu können. Im „Early-Bird“ ist die Abholung vom Hotel und der Transfer zum Flughafen enthalten, sowie frühere Übernahme und spätere Abgabe des Fahrzeugs. Alleine die Taxikosten für die beiden Transfers hatten beinahe den Wert des „Early-Bird“-Preises.
An der Übernahmestation ist nur eine weitere Familie mit dem Ausfüllen der Unterlagen beschäftigt. Nachdem wir erklärt haben, noch keine Erfahrung mit einem Wohnmobil zu haben, bekommen wir ein Video in die Hand gedrückt. In einem Fernsehraum bekommen wir so die ersten Informationen (in Deutsch) wie so ein Womo „funktioniert“. Welche Einrichtungen es gibt und was zu beachten ist.
Nun sind wir bereit für die Praxis.
Nach kurzer Wartezeit werden wir abgeholt und zu unserm rollenden Heim für die nächsten 3 Wochen begleitet. Hier werden direkt am Fahrzeug noch einmal alle wichtigen Bedienelemente gezeigt und erklärt. Nachdem wir das ja bereits im Video gesehen haben, sind die meisten Sachen nun bereits verständlich. Nun wird das Fahrzeug auf Schäden inspiziert und alles fein säuberlich dokumentiert. Nachdem unser Womo bereits gut 100.000 Km am Buckel hat, sind natürlich auch ein paar Kratzer und Schrammen vorhanden. Geschirr und Bettwäsche – alles vorhanden. Schnell verstauen wir unsere Koffer und machen uns auf die Fahrt.
Ganz schön lang das Ding

Es ist schon ein interessantes Gefühl mit einem 30 Ft. Wohnmobil über die Straßen zu rollen. Nicht nur die Länge mit über 9 Metern, vor allem die Breite ist gewöhnungsbedürftig. Und da ist auch noch diese Kontrolllampe, die nicht ausgeht (Tow Haul). So drehe ich nach ein paar 100 Metern gleich mal wieder um und fahre zur Station zurück. Bevor ich jedoch nachfrage, werfe ich einen Blick in meine „driver instructions“. Schnell finde ich raus, das diese Einstellung in Ordnung ist. Nachdem ich nun beruhigt bin setzen wir die Fahrt fort.
Erste Anlaufstelle soll ein Wal-Mart sein, der ganz in der Nähe der Vermietstation ist. Einen Lageplan haben wir auch bekommen – also nichts wie hin. Nach ca. ½ Stunde im Kreis fahren und nichts finden entscheiden wir uns für Variante 2 – Ab zu Fähre nach Tsawwassen um von dort nach Vancouver Island überzusetzen.
Ein paar Kilometer vor der Fähre sehen wir die erste Info-Tafel: Nächste Fähre um 12:00 Uhr zu 75 % belegt. Gut es sollte sich ausgehen, kurz vor 12 am der Anlegestelle zu sein – vielleicht haben wir Glück. Wir kommen ca. 10 min. vor 12:00 an und alle Schranken sind bereits zu. Schade – nun heißt es eine Stunde auf die nächste Fähre warten, dafür stehen wir dann als erstes bereit. Nach ein paar Minuten kommt ein Fährarbeiter vorbei geschlendert, fragt ob unser Gas geschlossen ist und öffnet den Schranken. So kommen wir doch noch als eines der letzten Fahrzeuge auf das Schiff und legen Minuten später Richtung Swartz Bay.

Die Zeit auf dem Schiff verbringen wir größtenteils mit Staunen. Es ist einfach herrlich bei strahlendem Sonnenschein auf den engen Wasserstraßen zwischen den Inseln durchzufahren und den Möwen beim Flug zuzusehen

Leider haben wir bei der Überfahrt keine Wale oder Delphine gesichtet. Nach ca. 1 1/2 Stunden haben wir unser Ziel erreicht. Nachdem wir ja als einer der letzten auf das Schiff gekommen sind müssen wir nun warten, bis wir ausfahren können. Da ich mit dem noch ungewohnten Fahrzeug noch recht vorsichtig unterwegs bin ist das sogar von Vorteil. So habe ich wenigstens keine lange Kolonne hinter mir.
Kurz nach der Anlegestelle machen wir halt an einem Visitor Center um uns mit Informationsmaterial zu versorgen. Die grobe Reiseplanung wurde zwar bereits zu Hause gemacht, jedoch soll die mit lokalen Informationen erweitert werden. Die erste ungeplante „Sehenswürdigkeit“ hat meine Frau bereits entdeckt.
Gleich neben dem Visitor Center ist eine Lavendelfarm. Nachdem Lavendel zu ihren Lieblingsdüften gehört, müssen wir da natürlich hin. Und es ist wirklich wunderschön. Mehrere verschiedene Lavendelsorten mit leuchtenden Farben und intensivem Aroma.

Mitten drinnen sind sogar 2 bequeme Stühle (natürlich Lavendelfarben) aufgestellt, wo man dieses Umfeld so richtig genießen kann.

Wir müssen trotzdem weiter. Es ist zwar nicht weit bis Victoria, wir haben jedoch noch keinerlei Lebensmittel eingekauft und natürlich auch noch keinen Platz für die Nacht. Außerdem machen sich nun auch langsam Hunger und Durst bemerkbar – es ist ja doch schon Nachmittag und das Frühstück ist verdaut. Wir beschließen beim nächsten Shopping-Center anzuhalten um wenigstens die notwendigsten Dinge einzukaufen und unseren Hunger zu stillen. So einfach wie gedacht ist das aber auch nicht. Wir sehen vom Highway aus zwar Shopping-Center, jedoch meistens zu spät um die Ausfahrt zu erwischen. Endlich haben wir ein passendes gefunden. Oder doch nicht? Nach 2 Umkreisungen haben wir keine Möglichkeit gefunden unser „Kleinfahrzeug“ zu parken, dabei soll ja hier alles größer sein – dachte ich zumindest. Mit leiser Verzweiflung und knurrendem Magen finden wir beim nächsten Shopping-Center doch noch einen Platz. Ich parke mich auf 4 PKW-Parkplätze (2 in der Länge und 2 in der Breite) ein und wir machen uns sehen bereits auch einen Platz um unsere hungrigen Mägen zu beruhigen. Boston Pizza nennt sich das Lokal. Wir stärken uns bei köstlichen Ripperln und Seven Up, und auch die Nudeln schmecken hervorragend.
Nachdem wir uns gestärkt haben sehen wir in der Nähe auch noch einen Supermarkt – sogar mit viel Parkmöglichkeit.
Dann geht es ans Einkaufen. Gar nicht so einfach, an Alles zu denken. Zu Hause kauft man ja nur die Dinge, die gerade frisch benötigt werden – hier ist das ja etwas anders. Man braucht eine allgemeine Grundausstattung an Gewürzen und Speisen um für ein paar Tage flexibel kochen zu können. So füllt sich unser Einkaufswagen mehr und mehr. Nachdem wir unsere Einkäufe provisorisch verstaut haben geht es weiter Richtung Victoria.
Obwohl wir nicht reserviert haben, wollen wir unser Glück beim „Marina Bay CG“ versuchen. Mit Hilfe meines Laptops mit NAVI finden wir relativ problemlos hin, leider ist kein Platz mehr frei und wir werden an den nahe gelegenen „Fort Victoria CG“ verwiesen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den CG und bekommen als Anfänger einen einfach anzufahrenden Platz in der Nähe der Einfahrt und der Sanitärräume. Nun geht es das erste Mal ans Aufbauen. Versuchen so eben als möglich zu stehen - Strom, Wasser, Abwasser anschließen – fertig.
Neben unserem Nachbarn sieht unser Riesending wie ein Kleinwagen aus.

Nun haben wir Zeit um unsere Koffer auszupacken und unsere mitgebrachte Bekleidung und alle anderen Utensilien zu verstauen. Nachdem auch die eingekauften Lebensmittel noch alle einen Platz gefunden haben, erkunden wir noch den Campingplatz bevor wir uns zu unserer ersten Nachtruhe in unserem WoMo zurückziehen.
Heute gefahren: 84 Km