5.Tag; Montrose /CO – Canyonsland N.P. -Moab
Keine Spur mehr von der Bewölkung des gestrigen Nachmittags, … Sonne satt! Na wie wunderbar. Wir standen zwar an keinen Tag mit den Hühnern auf, aber die Langschläfer waren wir auch nicht. Auf Grund dessen das ja auch immer eine Tagesetappe zu fahren war waren wir immer so auf den Beinen das wir zwischen 8 und 9 Uhr wieder aufbrachen. So also auch an diesem Sonntagmorgen. Einzig die Frage beschäftigte mich noch welche Route ich von Montrose nach Moab nehmen sollte. Die nördliche führt über den Highway 50 gen Grand Junction. Auf dem Weg liegt dann kurz vor dem I-70 das Colorado National Monument und kurz vor Delta der Sweitzer Lake State Park. Dieser war mir bis dahin noch nie zu Ohr gekommen, später erzählte mir unterwegs eine freundliche Dame in der Durango Railroad das das dort sehr schön sein soll. Die südliche Route wurde mir vom ebenfalls sehr freundlichen Herrn an der Rezeption des Motels empfohlen. Ich hatte keine Ahnung was uns dort erwarten würde, also entschloss ich mich für diese Route. Diese ist länger und führt wieder durch die Berge, über den I-70 geht es aber wohl schneller.
Die Entscheidung für die Südroute war eine gute. Aus Moab heraus geht es auf der „90“ Richtung Westen, eine sehr abwechslungsreiche Gegend. Man fährt durch den Uncompahgre National Forest durch Wälder und Berge. Hier und da gibt es erfrischendes Blau in Form eines Sees oder eines Flusses. Die Gegend ist nun wahrlich nicht so bekannt, aber jede Meile die ich dort gefahren habe hat Spaß gemacht. Der inneramerikanische Tourismus war da aber wohl besser orientiert und hat die Gegend schon längst für sich entdeckt. Campgrounds und Stellplätze für die RV'er habe ich regelmäßig gesehen. Im dortigen Grün von Mutter Natur lässt sich sicherlich zum Abend gut was auf den Grill packen und am rauschenden Fluß noch ein kühles Bier zischen. Unser Tagesziel hieß aber Canyonsland N.P., also ging es weiter. An der Grenze zu Utah wechselt auch die Nummer der Straße und aus der Colorado 90 wird die Utah 46. Insgesamt lässt es sich dort gut fahren, auf der Strecke ist nicht viel Verkehr. Auf der Karte sieht das nicht weit aus, aber gute 3 Stunden sollte man schon einplanen um von Montrose nach Moab zu gelangen.
Man stößt dann irgendwann auf den Highway 191 und hat somit den klassischen Canyonsland-Circle erreicht. Die Straße kommt aus Richtung Bluff im Süden und nach der Junction ist es nicht mehr weit bis Moab. Hier grüßen einen dann auch die ersten typischen roten Sandsteinformationen.
Hier in Moab hatte ich für uns zwei Übernachtungen eingeplant. Wer genug Zeit hat kann auch noch einen weiteren Tag einfügen, hier gibt es reichlich zu entdecken und in den Parks hier kann man sogar Wochen zubringen. Heute Nachmittag stand der Canyonsland N.P. auf der Liste. Das hatte ich extra so geplant weil man dort wenn man nicht der geübte und strapazierfähige Wandersmann ist, man nicht ganz so weit ins Gelände ausschwärmen kann. Ein halber Tag mußte ausreichen. Der Park ist so groß das man tagelange Wanderungen zu den bizarsten Plätzen machen kann. Dazu bedarf es schon etwas Ausrüstung, Erfahrung und vor allen jeder Menge Power. Zu diesen Leuten (denen mein ganzer Respekt gehört) gehörten wir nicht. Auch für Offroader ist hier viel zu erleben. Man braucht wohl eine Genehmigung, kann dann aber wohl ins Abenteuerland einfahren.
Vorab wollten wir noch schnell das Gepäck im Motel ausladen, aber dafür waren wir noch zu früh. Ein Problem war das aber auch nicht, hatten wir doch keine verderblichen Sachen dabei. Auf die Schnelle gab es bei Subway ein Baquette. Für eine schnelle Mahlzeit ist Subway ganz ok. Es war zwischen 35' und 40'C heiß, und auf eine volle Mahlzeit zur frühen Mittagsstunde hatte keiner Lust. Nun aber auf in den Canyonsland N.P.. Auf der '98er Greenhorn-Tour kamen wir auch hier vorbei. Damals war es Mitte März, die Wolken hingen tief und es pfiff ein eisiger Wind. Keine 2 Stunden waren wir damals hier. Dabei ist der CLNP einzigartig schön, eine herbe Schönheit. Kantig mit tiefen Abgründen und atemberaubenden Ausblicken. Man möge bedenken das es von Moab bis in den Park noch gute 50km sind (satte halbe Stunde), das sieht auf der Karte aus wie ein Katzensprung. … ich merkte das auf der Rückfahrt beim Blick auf die Tankuhr, ein V8 braucht ganz gut Sprit auf 100km. Es war zwar keine Zitterpartie bis zum letzten Tropfen, trotzdem wußte ich dann wieviel ein Surburban-Tank so fasst. Aber zurück zum Park...
Unbedingtes Muss ist der Mesa Arch den man recht leicht vom Parkplatz aus erreicht, ein paar hundert Yards über einen ausgebauten Weg. Ein Bus hatte gerade eine Ladung Japaner abgekippt. Wir ließen sie erstmal ihre „Party“ feiern. In Heldenpose triumphierend auf dem Arch, das hatte es wohl seit Pearl Harbour nicht mehr gegeben. Naja sie sind eben etwas anders drauf. Ich wusste aber das der Tagesplan bei asiatischen Bustouristen mehr als eng gestrickt ist und nach knappen 10 Minuten war der Spuk vorbei und wieder Ordnung am Mesa Arch. Jetzt konnte man das Naturspektakel erstmal mit der nötigen Ruhe betrachten. Ein Sonnenaufgang hier muss wirklich toll sein, aber auch ohne die rote Beleuchtung ist der Steinbogen ein tolles Fotomotiv.
Wer den Sonnenaufgang hier live erleben möchte muss zur Sommerzeit sicher schon um 3 Uhr in der Nacht aus dem Hotel oder besser in der Nähe zelten. Danach ging es weiter zum nächsten Parkplatz. Ein paar hundert Yards von dort zum nächsten Point waren auch bei der großen Hitze drin. Dafür wurde man jedesmal mit tollen Panoramen belohnt.
Am Rande bemerkt sei das man auf jeden Fall einen großen Vorrat an Wasserflaschen dabei haben sollte, … der normal denkende Mensch weiß das eigentlich. Es herrschte eine ganz trockene Hitze wo nach ein paar Atemzügen Nase und Mund trocken waren. Die Luft roch ganz intensiv nach den Nadelgehölzen, ein äußerst angenehmer Geruch. Insgesamt habe ich diesmal den Park viel schöner und farbenprächtiger empfunden als einst. Was ein paar Sonnenstrahlen so ausmachen... CLNP wirkt urwüchsiger und weitläufiger als sein berühmterer Kollege Grand Canyon. Beim GC bildet der obere Rand eine Art Rahmen, hier ist alles noch endloser. Im Gegensatz zum GC geht es hier auch eine Spur ruhiger zu. Der Park liegt zwar im Canyonsland Circle ist aber doch etwas ab vom Schuß, bzw. der Arches wird bei Zeitmangel vorgezogen. Zu Unrecht wie ich finde. CLNP ist nicht so „wohlgeformt“ und es gibt nicht so viele markante Steinfiguren, aber hier ist das wahre „Marlboro-Country“ wie man es von den Werbeplakaten kannte. Ich entdeckete auch den „Shafer-Trail“ wieder, eine Gravel Road steil an der Felswand entlang.
Mir kamen arge Zweifel als ich sah wo wir damals mit einem Plymouth Neon entlang gefahren sind, zumindest ein Stück. Schneereste und eisige Stellen ließen uns damals umkehren, … auch besser so. Dort waren aber ein paar Allradler unterwegs, also ist der Trail befahrbar. Das macht aber keinen Sinn wenn man nur einen Nachmittag Zeit hat. Den Südteil mit the „Needles“ ist gute 50 km Luftlinie entfernt, dorthin kann man unter anderen über diese Piste gelangen. Aber wohl eher was für erfahrene Allradler und Leute die das Abenteuer nicht scheuen. Wir blieben an den Viewpoints. Der Bus mit den Japanern kam uns übrigens bald nachdem wir am Mesa Arche waren schon wieder entgegen. Vielleicht stand das Monument Valley für diesen Tag noch auf dem Plan.