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09.09.2010, 12:27
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #1
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Canada heißt Träume leben
Registriert seit: 01.11.2008
Ort: Lampertheim
Beiträge: 494
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region
Wir fliegen nach Canada. So richtig glauben kann ich es immer noch nicht. Canada, das Land, in das wir als Kinder so gerne ausgewandert wären. Die Fellmütze mit dem Fuchsschwanz besaßen wir schon. Und Opa hatte uns aus einem Stück Holz ein Gewehr gebaut, mit dem wir Einmachgummis verschießen konnten. Trapper sein, in der Wildnis umherstreifen, Fallen stellen, Abenteuer erleben, das waren unsere Träume. Das Erwachsenwerden hat uns dann eingeholt. Aber die Träume müssen tief im Herzen verwurzelt geblieben sein, sonst könnte ich die Faszination nicht begreifen, die mich ergriffen hat, seit wir uns im Herbst 2008 dafür entschieden haben, vier Wochen nach Canada, nach British Columbia, zu reisen.Mit diesen Zeilen begannen im vergangenen Jahr meine Tagebucheintragungen zu unserer ersten Reise durch BC. („Mit dem WoMo durch British Columbia“ hier im Forum)Unsere ReiserouteOb unsere diesjährige Reise wieder so faszinierend sein wird? Haben wir uns wirklich mit dem Canadavirus infiziert? In die Vorfreude mischen sich leichte Zweifel. Das erste Mal könnte ja doch etwas Besonderes gewesen sein, so wie es ja oft im Leben der Fall ist. Auch das ist ein Aspekt, den wir quasi „überprüfen“ wollen. Dazu haben wir eine etwas andere Route ausgewählt, quasi eine Mischung aus „Alt“ und Neu. British Columbia war klar, Natur pur und auf uns alleine gestellt zu sein, ebenfalls. Die Cariboo- und Chilcotin Region war demnach unser Ziel. Zwar ist es uns auch dieses Jahr nicht möglich gewesen, die Kanutour auf dem „Turner Lake Chain“ im Tweedsmuir Provincial Park einzubauen. Dazu ist der Anmarsch zum Trailhead über die Tote Road einfach zu mühsam, nicht nur für unsere Kinder. Und das Wasserflugzeug zu nutzen ist mit vier Personen letztlich eine Kostenfrage. Also sieht die Reiseroute nun wie folgt aus: Abflug am 17.8. mit Air Canada von Frankfurt, via Montreal, nach Vancouver. Hier gilt es, das Wohnmobil bei Holiday-Home-Car in Empfang zu nehmen, in Steveston einen acht Jahre gültigen „Walbeobachtungsgutschein“ aus dem letzten Jahr einzulösen, bei MEC den bärensicheren Aufbewahrungsbehälter und die Gaskartouchen einzukaufen und dann über den Highway 99 Richtung Lillooet aufzubrechen. Über den Crooked Lake mit seinem wunderschön gelegenen, gleichnamigen Resort in der Cariboo Region geht es weiter über Williams Lake Richtung Bella Coola. Nicht das die Stadt einen besonderen Reiz ausübt, die Landschaft aber und der dahin führende Highway allerdings, tut das schon. Neben dem Bella Coola Valley, mit seinen zahlreichen Wandermöglichkeiten und seiner Grizzlypopulation, sind die Seen im zentralen Chilcotion Gebiet der Hauptmagnet für uns. Wandern auf den Potato Mountain, Übernachten im Zelt, Weiterfahrt zur Tsuniah Lake Lodge und der Chilko River Lodge, Angeln, Kanu fahren und wandern steht auf dem Programm. Wir ließen uns überraschen und können vorwegnehmen, die Reise wurde ganz anders als im letzten Jahr, viele bewegende Erlebnisse, Begegnungen mit Bären (und entsprechende Fotos) einem Puma und wirklich netten Gastgebern interessanter Lodges. Der Rückflug war für den 7.9. vorgesehen und die Reise sollte im Birkenhead Lake Provincial Park und Granville Island enden. 17.8Wir sind um 8.00 Uhr am Flughafen. Unser Jüngster (13) wurde von seinem Schulfreund (15) begleitet. Für uns ein willkommener Gast mehr und für unseren Sohn ein Freund, mit dem er über die Erwachsenen während der Reise auch mal „ablästern“ kann. Die notwendigen Papiere der kanadischen Botschaft hatten wir dabei, damit auch niemand auf die Idee käme, hier werde ein Kind entführt. Beglaubigt, übersetzt und Überbeglaubigt, kein großer Akt, aber das musste sein. (wir wurden darauf sowohl bei der Aus- als auch Einreise in Deutschland und Canada kontrolliert).Mit Zwischenlandung in Montreal dauerte die reine Flugzeit 12 Stunden. Nach Canada eingereist sind wir in Montreal. Koffer abholen, neu einchecken. Da wir genügend Aufenthalt hatten, war das kein Problem, eher eine willkommene Abwechslung. Mit einem Inlandsflug auf dem nationalen Flughafen angekommen, mussten wir zunächst zum International Airport laufen, weil uns dort unser Wohnmobilvermieter abholte. Anflug über die Coast Mountains. Ankunft am Inlandsflughafen von Vancouver.Das Abendessen und die erste notwendige Übernachtung konnte schon in „unserem „ WoMo stattfinden. Das ist ein Seviceangebot des (aus Deutschland stammenden) Vermieters, der darüber hinaus auch auf Wunsch eine erste Bestellliste einkauft und Dinge zur Verfügung stellt, so dass die Fahrt gleich am nächsten Tag beginnen kann. Die Die Verleihstation von Holiday Home Car in Richmond - Unser Fahrzeug ein RV 2218.8.Nach dem ausgezeichneten Frühstück im Haus des Wohnmobilvermieters, erfolgte die Übergabe des Wohnmobils und die ausführliche Einweisung in deutscher Sprache. Da an diesem Tag 12 WoMos übergeben werden mussten, zog sich die Übergabe bis 12.00 Uhr. Doch auch das war kein Problem, im Gegenteil. In der Zwischenzeit konnte man sich mit den Leuten über die diversen Reiserouten und –tipps austauschen und die Ausstattung des WoMos überprüfen. Das Wohnmobil verfügte über Werkzeug, Wagenheber und Ersatzrad und durfte auch auf den grau gezeichneten Straßen der BC Landkarte gefahren werden. Dazu zählen viele Gravelroads (nicht nur Parkzufahrten) die ohne Einschränkung befahren werden dürfen. Zu der Ausstattung des WoMos gehört auch eine Axt und für die Toilette wird keine Chemie benötigt. Unser RV 22 hatte 66.000 km auf dem Buckel und war in sehr gutem Zustand. Nach der Übergabe fuhren wir am gleichen Tag nach Steveston und bummelten noch ein wenig durch das sehenswerte Fischerstädten im Süden von Richmond gelegen. Bei Vancouver Whale Watch hatten wir im vergangenen Jahr die Tour gebucht aber leider keine Wale gesehen. So hofften wir dieses Jahr auf mehr Glück. Das Wetter spielte mit, die Sonne kam pünktlich zum Start der Tour um 14.00 Uhr zum Vorschein und eine Stunde später mit ihr auch die Wale. Es ist ein fantastisches Gefühl diese Tiere aus nächster Nähe zu sehen, wie sie unbeirrt ihren Weg schwimmen, sich kurz sehen lassen, um dann unter der Oberfläche zu verschwinden und plötzlich auf der anderen Seite des Bootes wieder aufzutauchen.

So, aber bevor ich jetzt weiter schreibe, müssen wir erst einmal die Rucksäcke auspacken und dann ab in die Badewanne 
Die nächsten Tage geht es weiter.
Karl-Hans
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09.09.2010, 13:31
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #2
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Amerika Tourist
Registriert seit: 06.07.2010
Beiträge: 120
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Wow, schnell mehr Tierbilder:-)
Danke für den ersten Einblick!
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09.09.2010, 15:04
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #3
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Amerika Kenner
Registriert seit: 04.05.2006
Ort: Hannover
Beiträge: 308
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Da sage ich doch nur: Grandios! (um nicht das andere Wort mit "G" zu strapazieren).
Bei mir schreiben und hier gleichzeitig mit(reisen)lesen.
Mal sehen, ob es Überschneidungen gibt.
LG
coodo
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09.09.2010, 17:16
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #4
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Canada heißt Träume leben
Registriert seit: 01.11.2008
Ort: Lampertheim
Beiträge: 494
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Hallo Ihr Beiden,
ja Coodo, die erste Überschneidung haben wir schon (unser Taxifahrer war Inder und ließ sich den Weg von Richmond nach Vancouver über den Highway 99 von mir erklären - und das in englisch - vor 40 Jahren in der Schule gelernt  . Ansonsten aber ist Deine Taxifahrt sicher unerreicht...).
Und was die Tierbilder angeht, da muss ich sagen, da können noch viele kommen, weil was uns dieses Jahr alles vor die Kamera lief, konnten wir selber nicht richtig glauben. Aber nach und nach.
Jetzt bin ich noch so aufgedreht und kann nicht schlafen, so dass ich noch ein wenig weiter schreibe (und bei Dir Coodo, schon ein wenig stöbere). Nun, denn, bitte weiterfahren...
Wir hätten noch stundenlang weiter sehen können und die Wale hätten sogar mitgemacht. Aber gegen 18.00 Uhr wurde die Fahrt beendet und es ging zurück zum Hafen von Steveston.
Steveston ist ein wirklich nettes Ausflugsziel
Letztlich kam uns das entgegen, wollten wir doch bei MEC vorbei und unsere Bestellung (Bärenspray und Gaskartouchen für den Kocher) abholen. (Wer MEC noch nicht kennt. Es ist eine NGO, die Outdoorausrüstung verkauft, Foren unterhält und Beratungsservice bietet. Für einen einmaligen Mitgliedsbeitrag von 5.- CAD, ist das dort alles zu haben und Geschäfte gibt es in Vancouver und in Victoria aber auch im Osten Canadas. Ansonsten kann online bestellt und die Bestellung nach der Ankunft im Shop in Vancouver abgeholt werden).
Also mit dem WoMo nach Stadtplan durch Vancouver, kurz anhalten und dann weiter über den Highway 99 Richtung Norden zum ersten Campground. Vorgesehen hatten wir den Nairn Falls Provincial Park aber da es inzwischen schon langsam dunkel wurde war klar, dass wir das nicht schaffen würden. Mit Hilfe der Backroad Mapbooks suchten wir uns dann eine Alternative und kamen zur Cal-Cheak Recreation Site.
Die Zufahrt in der Dunkelheit dorthin mit unserem WoMo war nicht ganz einfach-aber machbar. Und nachdem wir auf der Höhe des Cheakamus Canyon noch etwas Glück mit einem frischen Steinschlag hatten, der uns zwar nicht erwischte, wir aber vor den Steinen nicht mehr bremsen sondern drüber fahren mussten, war klar, hier müssen und werden wir bleiben.
Der Cheakamus River fließt hinter dem Campground vorbei
Ich habe mir vorgenommen, zu jedem Campground eine kurze Info und persönliche Wertung abzugeben. Mal sehen, ob ich das durchhalte. Die Kriterien bei der Wertung sind die ivatsphäre des Stellplatzes, eventuelle Wandermöglichkeiten, Dinge zum Anschauen, Ausstattung. Cal-Cheak Rec. SiteAm Highway 99 gelegen erfolgt die Zufahrt über eine Gravelroad samt Bahnübergang. First come-first served, 8 CAD pro WoMo, Tische und Bänke, Feuerstelle, Toiletten sind vorhanden und gepflegt. Hinter dem Campground fließt der Cheakamusriver und verschiedene Wanderwege (z.B. zu den Brandywinefalls) starten von hier aus. Der Zug fährt hier vorbei, kann also schon mal etwas laut werden. Aber für eine Nacht absolut ok.
Vorab noch etwas zum Lagerfeuer in diesem Jahr. Nahezu die gesamte Zeit unseres Aufenthaltes herrschte campfire ban. Die Waldbrandsituation in BC war absolut angespannt und später werdet ihr sehen, dass dies auch für uns fast eine Umstellung des Urlaubs bedeutet hätte (was ja noch das geringste Problem bei der ganzen Situation gewesen wäre). 19.8.
Heute ist Fahrtag. Wir wollen über 100 Mile House und Eagle Creek am Canim Lake bis zum ruhig und wunderschön gelegenen Crooked Lake. Die letzten 65 Kilometer führen über die Hendrix Lake Road, einer gut gepflegten Gravelroad.
Der Highway 99 hat ja landschaftlich eine ganze Menge zu bieten und so waren Zwischenstopps bei den Nairn Falls und dem Duffey Lake quasi ein Muss.
Ab Lillooet legte sich dann dichter, weißer Rauch über das Land. Stundenlang fuhren wir mit dem Geruch nach Feuer in der Luft, die Häuser und die Umgebung nur schemenhaft erkennbar und es wollte kein Ende nehmen. Für die Menschen, die hier wohnen, müssen diese Tage unerträglich gewesen sein.
Als wir in 100 Mile House nach Osten abbogen und er Rauch nicht enden wollte, gaben wir es für heute auf die Sonne noch einmal zu sehen. Wir wussten noch nicht, dass es einige Tage dauern würde bis sich die Situation änderte.
Von Eagle Creek aus ging es über die o.g. Gravelroad Richtung Crooked Lake. Begegneten uns zuvor immer wieder PKWs auf der Straße waren wir ab hier alleine unterwegs. Mit der ersten Dämmerung und weit und breit niemandem zu sehen, spielen einem die Gedanken schon kleine Streiche. Hinter jeder Kurve wird ein Bär erwartet, was tun, wenn ausgerechnet jetzt das WoMo stehen bleibt, und und. Die Fantasie kennt keine Grenzen.
Nichts von alledem. Gegen 20.00 Uhr erreichten wir den uns aus dem letzten Jahr bekannten Crooked Lake und die Begrüßung durch die beiden Frauen, die das Resort betreiben, war schon fast familiär. Auf alle Fälle fühlten wir uns sofort wie zuhause.
Außer uns waren noch zwei kanadische Familien in den Cabins untergebracht. Eine davon aus Alberta die berichtete, dass der Rauch schon kurz nach Jasper, beim Überqueren der Grenze zu BC, zu sehen war.
In der Abenddämmerung und dem Dunst in der Luft wirkte der See schon fast ein wenig gespenstisch.
Crooked Lake/Cariboo Region im Rauch und morgendlichen Nebel
Ein Zwischenstopp ist angesagt. Aber es geht weiter, versprochen. 
Karl-Hans
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09.09.2010, 17:16
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #5
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Amerika Fan
Registriert seit: 20.06.2010
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 68
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Zitat:
Zitat von Neugässer
Wir fliegen nach Canada. So richtig glauben kann ich es immer noch nicht. Canada, das Land, in das wir als Kinder so gerne ausgewandert wären. Die Fellmütze mit dem Fuchsschwanz besaßen wir schon. Und Opa hatte uns aus einem Stück Holz ein Gewehr gebaut, mit dem wir Einmachgummis verschießen konnten. Trapper sein, in der Wildnis umherstreifen, Fallen stellen, Abenteuer erleben, das waren unsere Träume.
Das Erwachsenwerden hat uns dann eingeholt. Aber die Träume müssen tief im Herzen verwurzelt geblieben sein, sonst könnte ich die Faszination nicht begreifen, die mich ergriffen hat, seit wir uns im Herbst 2008 dafür entschieden haben, vier Wochen nach Canada, nach British Columbia, zu reisen.
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Da bekomm ich richtig Gänsehaut
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09.09.2010, 17:26
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #6
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NordAmerika WoMo(RV)Fan
Registriert seit: 29.04.2009
Ort: Chilliwack, LOWER MAINLAND, British Columbia
Beiträge: 3.165
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Noch ein Mitfahrer
Muss doch einfach hinterher fahren. Fuer mich ist es immer wieder interessant zu sehen, wo die LeihWoMo "Touristen" so hinfahren.
Was wir in Jahren so sehen, muesst ihr ja in einigen Wochen sehen und verarbeiten....
Gerne bin ich immer dabei! Immer auf Reisen!
RVer
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09.09.2010, 21:40
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #7
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Canada heißt Träume leben
Registriert seit: 01.11.2008
Ort: Lampertheim
Beiträge: 494
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Bitte anschnallen, wir fahren weiter...20.8.Jetzt fängt der Urlaub so richtig an. Die Kinder sind ganz wild darauf, sich gleich das Motorboot auszuleihen. (Neue gesetzliche Regelung: Die Vermieter sind zu einer schriftlich dokumentierten Einweisung im Boot Fahren verpflichtet. Dazu wird ein Formular ausgefüllt und auch die Angellizenz wird nachgefragt. Zumindest war es am Crooked Lake so, dass jemand vorbei kam und sich nach den Lizenzen der Gäste erkundigt hat.)
Mit dem Rauch erscheint alles in Schleier gehülltMit dem Motorboot sind die Jungs gleich unterwegs zum Angeln. Wir dagegen gehen wandern. Die beiden Frauen der Lodge geben uns Tipps wohin wir laufen können und meist sind es Forststraßen, die zugewachsen sind, kleine Pfade, die die Tiere laufen oder was auch immer. Mit den Informationen der Canadier konnten wir laufen, die Natur und die Einsamkeit genießen. Wie immer hatten wir das Bärenspray dabei und machten auch entsprechend auf uns aufmerksam. Es ist eigenartig das Gefühl. Man weiß, dass weit und breit niemand unterwegs ist und kann es trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, so wunderschön ist und selbst Landschaften, die nicht so viel hergeben, in den eigenen Gedanken unvergleichlich erscheinen.
Blick vom Forest Campground south auf den Crooked LakeInfos zum Crooked Lake Resort:Das Resort ist über den Camin Lake oder über Horsefly in der Cariboo Region erreichbar. Die Gravelroad lässt sich problemlos fahren und die Landschaft hat einen ganz besonderen Reiz. Viel Nadelwald, Schwarzbären, Grizzlies, die zum Alltag dazu gehören, man reitet und man fischt. Der See ist ca. 8 km lang, eingebettet in die Cariboo Mountains mit Schneefeldern, die bei Sonnenlicht einen wunderbaren Kontrast zu dem Grün der Wälder bilden. Und eine himmlische Ruhe. Mag sein, dass es noch Leute auf oder an dem See gibt aber selbst wenn, man ist mit sich alleine. Wahnsinn. Das ganz Besondere bei der Lodge ist, dass es einen Wanderweg zum Eureka Peak gibt und man dorthin mit dem Pferd oder zu Fuß gelangen kann. Übernachten mit dem Zelt ist kein Problem. Wohnmobilstellplätze sind mit Wasser und Strom versorgt. Wenn man möchte, kann man im Eagles Nest die Mahlzeiten einnehmen. Die Preise sind aus unserer Sicht absolut moderat und bezahlbar, die Leute absolut nett und hilfsbereit.Und noch etwas macht das Ganze so anziehend. Zwei kostenlose Forest Campgrounds liegen unweit der Lodge und sind mit ihrem Sandstrand und ihrer Aussicht einfach nur genial für ein paar Tage Canada Urlaub.Zur Lodge und ihren Preisen gibt es mehr Infos unter: www.crookedlakeresort.ca
21.8.Heute erfahren wir, dass der Highway 20 nach Bella Coola gesperrt ist. Beim Bull Canyon brennt der Wald in großem Ausmaß. Fahrzeuge werden nur im Konvoi durchgelassen, wenn überhaupt. Man erwartet die Evakuierung von Williams Lake, wenn das Feuer über den Fraser River übergreift. Ein Mitarbeiter des Forstministeriums rät uns davon ab, den Highway nach Bella Coola zu nutzen, aus Sicherheitsgründen. Das bringt natürlich all unsere Reisepläne durcheinander. Wir wollten nach dem Aufenthalt am Crooked Lake über Williams Lake nach Bella Coola fahren und dann das. Nun heißt es überlegen, ob wir nicht in die Rocky Mountains fahren sollen. Doch das lassen wir dann, weil man uns sagt, dass die Rauchwolke genau in diese Richtung zieht. Und mit jedem Tag mit dem wir warten, wird es ja besser. Für die Wirtschaft des Landes, aber vor allem für die Bevölkerung, sind die Brände eine riesige Belastung. Aus Williams Lake kommen Leute zum Crooked Lake, weil sie in der Stadt nicht mehr richtig atmen können.
Wir versuchen, das Beste daraus zu machen und verlängern den Aufenthalt auf der Lodge. Für die Kids ist ein Tag mehr am See absolut ok und auch wir genießen den Tag und machen lieber Abstriche bei dem weiteren Reiseprogramm.
Zum Wandern gibt es für uns die Sky Fire Road, eine Forest Road, die auf die Rückseite des Eureka Peak führt und von der aus man die Berge rund um den Lake erkunden kann. Wir laufen nur ein paar Stunden, danach ist uns der Weg doch zu einsam. So zumindest laudet für uns die Begründung, warum wir zurückkehren. (dass die Füße weh taten, will ja niemand von uns als offizielle Ursache akzeptieren...).
Sky Fire Trail
Wir machen uns auf den Weg, während die Kinder mit dem Quad zu einem einsamen kleinen See in der Umgebung gefahren werden, damit sie dort Fischen können. Während wir nach Bären Ausschau halten aber nur Rebhühner sehen, kommen sie mit 10 Forellen nach Hause und sind glücklich, den Tag dort verbracht zu haben. Das absolute Highlight für sie aber war die Fahrt im Quad über den kleinen Pfad, den wir tags zuvor gewandert waren.
Secret Lake, typisches Mooseland
Das ist ein erster großer Unterschied zur Reise im vergangenen Jahr. Während wir damals eher die "Besucher" waren, die von einer Sehenswürdigkeit zur anderen tourten, sind wir heute "Beteiligte". Wir leben eher das Alltagsleben der Canadier mit, erfahren, was sie umtreibt und wie sie das, was für uns Urlaub ist, als tägliches Leben gestalten. Das Quad, für uns ein Adventure Gefährt, ist für sie ein Arbeitsmittel, das sie zum Transport im Gelände einsetzen. Für beide aber war es ein Erlebnis. Die Besitzer der Lodge boten uns ein besonderes Highligt und für die Kinder (und uns) war es ein Erlebnis.
Ein Ausdruck dafür ist der gemeinsame Grillabend. Die beiden Frauen bringen Salat mit, wir bereiten die gefangenen Fische und eine spanische Tortilla (meine Frau kommt aus Barcelona) und so wird er Abend nicht ur gemütlich sondern verbinden Canadier, Deutsche und Spanier miteinander. 22.8.
Heute habe ich Geburtstag. Und es wird entsprechend gefeiert. Eine typisch canadisch, süße Schokotorte, verziert mit den entsprechenden Kerzen (bitte fragt mich nicht wie viele) steht auf dem Tisch und beim Singen von Happy Birthday hat man das Gefühl, wir gehören alle zu einer großen Familie. Dementsprechend gerührt bin ich und dann gibt es mein Geschenk. Es ist ein ganz Besonderes.
Die Vorbesitzer der Lodge hatten einen Wasserfall in der Nähe der Lodge entdeckt. Da er aber über Jahre nicht besucht wurde, ist der Trail zugewachsen und niemand erinnerter sich so recht daran, wie man hingelangte. Also durfte ich zu meinem Geburtstag den Pfad entdecken.
"Now we have to open new paths" war das Angebot der Lodgebetreiberin und das nahm ich gerne an. Mit Machete, Axt, Motorsäge und GPS ausgerüstet, fuhren wir zum Fluss um den Weg zum Wasserfall zu erkunden, den Trail freizulegen und zu markieren. Ein super tolles Geschenk. Ich war überglücklich.
Mit Axt, Säge und Machete durch die Wildnis. Nicht nur für die Kinder ein Spaß
Wir arbeiteten uns in zwei Gruppen am Fluss entlang und durch die Wildnis, über umgestürzte Bäume, durch Sträucher und Zweige mit Dornen in die Richtung vor, in der wir den Wasserfall vermuteten. Nach zwei Stunden und zurückgelegten 700 m. kamen wir in er Tat an einem Wasserfall an, dessen Foto aus den 70er Jahren och im Eagles Nest an er Wand hängt. Uns allen stand die Anstrengung aber auch der Stolz ins Gesicht geschrieben. Wir alle, auch die Kinder, waren begeistert, quasi als Entdecker gewirkt und neue Wege erschlossen zu haben.
Mit Hilfe des GPS Gerätes räumten wir den direkten Weg zur Straße frei, markierten den Pfad und schufen so ein neues Wanderziel für zukünftige Gäste der Lodge.
Mit einem Band wird der neue Pfad markiert
Zurück auf er Lodge, genehmigen wir uns eine kalte Cola und ein Bier. Und anschließend fahren wir nochmals auf den See hinaus, einfach um die Landschaft und die Ruhe zu genießen. Daher hier nur ein paar Fotos ohne große Worte.

So, jetzt aber auftanken. Die erste Nacht wieder zurück in Deutschland. Noch ist alles ein wenig durcheinander im Kopf  .
Wir fahren weiter... morgen... wenn wir ausgeschlafen sind.
Karl-Hans
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09.09.2010, 22:01
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Das Canadavirus-Teil 2: Von Bären, Pumas und der Einsamkeit der Chilcotin Region Beitrag #8
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Canada heißt Träume leben
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Da bekomm ich richtig Gänsehaut
Hallo Billy,
das freut mich, dass Du das so offen sagst. Eine Reise nach Canada hat wirklich etwas mit inneren Gefühlen uns Sehnsüchten zu tun und ist nicht einfach nur so eine Urlaubsreise.
Danke für diese Rückmeldung und
herzliche Grüße
Karl-Hans
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