Hallo Zusammen, es geht weiter, wenn auch nur kurz heute.25.8. gegen Nachmittag.
Wir kommen an der Coast Mountain Lodge an. Ein großes und stilvolles Blockhaus mit Gästezimmern, Cafe und Rezeption direkt an der Straße gelegen. Fraser wird die Tour mit uns unternehmen sagt man und wir mögen noch einen Moment warten. Wir sind nur zu viert, also unsere Familie, und eine weitere Mitarbeiterin die neu angefangen hat. Auch sie soll einmal eine Bärenbeobachtungstour begleiten.
Wir sind schon ein wenig aufgeregt. Das Wetter ist gut und wie man uns erzählt, hat man bei der Tour am morgen einige Tiere aus der Nähe beobachten können.
Mit einem Kleinbus fahren wir zum Fisheries Pool an der Grenze zum Tweedsmuir Park. Dort steht ein Schlauchboot (und es gibt feste Aussichtsplattformen, wenn man von dort aus Bären beobachten will). Auch dieser Campground ist wegen der hohen Bärenpräsenz geschlossen. Wir helfen mit, das Boot zum Fluss zu tragen, erhalten die obligatorischen Schwimmwesten und dann rudert Fraser los.
Wir gleiten sanft über das Wasser und die Landschaft ist überwältigend. Der Fluss schlängelt sich ca. 20 m breit durch das Tal, Berge z.T. mit Schneefeldern umgrenzen ihn, Bäume und dichtes Buschwerk ragen ins Wasser und immer wieder gibt es kleine Inseln auf denen sich die Bären aufhalten. Das können wir an den Spuren sowohl auf dem Boden als auch an den Kratzspuren an den Bäumen gut erkennen. Fraser kennt dazu eine Menge Geschichten von Bären, die sich am Strand ausruhen, ihren Mittagsschlaf halten oder mit den Bärenjungen das Fischen üben.
Kratzspuren an Baumstämmen
Ein Bär aber will sich nicht zeigen. Inzwischen ist es bald 17.00 Uhr und wir haben schon fast aufgegeben, heute noch einen Bären zu sehen. Macht nichts, denken wir. Die Landschaft ist toll, das Fahren im Schlauchboot ebenfalls und unseren Grizzly hatten wir ja heute morgen schon.
"Da, auf dem Baum, ein Adlernest". Und in der Tat, hier sitzen zwei Weisskopfadler und warten nur darauf, von uns entdeckt zu werden. Immerhin, Adler.
Kaum hatten wir die Fotos geschossen und bei einem heißen Tee und selbstgebackenen Keksen ein wenig entspannt als Fraser uns auf einen Bären aufmerksam macht. Er muss ein geübtes Auge haben. Wir hatten das Tier nicht gesehen. Jetzt aber und er kam mit schnellen Schritten in unsere Richtung. Fraser rudert daher dem Bären nicht entgegen sondern legt am anderen Ufer an und rät uns einen Moment Geduld zu haben, der Bär werde kommen. Und so war es dann auch. Ein stattlicher Grizzly, noch jung aber schon ohne Mutter unterwegs, nähert sich am Ufer. Hier erst einmal die Bilder.
Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie uns das Herz gepocht hat. Das Tier war keine 15 Meter entfernt, hat aber von uns keine Notiz genommen, immer auf der Suche nach Futter und dann drehte er sich um und verschwand im Wald.
Es sollte nicht unser einziger Tag der Grizzlysichtung sein, das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Glücklich kehrten wir zum Ausgangspunkt zurück und suchten uns dann für den Abschluss des Tages einen netten privaten Campground mit heißer Dusche und Internetzugang. Freunde hatten uns den Rip Rap CG empfohlen und dort machten wir halt.
Die Kurzbeschreibung der beiden CGs erfolgt bei nächster Gelegenheit. Jetzt aber erst mal eine längere Pause. Dann melde ich mich wieder.
Bis dahin hoffentlich viel Spaß beim Lesen und Dir Britta beim Aufenthalt in Whistler.
Karl-Hans