Heute ist also der große Tag der Tage.
Seltsamerweise habe ich sehr gut geschlafen, obwohl ich überzeugt davon gewesen bin die ganze Nacht vor Aufregung wach zu liegen.
Es fühlt sich an wie immer und ist doch so anders.
Normalerweise liege ich an freien Tagen noch faul im Bett herum,
aber heute springe ich direkt raus.
Die Koffer sind noch offen, so dass wir die allerletzten Sachen wie Waschzeug und ähnliches noch hineintun können.
Dann endlich Koffer zu und an die Kofferwaage gehängt.
Absolut fassungslos stellen wir fest dass jeder Koffer 24 ½ Kilo wiegt obwohl nur das Allernötigste drin ist.
Also packt jeder noch das ein oder andere wieder aus und es wird noch mal gewogen – jetzt sind es bei jedem Koffer 23 ½ Kilo.
Dabei möchten wir es jetzt belassen, es wird schon gut gehen.
Die erste Fahrt führt uns gut gelaunt ins Cafè Sommer, unser Stammcafe mit den leckersten Schokobrötchen des Universums, dazu Cappucino und Rührei mit Tomaten.
Die Sonne lacht vom Himmel, es ist warm und wir können draußen sitzen.
So macht das Leben Spass.
Ina, die Bedienung strahlt uns an und sagt uns dass sie so gerne in unserem Handgepäck verschwinden würde, dort ist aber leider kein Platz mehr.
Um etwa 10.15 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Platzhirsch in der Nähe des Frankfurter Flughafens,
das ist eine große Parkgarage in der wir für die Zeit unseres Urlaubs einen Stellplatz fürs Auto reserviert haben.
Weil dies billiger kam als ein Shuttle zum Flughafen, war uns das recht.
Bernhard musste das Navi für die Adresseneingabe noch mal zurück auf Deutschland gehen, er hatte es vor lauter Ungeduld schon auf
USA eingestellt.
Die 80 km Fahrt zum Flughafen verlief ohne besondere Vorkommnisse,
noch nicht mal einen Stau gab es, obwohl in Frankfurt die IAA war zu diesem Zeitpunkt.
Der Platzhirsch-Shuttle fuhr los, kaum dass das Auto geparkt war.
Somit standen wir kaum 10 Minuten später schon mit unserem Gepäck im Terminal 2.
Der Flughafen ist ja wirklich gigantisch groß,
wir gingen an den Schaltern vorbei bis wir endlich United Airlines lasen.
Eingecheckt hatten wir ja schon 24 Stunden vorher online und so steuerten wir einfach den erstbesten Schalter an und fragten freundlich ob wir hier richtig seien.
Die schick gestylte farbige Dame mit United Airlines Kostüm schaute uns kühl und arrogant an und zeigte auf ein Schild auf dem stand – only Business Class.
Ok, dann halt woanders hin, jedoch bequemte sie sich und fertigte uns als schnöde Economy-Class-Fluggäste an ihrem edlen Schalter ab.
So, nun nur noch die Koffer los werden, dafür ging es wieder an einen extra Schalter.
Der erste Koffer aufs Band – 24 ½ Kilo.
Der zweite Koffer aufs Band – 24 ½ Kilo.
Wir strahlten die nette Frau gewinnbringend an und sagten ihr dass das doch bestimmt nicht sooooo schlimm sei.
Fand sie aber doch und verlangte dass wir die Koffer jetzt sofort öffnen und einiges ins Handgepäck stopfen.
Das war jetzt aber peinlich, die Koffer waren mit Kofferband zu, es war ziemlich warm hier und hinter uns warteten ungeduldig Leute.
Also schnell jetzt – wir griffen wahllos einige Sachen und ab damit ins Handgepäck.
Dann wogen beide Koffer noch 23 ½ Kilo und die nette Dame sagte dass sie ein Auge zudrückt.
Uff, geschafft eilten wir mit unserem Handgepäck von dannen.
Jetzt hatten wir uns also extra eine Kofferwaage gekauft und die geht falsch!
Was nützt da die ganze Waage – so was Blödes.
Erstmal ein kaltes Cola trinken, aber lange konnten wir nicht sitzen bleiben weil wir einfach zu hibbelig waren.
Also los, eine Etage höher zum Sicherheitscheck.
Da von unseren identischen Flightbags meiner irgendwie verdächtiger aussah,
wurde er genau unter die Lupe genommen.
Das dauerte aber nur ein paar Minuten, dann waren wir auch da durch.
Nun saßen wir in dem Bereich wo nur die Fluggäste hinkommen.
Es war ja mein erster Flug, deshalb habe ich mich immer gefragt wie das dort wohl so ist, so schaute ich mich neugierig um und musterte die anderen Mitreisenden genauer.
Hoffentlich ist da keiner dabei, der………..aaaahhhh nicht zu Ende denken, sonst steige ich hinterher nicht ein!
Draußen sahen wir schon unseren Flieger stehen.
Dann ging es los,
es wurden Sitzreihen aufgerufen und alle sollten sich hintereinander stellen.
Das ergab ein ziemliches Chaos da die Schlange irre lang wurde bei so vielen Menschen.
Dann ging es im Gänsemarsch in den Flieger.
Wir waren ungefähr in der Mitte und ich strahlte die ganze Zeit wie ein Honigkuchenpferd.
Unsere Plätze hatten wir weit im Vorfeld reserviert, das geht bei United Airlines kostenlos.
Mit Glück bekamen wir ganz hinten eine der begehrten Zweierplätze,
so waren wir schön für uns und mussten niemanden stören wenn wir mal aufstehen möchten.
Im Vorfeld hatte ich ja schon oft gelesen dass es sehr eng im Flieger ist und immer dachte ich da voll Mitleid an meinen Mann der über 1,90m groß ist. Aber nie hätte ich gedacht dass es so ist, dass man sich seitlich in die Sitze zwängen muss und mit der Nasenspitze dann die Polster der vorderen Sitze fast berührt. Zuerst dachte ich dass ich da niemals über 11 Stunden sitzen kann,
zumal es total warm und stickig dazu war.
Aber schnell entdeckten wir dass man die Rücklehnen leicht zurück machen kann und die Frischluftdüsen auf uns richten können.
Dann war es schon etwas besser zum aushalten.
Mit kleiner Verspätung rollten wir um 14.20 Uhr auf die Landebahn.
Und dann starteten wir – puh – für eine die noch nie geflogen ist, eine aufregende Sache.
Hätte nie gedacht dass der Flieger so rüttelt.
Aber dann waren wir oben und es war schönstes Wetter.
Leider türmten sich unter uns die Wolken, so dass keine Sicht auf das Land unter uns war.
Das warme Essen war richtig lecker.
Es gab Chicken und Pasta zur Wahl.
Da fast alle Chicken wählten reichte es nicht für alle und als wir beide ganz hinten dran waren und auch die Chicken-Variante wählten, sagte uns die motzige Stewardess: „Then you have to be wait“.
Na ja, was soll ich sagen, wir warteten dann fast eine Stunde bis wir unser Essen bekamen.
Das nennt man Service bei United Airlines!
Chicken, Erbsen, Karotten, Blumenkohl mit Salat, leckerem weichem Brötchen und einem kleinen Kuchen.
Später riss die Wolkendecke auf und wir hatten freien Blick auf Grönland.
Und später auf die Rocky Mountains.....
Die Flugzeit war zwar lang, aber wir hatten eigentlich immer was zu tun.
Es gab Essen, Getränke, Filme und ab und zu dösten wir einfach ein bisschen vor uns hin.
Dann endlich kam San Francisco in Sicht.
Auf unserer Seite sah man die Oakland Bridge, auf der anderen Seite konnte man die Golden Gate Bridge sehen.
Ich konnte es kaum fassen dass ich jetzt gleich in San Francisco lande!