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dann möchte ich die Gelegenheit mal nutzen und einen bebilderten Reisebericht von unserem Ausflug nach Hawaii verfassen. Der Trip kam außerordentlich spontan zustande, wie fast alle unsere Reisen und war ursprünglich aus einem Superangebot von United Airlines entstanden. Dieses Angebot konnte uns jedoch 3 Tage vor Ultimo nicht bestätigt werden - doch waren wir so "hawaiifiziert", dass wir uns einen anderen Weg suchten, weil jetzt sollte es Hawaii sein!
Vorab ist zu sagen, dass wir für den einen oder anderen sicherlich eine etwas hektischen, chaotischen Reisestil bevorzugen. Wir machen grundsätzlich mehr als die meisten und wissen auch, dass das bisweilen etwas verrückte Züge annimmt. Für Hawaii wollten wir aber gerade das nutzen, um möglichst viel zu sehen und daraus ein Folgeprogramm für einen späteren Urlaub zu entwickeln.
### Tag 1 ###
Unsere Flüge gingen von Berlin-Tegel über Frankfurt nach San Francisco. YEAH! Natürlich nicht ohne Grund, der Airbus 380 stand auf dem Programm. Das musste natürlich auch sein, für einen Flugzeugfan wie meiner einer.
In San Francisco gings via Immigration zum Domestic-Terminal und von dort aus nach ein paar Stunden (=4) weiter nach Kailua-Kona (KOA) nach Hawaii bzw. Big Island. Dort kamen wir im Dunkeln an, was wir irgendwie nicht so richtig einkalkuliert hatten, klarer Fall von schlechter Vorbereitung. Wir empfingen unseren Mietwagen (Alamo) und entschieden uns für einen kleinen AWD, natürlich kalkulierten wir auf mehr ;-) Und bingo, kleine AWD haben die gar nicht und so gings auf der Upgrade-Schiene zum AWD, einem Hyundai SantaFe.
Unser erster Weg führte uns zu WalMart, Vorräte anlegen. Wir hatten ja nicht vor, einen SchickiMicki-Urlaub zu machen, sondern Big Island zu erleben. Daher kauften wir eine Stiege Mineralwasser, ein Zelt und sonstiges Zubehör, um über die Runden zu kommen.
Wir planen unsere Reisen nie, bis auf das, was zwangsläufig zu planen ist. Hotels gehören nicht dazu und wir starteten dann von Kona auf dem Weg gegen den Uhrzeigersinn, die Insel zu umrunden. Wichtigtes Ziel war der Volcano-NP. Ich träumte von Bildern der glutroten Lava und schwarzer, erkalteter Lava, von Strömen, ins Wasser stürzenden Lavaholes. Tja... bei Pizza-Hut war ausgeträumt, denn der supernette Besitzer plauderte mit uns und teilte uns mit, dass der Lavastrom aus dem Puʻu ʻŌʻō-Krater verloschen ist, weil der Krater vor ein paar Wochen eingestürzt ist. Derzeit ist auf Big Island nirgendwo erreichbar fließende Lava zu sehen. Nothing. Das war natürlich ein schöner Dämpfer für den ersten Tag
Egal - wir fuhren los, in der felsenfesten Überzeugung, unterwegs ein Hotel / Motel / B&B zu finden. Es war mittlerweile 20:00 Uhr durch, schätze ich und leider erwies sich das als Fehlentscheidung. Auf der gesamten Strecke kam nicht ein einziges Hotel mehr. Wir fanden zwar im LonelyP ein paar Anschriften von B&B - nur ging da keiner ans Telefon. Ich kürz das hier mal ab. Der 1.Tag auf Hawaii endete, wo er begonnen hat. In Kona, wo wir dann völlig k.o. ein Hotel zu einem Preis buchten, der schwindelig macht.
Und wir schliefen seeeeelig - so ein Tag schlaucht wirklich endlos :-)
Ich werde versuchen, mal einen Flickr-Account zu eröffnen, damit die Bilder nicht immer separat angeklickt werden müssen. Bitte Geduld :-)
Geändert von Toapert (24.08.2011 um 23:06 Uhr)
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Nach einer sehr erholsamen Nacht sollte es nun wirklich losgehen, Big Island kann kommen. Wir waren erstaunt, was es in der Gegend um Kona noch so an Läden gab, die wir gestern gar nicht gesehen hatten. Sports Authority z.B. und noch einige andere. Aber jetzt war Fahren angesagt - unser Garmin mit OpenStreetMaps und geladenen GeoCaches konnte es kaum erwarten.
Wir fuhren, wie eigentlich immer, mit Hilfe des LonelyP und der wies uns gleich zu Beginn eine Straße, die zu einem urigen Stück Hawaii führen würde. Dafür geht es 6mi querab von der Straße eine Holperpiste herunter. Und Holperpiste ist in diesem Sinne wörtlich zu nehmen. Das war Irrsinn und ich zweifelte mehrfach an einer Möglichkeit, weiter zu fahren. Aber doch...wir kamen an. Allerdings meinte der LonelyP, dass die Strecke in knapp 20min zu bewältigen wäre. Wir brauchten etwas mehr als 60min und mehr wäre bei den Verhältnissen absolut unmöglich gewesen. Keine Chance. Aber unser Auto machte brav seinen Job und wir kamen dann auch an.
Allerdings nicht auf Hawaii, sondern auf dem Mond. So stellten wir uns vor, muss es in etwa auf dem Mond aussehen. Nur heller. Eine solche Landschaft haben wir definitiv noch nicht gesehen. Einsam, wild, vegetationslos, von den Elementen geformt, verworfen, geschunden und gefoltert. Das war Wahnsinn. Die Luft salzig, aggressiv, gefüllt mit unsichtbarem Spray vom nahen Ozean.
Mit genügend Arsch in der Hose konnte man sich hier prima mit den Elementen anlegen, worauf ich dankend verzichtet habe. Diese Strände sind hochgradig gefährlich, da sie relativ steil abfallen und die Wellen und Unterströmung brutal sind. Eine solche Welle schnappt zu, lässt aber nicht unbedingt wieder los und zieht einen ratz fatz raus ins Meer. Aufgrund der dort herrschenden Riffströmungen ist nicht gesagt, dass man wieder ans Ufer schwimmen kann. Mir war nicht wohl dabei und es kam (beinahe), wie es kommen musste. Eine Welle schlug zu und zog... Zum Glück konnte Daniela sich retten und den Strand aufentern, bevor es kritisch wurde. Mir ist dabei bald das Herz stehen geblieben, daher gibts davon auch keine Bilder. Ich rannte nämlich aus Leibeskräften da runter...
Nach diesem Abenteuer ging die Fahrt weiter, die Holperpiste wieder rauf. Danach verschlug es uns planmäßig zum SouthPoint, dem südlichsten Punkt der Vereinigten Staaten von Amerika und somit natürlich auch Hawaii. Dort habe ich das wohl blauste Wasser ever gesehen. Wahnsinn. Wenn man sich überlegt, wie viele tausend Kilometer da "nichts" komm. Dementsprechend nährstoffarm und glasklar ist daher das Wasser. Ich schätze, es ist dort mindestens 10-15m tief und man kann dennoch problemlos den Grund sehen. Zu dem Schuh übrigens eine Anekdote...die Schuhe sind extra für die Reise sehr billig gekauft. Wer viel auf der Lava unterwegs ist, macht sich damit fast jeden Schuh kaputt. Sie ist sehr schrott, hart und z.T. rasiermesserscharf. Nach 14 Tagen Urlaub kann man solche Schuhe u.U. wegschmeissen. Und das muss ja nicht bei teuren Tretern sein.
Vom SouthPoint ging es dann weiter Ri. Osten, wo wir u.a. am Punalu'u Black Sand Beach Halt machten. Hier kann man mit einiger Sicherheit Schildkröten sehen, die auf den Strand ein Schläfchen halten. Und tatsächlich, drei Schildkröten waren da und so hatten wir unsere erste Begegnung mit der "Grünen Meeresschildkröte"
Von hier aus gings zu unserem Tagesziel, dem Volcano National Park. Hier gibts ganz in der Nähe des Parks einen Campground, der kostenlos benutzbar ist, für max. 3 Nächte. Und einen gepflegten Eindruck macht, dass einem das Herz aufgeht. Perfekt gemähter Rasen, pro Fahrzeugtasche ein Grill, Sanitäranlagen - was will man mehr? Man muss allerdings wissen, dass der Mauna Loa wie alle Vulkane auf Hawaii ein Wolkenfänger ist. Dazu später mehr...
Unser Zelt (WalMart...) war schnell aufgebaut und wir fuhren nochmal los, in den Park hinein. Das Wetter verschlechterte sich und es begann zu regnen. Nicht extrem, aber dauerhaft. So bekamen wir dann auch genau das geboten, wofür die Ostseite der Insel bekannt ist. Regenwald.
Das muss man gesehen haben, gerade auch, wenn es regnet. Die Geräusche, die Gerüche und das gesamte Erscheinungsbild. Einfach Wahnsinn. Wetterbedingt war es auch nicht so voll, so dass man auch mal einige Minuten verharren konnte und in den Wald hineinlauschen. Wir entschieden uns, heute noch die Lavatube zu machen. Das sind Röhren, die entstehen, wenn innen noch heiße Lava strömt, während sich die ältere, äußere Lava bereits abkühlt. Da Lavaströme durch Kratereinstürze u.U. abrupt abreißen können, läuft eine so entstandene Röhre in ihrem Korsett aus kalter Lava leer wie ein Feuerwehrschlauch. Die meisten Röhren stürzen schnell ein, aber einige bleiben als mehrere hundert Meter lange, hochgradig imposante Gänge zurück.
Auch ein Erlebnis, es handelt sich hier um eine der größten begehbaren Tubes der Welt, wenn nicht sogar der Größten. In den Gängen ist es witterungsabhängig sehr nass, niemals aber trocken. Wir statteten dann noch dem Jaggar-Museum einen Besuch ab, wo wir leider auch bestraft vom Wetter nicht viel vom "Glowing" sehen konnten, was aus einem mehrere hundert Meter tiefen Krater nach oben scheint. Bilder davon kennen wir zur Genüge, mit eigenen Augen haben wir nur einen ganz schemenhaft wahrnehmbaren, roten Schein in den Wolken erkennen können.
Dafür lief im Visitor-Center ein Monitor, auf dem eine Live-Web-Cam aufgeschaltet war. Diese zeigt den Puʻu ʻŌʻō Cone, der Krater, der bislang für die massige Lavaförderung zuständig war und kürzlich eingestürzt ist. Man konnte auf dem Livebild das Glühen sehr gut sehen, welche Energie drin steckt. Und dieses Livebild kann man sich auch im Internet anschauen, leider aktuell nur in schwarz/weiß und als Einzelbild. Damals war es noch ein Panorama aus 8 Webcams und farbig, was natürlich das teufelsrote Glühen noch mehr zur Geltung kommen lässt.
Hier das Livebild!:
Natürlich wird der gesamte Bereich sehr genau seismographisch überwacht. Diese Seismographen sind so empfindlich, dass im Grunde jedes Beben weltweit hier auch registriert werden kann, während der Berg bzw. die gesamte Region auch noch fleißig ihr eigenes Wackelsüppchen kochen. Auch das schwere Beben von Fukushima am 11.03.2011 wurde hier mit einem sehr heftigem Ausschlag registriert, der Ausdruck hängt im Jaggar-Museum an der Wand. Während unseres Aufenthaltes hatte z.B. der Vulkan einen kleinen Hustenanfall, wie man gut auf dem folgenden Bild sehen kann.
Tja...mit der Rückfahrt zu unserem Zelt endete dieser wahnsinnig interessante, schöne 2. Tag und wir freuten uns auf unsere provisorische Ruhestätte. Leider kam es dann doch anders...aber Abenteuer gehören im Urlaub ja dazu :-)
Nein, nein, nein - ich wollte bewusst nicht anfangen zu lesen. Warum?
Weil ich vorher wusste, dass ich nach DIESEN Bildern ganz unbedingt auch mal dahin will - wo ich doch so ungern lange fliege ...