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Reiseberichte Hoher Norden

Reiseberichte über Alaska, Yukon, die Northwest Territories und Nunavut.


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Alt 15.09.2008, 16:24   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #1
Tinaskywalker Frau
Newbie
 
Registriert seit: 24.08.2008
Beiträge: 15
Alaska / Yukon / BC - 2006

Unsere Tour liegt nun schon zwei Jahre zurück. Leider hatten wir damals den schlechtesten Sommer seit 60 Jahren erwischt. Trotzdem ist es ein unvergessener Urlaub geworden. Den Bericht habe ich von unterwegs geschrieben, daher hört er sich manchmal etwas komisch an. Aber vielleicht ist doch noch der eine oder andere Tip für jemanden dabei.

Den kompletten Bericht + Fotos findet ihr hier: http://blithesea.net/__tina/alaska.htm

Alaska 11.8. - 8.9.2006
Donnerstag, 10. August 2006 Um 7.40 Uhr ging es in Hamburg über Frankfurt nach Whitehorse los. Der Flug mit Condor war, gegen meine Erwartungen, wirklich gut. ... In Whitehorse angekommen, schien die Sonne. Beim Aussteigen trafen wir dann noch meinen Kollegen mit Familie und wir konnten uns noch kurz durch eine Glastür unterhalten.
...

Freitag, 11. August 2006 Um 10 Uhr wurden wir am Hotel von Fraserway abgeholt. Die Übernahme und die Einweisung zogen sich hin. Am Wohnmobil von Meyers war die Hupe kaputt und musste bei Ford noch repariert werden. Bei beiden Campern war der Gastank noch nicht aufgefüllt. Gegen 12 Uhr kamen wir endlich vom Platz und fuhren zum Einkaufen. Auf dem Weg zum Supermarkt fiel Thomas ein Geräusch an den Bremsen auf, also fuhr er wieder zum Vermieter zurück, der Rest ging einkaufen. Wir hatten schon fast den Einkaufszettel abgearbeitet, da kam er wieder - mit einem neuen größeren Wohnmobil. Gegen 14 Uhr konnten wir dann endlich los Richtung Kluane Lake. Eigentlich wollten wir heute noch bis Burwash Landing, aber das war dann doch zu weit. Gelandet sind wir auf dem wunderschönen Cottonwood Camingplatz direkt am Kluane Lake, den hatte ich mir auch schon im Internet angeguckt. Die Stellplätze am See waren schon weg, ...


Gefahrene Kilometer: 243 km


Samstag, 12. August 2006 Wir waren wieder früh wach und sind um 9.30 Uhr Richtung Tok aufgebrochen. Wir konnten draußen frühstücken, aber mit Daunenweste. Das Wetter kann man wohl als "mostly cloudy" bezeichnen, aber es wurde immer dunkler. Trotzdem waren wir von der Landschaft mit den tiefhängenden Wolkenformationen begeistert. Es regnete nur kurz, und wir fuhren Richtung US-Grenze bei immer schönerem Wetter.
Die kanadische Grenze wurde ohne anhalten passiert. Zwischen beiden Grenzen liegen 30 Meilen. An der US Grenze mussten wir doch tatsächlich die grünen Formulare ausfüllen (eigentlich war das logisch, aber inmitten der traumhaften Landschaft glaubt man nicht wirklich an diese Formalitäten) und auch unsere Fingerabdrücke abgeben usw. Lebensmitteltechnisch hatten wir uns an die Hinweise bei Fraserway gehalten. Kein Rind, Huhn, Eier und nur Früchte und Gemüse aus den USA und Kanada. Es gab auch keine Probleme.
Weiter ging es Richtung Tok, ...

Gefahrene Kilometer: 385 km
Sonntag, 13. August 2006 Gegen 10 Uhr sind wir heute los gefahren, wir mussten noch die wichtigsten Lebensmittel einkaufen - Brot, Bier und Wein. Richtung Matanuska Gleschter ging es dann auf sehr holperiger Strecke weiter. Leider kann ich die Landschaft nicht wirklich gut beschreiben - die Wolkenformationen sind so fantastisch. Die Berge erinnern mich manchmal an Neuseeland, aber die Weite ist hier einfach irre. Leider kamen die Wolken immer tiefer, aber trotzdem ist diese weitläufige Landschaft toll. Langsam kam der Matanuska Gletscher in Sicht. Eigentlich wollten wir noch vor dem Gletscher Quartier beziehen, aber der Platz gefiel uns nicht. ...

Gefahrene Kilometer: 450 km


Montag, 14. August 2006 Überschrift des Tages: Womit haben wir das verdient ! Die ganze Nacht hat es wie aus Eimern geschüttet. Bei leichtem Regen fuhren wir wieder Richtung Palmer zum Tanken. Das Meyer-Mobil war gleich nicht ganz fit und brauchte nun unbedingt neue Wischerblätter. Dann noch rasch zu Fred Meyer (Supermarkt) ein paar Sachen einkaufen. Stundenlang hätten wir Mädels da rumlaufen können, aber mit den Jungs hatte das keinen Zweck. Dem einen tat der Rücken weh, der andere hatte Kopfweh. Um so näher wir Seward kamen, um so schlechter wurde das Wetter. Als wir am Exit Glacier ankamen, schüttete es wieder richtig. Als wir so über die Moräne liefen, dachte ich an Neuseeland. Die Situation kam mir doch sehr bekannt vor. Hier wurden heute übrigens Bären gesehen, wir gingen tiermäßig mal wieder leer aus.

Der Regen wurde immer schlimmer, die Campingplätze in der Stadt gefielen uns gar nicht. An den Millers Landing konnte ich mich aus dem Internet noch gut erinnern, also fuhren wir weitere 3 Meilen aus der Stadt. Hier war fast alles ausgebucht. ...

Gefahrene Kilometer: 308 km



Dienstag, 15. August 2006 Heute morgen haben wir nach einer durchgeregneten Nacht beschlossen, doch noch den Campingplatz zu wechseln. Millers Landing säuft ab. Wir sind jetzt auf dem Bear Creek RV außerhalb der Stadt, aber mit allem Komfort. Tolle Duschen (inklusive) und Internet umsonst, hier in der Anmeldung. Außerdem gibt es Becks. Der Regen ließ im Laufe des Vormittages etwas nach, wir haben zuerst heute morgen den Ausflug mit dem Boot bis zum North Western Gletscher gebucht. ...

Mittwoch, 16. August 2006 Heute war frühes Aufstehen angesagt. Um 7.30 Uhr fuhren wir zum Hafen. Wir hatten Glück und waren nur zu siebt auf dem Boot. Das Wetter war allerdings wieder besch...... Wir hatten Glück mit den Walen! Fast am beindruckendsten heute war aber der Aialik Glacier. Ständig donnerte Eis herunter, es hörte sich an wie ein Feuerwerk. Echt der Wahnsinn.


Donnerstag, 17. August 2006
Der Tag aus meiner Sicht. Liegend von Seward nach Homer. Kein Wunder das ich gestern so fertig war, die Magen- und Darmgrippe war schon im anrollen....
In Homer angekommen waren wir doch arg enttäuscht von unserem Campingplatz. Wir hatten Waterfront reserviert, aber das Krüger-Mobil steht nicht wirklich am Wasser. Aber egal. Wir sind dann noch auf den Spit gefahren, um uns bei der Bärentour wiegen zu lassen. Die waren supernett dort. Wenn ich nicht fit werde bis Samstag, gibt es leider kein Geld zurück. Dann waren wir noch im Salty Dawg, der urigsten Kneipe, die wir je gesehen hatten. Siehe Susannes Fotos. Vor lauter Schwäche hatte ich meine Kamera nicht mitgenommen. Mit ging es furchtbar. Imodium akut hab ich gleich wieder ausgespuckt.

Gefahrene km: 360 km
Freitag, 18. August 2006 Den ganzen Tag hat es geschüttet wie aus Eimern, unsere Stimmung lag irgendwo unter dem Wohnmobil. Wir haben lange geschlafen und vor uns hingedämmert, zu etwas anderem war ich auch nicht fähig. Ich sah meinen Bärentrip schon verfallen.
Am späten Nachmittag hab ich mich dann endlich breit schlagen lassen, zum Arzt zu gehen. ....
Tinaskywalker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2008, 16:39   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #2
Tinaskywalker Frau
Newbie
 
Registriert seit: 24.08.2008
Beiträge: 15
Alaska / Yukon / BC - Teil 2

Samstag, 19. August 2006

Um 7 Uhr klingelte der Wecker. Was sagt der Magen? Immer noch nicht so doll, aber ich fühlte mich nicht mehr so schwach. Frühstück reingewürgt, 3 Kohletabletten und den Rest der Pillen. Auf ging es im strömenden Regen zum Wasserflughafen. Wir bekamen lange Anglerstiefel und die Einweisung, wie wir uns zu verhalten hatten. Immer zusammen bleiben, das war das wichtigste, wenn wir in der Bucht ankommen. Und dann ging es auch schon los. Nach 3 Minuten Flug hörte der Regen auf und wir hatten eine Traumsicht auf die Katmai-Halbinsel. Wir landeten nach gut 1,5 Stunden. Wir ging zu Fuß noch ca. 5 Minuten bis zu einem Fluss mit kleinen Inseln in der Mitte, auf der wir in einer Reihe Platz nahmen. Keine 10 Meter von uns waren die Bären - ohne Zaun. Vier Stunden haben wir dort verbracht. Gut, dass ich mit Tierfotografie nicht mein Geld verdienen muss. Sehr anstrengend, den richtigen Moment abzupassen. Geflogen sind wir mit Bald Mountain.








Dienstag, 22. August 2006 Wieder den ganzen Tag Dauerregen. Unsere Stimmung ist auf dem Tiefpunkt, um nicht zu sagen bereits am Erdmittelpunkt angekommen. Wir haben meine Mutter am Flughafen eingecheckt und sind dann in Richtung Talkeetna losgefahren. Der Park Highway zum Denali Park ist wegen Überflutung gesperrt, soll aber heute Abend, spätestens morgen früh, wieder offen sein. Von daher haben wir noch Glück im Unglück. Es gibt keine andere Alternative, außer umkehren.
Wenn das Wetter so bleibt, nützt uns das aber wenig, weil wir bei der Sicht nicht mal den Fuß des Mt. McKinley sehen werden. Eventuell wollen wir morgen von hier einen Flug wagen, der durch die Wolkendecke stößt. Wir fahren da morgen früh mal hin.
Talkeetna ist ein total süßer Ort, aber war nie und nimmer Cicelys. Keine Ahnung, wer das Gerücht bei Alaska-Info.de gestreut hat. Das Dörfchen ist viel zu klein. Wir waren im Swiss-Alaska Wiener Schnitzel essen, aber viel essen kann ich noch nicht. Das hätte ich mir auch sparen können, auch wenn das bisschen, was ich gegessen habe, ganz lecker war.



Gefahrene km: 195 km


Mittwoch, 23. August 2006
Am heutigen Morgen zeigte der Himmel ein freundliches mausgrau. Kein Regen. Wir fuhren als erstes zum Airport, um nach einem Flug zum Denali zu fragen. Wenn der Berg nicht zu uns wollte, dann wollten wir zu ihm. Eine Nebelbank hing über dem Flughafen. Es gab nur eine Maschine, die durch die Wolkendecke fliegen darf - die einmotorigen müssen Sichtkontakt haben - und die war ausgebucht. Wir sollten warten; wenn der Nebel sich lichtete könnten wir vier auch mit einer kleinen Maschine fliegen. Gegen 12 Uhr ging es dann los. Es waren immer noch viele Wolken am Himmel, aber wir konnten die Berge wenigstens sehen.



Auf der Fahrt Richtung Denali Park wurde das Wetter dann immer besser. Im Park haben wir dann Tickets für morgen früh um 7.45 Uhr bis zum Wonder Lake gekauft. Sollte es Bindfäden regnen und keine Sicht sein, fahren wir eben eher zurück. Wir wohnen jetzt zwei Nächte auf dem staatlichen Rilley Creek, d.h. keine Hook ups, also kein Strom- und Wasseranschluss. Wir müssen mit den Reserven auskommen.
Übermorgen müssen wir dann Strecke machen (Meyers wollen Mittwoch in Whitehorse sein). Uns fehlen zwei Tage, die wir aber auch ohne die Anchorage-Pause verloren hätten. Die Straße zum Denali ist erst seit heute morgen wieder auf.



Gefahrene km: 231 km



Donnerstag, 24. August 2006 Ich hänge mit dem Schreiben hinterher. Wir hatten einen tollen Tag im Denali Nationalpark und richtiges Glück mit dem Wetter. Um 7.45 Uhr fuhren wir bei blauen Himmel in den Park. Gleich ziemlich zum Anfang haben wir eine Grizzly-Famlie gesehen. Zum fotografieren zu weit weg. Langsam kam der Mt. McKinley in Sicht. Ein toller Berg. Leider war er nicht mehr in voller Größe zu sehen, als wir am Wonder Lake angekommen sind. Aber wir waren zufrieden.
Gesehene Tiere: Grizzlys, Elche, Karibus, Erdhörnchen (oder sind das Murmeltiere gewesen?). Das war echt ein anstrengender Tag, auch wenn wir fast nur im Bus gesessen haben.




Freitag, 25. August 2006 Heute hat uns das Wetterglück wieder verlassen. Vom Denali Highway haben wir nicht viel gehabt. Die grandiose Landschaft verschwand unter dicken Wolken. Die Tundra hatte sich nach dem ersten Nachfrösten schon verfärbt. Aber die Farben leuchten bei dem Sauwetter überhaupt nicht.
Die Strecke ist eine richtige Schweinepiste. Wir haben für gut 135 Meilen sieben Stunden gebraucht.
Leider ist das Foto nicht scharf, weil ich durch die Scheibe fotografiert hab. Mir war zu kalt, diese Antibiotika machen mich fertig.


Gefahrene km: 370 km
Tinaskywalker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2008, 16:47   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #3
Kali
eh. AF-Fan
 
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Registriert seit: 29.10.2005
Beiträge: 3.457
Bilder: 15
Hallo Tinaskywalker,
trotz besch... Wetter, ich steig auf jeden Fall mit ein und sichere mir so noch einen Fensterplatz.
Kali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2008, 17:30   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #4
Tinaskywalker Frau
Newbie
 
Registriert seit: 24.08.2008
Beiträge: 15
Alaska / Yukon / BC - Teil 3

Samstag, 26. August 2006 Warum hatten wir gestern nicht so ein Wetter wie heute? Tolle Wolkenformationen hatten wir heute über uns. Blauer Himmel und wieder diese unendlichen Weiten. Einfach klasse! Wir sind jetzt in Chicken, der Ort hat gut fünf Häuser und einen RV-Platz mit Strom und Internet. Morgen geht es weiter nach Dawson City über den "Top of the world Highway" bei hoffentlich gutem Wetter. Die Laubverfärbung hat schon eingesetzt. Das geht hier unheimlich schnell. So, nun werde ich noch schnell die Bilder vorbereiten und alles hochladen. Dann grillen wir heute T-Bone-Steaks. Wenn es schon mal trocken ist, dann muss man auch grillen.



Gefahrene km: 299



Sonntag, 27. August 2006 Traumhaftes Wetter begleitete uns von Alaska nach Kanada. Unterwegs haben wir zwei Frankfurter getroffen, die mit dem Fahrrad sechs Wochen von Inuvik unterwegs sind. Wir haben ihnen zwei Liter Wasser abgefüllt. Wasser ist auf der Strecke auf dem Top of the Word ein großes Problem. Glücklich sind sie weiter geradelt, das Abendessen war gesichert. Sie wollten Nudeln kochen. Die Dame an der Grenze haben wir dann doch leicht beschwindeln müssen. Eine Flasche Wein und Bier hatten wir doch dabei. :-) Kurz vor Dawson City musste es dann doch noch mal kurz regnen. Der Campingplatz ist echt klasse, und wir können in der Stadt alles zu Fuß erreichen.
Beim Einkaufen versuchte sich die Kassieren im deutsch sprechen. Ganz süß! Ob wir eine - sie suchte nach dem Wort - eine Tasche brauchen. Sie hatte deutsch in der Schule, aber das Wort Tasche kannte sie aus "Lola rennt" - Wo ist die Tasche? ". Solche Erlebnisse haben wir ständig. Viele Menschen in Alaska und im Yukon haben deutsche Vorfahren, aber keiner spricht mehr deutsch. Einer wusste noch, dass seine Oma ihn immer "Hosenscheisser" genannt hat.



Wir waren Essen bei Klondike Kate und dann im Casino. Morgen wollen wir dann auf den Midnight Dome und zum Klondike. Und natürlich die Stadt angucken.



Gefahrene km: 175 km



Montag, 28. August 2006 Na, wie ist das Wetter? Immer die erste Frage am Morgen. Das sieht gut aus. Dann fuhren wir auf den Midnight Dome, da wehte ein eiskalter Wind. Daunenweste und Weihnachtsmarktjacke. Wir sind halt Frostbeulen. Unten an der Dredge Nr. 4 war es dann in der Sonne schon richtig warm und wir machten uns zum Horst in der dicken Klamotte.
Die Führung war total interessant. Ich hätte mich noch ewig in dem alten Ding aufhalten können. Unglaublich, wie die Miners vor grad mal 100 Jahren ohne große Maschinen solch ein Ding gebaut haben und die Materialien von A nach B geschafft haben. Danach Pause für den Stammesältesten - ich bin durch den Ort gebummelt und hab mir den kleinen Friedhof angesehen. Dabei stellte sich mir die Frage, wie hier die Menschen im Winter beerdigt werden. Hab mich nicht getraut, jemanden zu fragen.



Donnerstag, 31. August 2006 Heute hieß es nach dem Frühstück Abschied nehmen vom Team Meyer. So richtig konnten wir uns aber doch nicht trennen, wir fuhren später noch mal zum Flughafen, weil Papa die reinkommende Condormaschine noch fotografieren wollte. Der erste Schnee war auf den Gipfeln um Whitehorse gefallen, der Himmel war bedeckt. Als wir dann Richtung Skagway fuhren, fing es wieder an zu regnen. Die Strecke nach Skagway ist wunderschön, ganz anders als alles was wir bisher gesehen haben. Leider kommt die Landschaft bei diesem Sauwetter überhaupt nicht zur Geltung. Wie muss das Islandmoos leuchten, wenn die Sonne scheint. An der Grenze in die USA haben wir ein bisschen schwindeln müssen. Wir haben doch kein Gemüse dabei. NEIN. Mit einem freundlichen "Auf Wiedersehen" verabschiedete uns der Zöllner.


Skagway ist wohl die größte Touristenstadt Alaskas. Hier legen die großen Inside Passage Kreuzfahrtschiffe an. Ein Juwelier neben den anderen. Furchtbar! Der Campingplatz ist zwar genau am Hafen und gleich um die Ecke ist die Stadt, aber die guten Plätze waren alle reserviert. Wir waren noch im Fischrestaurant und jetzt versuchen wir, nicht mehr an den Wetterbericht zu denken - Anchorage Daily: Rain returns. :-(


Gefahrene km: 180 km

Freitag, 1. September 2006
Der Anchorage Daily hatte leider recht. Aber nach dem Motto schlechtes Wetter gibt es nicht, nur falsche Kleidung (hätte ich doch auch eine Hose von HH gekauft), sind wir nach Dyea gefahren, wo der Chilkoot Trail (53 km) nach Bennett startet. Wer fit genug ist, kann den Trail heute in vier bis fünf Tagen schaffen, für den die hoffnungsvollen Goldsucher ewig gebraucht haben oder auf dem Trail umgekommen sind.

Zurück in der Stadt sind wir erst mal in den RED ONION SALOON gegangen. Damals 1897/98 hatte Skagway 70 Saloons. Das Red Onion war nicht nur ein Saloon, sondern auch ein Bordell. Das haben wir uns dann auch noch angesehen.
Regen kompensiert man am besten mit Shopping. Schöne Souvenirs sind hier schwer zu bekommen, aber es macht doch Spaß in diesen Kitschläden zu gucken.

Schauen wir mal, was uns der Tag morgen - außer Regen - noch bringt.




Tinaskywalker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2008, 10:27   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #5
Tinaskywalker Frau
Newbie
 
Registriert seit: 24.08.2008
Beiträge: 15
Alaska / Yukon / BC - Teil 4

Samstag, 2. September 2006 Ohh, heute kein Liquid Sunshine. Angeltechnisch hatte Papa kein Glück. Captain Joe der "Badly Bent" (mir fiel dazu nur Fackeln im Sturm ein) fuhr nur mit drei Anglern raus. Er würde auch nur mit uns zwei Stunden raus fahren, aber er will ehrlich sein, man fängt mehr am morgen und auch mit mehr Ködern, sprich viele Angler müssen die Schnur baden. Jetzt fahren wir morgen früh um 8 Uhr und wenn wir gegen Mittag zurück sind, brechen wir nach Atlin auf.
Wir haben den Tag um Skagway verbracht, waren auf dem Gold Rush Cemetery und am Reid Fall.
Jetzt machen wir es uns im Wohnmobil gemütlich.






Sonntag, 3. September 2006 Beim Angeln hatten wir nicht viel Glück. Der Lachs war zu klein und musste wieder ins Wasser, aber wir hatten wenigstens ein Foto für den Angelclub.



Kurz hinter Carcross bogen wir Richtung Atlin ab, erst noch Asphalt, dann wieder 80 km Gravelroad und den Rest wieder Asphalt. Die Strecke zog sich wie Kaugummi, ich durfte dann unter tausend Ermahungen auch mal wieder fahren. Aber der Weg hat sich gelohnt. Es war wohl einer der - wenn nicht der - schönste Abend in unserem Urlaub. Schade, dass wir alle fünf das nicht zusammen erleben konnten. Ich hab wohl 100 Fotos gemacht und bin auch jetzt noch nicht in der Lage, die besten auszusuchen. Da müsst ihr jetzt durch.



Der Reiseführer sagt zu Atlin: Man rollte über den letzen Hügel hinein in ein lockeres Ensemble von Gebäuden, das, ja nach persönlicher Disposition, als bezaubernd rustikal oder Ansammlung von Bruchbuden bezeichnet werden könnte. Wir haben uns für die erste Disposition entschieden. Oder von einer einheimischen Autorin beschrieben:... in einsamer Sturheit an einem See von fesselnder Schönheit...". In meinen Worten gesprochen: Da geht dir einer ab! Wir waren hingerissen!





Montag, 4. September 2006 Heute sind wir echt spät aufgestanden, diese Ruhe hier ist herrlich. Ich hab das erste Mal in der Dusche im Wohnmobil geduscht. Der traumhafte Platz hat keine Duschen, und da ich die in Skagway nicht so gut fand, hab ich das da auch schon gelassen. Das ging wunderbar und ist echt eine Alternative, wenn es mal zu kalt und zu usselig auf dem Campingplatz ist. Heute brauchte ich dann mal kein Kopftuch. :-)


Dann haben wir Downton Atlin besichtigt. Es gefällt uns super hier. Die Saison ist so gut wie beendet. Wir haben noch eine 8-köpfige Truppe aus Süddeutschland getroffen, die mit zwei Pickup-Campern unterwegs sind. Die sind auch den Dempster gefahren. Das möchte ich auch noch mal machen, der Dempster Highway ist aber für Wohnmobile verboten. Man könnte das dann mit einer einwöchigen Hausboottour kombinieren. Die Hausbotte sind toll, und der See hier ist so riesig - das wäre ein Traum. Allerdings sollte man reichlich Mückenmittel einpacken. Der Vermieter hat uns heute eins von innen gezeigt. Es passen bis zu 8 Personen drauf und kostet 2000 Dollar die Woche. Mit 6 Personen wäre das schon klasse. Vorher rumfahren und dann zum Schluss eine Woche die Stille auf dem See genießen. Hab die Idee mal auf meine "Reise-Liste" gepackt. Morgen gucken wir uns noch ein bisschen die Umgebung (hier gibt es noch einen tollen Friedhof) an und schaukeln dann langsam Richtung Whitehorse.





Dienstag, 5. September 2006 Die Sonne weckte uns und wir trennten uns schwer von Atlin. Norman bot uns noch an, eine Nacht umsonst zu bleiben, aber wir wollen morgen lieber in Ruhe packen usw.





Das aufregendste heute war wohl das Dumpen 4 km hinter Atlin. Im Dorf direkt kann man sein Schmutzwasser nicht los werden. Einfach eine Holzrinne in den Teich, fertig. Richtig ursprünglich. :-)


Wildlifesichtungen hatten wir keine mehr. Ich bin davon überzeugt, dass die großen Tiere nur Saisonverträge haben und sich jetzt schon weitab der Touristenpfade von der anstrengenden Saison erholen. Ich hab einen steifen Hals und Stielaugen vom aus dem Fenstergucken. Aber es waren wieder nur die kleinen Streifenhörnchen zu sehen. Dann bis zum nächsten mal, Meister Petz!


Wieder auf dem schönen Hi Country-RV haben wir dann unser letztes Steak gegrillt. Morgen gibt es noch den Rest Nudeln. Unser Kühlschrank sieht aber immer noch so aus, als wenn wir noch eine Woche bleiben. Nur das Bier ist schon wieder alle.





Mittwoch, 6. September 2006 Wir waren im Visitor Center und haben uns den wirklich schönen Film über den Yukon angesehen. Da fragt man sich doch hinterher ernsthaft, warum man nach Hause will. Oder nicht die Zelte in Deutschland abbricht und hier aufschlägt.



Der Wagen ist von außen wieder sauber, auch die Schränke haben wir soweit klar. Was sich so alles mit der Zeit ansammelt... So, das war es. Wir kommen aber wieder - VERSPROCHEN. Das Campen mit dem RV hat mir sehr gut gefallen und ich würde es sofort wieder machen. Den Dempster Highway will ich auf jeden Fall noch mal fahren. Danke fürs zuhören. Das ganze ist jetzt mehr ein Livejournal-Bericht geworden und nicht so bahnbrechend informativ. Aber vielleicht findet der eine oder andere doch noch ein paar Anregungen.



Wir sind insgesamt 4.760 km gefahren haben ca. 952 Liter Sprit verbraucht.




Tinaskywalker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2008, 19:02   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #6
Kali
eh. AF-Fan
 
Benutzerbild von Kali
 
Registriert seit: 29.10.2005
Beiträge: 3.457
Bilder: 15
Hallo Tina,
Zitat:
Ich bin davon überzeugt, dass die großen Tiere nur Saisonverträge haben
ja, ja immer diese "Saisonarbeiter".
Ihr hättet vorher einen "großzügigen" Tipp in Aussicht stellen sollen,dann wäre vielleicht eine "Zugabe" drin gewesen
Kali ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2008, 22:14   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #7
Tinaskywalker Frau
Newbie
 
Registriert seit: 24.08.2008
Beiträge: 15
Zitat:
Zitat von Kali Beitrag anzeigen
Hallo Tina,

ja, ja immer diese "Saisonarbeiter".
Ihr hättet vorher einen "großzügigen" Tipp in Aussicht stellen sollen,dann wäre vielleicht eine "Zugabe" drin gewesen
Beim nächsten Mal werde ich daran denken !
Tinaskywalker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2008, 19:25   Alaska / Yukon / BC - 2006 Beitrag #8
Rumba
Gouverneur
 
Benutzerbild von Rumba
 
Registriert seit: 28.04.2006
Ort: Schöftland/Schweiz
Beiträge: 1.768
Hi Tina...

ganz toller RB. Wir waren auch 2006 in Alaska/Yukon. Allerdings machten wir vom 6.Juli bis 20.Juli dort Urlaub. Wir hatten absolut traumhaftes Sommerwetter. Sogar in Valdez schien die Sonne vom wolkenlosen blauen Himmel und auf der Fähre holten wir uns einen Sonnenbrand.

Wenn du Lust hast, kannst du ja auch mal hier gucken.... http://www.thebrachers.ch/510418973a1192401/index.html

viele Grüsse

Monique
Rumba ist offline   Mit Zitat antworten
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