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Reiseberichte USA

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Alt 28.02.2011, 21:11   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #1
promailer
Amerika Fan
 
Registriert seit: 08.04.2010
Beiträge: 64
3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten

Hi @ All,

unsere erste USA-Reise 2008 nach Florida könnte man als Flop. Im Frühjahr 2010 haben wir uns aber nochmal rüber in den Südwesten gewagt und was soll ich sagen, die Begeisterung hält bis heute an! Der nächste Trip ist schon für dieses Jahr geplant. Bis dahin will ich noch einmal unsere letzte Reise Revue passieren lassen. Viel Spaß


Tag 1 – Von halbnackten Aliens in Sodom und Gomorrha
Freitag, 21. Mai 2010

Unsere Reise in die USA begann – wie konnte es auch anders sein – mit einer Begegnung der dritten Art. Nachdem sich jeder von uns einzeln durch den Sicherheitscheck am Flughafen gekämpft und den netten Leuten die Farbe seiner Socken erklärt hat, hat uns ein halbnacktes Wesen noch im Wartebereich mit Hilfe einiger Moves und Scratch-Einlagen in die amerikanische Popkultur eingeweiht.

Auf dem Zwischenstopp in New York JFK wurden wir dann Teil einer riesigen Warteschlange, die sich an den Immigrations-Schaltern vorbeigeschlängelt hat. Weiter ging es im Partyflieger nach …… Las Vegas!

Während die Berliner Jugend in der U-Bahn vorglüht, tun es die New Yorker und New Yorkerinnen im Flieger nach Vegas. Die letzten drei Stunden haben wir nur dank eines Spiels in der Art von „Wer wird Millionär“ überstanden, an dem sich am Ende das halbe Flugzeug beteiligt hat. Aber wer war nur dieser geheimnisvolle Manny auf Sitz 23E, der uns ständig in die Schranken gewiesen hat? Am Ende hat meine Neugier gesiegt und ich habe mich durch den Partyflieger nach fast ganz vorne gekämpft in der Hoffnung, einen Blick und vielleicht sogar ein Autogramm ergattern zu können. Nun ja, Manny war ein Gangster. Zumindest sah er ein wenig so aus. Diesem Umstand geschuldet habe ich dann doch auf ein Autogramm verzichtet.

Nach fast 24 Stunden – gefühlt wie 75 Stunden und zwölf Minuten – fragte uns der nette Herr am Mietwagenschalter, ob wir denn nicht einen Premium-Super-Monster-SUV mit 12-Rad-Turboantrieb, NOx-Einspritzung und Panzerkettenunterstützung benötigen für die Torturen, die uns möglicherweise in den Straßen von Vegas erwarten. Die 350-Dollar sparen wir uns aber. Am Ende stehen wir im Parkhaus vor zwei stahlgewordenen Männerträumen und können uns nicht recht entscheiden. Wird es der stylishe Jeep Grand Cherokee oder der etwas unförmige Nissan Pathfinder? Unser Herz schlägt für den Cherokee, der fehlende Vierradantrieb lässt uns dann aber den Pathfinder wählen. Unsere Sorgen, mit diesem Ungetüm könnten wir in einem engen Wüstencanyon wegen der schieren Größe anecken, ließen wir einfach im Parkhaus zurück. Wir tauften unser Gefährt anschließend „Weißer Riese“. Assoziationen zu deutschen Waschmitteln sind rein zufällig.

Spritverbrauch? Spielt hier keine Rolle. Schließlich haben die Amerikaner soviel Öl, dass sie es jetzt sogar schon einfach in den Golf von Mexiko kippen, um andere Nationen wie das arme Kuba an diesem Reichtum teilhaben zu lassen. Irgendwann um 23 Uhr Ortszeit – in Berlin sind die Leute schon auf dem Weg zur Maloche – fallen wir in unser Bett im DaysInn mit Blick auf die Skyline des New York New York. Dank Jetlag sitze ich aber um 3 Uhr frühs schon wieder am PC und verarbeite meine Erfahrungen in diesem Blog… Als meine Freundin aber um halb sechs Uhr morgens von fremden Männern zum Gambling eingeladen wird, beschließe ich kurzerhand, Sodom und Gomorrha – die Stadt der Sünde – zu verlassen in Richtung Grand Canyon.
promailer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2011, 21:22   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #2
promailer
Amerika Fan
 
Registriert seit: 08.04.2010
Beiträge: 64
Tag 2 – Ein toller Blick, Geisterfahrer und Wegelagerer
Samstag, 22. Mai 2010

Dieser Tag fängt an, wie jeder Tag in den USA per Verfassung anzufangen hat. Mit einem Frühstück bei McDonalds. In der Zwischenzeit hat Ronald den Boden geschrubbt, aber das ist eine andere lange Geschichte. Gesättigt machten wir uns auf in Richtung Hoover Damm. Nach einem kritischen Blick des Sheriffs durften wir am Ende auch passieren. Schon beeindruckend, dieser Betonklops mitten in der Wüste. Aber nichts im Vergleich zu dem, was uns erwartete.

Nach einigen Stunden Fahrt durch die Prärie vorbei an Kojoten, Almötzis sowie einem Geisterfahrer, der mich ebenso verdutzt angeguckt hat wie ich ihn, erreichten wir den Grand Canyon. Aufgrund einiger Restriktionen, was den Individualverkehr angeht (Hallo, wir sind in den USA), haben wir den ersten Blick in die Tiefe schließlich erst nach zwei Stunden erhaschen können. Aber das lohnt jede Mühe! Nun waren wir auch bestens vorbereitet, den sagenumwobenen Sonnenuntergang am Hopi Point live miterleben zu dürfen. Flocco wäre aber nicht Flocco, wenn nicht wieder einmal alles schief laufen würde. Wir zwei, nur bekleidet mit einem T-Shirt und einer dünnen und rein theoretisch winddichten (wie gesagt, rein theoretisch) Trekking-Jacke auf 7.000 Fuß Höhe. Das konnte ja nur die Hose gehen. Was es dann auch kräftig tat. Ich habe in meinem Leben noch nie so gefroren wie dort oben. Immerhin gab es Leute, die waren halb nackt. Was für Vollidioten.











Die 100 Kilometer Rückfahrt zum Hotel habe ich nur mit Hilfe einiger starker Schellen links und rechts durchgehalten. Fünf Schläge haben mich etwa eine Minute lang wach gehalten. Ihr könnt euch also sicher denken, dass ich auf der Fahrt ne ordentliche Tracht Prügel kassiert hab. Kurz vor dem erlösenden Ziel dann eine Vision. Es war ein grelles, blaues Licht. Aber halt, Martina hatte just in dem Augenblick das selbe Trugbild. Sollte uns da etwa die Highway Patrol abgelichtet haben? Hallelujah und ein dreifaches Prost! Nachtrag im Januar 2011: Bis dato kam kein Strafzettel.
promailer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2011, 21:38   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #3
Christine2009
RV Fulltimer
 
Benutzerbild von Christine2009
 
Registriert seit: 27.01.2010
Beiträge: 1.134
Was soll das werden, Promotion

schaut mal hier: http://www.phototravellers.de/rb1/

da gibt es hier, nach meiner sehr subjektiven Meinung, eindeutig bessere Reiseberichte
Christine2009 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2011, 19:24   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #4
promailer
Amerika Fan
 
Registriert seit: 08.04.2010
Beiträge: 64
Hi, den Link hast du gepostet, nicht ich

Wenn jemand das Bild-Logo stört, nehm ich es auch gerne raus, aber erstens wird im I-Net mit Bildern allerlei Schindluder getrieben und zweitens müsste ich so wieder jedes Bild bearbeiten. Ich gebe dir recht, dass es hier bessere RB gibt! Aber lass mich das so erklären: Nach zum Teil 18 Stunden auf den Beinen hatte ich nachts um Mitternacht nicht mehr allzuviel Muße, einen Ellenlangen Bericht zu schreiben, zumal unser Wecker zum Teil wieder um drei Uhr in der früh geklingelt hat. Außerdem lag unser Schwerpunkt klar auf den Fotos. Ich hoffe, es gefällt doch dem ein oder anderen!


Tag 3 – Von Japanern und Hunden im Kinderwagen
Sonntag, 23. Mai 2010

Pünktlich zum Sonnenaufgang um fünf Uhr sind wir am Grand Canyon. So zumindest der Plan. Aufgegangen ist er aber nicht. Dennoch waren wir früh genug da, um noch ein wenig Idylle einzufangen. Diese wurde aber jäh durch die anrückenden Hundertschaften japanischer Pauschaltouristen gestört. Immerhin war der Spuk auch recht schnell wieder vorbei. Lediglich die Einheimischen sorgten für den ein oder anderen Schmunzler. So werden hier keine Babys, sondern Hunde im Kinderwagen chauffiert.

Zum Abend hin hat die Natur wieder einmal gezeigt, wer der Herr im Hause ist. Schlagartig wurde es düster.



Draußen war es kaum mehr auszuhalten vor Kälte und Wind. Letztendlich sind sogar ein paar Flocken Schnee gefallen. Ungeachtet dieser schaurigen Umstände und den brandschatzenden Pauschaltouristen hat uns der Grand Canyon vollauf begeistert. In meinen kühnsten Träumen hätte ich der Natur keinen solchen wahnwitzigen Gigantismus zugetraut. Aber um euch nicht länger zu langweilen, hier eine klitzekleine Auswahl unserer Fotos. Schwer vorzustellen, dass das noch getoppt werden kann.
promailer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2011, 19:30   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #5
promailer
Amerika Fan
 
Registriert seit: 08.04.2010
Beiträge: 64
Tag 4 – Planänderung
Montag, 24. Mai 2010

Es hätte so schön werden können. Hätten wir doch nur auch einmal Glück. Aber das war zu erwarten. Aber der Reihe nach. Um drei Uhr morgens haben wir uns aus dem Bett gequält, der eisigen Kälte getrotzt und uns schließlich zum Auto vorgekämpft. Der Plan war klar. Wir wollten der Wave, einem monumentalen Kunstwerk der Natur mitten in Arizona, einen Besuch abstatten. Leider waren wir da nicht die Einzigen und am Ende entschied das Los. Die kleine Paria Contact Station, die wir um acht Uhr morgens nach einer Fahrt durch unbeschreibliche Felsformationen und leuchtenden Farben erreicht haben, platzte aus allen Nähten. Insgesamt wurden zwölf Permitts vergeben, der Zugangsberechtigung zur Wave. An der obligatorischen Lotterie haben über 70 Leute teilgenommen. Zu allem Überfluss sah der Himmel aus, als würde die Welt jeden Moment untergehen. Nach reichlichem Genörgel und Geschimpfe auf alles und jeden und wenig Überlegung haben wir beschlossen, unsere Planung komplett wegzuwerfen und unsere eigene Wave zu finden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.



Anschließend haben wir unseren rollenden Riesen auf einen Parkplatz in der Nähe von Page gelenkt und uns ganz unamerikanisch zu Fuß auf den beschwerlichen Weg über Hügel und durch Sand gemacht. Auf zum Horseshoe Bend! Dachte ich noch am Vortag, der Grand Canyon ist nicht mehr zu überbieten, wurde ich eines Besseren belehrt. Gut, streng genommen gehört der Horseshoe Bend zum Grand Canyon. Beim ersten Anblick ist uns regelrecht die Spucke im Halse stecken geblieben. Nach einigen Stunden und einem Sonnenbrand mehr hatten wir genug Bilder im Kasten.














promailer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2011, 20:48   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #6
egyptnic
Amerika Kenner
 
Benutzerbild von egyptnic
 
Registriert seit: 01.11.2009
Beiträge: 356
Klasse Fotos, witzig geschrieben.

Mir gefällt der Bericht und ich freue mich auf die Fortsetzung.....

Gruß
egyptnic
egyptnic ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2011, 21:11   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #7
anna-lena2512
Amerika Kenner
 
Registriert seit: 09.03.2009
Beiträge: 344
Bilder: 134
Wow, super Bilder, meinen Respekt Jetzt fühle ich mich ganz klein und sollte wohl meinen Bericht noch dringend überarbeiten
anna-lena2512 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2011, 22:10   3 Wochen Foto-Reise durch den Südwesten Beitrag #8
promailer
Amerika Fan
 
Registriert seit: 08.04.2010
Beiträge: 64
Hi @ All, schön das es einigen gefällt! Dann war die ganze Mühe nicht ganz umsonst Weiter gehts mit:

Tag 5 – Mad Max
Dienstag, 25. Mai 2010

Geweckt von herrlichem Sonnenschein haben wir uns schon frühs auf den Weg zum Antelope Canyon - einem Slot-Canyon auf Indianerland - gemacht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Nach dem Abstieg durch eine enge Spalte taten sich Formen und Farben auf, die man sonst nur aus dem Märchen kennt. Unser Foto-Guide Sam hat uns - und wirklich nur uns - die besten Locations gezeigt. Irgendwann haben wir Sam aber abgeschüttelt und uns abgesetzt.









Nach einigen Stunden und einer Staublunge haben wir uns auf den Weg zu einem riesigen Balanced Rock im Glen Canyon Nationalpark gemacht. Dabei hatten wir noch Glück, dass uns dieser Felsen nach ein paar Millionen Jahren nicht grade heute auf den Kopf gefallen ist.



Um das zu Feiern, haben wir ne Pulle Schampus geköpft und uns auf dem Weg zum Alstrom Point gemacht – einem echten Geheimtipp abseits aller gängigen Touristenziele. Die Daten: 25 Meilen Prärie, Schotter und Steine - 280 PS - 4 WD - ein Mann und ein Ziel. Die letzten zwei Meilen hatten es wahrlich in sich. Die Route war nur noch zu erahnen, riesige Steinplatten und Felsbrocken und zu allem Überfluss ausgehungerte Mücken, die sich in windeseile im Kamikaze-Style auf uns gestürzt haben, sobald wir den schützenden Stahlkoloss verlassen haben. Ungeachtet dieser Widrigkeiten haben wir nach zwei Stunden das Ziel erreicht. An einigen Passagen wurden wir allerdings selbst bei Schritttempo durchgeschüttelt wie eine wild gewordene Seekuh im Tornado. Auf dem Rückweg in völliger Dunkelheit habe ich dann alle Schalter auf Turbo gestellt und im Stile von Mad Max die Wüste im wahrsten Sinne des Wortes beben lassen. Unser V6 hat dabei geschnurrt wie ein Kätzchen und ist ohne Murren auch die steilsten Berge mit Karacho hochgebrettert. Dem Tiger im Tank sei Dank!





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